Vergleich von Geldanlage FinTech

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    • Vergleich von Geldanlage FinTech

      Liebe Finanztip community,

      da das Thema FinTech z.Z. in der Öffentlichkeit hoch im Kurs steht, habe ich mich mal informiert, welche Anbieter es in Deutschland zum Thema Geldanlage gibt. Ich habe viele Jahre lang mein Geld selbst verwaltet, sehe nun aber, dass es mittlerweile kostengünstige Alternativen gibt, die einem viel Arbeit abnehmen. Nachdem ich alle folgenden Anbieter einmal getestet habe, möchte ich meine Erfahrungen gerne mit euch teilen. Ich habe diesen Artikel bereits in anderen Foren gepostet (u.a. W:O und Wertpapier Forum). Nichtsdestotrotz habe ich mich entschlossen den Artikel auch hier zu posten, da Finanztip deutlich verbraucherorientierter als die vorhin genannten Foren ist. Daher würde es mich sehr freuen auch eure Meinung zu den einzelnen Anbietern zu erfahren.

      Vaamo



      Vaamo bietet ein Tool um Sparziele anzulegen und über eine Indexfonds-basierte Anlagestrategie auf diese Ziele hinzusparen.

      Vorteile:
      • Das Anlegen und Ansparen auf Sparziele wirkt sich bei manchen Menschen motivationsfördernd aus und steigert so die Erfolgswahrscheinlichkeit der gesteckten Ziele. Vaamo sieht sich somit als ein “Finanz-Coach” für Kleinsparer.
      • Die Gebühren von Vaamo sind fair, besonders bei höheren Anlagevolumen. Da es sich um eine Flat-fee handelt fällt diese leicht kalkulierbar in guten wie in schlechten Jahren an.
      • Vaamo bietet ein modernes und “freches” Branding sowie ein simples Interface mit intuitiver Bedienung. Für Einsteiger ist dieses auch bewusst einfach gehalten ohne viel Schnickschnack zur Wertentwicklung oder Wertpapierperformance.

      Nachteile:
      • Die durch Vaamo vermittelten Aktienfonds passen nicht unbedingt zu den häufig kurz- bis mittelfristigen Sparzielen, wie dem nächsten Urlaub oder einem neuen Auto in drei Jahren. Bei kürzeren Anlagehorizonten gehört das Geld weiterhin aufs Tagesgeld.
      • Für Nutzer ohne konkrete Sparziele bietet das Interface von Vaamo nur einen geringen Mehrwert. Es dreht sich eigentlich alles um den Zielerreichungsgrad in %. Darstellungen der Wertentwicklungen des Investments werden nur sehr eingeschränkt ausgewiesen.
      • Vaamo arbeitet nur mit einem einzigen Fondsanbieter (Dimensional) zusammen. ETFs, die z.T. die gleichen Märkte zu günstigeren Kosten abdecken stehen nicht zur Verfügung.

      Fazit: Ein insgesamt gutes Angebot, das sich vor allem an junge und wenig finanzaffine Kunden mit konkreten Sparzielen richtet. Allerdings passt die Aktienbasierte Anlagestrategie nicht zu Sparzielen, die innerhalb der nächsten 5 Jahre erreicht werden sollen. Preislich ist Vaamo bei höheren Anlagevolumen attraktiv, gerade dort wünscht man sich jedoch mehr Details zur Performance/Wertentwicklung.


      Quirion



      Bei Quirion handelt es sich um eine Marke der bereits etablierten Honorarberaterbank quirin Bank aus Berlin. Auch Quirion bietet eine ETF-basierte Geldanlage.

      Vorteile:

      • Die Geldanlage basiert auf den gleichen wissenschaftlichen Erkenntnissen wie z.b. Vaamo oder Ginmon. Die Anlagestrategie lässt sich dabei in feinen Schritten je nach gewünschter Zielrendite individualisieren.
      • Besteht für einen Kunden tatsächlich mal Beratungsbedarf, so wird eine zusäzliche kostenpflichtige Honorarberatung per Telefon angeboten. (EUR 150/h)
      • Die Grundgebühr von 0,48% p.a. ist besonders bei kleinen Anlagevolumen ab 10.000€ recht günstig.
      Nachteile:
      • Durch die Grundgebühr von 0,48% p.a. erscheint Quirion auf den ersten Blick mit der günstigste Anbieter zu sein. Man sollte jedoch beachten, dass zusätzlich zu diesen Kosten neben der TER der ETFs auch weitere Transaktionsgebühren hinzukommen, die auf der Website nicht ausgewiesen werden. Wird zusätzlich die kostenpflichtige Beratung in Anspruch genommen, so schmelzen die Kostenvorteile gegenüber klassischen Bankprodukten schnell dahin.
      • Es besteht aktuell eine Minimumanlage von 10.000€. Sparpläne sind nur in selektierte Asset Allocations möglich. Hier besteht gegenüber anderen Anbietern noch Aufholbedarf.

      Fazit: Mit seinem Angebot ist Quirion vergleichbar mit Ginmon oder Vaamo. Auf den ersten Blick scheint Quirion die Konkurrenz in Sachen Gebühren auszustechen. Werden jedoch die Transaktionskosten mit berücksichtigt, so liegen die Kosten über den beworbenen 0.48%. Insgesamt ein faires Angebot, wenn auch mit einigen Restriktionen in Bezug auf Mindestanlage und Sparpläne.


      Cashboard



      Cashboard bietet eine Plattform für die einfache Geldanlage über verschiedene Anlagebausteine. Die Kontoführung ist dabei auf den ersten Blick kostenlos - es gibt nur eine Gewinnbeteiligung.

      Vorteile:
      • Bei der Gestaltung der Website steht eine hohe Verständlichkeit ganz klar im Vordergrund. Das ansprechende und klare Design der Plattform schafft eine hohe Übersichtlichkeit und eine einfache Bedienbarkeit.
      • Im Gegensatz zu den meisten anderen Anbietern verlangt Cashboard keine Mindestanlage. Dadurch können auch Kunden ohne hohe Ersparnisse ihr Geld anlegen.
      • Der Anmeldeprozess ist sehr benutzerfreundlich und von allen Anbietern vermutlich am besten umgesetzt worden. Mithilfe von Videoverifikation und digitaler Unterschrift kann man sein Konto komplett von zu Hause aus eröffnen.
      Nachteile:
      • Die Anlagestrategie basiert vornehmlich auf aktiv gemanagten Fonds. Zahlreiche Studien zeigen jedoch, dass diese im Durchschnitt gegen die Marktrendite verlieren, zusätzlich allerdings noch hohe interne Fondskosten von oft mehr als 2% p.a. aufweisen. Die mit Cashboard erzielten Renditen werden somit voraussichtlich deutlich unter denen von beispielsweise Ginmon, Vaamo oder Easyfolio liegen.
      • Die Website erweckt den Eindruck, dass neben der Gewinnbeteiligung keine Kosten entstehen. Da Cashboard aber auf aktive Fonds setzt liegen die internen Kosten der vermittelten Produkte deutlich höher. Inkl. der Gewinnbeteiligung lassen sich Gesamtkosten von bis zu 3% p.a. vermuten - weit über den Kosten anderer Anbieter.
      • Der beworbene Garantiezins ist offensichtlich ein reiner Marketing-Gag. Wie die Stiftung Warentest bereits berichtete ist diese Garantie mit äußerster Vorsicht zu genießen, denn das Startup stellt weder irgendwelche Sicherheiten zurück noch besitzt es eine Art Versicherung.

      Fazit: Cashboard richtet sich mit seinem Angebot offensichtlich an Kunden mit der Geiz-ist-Geil Mentalität. Die Plattform ist weit weniger unabhängig als sie zunächst scheinen mag und die Kosten der Geldanlage mit Cashboard werden so erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Insbesondere die Nutzung klassischer aktiver Investmentfonds mit Kosten jenseits der 1,5% p.a. ist ein echter Rückschritt. Langfristig denkende Anleger sind mit den ETF/Indexfonds-basierten Lösungen von Quirion, Vaamo oder Ginmon besser bedient.


      Ginmon



      Ginmon bietet einen leichten Zugang zu einem “Weltporfolio” auf Basis von ETFs und Indexfonds.

      Vorteile:
      • Ginmon bietet eine verständiche Abbildung eines “Weltportfolio”, welches sich mit einem Schieberegler einfach individualisieren lässt. Die Website und das Planungstool ist recht gut gemacht und etwas detaillierter als bei anderen Anbietern. Auch das Risiko-Profiling ist besser gemacht als bei anderen Anbietern.
      • Die Gebühren sind fair. Die Grundgebühr liegt bei niedrigen 0,39% p.a. Die Erfolgsbeteiligung von 10% gilt nach Abzug der Grundgebühr und wird nach dem High-Water Mark Prinzip berechnet. So ist Ginmon in der aktuellen fallenden Marktphase vermutlich der günstigste der genannten Anbieter. Im langfristigen Durchschnitt liegt Ginmon wohl etwa gleichauf mit Quirion und Vaamo.
      • Mit der DAB (in Zukunft dann wohl Consorsbank) hat Ginmon die größte und bekannteste Bank aller FinTechs im Rücken. Als neuer Anbieter am Markt ist so ein Partner wohl sicherlich ein Vorteil.
      Nachteile:
      • Aktuell ist scheinbar noch keine Videoverifikation oder digitale Unterschrift für die Kontoeröffnung verfügbar. Damit erfordert die Kontoeröffnung noch einen Gang zur Post. Hier besteht dringend Aufholbedarf.
      • Die Minimumanlage von 1.000€ mit Sparplan ab 100€ oder 5.000€ ohne Sparplan ist zwar deutlich niedriger als bei Quirion, aber höher als bei Vaamo. Dort geht’s sogar schon mit 10€ los.
      • Die Webseite könnte an einigen Stellen noch eine graphische “Überarbeitung” vertragen. Da sind die Seiten der Konkurrenz zum Teil etwas schöner aufpoliert.

      Fazit: Eine gelungener Ansatz mit einem detaillierten Geldanlage-Planer und einer fairen Gebührenstruktur. Besonders das Risiko-Profiling gefällt hier besser als bei den Mittbewerbern und führt nahtlos in ein Weltportfolio aus ETFs und Dimensional Fonds über. Nur bei der Kontoeröffnung und der Minimumanlage sollte noch nachgebessert werden.
    • Hier der zweite Teil meines Posts mit den übrigen Anbietern...

      Weltsparen




      Weltsparen bietet die Vermittlung von Festgeldkonten bei europäischen Partnerbanken, welche höhere Zinsen zahlen als deutsche Banken.

      Vorteile:
      • Durch die Vermittlung von Festgeldkonten bei europäischen Banken lässt sich dem historisch niedrigen Zinsumfeld in Deutschland entfliehen. Mit Weltsparen erhält man höhere Zinsen als bei deutschen Banken bei vergleichbarer Laufzeit.
      • Aufgrund von Sprach- und Bürokratiehürden war es bisher ziemlich schwierig Festgeldkonten im Ausland zu eröffnen. Mit Weltsparen entsteht somit ein komplett neuer Markt für europäisches Festgeld.
      • Weltsparen bietet ein ziemlich breites Portfolio. Das Angebot beinhaltet verschiedene Länder, Banken und Laufzeiten zur Auszahlung. Die höchsten Zinsen gibt es aktuell mit 2,70% p.a. bei der bulgarischen Fibank.

      Nachteile:
      • Die Einlagensicherung ist mit Vorsicht zu genießen. Es handelt sich nicht um einen europäischen “Topf”, sondern separate Töpfe für jedes einzelne Land. In Krisenzeiten sind die Einlagensicherungen der Länder damit unterschiedlich viel “wert”. Ob der bulgarische Staat deutsche Sparer im Ernstfall rettet ist ungewiss. Der höhere Zins reflektiert also stets auch ein höheres Ausfallrisiko.
      • Die angebotenen Zinsen liegen zwar über dem deutschen Zinsniveau, sind gemessen an der Bonität der Banken und Länder jedoch meist zu niedrig. ETFs auf Anleihen mit ähnlichen Bonitäten erzielen deutlich höhere Renditen.
      • Geringe Transparenz bezüglich “Kosten” und Geschäftsmodell der Plattform. Deutlich höheres Zinsniveau bei Banken vor Ort (z.b direkt in Bulgarien) lässt eine hohe Gewinnmarge der Plattform vermuten, die letztendlich zu Lasten der Anleger geht.

      Fazit: Weltsparen bietet den Kunden eine ganz neue Möglichkeit, ihr Geld mit ausländischen Festgeldkonten anzulegen. Dies war aufgrund von Sprach- und Bürokratiehürden für viele Sparer bisher kaum möglich. Das Problem mit dem Angebot ist jedoch die fehlende Transparenz beim Geschäftsmodell und die Investitionssicherheit, die Anlegern durch die Einlagensicherung suggeriert wird. Der gebotene Zins erscheint für das hohe Risiko (z.b. BB- Rating der Fibank) deutlich zu niedrig. Ähnliche Vorsicht ist auch bei anderen Auslands-Festgeldangeboten wie Savedo geboten.


      Fairr



      Fairr bietet einen Riester-Fondssparplan auf Basis von ETFs und Index-Fonds.

      Vorteile:
      • Fairr ist der einzige der hier genannten Anbieter, der auf das Modell Riesterrente setzt. Anleger erhalten dadurch staatliche Zuschüsse zu ihren Ersparnissen.
      • Fairr bietet eine hohe Transparenz sowohl bei den Gebühren als auch bei der zugrundeliegenden Anlagestrategie. Gerade im Riesterbereich ist dies bisher ungekannt.
      • Neben dem Riester-Fondssparplan stehen weitere interessante Produkte wie ein VL-Riestersparplan zur Verfügung. Weitere Produkte sollen noch folgen
      Nachteile:
      • Bei Depotbeständen bis 5.000€ ist fairr mit 1.5% p.a. + 2,25€ Depotführungsgebühr pro Monat deutlich teurer als die Konkurrenz. Auch darüber hinaus sind die Kosten höher als bei Vaamo, Quirion oder Ginmon.
      • Durch das Rieser-Konstrukt verliert der Kunde die Flexibilität in den Auszahlungen. Man kommt zwar grundsätzlich jederzeit an sein Geld, verliert dann jedoch unter Umständen alle bis dato erworbenen staatlichen Zuschüsse.
      • Um die Sinnhaftigkeit des Riestersparplans zu beurteilen kommt man um eine individuelle Kalkulation nicht herum. Die staatlichen Zuschüsse sind abhängig von der Anzahl der Kinder. Häufig sind diese Zuschüsse so marginal, dass die Zusatzkosten dieser Lösung die Zuschüsse übersteigen.

      Fazit: Fairr ist die erste mir bekannte, empfehlenswerte Lösung auf Basis eines Riesterfondssparplans. Allerdings ist die Sinnhaftigkeit eines Riesterproduktes immer noch von verschiedenen Faktoren abhängig: Je nach Anzahl der Kinder, der Höhe der staatlichen Zuschüsse sowie der gewünschten Flexibilität in der Auszahlung überwiegen ggf. weiterhin die Nachteile einer Riester Lösung.


      Easyfolio



      Easyfolio bietet einen ETF-basierten Dachfonds in drei verschiedenen Ausführungen, je nach Risikoneigung des Anlegers.

      Vorteile:
      • Die drei durch Easyfolio angebotenen Dachfonds mit einem Aktienanteil von 30, 50 und 70 Prozent bieten eine breite Streuung durch viele einzelne beinhaltete Indexfonds.
      • Bei einigen Banken sind die Easyfolio Fonds bereits ohne zusätzliche Transaktionskosten über Sparpläne beziehbar.
      • Für Anleger mit einem bestehenden Depot kann das Produkt direkt über dieses bezogen werden. Die Eröffnung eines neuen Kontos sowie die damit zusammenhängende Personenidentifikation bleibt erspart.

      Nachteile:

      • Easyfolio bietet weniger Hilfestellung oder Tools und keine eigene Plattform zur Verwaltung der Geldanlage.
      • Über das benötigte eigene Wertpapierdepot kann der Kauf der Fonds mit zusätzlichen Kosten verbunden sein. Der Verkauf der Fonds wird wohl in jedem Fall kostenpflichtig sein.
      • Mit drei verschiedenen Portfolios hat Easyfolio im Vergleich zu anderen Anbietern nur ein geringes Level an Individualisierung. Andere Anbieter bieten eine deutlich feinstufigere Auswahl an Risikoklassen an.

      Fazit: Mit seinen Dachfonds richtet sich Easyfolio an eher finanzaffine Do-It-Yourself Kunden. Wie Vaamo, Quirion oder Ginmon basiert das Konzept auf passiven Investments. Eindeutiger Nachteil ist das Fehlen einer eigenen Plattform zur Verwaltung der Geldanlage. Einzahlungen und Auszahlungen müssen somit weiterhin umständlich (und ggf. kostenpflichtig) über die Börse abgewickelt werden.

      Zusammenfassung:
      Die neuen Anbieter für Online Geldanlage haben allesamt interessante Ansätze und bieten eigentlich ausnahmslos bessere Angebote als klassische Bankfilialen. Trotzdem sind einige der Angebote mit Vorsicht zu genießen. Besonders empfehlenswert sind ETF-basierte Robo-Advisors wie Ginmon (ginmon.de), Quirion (quirion.de) oder Vaamo (vaamo.de).
    • Tolle Übersicht! Wir haben uns die Geldanlage-Fintechs in der Zwischenzeit auch genauer angesehen - Übersicht und Beurteilung der einzelnen Anbieter findet sich jetzt hier finanztip.de/robo-advisor/ Kommentare und Anmerkungen sind wie immer hochwillkommen!
      Kleine Anmerkung noch zu der Übersicht hier: Bei quirion gibt es unseres Wissens nach keine Transaktionskosten, sondern lediglich die 0,48% p.a. Honoar plus die Fondskosten. Wir sehen bei diesem Anbieter vor allem Nachholbedarf bei der Transparenz - nachzulesen ebenfalls hier finanztip.de/robo-advisor/
    • Tolle Übersicht! Vielen Dank fürs Posten und die vor allem die gabze Arbeit!

      Eine Anmerkung zu Cashboard: Ich habe über Seedmatch in das Vorgängerunternehmen (Refined Investment technologies) investiert. Ich habe dann natürlich um RIT beim Start zu helfen ein bisschen Geld über die Plattform angelegt - eine Katastrophe. Ich habe ca. 50% meines angelegten Geldes verloren. Warnicht so viel, dass es weh tut, aber wer es in der Börsenhausse der letzten Jahre nicht schafft zumindest ein bisschen Rendite abzuwerfen... Ich war übrigens mit dieser Erfahrung nicht allein...

      Refined Investment setzt jetzt voll auf das Produkt Cahsboard. Nach meiner Erfahrung mit dem ersten Produkt und der Art wie vage und intransparent die mit ihren Investoren kommunizieren, lasse ich persönlich von einem Produkt dieser Firma die Finger...
    • Grundsätzlich finde ich den Vergleich auch gut. Aber er hinkt an einer Stelle, und das leider gewaltig. Bei der rechtlichen Konstruktion der Produkte gibt es große Unterschiede. Das empfohlene Vaamo ist im Grund ein reines Vermittlungsprodukt wobei Vaamo der Vermittler ist. Wer das Kleingedruckte liest wird feststellen, dass das Produkt nur für Kunden geeignet ist, die erfahren in der Kapitalanlage sind und alle Risiken kennen. Der Kunde ist eigentlich auf sich alleine gestellt. Auf der Homepage von Vaamo muss man aber nur ein paar seichte Fragen beantworten und bekommt ein Portfolio angeboten. Bei quirion oder fintego hingegen bekommt der Kunde eine echte Vermögensverwaltung. Die Anbieter haben eine BaFin-Lizenz nach KWG 32 und unterliegen strengen Regeln. Die Kunden müssen einen kompletten WpHG-Bogen ausfüllen und erst dann bekommen sie ein Portfolio angeboten. Im Zweifelsfall kommt auch "passt nicht für Dich" als Antwort raus. Die Angaben des Kunden müssen auch regelmäßig überprüft werden. Dazu kommen noch gesetzlich vorgeschriebene tägliche Überwachungsprflichten in den Kundenportfolien und umfassende laufende Reportings. In Punkto Passgenauigkeit und Sicherheit für den Kunden ist das als ob man einen VW UP mit einem Mercedes E-Klasse vergleicht. Aus diesem Grund sind die Vermögensverwaltungen aus meiner Sicht auch etwas teurer. Also, die Idee eines umfassenden Vergleichs dieser Produkte gut, aber aus meiner Sicht fehlt ein wesentlicher Bestandteil in der Bewertung. Vielleicht kann das ja ergänzt werden.
    • @KhunChang
      Scalable habe ich mir auch schon angesehen. Für mich ist das zu komplex. Die Idee mit dem Risiko ist gut, aber die Umsetzung wird vermutlich den normalen Anleger abschrecken. Das ist aber meine persönliche Meinung. Natürlich wäre es gut, wenn die auch im Vergleich drin wären. Ist übrigens auch eine echte Vermögensverwaltung, was das Produkt aus meiner Sicht wieder aufwertet.
    • Die Finanzprodukte von Weltsparen werden in FINANZTEST Heften nicht berücksichtigt, weil die Redaktion den Einlagensicherungseinrichtungen der Banken-Herkunftsländer nicht traut.
      Das bedeutet aber, dass die Redaktion dem Einlagensicherungssystem der EU misstraut. Vermutlich würde die EU, organisatorisch über die EZB als ausführendes Organ, im Insolvenzfall und einem Worst-Case-Szenario des Banken-Herkunftstaates den betreffenden Einlagensicherungsfonds stützten.
      Andernfalls würde das gesamte EU Finanzsystem kippen.
    • Hallo,
      Ich habe da auch einen Beitrag zu leisten. Meine Erfahrung als langjähriger Leser von "Finanztest" sind die, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Denn die Fehler die andere mit meinem Geld machen, mache ich doch lieber selbst. Somit habe ich keinen Ärger. Nun zu meinen Erfahrungen. Ich setze grundsätzlich neben Festgeld bei NIBC auf Fonds die € als Währung haben. Dadurch bleibt das Währungsrisiko in Grenzen. Ich kaufe meine Fonds über einen Fondsvermittler, nur solche die es mit 100% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag gibt. Der Fondsvermittler übernimmt ab einen Depovolumen von 25000€ die jährlichen Depodführungsgebühren. Ich halte nur Fonds die langfristig besser sind als der DAX. Somit ist meine Geldanlage zum Nulltarif.
      Ich möchte das nur mal zur Diskussion stellen. Was haltet Ihr davon?

      Altsachse
    • Hallo @Altsachse, willkommen im Forum.

      Finanztip empfiehlt nur ETF zu nehmen und auch das Währungsrisiko in Kauf zu nehmen, das ja in den letzten Jahren beim empfohlenen MSCI World eine Chance war. Hintergrund für die Empfehlung für ETF sind die niedrigeren jährlichen Kosten verbunden mit der Ineffizienz der Fondsmanager den Index zu schlagen.

      Grundsatzartikel hier finanztip.de/geldanlage/

      Ich selbst habe weiterhin einen großen Anteil in gemanagten Fonds, fühle mich gut damit und finde mich im Beitrag von @Altsachse wieder ohne hier die hierzu schon geführten Diskussionen neu anzetteln zu wollen.

      Falls noch das Kick-Back nicht eingefordert wird diesen Thread beachten

      Gemanagte Investmentfonds - Kosten senken durch Auszahlung Kickback - Geldanlage - Finanztip-Community
    • Hallo, Kater.Ka
      Erstmal Dank für Deine Antwort. Man muss sich bei Finanztest nur das herausfiltern was zu einem passt. Da ich neu bin, kenne ich die bisher geführten Diskussionen natürlich noch nicht.
      Kick-Back, sind das die Bestandsprovisionen die der Fondsvermittler von den Fondsgesellschaften erhält?
      Mein ehemaliger Berater der Sparkasse hat gesagt, das ist nur Pfennigkram. Wichtiger war für ihn der Ausgabeaufschlag.
      Dem habe ich durch meine Strategie einen Riegel vorgeschoben. Nun bin ich kein Mensch der von der Gier besessen ist. Leben und leben lassen ist meine Devise. Die Bestandsprovision gönne ich dem Fondsvermittler gern, zumal er von mir kein extra Geld erhält.
      Mein ertragreichster Fond ist der GB0002771383.
      Oder sind hier derartige Geständnissehier nicht üblich?

      Altsachse
    • Ja solche Geständnisse sind nicht üblich. Danke dafür und meinen Respekt für den Anlageerfolg. Meinen SmallCaps-Fonds habe ich zu früh verkauft. Meine größten Positionen hat Flossbach und ich bin ganz zufrieden damit.

      Bei einem Kickback-Anbieter mit 50%-Quote gibt es für den Fonds 0,3% p.a. Halteprovision. Ich komme aus Südwestdeutschland und bin daher sparsam und würde daher auf das KickBack nicht verzichten. Besser ich bekomme das und nicht der Fondsvermittler - ich zahle auch weder Depotgebühr noch Ausgabeaufschlag.

      Beste Grüße
      Kater.Ka
    • Mein Flossbachfond hat leider die Bedingungen geändert. Nachkäufe sind da für mich nicht mehr möglich. Die Ausschüttungen kommen dann eben einen anderen Fonds zugute.
      Anlageerfolg ist ja eigentlich Glückssache. Aber Glück hat auf lange Sicht nur der Tüchtige, der die Risiken gut einschätzen kann.
      Wir Ostdeutschen mußten nach 1990 ja eine Menge dazulernen. Natürlich habe ich 2000 auch kräftig Lehrgeld zahlen müssen. Aber es hatte auch sein Gutes. Mir ist klar geworden die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.
      Ich wünsche Dir schwabengerechte Erträge und hoffe wir schreiben uns mal wieder.

      Beste Grüße aus Sachsen
      Altsachse
    • Der WpHG Bogen ist doch eine reine Farce. Den Interessiert weder die Bank noch die meisten Kunden wirklich und sollte der Bogen nicht dem Entsprechen was die Bank braucht kommt anstatt einer Ablehnung oftmals eher ein Gespräch der Art "Sind Sie sicher, dass Sie hier und dort nicht doch schon Erfahrungen haben, weil sonst könnten wir Ihnen kein Konto eröffnen". Das ist reiner Compliance Kram der "eben gemacht werden muss".

      Die Überwachung und Sicherheit etc. pp. für den Kunden ist letztenendes auch gleich, da die Robo Advisor eigentlich immer mit einer Bank zusammenarbeiten die das Depot führt.

      Meiner Meinung nach ist es Genau andersherum, der Bank ist dein Wohlergehen komplett egal. Die kleineren Start-Ups hingegen müssen (noch) Wert auf Kundenzufriedenheit und Service legen, weil bei Ihnen jeder Kunde wichtig ist, weil sie weniger haben und sich etablieren müssen.

      Wichtig ist auch, dass es bei dem, was die robos machen um eine buy and hold strategie geht - so arg viel "verwalten", "handeln" und tun muss da gar nicht stattfinden. Den Mehrwert von "verwaltung" ggü. reiner Beratung sehe ich hier nicht.
      Meiner Meinung nach sollte man, will man passiv investieren, entweder den kompletten DIY weg gehen und sich die zusätzlichen Kosten komplett sparen oder einen der günstigen Robos (etwa ginmon oder vaamo wie hier empfohlen) wählen wenn man sich damit nicht beschäftigen will.

      Mole schrieb:

      Grundsätzlich finde ich den Vergleich auch gut. Aber er hinkt an einer Stelle, und das leider gewaltig. Bei der rechtlichen Konstruktion der Produkte gibt es große Unterschiede. Das empfohlene Vaamo ist im Grund ein reines Vermittlungsprodukt wobei Vaamo der Vermittler ist. Wer das Kleingedruckte liest wird feststellen, dass das Produkt nur für Kunden geeignet ist, die erfahren in der Kapitalanlage sind und alle Risiken kennen. Der Kunde ist eigentlich auf sich alleine gestellt. Auf der Homepage von Vaamo muss man aber nur ein paar seichte Fragen beantworten und bekommt ein Portfolio angeboten. Bei quirion oder fintego hingegen bekommt der Kunde eine echte Vermögensverwaltung. Die Anbieter haben eine BaFin-Lizenz nach KWG 32 und unterliegen strengen Regeln. Die Kunden müssen einen kompletten WpHG-Bogen ausfüllen und erst dann bekommen sie ein Portfolio angeboten. Im Zweifelsfall kommt auch "passt nicht für Dich" als Antwort raus. Die Angaben des Kunden müssen auch regelmäßig überprüft werden. Dazu kommen noch gesetzlich vorgeschriebene tägliche Überwachungsprflichten in den Kundenportfolien und umfassende laufende Reportings. In Punkto Passgenauigkeit und Sicherheit für den Kunden ist das als ob man einen VW UP mit einem Mercedes E-Klasse vergleicht. Aus diesem Grund sind die Vermögensverwaltungen aus meiner Sicht auch etwas teurer. Also, die Idee eines umfassenden Vergleichs dieser Produkte gut, aber aus meiner Sicht fehlt ein wesentlicher Bestandteil in der Bewertung. Vielleicht kann das ja ergänzt werden.
    • Ja, nun hat es den ersten Robo-Advisor erwischt. War aber abzusehen. Wenn die kritische Maße an verwalteten Geldern nicht überschritten wird, dann lohnt sich das Geschäft nicht.

      Mittel- bis langfristig werden sich wohl ein paar Player durchsetzen. Da kommt es sicherlich zu noch mehr Pleiten und/oder Zusammenschlüssen/Aufkäufen.

      Ich bin gespannt, weil ich die Idee grundsätzlich gut finde. Gerade Leute, die sich mit Finanzen nicht groß auseinander setzen wollen, können profitieren.