Fonds ohne Aufschlag in den Niederlanden kaufen

  • Hallo, ich überlege, über einen niederländischen Anbieter Fondsanteile zu kaufen, da dort kein Ausgabeaufschlag berechnet wird. Ist das problemlos möglich, oder was muss ich (als in D lebende Deutsche) beachten z.B. bezüglich Steuern, Sicherheit, evt. weitere Kosten?
    In D ist dieser Fonds ebenfalls handelbar, aber leider nirgends so günstig.
    Kennt sich jemand damit aus? Das wäre wunderbar!

  • Ich kenne mich mit den Spielregeln hier noch nicht so aus - aber wenn das nicht gegen irgendwelche Regeln verstößt, ist es einfacher, so eine Frage zu beantworten, wenn du Ross und Reiter nennst. Also um welche Bank geht es und welchen Fonds meist du?


    Ganz allgemein: Ich würde ein deutsches Bankdepot vorziehen, weil es hinsichtlich der steuerlichen Abwicklung idR einfacher ist. Ausländische Banken kennen das deutsche Steuerrecht oft nicht so genau und sind ggf auch nicht daran gebunden, eine Steuerbescheinigung zu erstellen, die deutschen Recht entspricht.


    Du kannst zB den Fonds unter avl-investmentfonds.de suchen. Dort werden viele Banken aufgeführt, die nahezu jeden Fonds mit 100 Prozent Rabatt anbieten. Du kannst das Depot dann auch unmittelbar bei der Bank deiner Wahl eröffnen, wenn du AVL nicht im Boot haben willst.

  • Hallo Dorothee,
    ich will dir Deine Entscheidung nich ausreden, aber ich bin mit einen Fondsvermittler aus Deutschland bisher sehr zufrieden. Dabei kaufe ich nur Fonds bei denen es 100% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag gibt. Welchen Fondsvermittler Du möchtest kannst Du Dir durch googeln selbst aussuchen. Bei meinen kann man sich ein Infopaket kostenlos zuschicken lassen. Deutschland finde ich auch besser. Da Du neu bist, kann ich Dir auch gern meinen Fondsvermittler nennen. Ich denke doch dass der von Dir bevorzugte Fond auch in Deutschland so günstig zu bekommen ist.
    Beste Grüße aus Sachsen


    Altsachse

  • Welche Gründe gibt es denn außer der Thematik "Ausgabeaufschlag" einen Umweg über die Niederlande zu machen?

    "Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muss man alle Informationen auf einen Nenner bringen, muss einen Zeitplan machen und muss handeln."

    Lee Iacocca, amerik. Topmanager

  • Welche Gründe gibt es denn außer der Thematik "Ausgabeaufschlag" einen Umweg über die Niederlande zu machen?

    Die Abgeltungssteuer fällt erst mit dem Einreichen der Steuererklärung bzw. dem Erhalt des Steuerbescheides an. Die niederländischen (bzw. generell ausländischen) Banken führen diese nicht automatisch ab. Im Fall der ausländischen Bank werden die Steuern erst mit dem Steuerbescheid gezahlt und somit ist während des laufenden Jahres eine höhere Liquidität gegeben. Zahlenmäßig kein großer Unterschied, sofern wir nicht von wirklich hohen Summen sprechen ... Und für solche Personengruppen stellt sich dann wohl wieder die Frage, ob das den Aufwand noch wert ist.

  • Im Fall der ausländischen Bank werden die Steuern erst mit dem Steuerbescheid gezahlt und somit ist während des laufenden Jahres eine höhere Liquidität gegeben.

    Das wird so oft erwähnt, ist aber in dieser Eindeutigkeit leider oft nicht der Fall. Wenn es sich nur um sehr geringe Beträge handelt, mag das sein, dann aber gibt es letztlich auch keinen nennenswerten Liquiditätsvorteil. Wenn es um größere Summen geht, wird das Finanzamt spätestens nach Erlass des Steuerbescheids Vorauszahlungen für die Folgejahre festsetzen. Und dann kann sich der vermeintliche Liquiditätsvorteil in einen -nachteil verwandeln. Die Vorauszahlungen sind nämlich vierteljährlich zu zahlen. Wenn die Bank aber die Zinsen erst zum Jahresende gutschreibt, geht man sogar in Vorleistung.


    Und nur wegen dem Ausgabeaufschlag ins Ausland zu gehen, ist eigentlich auch kein Grund, weil es nahezu jeden Fonds auch im Inland ohne AA gibt. Auch hier kann noch ein steuerliches Problem dazu kommen. In Deutschland werden - zumindest im Retail-Vertrieb - nur Fonds verkauft, die auch eine Vertriebszulassung haben. Wenn man im Ausland einen Fonds kauft, achtet nicht jede Bank darauf, ob der Fonds auch in Deutschland eine Zulassung hat. Liegt diese nicht vor, handelt es sich also um einen "schwarzen" Fonds und es kann in Deutschland zu einer Strafbesteuerung kommen, auch wenn der EuGH dieses Problem etwas entschärft hat.


    http://www.focus.de/finanzen/s…chblicken_id_4755600.html

  • Die Punkte von @Oekonom sind nachvollziehbar und unterstreiche ich gerne.

    "Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muss man alle Informationen auf einen Nenner bringen, muss einen Zeitplan machen und muss handeln."

    Lee Iacocca, amerik. Topmanager