Zusammenstellung eines Portfolios

  • Guten Tag Forum,
    ich stelle gerade ein Portfolio für meine Tochter zusammen, die ihre Finanzen in meine laienhafte Hände gelegt hat....was macht man nicht alles..kurz zu ihrer Person: 28 Jahre alt, Beruf: Erzieherin, hat einen Riester Banksparplan seit ein paar Jahren (100 Euro/Monat), Berufsunfähigkeitsversicherung und die üblichen anderen Versicherungen. .Da sie bis vor kurzem zuhause gelebt hat, konnte sie doch ein paar Euros ansparen.
    45000 Euro als Tagesgeld(ca 0,9%)
    8000 Euro als Festgeld ( 3 Jahre, 1,65%)
    mit ihrem Partner hat sie vor in den nächsten Jahren vor eventuell Eigentum zu erwerben.


    ich habe mir gedacht 5000 Euro langfristig in ETF anzulegen..nach recherchieren in diversen Foren, habe ich mir nun überlegt :
    einmalig 3500 Euro (70%) in MSCI-World ..Comstage LU 0392494562
    einmalig 1500 Euro (30%) in ComStage MSCI Emerging Markets TRN UCITS LU 0635178014
    anzulegen.
    Das Depot befindet sich bei der Comdirekt und jeder ETF soll dann mit 25 Euro bespart werden. Beide ETF sind thesaurierend und sollen auch zur langfristigen Anlage dienen.
    Die andere Möglichkeit wäre das Anlegen in den Aero-Weltfond, der den Vorteil hätte, mit möglichst wenig Aufwand anzulegen.
    ...
    Haltet ihr die Anlage nach dem heutigen Stand der Dinge für sinnvoll? ---sind die 5000 Euro zu viel oder angemessen? ..gibt es bessere oder sinnvollere Alternativen?
    Würde mich über eine Antwort freuen..


    liebe Grüße
    Uli

  • Hallo @Uli65


    herzlich willkommen hier im Forum.


    Erst einmal vorab: Ich glaube, das allermeiste, was Du Dir ausgedacht hast, macht sehr viel Sinn. Das kann man auf jeden Fall so machen. Ein paar Denkanstöße vielleicht noch:


    • Ich persönlich bin kein großer Freund der Emerging Markets. Warum habe ich hier geschrieben, Finanztip ist da anderer Meinung.
    • Die 5.000€ haben für mich ein bissel was von "Wasch mich, aber mach mich nicht nass". Im Alter von 28 Jahren darf die Aktienquote durchaus einiges höher sein. Warum gerade 5.000€? Weil es sich "genug" anfühlt, um zu sagen "ich mache jetzt in Aktien", aber man sich eigentlich nicht so 100% sicher ist, ob das wirklich das Richtige ist? Oder gibt es einen sachlichen Grund dafür "nur" 5.000€ anzulegen? (siehe nächster Punkt)
    • Ein großes Fragezeichen habe ich hinter dem Thema Eigenheim. Wenn das ernsthaft geplant ist, dann sollte man natürlich schauen, dass man möglichst viel Eigenkapital mitbringt. Jetzt hängt es natürlich davon ab, wo die Tochter wohnt. In Castrop-Rauxel kaufen einem 48.000€ schon fast ein halbes Haus, in München bekommt man knapp die Haustür... Was ich damit sagen will: Ein geplanter Hauskauf kann natürlich ein sachlicher Grund sein, erstmal aktienmäßig nicht so in die Vollen zu gehen.
      Diese Frage ist elementar, der Finanzwesir hat dem Thema ein ganzes Special gewidmet. Und noch ein paar weitere Artikel...

    Um Deine konkreten Fragen zu beantworten:


    Haltet ihr die Anlage nach dem heutigen Stand der Dinge für sinnvoll?
    --> JA.


    sind die 5000 Euro zu viel oder angemessen?
    --> Ich persönlich würde mich mit mehr auch noch wohl fühlen, aber das ist Deine Entscheidung. Womit fühlst Du (und vor allem Deine Tochter) Dich wohl? Wenn Dich die 5.000€ schon nervös machen, ist es zu viel. Außerdem hängt es von der Hauskauf-Geschichte ab.


    gibt es bessere oder sinnvollere Alternativen?
    --> Außer meiner Privatmeinung zu Emerging Markets ist das glaube ich schon ein sehr sinnvoller Ansatz. Der Arero Weltfonds ist eine Glaubensfrage. Natürlich ist er breiter aufgestellt als reine Aktienfonds, aber die Rohstoffe und Renten drücken halt die Rendite...



    Hope that helps,
    Elias

  • Die Antwort von @elijah2807 enthält finde ich schon das wichtigste was ich jetzt auch spontan dazu gesagt hätte.


    Ich würde den Fokus aber auch eher auf die Hausgeschichte legen. Wenn es in nächster Zeit gebraucht wird und das im Zweifel auch in der aktuellen Höhe würde ich lieber jetzt mit einem Aktiensparplan anfangen (wobei ich 25,- Euro zu wenig finde) und die 5.000,- auf dem Tagesgeld lassen. Denn 5.000,- sind in Aktien nicht wirklich übermäßig viel und da wäre mir das kurzfristige Wertschwankungsrisiko zu hoch.


    Werden die 5.000,- für den Hauskauf nicht gebraucht dann kann man das gerne mal anlegen, aber das ist eher was für den Stammtisch ("ich habe auch Aktien") oder wertneutraler formuliert allenfalls der sanfte Beginn eines Portfolios, aber irgendwie muss man ja mal anfangen ;-)

  • Als erstes Mal vielen Dank für die schnelle Antworten.
    Ich schätze an dem Finanztip- Forum unter anderem auch den respektvollen Umgang miteinander ,der in anderen Foren nicht immer selbstverständlich ist.
    Wohneigentum würde in Heilbronn ( 50 km von Stuttgart) "im wilden Süden" :) zur Diskussion stehen....aber noch nicht konkret ,da der Partner beruflich auch noch versetzt werden kann.... alles ungewiss, je nachdem auch wie sich die Partnerschaft entwickelt..
    Ich würde die 5000 Euro wie RaphaelP sich geäußert hat als sanften Einstieg sehen..aber ihr habt Recht, irgendwie nicht Fisch, nicht Fleisch.. :S ..
    Ich werde mal den Riester Banksparplan in dem sie 100 Euro einbezahlt, wenn ich mal Zeit habe auch auf den Prüfstand stellen.

  • Hallo @Uli65,


    die hier angesprochenen Überlegungen finde ich gut.
    Nur zum Riester habe ich eine Anregung. Warum wählt sie in so jungen Jahren keinen höheren Aktienanteil bei ihrer Altersvorsorge?
    Es gibt doch ganz gute Angebote von UnionInvestment, DWS und anderen Anbietern.
    Obwohl ich deutlich älter bin, habe ich noch immer einen relativ hohen Prozentsatz an Aktien in meinem Riester-Vertrag und bin damit wirklich gut gefahren. Bisher!


    Viele Grüße aus der Pfalz