Fragwürdige Praxis Rentenversicherung

  • Guten Abend


    Erst einmal herzlichen Dank fürdie Möglichkeiten hier eine Frage zu stellen.


    Meine Partnerin hatte in der letzten Zeit mehrere Gespräche und Termine mit der gesetzlichen Rentenversicherung in Berlin und immer wenn sie mit davon erzählt, stellen sich mir die Nackenhaare auf und ich kann es einfach nicht glauben, wie dort die Beiträgeermittelt werden. Es will einfach so gar nicht zu meinem Rechtsverständnis passen und deshalb wende ich mich an sie. Vielleicht ist ja der ein oder andere Experte hier im Forum.


    Die Situation ist folgende:
    - Meine Partnerin ist selbständige Ergotherapeuthin und seit einiger Zeit rentenversicherungspflichtig. (Sie musste schon 4 Jahre nachzahlen)
    - Nach einer Babypause mit Zwillingen hat sie wieder mit einem Tag in der Woche angefangen zu arbeiten.
    - Vor der Beitragsbemessung wurde von ihr eine Einkommensschätzung gefordert, welche sie realistisch bis vorsichtig optimistisch angab
    - Jetzt wurden die Kinder oft krank und sie konnte bei weitem nicht soviel arbeiten, wie sie geschätzt hat.
    - Die Rentenversicherung besteht aber auf der der deutlich höheren Schätzung beruhenden Beiträgen und fordert diese ein, obwohl meine Partnerin nachweislich deutlich weniger verdient hat.


    Es gibt scheinbar keine Möglichkeit die zu hoch angegebene Schätzung, welche als beitragsbestimmend angesehen wird resp. wohl auch auf dem Verdienst vor der Schwangerschaft (welche naturgemäss mit 2 Kindern ebenfalls deutlich höher ausfielen) beruht zu korriegieren. Die Rentenversicheurng beruht also auf Zahlung von Beiträgen, welche mit dem effektiv erwirtschfteten Einkommen rein gar nichts zu tun hat. Im ersten Augenblick dachte ich, kein Problem, das kann man dann nachträglich wenn alle Unterlagen vorhanden sind wieder zurückfordern. Dies ist aber nach mehrmaliger Rückfrage bei verschiedenen Sachbearbeitern NICHT möglich!! Andersherum hat aber die Rentenversicherung die Möglichkeit, zu wenig bezahlte Beiträge über mehrere Jahre noch einzufordern.


    Kann das sein? Wird man bestraft, weil man ehrliche Angaben der Rentenversicherung gemacht hat?? Mir fehlt dafür jedes Verständnis. Nicht auszumalen, wenn meine mehrere Tage hätte arbeiten wollen, dementsprechend ihre Schätzung abgegeben hätte und anschliessend aufgrund der Kinder gar nicht arbeiten konnte. Oder der Versicherungsbeitrag die eigentlichen Einkünfte übersteigt...


    Mein erster Gedanke war, dass das ein klarer Fall für WISO oder so ist. Da Finanztip aber bei uns in Kreuzberg um die Ecke ist und Herr Tenhagen auch ab und zu beim Italiener um die Ecke seine Pizzaschnitte holt, dachte ich suche mal hier nach antworten :)


    Mit vielen Grüßen
    flux

  • Das ganze Verfahren unterliegt - wie alles im öffentlichen Recht - den einschlägigen Verwaltungsvorschriften.


    Es muss dort ein Verfahren geben, den Beitragsbescheid Ihrer Partnerin anzugreifen.
    Das ist allerdings eine sehr spezielle Rechtsmaterie.


    Ohne größeren Rechercheaufwand kann - zumindest ich - das nicht beantworten.
    Bevor Sie an WISO und ähnliche Medien herantreten, würde ich an Ihrer Stelle ggfls. mit einem im Sozialrecht versierten Anwalt erst einmal herausfinden, wie Sie den Beitragsbescheid für die Zukunft zu Fall bringen und die Beitragsschuld an das tatsächliche Einkommen anpassen.