Gibt es noch eine andere art vl zu sparen wenn man nicht bausparer machen will

  • VL kann man in jeden Sparvertrag einfließen lassen, allerdings gibt es die staatliche Förderung namens Arbeitnehmersparzulage nur bei zwei Spararten und nur für zertifizierte Verträge. Die staatliche Förderung wurde eingeführt, um Leuten mit kleinen und mittleren Einkommen beim Aufbau von Vermögen zu helfen. Sollte man ein hohes Einkommen haben, ist es zwar schön VL vom Arbeitgeber zu bekommen, mehr aber auch nicht. Die zwei Durchführungswege sind:

    • Der Bausparvertag: Hier sind VL von max. 470 EUR förderberechtig. Die Zulage beträgt 9% der Einzahlungen, wenn das zu versteuernde Einkommen (zvE) 17,9 kEUR (35,8 kEUR bei Zusammenveranlagung von Ehepaaren) nicht überschreitet. Diese Variante ist der Klassiker. Es gilt eine Sperrfrist von 7 Jahren.
    • Der Fondsparplan: Ja, auch eine Anlage in Produktivvermögen wird gefördert. Hier sind max. 400 EUR förderberechtigt. Die Förderung beträgt 20% der Einzahlungen, wenn das zvE nicht 20 kEUR (40 kEUR bei Zusammenveranlagung) nicht überschreitet. Sperrfrist 6 Jahre. Der Fondverband BVI hat eine Liste mit förderfähigen Fonds zusammengestellt: http://www.bvi.de/kapitalanlag…egenswirksame-leistungen/

    Was viele nicht wissen: Es sind auch mehrer VL Arten parallel durchführbar, so dass beide Förderungen vereinnahmt weden können, solange die Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Es bietet sich also u.U, an, die VL vom Arbeitgeber um eigene Beiträge aufzustocken. Dafür muss man dem AG mitteilen, in welchen Vertrag Beiträge aus dem Nettoeinkommen als VL deklariert abgeführt werden sollen. Bei kleinen Einkommen, kann man hier einiges optimieren.

  • Hallo Andreas,


    deine Aufstellung ist unter Berücksichtigung der Arbeitnehmersparzulage richtig.


    Der vollständigerhalber seien noch


    - die Anlage in einen Banksparplan genannt. Bieten nur leider wenige an, hat ne geringe Verzinsung
    - die Umwandlung der VL in die betriebliche Altersversorgung, natürlich nur wenn es Sinn ergibt.

    "Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muss man alle Informationen auf einen Nenner bringen, muss einen Zeitplan machen und muss handeln."

    Lee Iacocca, amerik. Topmanager

  • Hallo Henning,


    korrekt, die anderen Möglichkeiten hatte ich jetzt nicht erwähnt, weil damit keine Arbeitnehmersparzulage möglich ist. Klar, die Verzinsung bei einem Banksparplan ist gering, allerdings ist die eines Bausparvertrags zum reinen Sparen unter Einberechnung der Abschlussgebühr auch nicht viel höher - vorausgesetzt man bekommt keine Förderung.


    Gruß, Andreas

  • @Andreas


    Das Argument mit dem Bausparer ist bei der aktuellen Zinsthematik richtig und durchaus berechtigt genannt zu werden.


    Ich habe lediglich noch die anderen Varianten aufgeführt, da die Grenzen für die Arbeitnehmersparzulage niedrig sind und beim aktuellen Durchschnittseinkommen aller Deutschen der Großteil drüberliegen wird.


    Interessant wäre ja mal eine Statistik wie viele Personen tatsächlich die Arbeitnehmersparzulage beantragen.

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    Lee Iacocca, amerik. Topmanager

  • @Henning


    Ja, ich dachte auch immer erst, dass die Grenzen so niedrig sind, dass die ANSpZ nur für einen kleinen Teil der Haushalte wirklich relevant ist. Weit gefehlt. Die Statistik sagt etwas anderes.


    Es geht schon mal los mit dem Durchschnittseinkommen. Wenn ich hier die Rechengröße in der GRV heranziehe, also das Durchschnittsbruttojahresentgeld, dann liegt das bei 34.071 EUR für 2013 und 34.857 EUR für 2014 in den alten Bundesländern (http://www.deutsche-rentenvers…6/aktuelle_daten_2013.pdf). Rechnet man die neuen Bundesländer mit ein, liegt der Gesamtdurchschnitt noch niedriger. Die Einkommensgrenzen gelten für das zu versteuernde Einkommen, so dass hier noch Werbungskosten/Sonderausgaben etc. mit abgezogen werden müssen. Nun hat auch nicht jeder Haushalt zwei Durchschnittsverdiener, sondern häufig nur einen... Man sieht also in welche Richtung das geht.


    Das Bundesministerium für Finanzen hat sich damit auch mal genauer beschäftigt und ist - auch für mich - zu dem überraschenden Ergebnis gekommen, dass ungefähr 60% aller Haushalte mit mindestens einem abhängig Beschäftigten Ansrpuch auf ANSpZ haben (http://www.bmwi.de/BMWi/Redakt…/V/vermoegensbildung-lang, S.66 ff). Zugegeben die Zahlen sind schon etwas älter, die Größe aber auch nach den alten Einkommensgrenzen berechnet. Außerdem wissen wir alle, dass sich die Löhne nicht dramatisch nach oben entwickelt haben, von einer realen Steigerung mal ganz zu schweigen... Vielleicht ist die Quote der Anspruchsberechtigten etwas gesunken, aber es ist definitiv keine kleine Gruppe!

  • @Andreas


    Danke, durchaus interessante und aussagekräftige Zahlen. Hätte ich jetzt ehrlich gesagt nicht so erwartet, daher ist das Thema der VL-Anlage durchaus wichtig zu nehmen.

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