Ist die VTB Austria bzw. VTB Direktbank nun eine eigenstandige Bank oder "verbandelt" mit Russland?

  • Guten Tag,
    am 04.08.2014 schreibt die VTB-Bank auf ihrer Website:


    ""VTB Bank (Austria) AG nicht Ziel von EU-Sanktionen
    In Anbetracht der am 1. August 2014 veröffentlichten sektoralen EU-Sanktionen möchten wir alle unsere Kunden und Kundinnen darüber informieren, dass weder die VTB Bank (Austria) AG, noch ihre Tochtergesellschaften oder Niederlassungen mit diesen Sanktionen belegt sind.
    Alle Banken haben ihren Sitz in Mitgliedstaaten der Europäischen Union und agieren auf der Grundlage völlig eigenständiger Banklizenzen.
    Die Geschäfte der VTB Direktbank sind daher nicht Ziel von Sanktionen.
    Alle Bankdienstleistungen werden auch weiterhin in vollem Umfang zur Verfügung stehen.""


    Der Finanztip rät von Geschäften mit der VTB ab.
    Was machen nun Kunden, die beispielsweise im Juni 2014 oder früher, einen Vertrag geschlossen haben, als die VTB noch in der Liste der Banken mit hohen Zinsversprechen lag?


    Was ist von der Aussage der VTB zu halten, diese Bank sei eine eigenständige Bank mit Sitz in der EU?
    Vielen Dank für eine Antwort!

  • Hallo Gast,


    rechtlich gesehen ist das natürlich richtig, das die VTB Austria und Ihre Tochtergesellschaften aufgrund von EU-Banklizenzen tätig sind, aber letztlich bleibt es dabei das die VTB die größte russische Bank darstellt und zu ca. 61% dem russischen Staat gehört.


    Somit wird in der Regel ja sehr deutlich sein, wer auch bei den Tochtergesellschaften das Sagen haben wird, nichts desto trotz wird die EU-Weite Einlagensicherung betroffen sein.


    Nachstehend mal zwei Artikel aus den Medien:


    http://www.spiegel.de/wirtscha…sche-sparer-a-967807.html

    Insbesondere der Bericht von der Tagesschau halte ich in Ihrem Fall für relevant!


    http://www.tagesschau.de/wirts…and-vtb-sberbank-100.html

    "Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muss man alle Informationen auf einen Nenner bringen, muss einen Zeitplan machen und muss handeln."

    Lee Iacocca, amerik. Topmanager

  • Ergänzung:


    Die VTB Bank ist von den Sanktionen nicht betroffen, da diese ihren Sitz in Österreich hat und somit unterliegt diese der österreichischen Einlagensicherung mit 100.000€.

    "Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muss man alle Informationen auf einen Nenner bringen, muss einen Zeitplan machen und muss handeln."

    Lee Iacocca, amerik. Topmanager

  • Hallo Gast,


    die beschriebene Situation stimmt. Rein formal erfüllt die VTB zwar noch unsere Stabilitätskriterien, das könnte sich aber aufgrund der Ukraine-Krise und den Sanktionen bald ändern. Darum raten wir von einer Anlage bei der VTB derzeit eher ab.


    Natürlich konnten wir zu der Zeit, als wir die VTB empfohlen haben, die Entwicklungen rund um die Ukraine noch nicht vorhersehen. Wir haben unsere Empfehlung auf die zu der Zeit verfügbaren Empfehlungen bezogen. Kunden, die ein Konto bei der VTB haben, raten wir, ruhig zu bleiben. Unsere Empfehlungen haben ja ein doppeltes Sicherheitsnetz. Wenn das eine - also die Bonitätsbewertung- reißt, bleibt immer noch das zweite: die österreichische Einlagensicherung. Und an dieser wird sich für EInlagen bei der VTB aus Deutschland auch nichts ändern. Darüber hinaus ist eine vorzeitige Kündigung ist bei Festgeldanlagen meist sowieso nicht möglich.


    Beste Grüße


    Manuel

  • Noch ein Nachtrag aus dem Geschäftsbericht der VTB. Zeigt, dass die Bank doch sehr eng mit Russland verflochten ist. (http://www.vtb.at/download/VTB_GB_2013_DE_double)


    Länderrisiko
    Die Beobachtung und Begrenzung von Länder
    -
    risiken erfolgt im Rahmen eines Systems von
    Länderlimits. Das wirtschaftliche Standing der be
    -
    treffenden Länder wird jährlich und anlassbezogen
    überprüft. Die Risikostrategie der Bank sieht eine
    angemessene Streuung von Länderrisiken vor.
    Das Länderrisiko der Russischen Föderation wird
    für Zwecke dieser Strategie als Risiko des Heim
    -
    marktes der VTB Bank (Austria) AG betrachtet. Es
    ist jedoch das Ziel der VTB Bank (Austria) AG, das
    Russland-Risiko auf einem Niveau von ca. 60 % der
    Bilanzsumme zu halten.

  • Hallo @Manuel,


    in diese Richtung habe ich mit dem Hinweis auf den 61% - Anteil der russischen Staatsregierung an der VTB-Muttergesellschaft hingezielt.


    Ich persönlich würde mein Tagesgeld dort abziehen, bei Festgeld würde ich erfragen unter welchen Voraussetzungen eine Auflösung der Konten möglich ist.

    "Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muss man alle Informationen auf einen Nenner bringen, muss einen Zeitplan machen und muss handeln."

    Lee Iacocca, amerik. Topmanager