Container Investment - Risiko

  • Guten Tag,


    ist etwas darüber bekannt, wie risikoreich ein Investment in Container ist? Was ich bisher darüber gelesen habe, ist zwar ein Totalverlust wohl auch möglich, aber in der Vergangenheit nicht unbedingt üblich gewesen.


    Und wie ist die Aussage zu bewerten, dass Container-Investments nicht zwingend mit der Entwicklung von Schiffsbeteiligungen, von denen aktuell ja eher abzuraten sind, einhergehen?


    Vielen Dank!

  • Hallo pinda,
    "nicht zwingend mit der Entwicklung von Schiffsbeteiligungen" stimmt, aber mit dem globalen Wachstum schon. Denn "Container" leben von dem Transport von Waren. Wenn China schwächelt, was aktuell der Fall ist und auch der IWF das globale Wirtschaftswachstum nach unten korrigiert, sind das zumindest mittelfristig keine guten Aussichten für die Container.
    LG
    Whatchup

  • Hallo,


    Container und Containerschiffe sind zwei paar Schuhe. Containerschiffe werden heute bestellt und Jahre später ausgeliefert. Wenn da dann grade Schifffahrtskrise ist, weil viel zu viel bestellt und dann auch ausgeliefert wurde, ist das ziemlich blöd für die Anleger.


    Bei Containern ist das anders: Heute bestellt, morgen geliefert! Da kann man viel schneller auf Marktschwankungen reagieren, da gibt es dann auch kein verrückt riesiges Überangebot. Daher könnte man sagen: Sicheres Investment!


    Aber wie so oft liegt der Teufel im Detail: Nicht alle Gesellschaften sind gleichermaßen seriös, ich habe da schon so manche Geschichte gehört.... Ich selbst bin ganz zufrieden und investiere auch gerne, wenn ich meinen Einsatz zurückgezahlt bekomme. Da ich keine Schleichwerbung oder Empfehlungen machen möchte, spare ich mir den Link erst einmal...

  • Hallo,
    ansich kann man das schon machen, dann aber als Beimischung bzw. zur Diversifizierung, hängt aber wie sooft maßgeblich vom jeweiligen Anbieter ab und wie dieser seine Angebote gestaltet, daher ob die Parameter wie Einkaufs- und vor allem Verkaufspreise marktüblich sind.
    Denn wenn ein Anbieter seine Angebote viel zu teuer wieder verkauft (bspw. wegen höherer Rendite), wird niemand - sollte die Nachfrage ausbleiben - diese zu überhöhten Preisen zurückkaufen. Sollte ein Initiator seinen Vertrag dadurch bedingt nicht einhalten können, oder ein Unternehmen zahlungsunfähig werden, ist theoretisch auch ein Totalverlust trotz fester Vertragsvereinbarung möglich.
    In der Praxis laufen Container-Investments seit Jahrzehnten solide, auch Wachstum und Bedarf steigt jährlich weiterhin an - und ja - im Gegensatz zum Containerschiffsmarkt sind hier keine Überkapazitäten zu befürchten, ein gewisser Anteil muß jährlich auch erneuert werden. Soweit ich weiß sind Container standardmäßig / branchenüblich versichert, daher bei Verlust (fliegt auch schonmal über Bord), oder Beschädigung, werden diese ersetzt und der Anleger erfährt davon nicht einmal etwas.
    Ich würde dir empfehlen die Anbieter und deren Angebote mal genauer unter die Lupe zu nehmen und diese miteinander zu vergleichen. Grundsätzlich würde ich nicht der höchst-versprochenen Rendite nachlaufen, sondern eher den Anbieter ins Auge fassen, welcher einen positiven Track-Record aufweisen kann und keine Leichen im Keller hat, daher auch mal nach Pressemeldungen etc recherchieren.

  • In der Schiffahrtkrise und bei teurem Rohöl fahren die Schiffe langsamer; daher wurden 2008/9 mehr Container benötigt. Wichtig ist der Unterschied zwischen Anteil an geschlossenem Fonds (Buss ? - Anspruch gegen Gesellschaft) oder ob Eigentum an bestimmten Containern vermittelt wird (m.W. P&R;))

  • Im Ergebnis spielt es keine große Rolle, ob man ein Direktinvestment hat oder über einen geschlossenen Fonds beteiligt ist, wenn die Vermietung nicht mehr rund läuft. Bei einem Direktinvestment möchte ich mich darüber hinaus nicht mit dem Problem rumschlagen, wenn mir der Anbieter sagt, dein Container steht in Singapur und wir sind mit unserem Latein am Ende....


    Außerdem gibt es ja noch zahlreiche andere Initiatoren, wo es hakt:


    http://www.kaelberer-tittel.de…Containerfonds.165.0.html
    http://www.manager-magazin.de/…investments-a-963254.html

  • Offshore-Container von Buss Capital in Not


    Der laut Buss Capital "unerwartet deutlich gesunkene Bedarf" bringt die Geldgeber der Buss-Offshore-Container-Direktinvestments in die Bredouille. Ihr Vertragspartner, eine Gesellschaft der Buss Gruppe, steht vor der Pleite. Nun wurde den Investoren ein Restrukturierungsplan präsentiert.


    http://www.fondsprofessionell.…in-not/gid/1026397/ref/1/

    Danke für den Hinweis - die Warnung. Gestern bekam ich noch Werbung für Buss-Tankcontainer - bei "vertraglich vereinbarter Rückkaufpreis" von 13.950 - Haha!

  • Die Artikel in Finanztest und im Handelsblatt, auf die oekonom und kater.ka hinweisen, sind gut recherchiert.
    Unsere Mandanten, die wir gegenüber P&R Container GmbH und ihren Gesellschaften vertreten, werden die Mietzinsen bzgl. ihrer Containerinvestments nicht oder nicht mehr fristgerecht ausgezahlt.
    Mandanten berichten auch, dass Anrufe bei P&R nutzlos sind, da die besorgten Anleger keine Informationen erhalten.

    Dr. Hermann Bröcker, LL.M.
    Rechtsanwalt | Partner


    SYLVENSTEIN Rechtsanwälte
    Sckellstr. 6 | 81667 München

  • Mandanten berichten auch, dass Anrufe bei P&R nutzlos sind, da die besorgten Anleger keine Informationen erhalten.

    Das ist ja nichts Neues. Ich war vor vielen Jahren auch mal bei P&R engagiert und wenn dann tatsächlich auch mal ein kritischer Beitrag irgendwo über P&R erschienen ist und ich als Anleger bei P&R angerufen habe und mir den Artikel aus deren Sicht erklären lassen wollte, hat man mich mehr oder weniger abtropfen lassen. Man hat inhaltich jegliche Stellungnahme verweigert, mir vorgeworfen, warum ich so einen Unsinn überhaupt lese und überhaupt, ich hätte doch bisher alle Zahlungen erhalten, was ich denn wolle.....


    Es war also kaum zu erwarten, dass bei P&R jetzt eine vernünftige Kommunikation erfolgt, wenn es tatsächlich so aussieht, dass die Sache den Bach runtergeht...

  • Es wird jetzt immer offenbarer, dass die Anleger von P&R Container Produkten um ihr Investment bangen müssen. Der Spiegel berichtet sogar von Insolvenz. Hier der Artikel


    http://www.spiegel.de/spiegel/…sse-bangen-a-1198537.html


    Wir konzentrieren uns daher vor allem auf die Vermittler der Finanzprdukte, da aus unserer Erfahrung bei solchen Meldungen der Emittent selbst kein zuverlässiger Schuldner mehr ist.....

    Dr. Hermann Bröcker, LL.M.
    Rechtsanwalt | Partner


    SYLVENSTEIN Rechtsanwälte
    Sckellstr. 6 | 81667 München

  • Im Gegensatz zum Spiegel gibt es auch einen wirklich erbärmlichen Artikel in Handelsblatt, in dem über das "Schicksal" der Berater lamentiert wird, die jetzt keinen Umsatz mehr machen können - was das alles für die Anleger bedeutet, interessiert das HB offenbar nicht. Wirklich ohne Worte:


    "Ein Vertriebler, der die Finanzprodukte jährlich im zweistelligen Millionenbereich vermittelt hat, warnt: Der abrupte Vertriebsstopp bedrohe die Existenz von 300 bis 400 Finanzmaklern."


    http://www.handelsblatt.com/my…-dyZpCo0Hzv6pEwLSEXWW-ap3


    :thumbdown::thumbdown::thumbdown:


    Wir konzentrieren uns daher vor allem auf die Vermittler der Finanzprdukte, da aus unserer Erfahrung bei solchen Meldungen der Emittent selbst kein zuverlässiger Schuldner mehr ist.....

    Damit erschwischen Sie zwar wahrscheinlich nicht die Falschen, leider kommen solche Meldungen - insbesondere von den "Printmedien" halt oft zu spät. Im Vorfeld findet sich nämlich kaum ein Redakteur, den das Thema interessiert und der das Treiben des Anbieters thematisieren will. Und die Macher solcher Firmen eröffnen dann gerne mal einen neuen Laden und beginnen das Spiel von vorne.


    Die ganzen Ex-Post-Aktivitäten retten hingegen meist kein Anlegergeld mehr oder eben nur einen geringen Teil davon.