Finanz-Fiasko der Woche: finanzielle Mündigkeit

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Finanz-Fiasko der Woche: finanzielle Mündigkeit

      Hallo liebe Community,

      diese Woche habe ich leider wirklich nichts freudiges zu berichten. In meinem erweiterten Bekanntenkreis gibt es ein junges Mädchen, 18 Jahre, die jahrelang von ihrer drogensüchtigen Mutter unterdrückt und schlecht behandelt wurde. Selbstbewusstsein = 0.

      Jetzt hat sie den Mut gefunden, von zuhause auszuziehen. Dafür braucht sie aber ihr Ausbildungsbafög - das jahrelang auf das Konto ihrer Mutter ging, weil sie kein eigenes (!) hatte. Wofür das verwendet wurde, brauche ich, glaube ich, nicht erklären. Als ich mit ihr sprach, war ihr nicht bewusst, dass ihr ab 18 in der Ausbildung auch das Kindergeld zusteht. Dass sie sich das Bafög selbst auszahlen lassen kann, ebenfalls nicht. Ich hoffe für sie, dass sich das schnell und unbürokratisch regelt und sie aus dieser Situation herauskommt. Eine andere Bekannte möchte sie darin unterstützen.

      Wir reden oft davon, dass finanzielle Bildung auch in der Schule Thema sein sollte. Das ist superwichtig, gerade weil es junge Menschen unabhängig von der Vorbildung ihrer Eltern die Grundlagen vermitteln würde. Wenn ich aber jetzt diese Situation betrachte, denke ich, dass finanzielle Mündigkeit auch viel mit Selbstbewusstsein und Reife zu tun hat. Besonders, weil man die Dinge eben erstmal in die Hand nehmen muss.

      Was denkt Ihr? Wie kommt man am besten zur finanziellen Mündigkeit? Welche Maßnahmen machen am meisten Sinn?
    • Hallo Franziska,

      leider ist so etwas keine Seltenheit. Nicht nur die Kinderarmut nimmt stetig zu, sondern auch das verantwortungslose Handeln (wie in Deinem geschilderten Fall) mancher Eltern. Der Staat kann da nur bedingt eingreifen...
      Was die Schulbildung dahingehend betrifft, kann ich Dir nur zustimmen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass eben Eltern hier stärker ihrer Pflicht nachkommen müssen, gerade weil jeder weiß, dass diese lebensnahen Dinge in keinem Lehrplan enthalten sind.
      Heißt, Kindern, auch großen, erklären, warum was wichtig ist (Versicherungen, GEZ usw,) Meine große Tochter "zwinge" ich mittlerweile, sich mit diesen Dingen vorerst allein auseinanderzusetzen, bevor sie nach Mama schreit. Auch ich habe da etwas verpasst und zu wenig mit ihr über solche Dinge gesprochen, bevor sie in eine eigene Wohnung zog. Mit meinem Sohn hingegen ist es anders, da war ich auch schon klüger ;)

      Für das betroffen Mädchen wird es sicher schwierig, aber es wird sie stärken, wenn sie aus dieser Schleife draußen ist. Die Unterstützung anderer ist ein maßgeblicher Beitrag, aber auch die professionelle Hilfe anderer Stellen sollte sie in Anspruch nehmen. Es gibt immense Hilfsangebote in jeder Region. Die Jugendhilfe kann spezielle, auf sie zugeschnittene Hilfsangebote vorschlagen. Sie kann sich selbst an diese wenden und wird hoffentlich auf offene Ohren stoßen.

      LG Anixe