Riester - UniProfiRente

  • Hallo,


    ich (51 Jahre) bin ein wenig ratlos.


    Ein Blick auf die Jahresinformation meiner Riester-UniProfiRente verrät mir, dass mittlerweile über 20.000 € (100 %) im UniEuroRenta-Fond von Union Investment schlummern, anstatt im UniGlobal für vernünftige Renditen zu sorgen.


    Über Ratschläge, wie man der sog. "Cash-Lock-Falle" wieder entkommt bzw. Hinweise auf alternative Anlagemöglichkeiten würde ich mich freuen...


    Gruß, Finanzhai

  • Eines vorab: ich kenne die Details Ihres Riester-Vertrages nicht und kann nicht beurteilen, ob Sie innerhalb Ihres Riester-Produkts möglicherweise noch "Switch"-Möglichkeiten haben.


    Ganz generell gilt jedoch für ALLE Riester-Produkte, dass sich die Anbieter zu einer "Beitragsgarantie" verpflichten mussten. Das hat der Gesetzgeber so vorgeschrieben. Nur wer den Kunden garantiert, dass bei Beginn der Rentenphase MINDESTENS die eingezahlten Beiträge zur Verrentung zur Verfügung stehen, bekommt ein Zertifkat als Altersvorsorge-Vertrag.


    Und genau da liegt das Problem!


    Da nach der herrschenden Lehre Aktien als extrem risikoreich und Staatsanleihen als extrem sicher beurteilt werden, machen sich es die Produktanbieter einfach: sie legen die Gelder der Riester-Sparer schon lange vor dem Eintritt in die Rente nur noch in "sicheren" Anlagen an.


    Das könnte bei Ihrem Vertrag auch bereits eingetreten sein, da Sie mit 51 Jahren aus der Sicht des Produktanbieters schon "kurz vor der Rente" sind. Auch wenn es noch 16 Jahre dauern wird, bis Sie in Rente gehen können...


    Eine Alternative sehe ich innerhalb der Riester-Produkte nicht. Jeder Anbieter wird aus der oben beschriebenen Angst, möglicherweise auf die Beitragsgarantie in Anspruch genommen zu werden, bei Ihrem Alter nur noch Anlagemöglichkeiten mit Rentenfonds anbieten. Die Konsequenz für Sie: keine Rendite mehr.


    Es kommt jetzt darauf an, wie sehr sich bei Ihnen die Förderung des Riester-Produkts durch Zulagen bzw. Steuer-Ersparnisses auswirkt. Möglicherweise könnte es intelligenter sein, auf diese Förderung zu verzichten und die dann freiwerdenden Mittel dazu zu verwenden, regelmäßig ein paar qualitativ gute Aktien zu kaufen.


    Sie haben aktuell eine Restlebenserwartung von ca. 36 Jahren. Das ist ein Zeitraum, in dem Sie mit Qualitätsaktien kaum etwas falsch machen können. 8 % Rendite p.a. sind drin - auch wenn das Aktienvermögen im Laufe der nächsten 36 Jahren ein paar Mal schwanken wird.