EZB senkt Leitzins auf 0,00% - wie geht es weiter?

  • Hallo, nachdem Herr Draghi den Leitzins auf 0% gesenkt hat und den Strafzins für Geschäftsbanken, die Geld bei der EZB parken, auf -0,4% verschärft hat, frage ich mich, wie man sich als privater Sparer und Anleger verhalten soll? Es ist sicher nur eine Frage der Zeit bis man für sein Guthaben Strafzinsen bei der Bank bezahlen muß. Was soll man tun? Ich bin völlig ratlos. Sollte man dann das Guthaben abheben und ein Schließfach bei der Bank mieten? Sollte man starke Dividenentitel kaufen? Wenn ja welche? Sollte man gepante Anschaffungen vorziehen?


    Ich würde mich freuen, wenn ich hier einige Ideen und Anregungen erhalten könnte. Danke.
    Schöne Grüße
    Horstbruno

  • Hallo,


    der Leitzins war ja schon davor auf 0,05 % - reell wirds da keinen großen Unterschied geben. Also eigentlich genauso weitermachen wie bislang:


    * Den Notgroschen auf einem gut verzinsten Tagesgeldkonto halten; ich bin bei der PSA Direktbank, aber auf der Finanztip-Website gibt es ohnehin eine Sammlung aktuell guter Angebote
    * Alles andere in den Aktienmarkt stecken. Welche Aufteilung Aktien/Renten man hier hält, ist letzten Endes Geschmackssache und hängt davon ab, wieviel Risiko bzw. Volatilität man verträgt. Ich selbst bin wegen der turbulenten Zustände bei 30/70 (Aktien/Renten), war früher aber auch bei 70/30 ...


    Starke Dividententitel sind sicher nie verkehrt, bloß würde ich - außer man ist sehr risikofreudig, kann den Verlust vertragen und setzt sich wirklich für längere Zeit mit den Firmen bzw. dem Markt auseinander - von Einzeltiteln im Allgemeinen abraten. ETFs gehen natürlich immer. Wirklich lohnend ist das in meinen Augen aber nur für Leute, die bald in Rente gehen möchte und deswegen von den Ausschüttungen profitieren wollen. Für die eher jungen Leute (zu denen ich dazugehöre) ist die Thesaurierung eindeutig vorzuziehen.
    Übrigens: Draghi hat nicht nur den Leitzins gesenkt, sondern a) wird ab April jeden Monat 80 Milliarden Euro ins Anleihekaufprogramm stecken (statt bislang 60 Milliarden) und b) wird nun auch Unternehmensanleihen kaufen. Ich halte das für deutlich interessanter als die kleine Änderung des Leitzinses, die in den Medien so übergroß angekündigt wurde.


    Viele Grüße


    Edit: Fast vergessen: So eine Geldanlage hängt immer von vielen v.a. privaten Faktoren ab (verheiratet, Kinder, Berufsausblick, Wünsche und Pläne, etc.). Es gibt also kein Pauschalkonzept, sondern eher viele gut gemeinte Ratschläge, von denen man sich die für die eigene Lebenssituation passenden herauspicken muss.

  • Willkommen im Forum Horstbruno!


    Vom Grundsatz her ändert sich durch die letzte Zinsentscheidung nichts grundsätzliches. Die Strategie zur Geldanlange von Finanztip ist mMn weiter richtig. Solange es noch positive Zinsen gibt ändert sich da auch nichts.


    Persönlich fahre ich schon seit einiger Zeit die Strategie einer höheren Aktiengewichtung. Man sollte sich abseits der grundsätzlich positiven Erwartung damit anfreunden dass die Schwankung von Aktienanlagen - und das sind die von Finanztip empfohlenen ETF - weiter hoch bleibt, siehe die Entwicklung von Ende 2014 bis heute.


    Anschaffungen vorziehen ist ein Rechenexempel. Konsumausgaben auf keinen Fall, sparen lohnt sich immer noch.

  • Hallo @Horstbruno


    auch von mir willkommen im Forum.


    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, mit einer Ergänzung:
    Solltest Du mit Aktien nichts am Hut haben, gibt es noch eine andere Variante. Du könntest die niedrigen Zinsen für Dich selber nutzen, und eine vermietete Immobilie kaufen.


    Diese Idee hatten natürlich auch schon andere. Daher ist es nicht ganz einfach wirklich vernünftige Objekte zu finden. Aber es gibt sie durchaus, wenn auch eher abseits der Boomstädte wie München, Hamburg, Freiburg oder Ingolstadt.


    Nur so als Idee.


    Viele Grüße,
    Elias

  • Aktien in Form von ETF kaufen, das war auf jeden Fall die Strategie mit der man 2015 am Besten gefahren ist! Schauen dass Aktien breit gestreut sind: http://www.financescout24.de/w…r/kolumne-juni-geldanlage


    Aber meint ihr nicht, dass sich die Negativzinsen auf die Bankkunden auswirken? Irgendwie müssen die Banken diese ja abwälzen. Mindestens auf jeden Fall in erhöhten Abhebungsgebühren etc.., Und die Commerzbank erhebt ja bereits Negativzisen bei ihren Mittelstandskunden....
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/niedrigzinsen-bundesbank-warnt-vor-hoeheren-osten-fuer-bankkunden/13380072.html


    Viele Grüße

  • Am Wochenende war in der FAZ ein guter Artikel zum Thema "Kostenloses Girokonto". Es gibt also noch genug Alternativen, den steigenden Gebühren zu begegnen Vielleicht heißt das aber auch, man braucht ein Zweitkonto, um maximale Kosteneinsparung zu erreichen:


    1) Kostenloses Girokonto:


    http://www.faz.net/aktuell/fin…n-girokonto-14145248.html


    2) Zweites Konto mit guten Tagesgeldkonditionen und kostenlosem Bargeld "deutlandweit" an fast allen Geldautomaten:


    https://www.ing-diba.de/lp/gir…nloses%20girokonto%20diba

  • Abzuwarten bleibt es, ob alle Banken auf Dauer "kostenfreie" Konten anbieten können .... die Niedrigzinsphase und die negativ-Zinsen bei der EZB werden hier sicherlich eine starke Bereinigung im Wettbewerb forcieren.


    Daher .. immer schön die eigenen Gebühren im Blick haben und auch ein wenig das Leistungsangebot der Bank bewerten, denn auch das sollte sicherlich mit honoriert werden.

    "Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muss man alle Informationen auf einen Nenner bringen, muss einen Zeitplan machen und muss handeln."

    Lee Iacocca, amerik. Topmanager