ETF Sparplan / Vorteile Sparplan vs. Zyklischer Einzelkauf

  • Mir ist nicht ganz klar, wo die Vorteile liegen, wenn ich bei meinem Broker oder meiner Bank einen ETF-Sparplan abschließe.

    Wenn es mein Ziel ist, einen Cost Average Effekt zu erreichen, gelingt mir das ja auch, wenn ich monatlich die gleiche Summe X in einen bestimmten ETF investiere, ohne einen Sparplan abzuschließen.

    Überall lese ich aber nur von einem Sparplan.

    Gibt es hier weitere Gründe - etwa steuerliche Vorteile - wenn ich mich für einen Sparplan entscheide, statt die Fondsanteile regelmäßig (etwa zu einem monatlichen Stichtag in identischer Höhe) selbst zu kaufen?

    Ich konnte hier nirgends Informationen finden.

    Alle Informationen beziehen sich primär auf Dinge wie den Cost Average Effekt.

    Für Tips bin ich dankbar.

    Danke.

  • Hallo Ladislaus, herzlich willkommen,


    mir fallen als Vorteile für den Sparplan ein:

    • Geringere Gebühren
    • Die immer vorhandene Möglichkeit, auch Bruchstücke zu erwerben
    • Weniger Betreuungsaufwand
      • In dem Zusammenhang eventuell - je nach Anlegertyp - höhere Wahrscheinlichkeit, den Plan in kritischen Phasen auch durchzuhalten

    Und Nachteile?

    • Es gibt nicht jeden ETF überall als Sparplan. Aber bei dem hier allgemein empfohlenen Vorgehen spielt das keine Rolle, denn Superspezial-ETF sollen es sowieso nicht sein.


    Eine Renditesteigerung durch den Cost-Average-Effekt ergibt sich übrigens nicht. Es ist aber trotzdem eine gute Idee, regelmäßig und gleichmäßig zu sparen.

  • Die Idee ist ja auch, das Sparen zu automatisieren.

    Da macht es Sinn, dass direkt nach Gehaltseingang der Sparplan ausgeführt wird.

    Wenn man händisch überweist ist man eher der Versuchung ausgesetzt, die Sparrate oder Teile davon doch anders einzusetzen.

  • Alle Informationen beziehen sich primär auf Dinge wie den Cost Average Effekt.

    Der CAE ist eine Erfindung von Vermögensverwaltern (Depotbanken, Fondsgesellschaften...), mit der Anleger (Sparer-Investoren) bei der Stange gehalten werden sollen... damit die 'Gebühren' auch bei bzw. insbesondere bei fallenden Kursen weiter fließen können :D

  • Vorteile für mich:


    Keine Ordergebühren.


    Das Geld ist regelmäßig weg ohne weiteren Aufwand, ich gewöhn mich dran und Geld das weg ist kann nicht anderweitig ausgegeben werden.


    Bruchstücke, falls das Geld nicht für ganze Anteile reicht ist ein Bruchstück besser als gar nichts.


    Wenig bis kaum Aufwand sobald es einmal ordentlich läuft. Geld kommt rein, Geld geht raus, aus die Maus. Eventuell noch alle paar Monate kurz PDFs sichern, Excel-Tabelle anpassen. Je nach eigenen Bedürfnissen.

  • Der CAE ist eine Erfindung von Vermögensverwaltern (Depotbanken, Fondsgesellschaften...), mit der Anleger (Sparer-Investoren) bei der Stange gehalten werden sollen... damit die 'Gebühren' auch bei bzw. insbesondere bei fallenden Kursen weiter fließen können :D

    Für einen nicht vermögenden ETF-Anleger bzw. -Sparplansparer ist der CAE Realität.

    Oder hat hier einer von euch von seinem AG mit 25 schon eine Lohnvorauszahlung für die nächsten 30 Jahre bekommen und konnte daher seine Sparsumme als Einmalbetrag anlegen?:/ Wäre natürlich toll gewesen, wenn man mit 25 gleich 300.000€ ins Depot hätte pumpen können. Wobei es zu meiner Zeit noch gar keine ETF gegeben hätte.:/ Und damals wollte ich doch eigentlich auch noch eine Immobilie.;)


    Das der CAE langfristig irgendeine 'Mehrrendite' gegenüber einer Einmalanlage generiert ist allerdings wirklich eine 'Ente' der Finanzindustrie.

  • Für einen nicht vermögenden ETF-Anleger bzw. -Sparplansparer ist der CAE Realität.

    Das ist klar, wobei es in den CAE-Diskussionen m E darum gar nicht geht, weil es dazu ja keine Alternative gibt … in den Diskussionen geht es i d R um ein gezieltes Ausnutzen des CAE, also darum, dass tatsächlich vorhandenes Geld gestreckt investiert wird. Und da sagt die reine statistische Lehre nachvollziehbarerweise, dass Einmalinvestitionen sinnvoller sind.


    Nach meinen Erfahrungen - Ende November 2021 mit einem mittleren fünfstelligen Betrag auf einen Schlag investiert - würde ich inzwischen aber eher dazu tendieren, sich in so einer Situation die Weltlage anzuschauen und ggf. über ein paar Monate gestreckt zu investieren. (Auch wenn ein unmittelbar nach einem All-In erfolgter Kursrückgang nicht das schlimmste ist, sondern ein Kursrückgang nach einer sukzessiven Investition noch blöder ist.)

  • Warum umständlich (regelmäßig selbst kaufen), wenn's auch einfach geht (Sparplan)? ;)

    Weil man evtl. keine Bruchstücke im Depot haben möchte (insbesondere bei Einzelaktien).:/

    Oder auch weil man regelmäßig größere Beträge in einer Summe anlegen möchte (bei einigen Brokern gibt es Limits für die Höhe der Sparpläne).


    Jedem Kind seinen Luftballon.;)


    PS: Meine ersten beiden Käufe habe ich auch per Einzelkauf gemacht. War total aufregend.:)


    Nach meinen Erfahrungen - Ende November 2021 mit einem mittleren fünfstelligen Betrag auf einen Schlag investiert - würde ich inzwischen aber eher dazu tendieren, sich in so einer Situation die Weltlage anzuschauen und ggf. über ein paar Monate gestreckt zu investieren. (Auch wenn ein unmittelbar nach einem All-In erfolgter Kursrückgang nicht das schlimmste ist, sondern ein Kursrückgang nach einer sukzessiven Investition noch blöder ist.)

    Bei mir ist es genau andersherum (mit meinen Erfahrungen).

    Ich würde heute größere Beträge sofort investieren. Immer unter der Voraussetzung, dass ich das investierte Geld für mind. 15 Jahre zu 99% Sicherheit nicht benötige!

    Aber das sagt sich auch leichter, wenn man schon einige Jahre 'Skin in the Game' hat und weiß, wie die eigene Psyche mit den Verlusten klar kommt.

  • Bei mir ist es genau andersherum (mit meinen Erfahrungen).

    Ich würde heute größere Beträge sofort investieren. Immer unter der Voraussetzung, dass ich das investierte Geld für mind. 15 Jahre zu 99% Sicherheit nicht benötige!

    Aber das sagt sich auch leichter, wenn man schon einige Jahre 'Skin in the Game' hat und weiß, wie die eigene Psyche mit den Verlusten klar kommt.

    Wiewohl ich wusste, auf was man sich einlässt und auch die Risiken gekannt habe, war es einfach frustrierend, nichts außer fallenden Kursen zu sehen. Ob da zeitweise 10.000 Euro mehr als Gesamtsumme oben rechts in der App stehen, oder 10.000 Euro weniger, ist mir absolut schnuppe. Sehe Geld ohnehin nur als bedrucktes Papier, das Mittel zum Zweck und niemals wirklich weg ist, sondern manchmal nur bei jemand anderem. Der Gedanke, der sich bei mir einnistete, war: Dass man ja vielleicht doch schon hätte sehen können, dass jetzt eine steinigere Passage kommt und man vorsichtiger hätte agieren können - um am Ende des Tages bzw. des Investitionszeitraums mit fünf oder zehn oder fünfzehn Prozent mehr ETF-Anteilen dazustehen. Naja … es ist, wie es ist. 😅

  • Wenn es tatsächlich Vorteile hätte (z. B. Steuerfreiheit), dann wäre der Einzelkauf sogar überlegenswert.

    Aber irgendwelche versteckten Vorteile wollen mir einfach nicht auffallen.

    Vielleicht … wenn man es physisch bei seiner örtlichen Filialbank mach(t/en kann), und da steht seine sehr sehr nette Person am Schalter, sieht man diese regelmäßig? 🙃

  • TamInvest

    Einfach nicht hinschauen.:)

    Ich habe 1990 eine KLV abgeschlossen. Und jedes Jahr habe ich dann die aktuelle Meldung der Versicherung bekommen und ungelesen weggeheftet.

    Erst in den letzten Jahren habe ich mich damit überhaupt intensiver auseinandergesetzt und die Meldungen seit 2000 mal Jahr für Jahr verglichen.

    Tja, und 30 Jahre lief es eigentlich so wie von der Versicherung prognostiziert. Erst seit 2010 ging es massiv mit der Prognose abwärts.

    Was hätte es nun gebracht, wenn ich schon 1995 der 2005 über die Zahlen gebrütet hätte?


    Ich kann es eh nicht beeinflussen was passiert. Ich kann auch nur darauf bauen, dass ich mit meiner Investition in die Weltwirtschaft langfristig meine Rendite mache. Nun stehe ich eh schon mit einem deutlich 6-stelligen Betrag im 'Feuer'.

    Also einfach nicht hinschauen und durchziehen!

  • Ich habe den cost average effect immer ganz simpel interpretiert: das regelmäßige Investieren des immer gleichen Betrags vermeidet ausgesprochen schlechte Timing-Entscheidungen, zu denen die meisten Menschen aus psychologischen Gründen leider neigen. Wenn der Markt boomt, dann erscheinen Aktien extrem attraktiv, und der typische Kleinanleger geht rein. Bei Crash will das Teufelszeug keiner anfassen. Also genau ungünstig, und ein Sparplan vermeidet dies eben.