Nach Unfall und Ausgleichszahlung / Entschädigung richtig anlegen?

  • für mich eigentlich alles Zocken/Risiko/Nervenkitzel - außerhalb von 0815 eben.

    Wenn dem so ist, glaubst du dann wirklich, dass eine Aktienquote in Höhe von 80 Prozent für dich eine gute Wahl ist?


    Ich möchte dich mal zu folgender Überlegung animieren, damit du ein Gefühl für Risiko bekommst:


    Stell dir vor, du hast deine 200 TEUR komplett in Aktien investiert, und


    1) in sechs Monaten kommt es weltweit zu einem Rückgang der Aktienkurse um 10 Prozent. Du hast also (hoffentlich nur vorübergehend) 20.000 Euro verloren. Bereust du dann schon deine Anlage-Entscheidung oder bist du noch ganz entspannt, weil du ja ein langfristiges Investment angestrebt hast und immer noch willst? Falls ja, hast du zu viele Aktien, falls nein, gehe weiter zu Punkt 2)


    2) in sechs Monaten kommt es weltweit zu einem Rückgang der Aktienkurse um 20 Prozent. Du hast also (hoffentlich nur vorübergehend) 40.000 Euro verloren. Bereust du deine Anlage-Entscheidung oder bist du noch ganz entspannt, weil du ja ein langfristiges Investment angestrebt hast und immer noch willst? Falls ja, hast du zu viele Aktien, falls nein, gehe weiter zu Punkt 3)


    3) in sechs Monaten kommt es weltweit zu einem Rückgang der Aktienkurse um 30 Prozent. Du hast also (hoffentlich nur vorübergehend) 60.000 Euro verloren. Bereust du deine Anlage-Entscheidung oder bist du noch ganz entspannt, weil du ja ein langfristiges Investment angestrebt hast und immer noch willst? Falls ja, hast du zu viele Aktien, falls nein, gehe weiter zu Punkt 4)


    usw


    Auf diese Weise kannst du dich an eine Aktienquote herantasten, die deiner Risikkoneigung und deinem Wohlfühlbedürfnis entspricht...

  • @Moses: Das ist eine sehr gute Aufteilung!


    Natürlich kann man diese Gedankenspiele, die @Oekonom hier schildert, machen. Ich bezweifle indessen, ob es jemandem auf diese Weise gelingt, wirklich seine so genannte "Risikotoleranz" zu ermitteln.


    Es ist ein Unterschied, ob man es sich vorstellt, wie es sich anfühlen würde, wenn das Depot plötzlich 10 % oder 20 % oder 30 % weniger wert ist, oder ob man beim Einschalten des PCs die eigenen Zahlen sieht und einen fetten roten Betrag unter der Summe.


    Damit muss man jedoch einfach leben. Wie sagt Udo: Keine Panik!


    Sie sollten bei der Aufteilung zwischen Risiko-Kapital (=Aktien bzw. MSC-World ETF u.ä.) und Bargeld (=Tagesgeld, Festgeld u.ä.) darauf achten, dass Sie den Betrag im Risiko auf mindestens fünf Jahre, besser 10 Jahre nicht brauchen.
    Dann haben Sie die richtige Aufteilung.


    So, wie Sie Ihre Situation geschildert haben (schuldenfreie Wohnung, gute Rente, keine absehbaren finanziellen Sonderbedarfe) müssen Sie im Grunde genommen nur so viel Bargeld halten, dass Sie für die Wechselfälle des Lebens gerüstet sind. Eine kaputte Waschmaschine oder eine größere Auto-Reparatur sollte Sie nicht ins Schwitzen bringen.


    Wenn Sie dafür genügend "Kleingeld" auf der Seite haben, können Sie den Rest langfristig, d.h. in Aktien und Aktienfonds anlegen.


    Abbonieren Sie den "Stuttgarter Aktienbrief"!
    Der kommt alle zwei Wochen und ist ein richtiges "Durchhalteblättchen" :D
    Stuttgarter Aktienbrief


    Auch wenn es mal nach unten geht mit den Kursen haben Joachim Brandmeier und sein Team aufmunternde Worte, klare Analysen, historische Entwicklungen und kluge Empfehlungen parat. Alle Aktien die vom Stuttgarter Aktienbrief mit 4 oder gar 5 "Diamanten" bewertet sind, können Sie bedenkenlos kaufen.
    Zusätzlich unterhalten die ein Service-Telefon, wo Sie als Abonnent anrufen und sich beraten lassen können.


    Legen Sie sich mindestens 10 verschiedene Titel ins Depot. Besser 20.
    Sie werden in fünf Jahren an mich denken - und sich freuen, wenn Sie dieser Empfehlung gefolgt sind.

  • Sie werden in fünf Jahren an mich denken - und sich freuen, wenn Sie dieser Empfehlung gefolgt sind.

    Die Wette halte ich und @Moses wird auf Verlusten sitzen und seine Risikotoleranz ganz real fühlen dürfen bzw. "müssen". Einem so unerfahrenen Anleger wie Moses eine Aktienquote von 80 Prozent zu empfehlen garantiert jeden Anlageberater - der für seine Empfehlungen auch haften muss - ein inharentes Haftungsrisiko, auf das sich dann jeder Winkeladvokat mit Freuden stürzen wird.


    Ich denke nicht, dass man das Anlageverhalten eines so erfahrenen wie risikofreudigen Investors wie muc auf Moses übertragen kann. Nicht mal annähernd!


    Auch wenn nachfolgendes Beispiel etwas hinkt, ist es auch nicht ganz weltfremd, wenn man daran denkt, wie lange die Bank von Japan schon versucht, mit einer Nullzinspolitik die Wirtschaft anzukurbeln. Hier der Nikkei-Chart der letzten 25 Jahre. Nur damit Moses auch mal einen Blick auf ein Szenario werfen kann, wo es mit Aktien langfristig auch hingehen kann.


    https://www.comdirect.de/inf/i…N=60972397#timeSpan=SE&e&

  • Tja, und genau deswegen habe ich meinen ganzen Mut zusammengenommen und an die Community geschrieben.


    Selbstständigkeit durch Brainstorm und Erfahrung., hier.


    Es ist nicht mein Sinnen zu jemanden zu gehen mittels hoher Gebühren und der Zockt im Taumel mein Geld weg.
    Das es Allein gehen kann, dass spüre ich hier :)


    Es ist kein Problem, dass Geld Einmalig anzulegen (wäre eine gefühlte Last weniger) und in 20 Jahren die Früchte zu erndten.


    Risiko? = Angsthase meiner Selbst.


    Wenn richtig und langfristig aufgeteilt/ angelegt dann nur ein viertel Angsthase.

  • Es gibt verschiedene Studien, die alle bestätigen, dass bei einem Anlagehorizont von mehr als 15 Jahren noch nie eine negative Rendite erzielt wurde - mit Aktien.


    Lassen Sie sich durch @Oekonom nicht verunsichern!
    Sie treffen die richtige Entscheidung! Auch ganz allein.


    Wobei Ihnen durchaus zu empfehlen ist, sich en wenig mit der Aktienanlage zu befassen.


    Was @Oekonom über den japanischen Markt schreibt, trifft zwar zu.
    Das spricht aber meiner Meinung nach eher für die Anlage in Einzel-Aktien und gegen die ETFs.
    Im MSCI World ist z.B. knapp 9 % Japan enthalten...


    Meine einzige Japan-Aktie ist Canon.
    Und die macht bei weitem keine 9 % meines Depots aus.
    Die Performance von Canon ist allerdings zugegebenermassen nicht berauschend.

  • Mich würde trotzdem auch die Meinung von Ökonom und den Anderen interessieren.


    Wären die ETF Empfehlungen (World, Europa, Stoxx - comstage maxblue,
    von Finanztip.de für solch hohe Einmalbeträge 50 - 100 TEUR geeignet? Und Welche bzw. Wieviele (Topp 15 ? 20?)Großunternehmen Aktien sollte ich nehmen ? Weil Tagfes bzw. Festgeld - das weiß ich ja und kann ich ja auch.

  • Hallo @Moses,
    Ich würde es mit @Oekomom halten, und keine so hohe Aktienquote wählen. Ich würde auch nur Papiere kaufen, die auf Euro lauten, da minimiert sich zumindest das Währungsrisiko.
    Ich kann jedoch nur das empfehlen, was ich selbst habe, und das sind Fonds. Ich würde das Geld, was Sie für eine Fondsanlage eingeplant haben, durch 4 teilen, und schrittweise monatlich oder vierteljährlich anlegen. Da haben Sie zwischenzeitlich auch noch die Möglichkeit einen anderen Fond den Sie eventuell auch noch möchten, zu kaufen. Einen Fond den ich selbst habe, kann ich für Sie empfehlen. Es handelt sich um den "Kapital Plus-A-(Eur)" ISIN DE0008476250. Das ist ein Mischfond mit einer Aktienquote von 30% auf europäischen Unternehmen.Der Fond investiert in verzinsliche Wertpapiere. Er wird als konservativ bezeichnet, was geringere Schwankungen erwarten läßt.
    Doch beinahe hätte ich es vergessen, da es für meine Anlagestrategie nicht zutreffend ist. Der Fond hat einen Ausgabeaufschlag von 3%.
    Lassen Sie sich doch mal von meinen Fondsvermittler AAV das kostenlose Infopaket zuschicken.


    Beste Anlageerfolge


    Altsachse

  • Hallo Herr Redakteur von Finanztip,


    was würden sie in meiner Situation am besten machen?


    Ich glaube bei den hochqualifizierten Aussagen - stehe ich trotzdem im Wald was das Handeln bzw. Ausführen angeht, bin halt doch nur ein Normalo.


    Das Ganze schreit ja dann doch förmlich nach einer professionellen Begleitung bzw. Unterstützenden Ausführung.


    Es geht hier um mein Leben?

  • Mich würde trotzdem auch die Meinung von Ökonom und den Anderen interessieren.


    Wären die ETF Empfehlungen (World, Europa, Stoxx - comstage maxblue,
    von Finanztip.de für solch hohe Einmalbeträge 50 - 100 TEUR geeignet? Und Welche bzw. Wieviele (Topp 15 ? 20?)Großunternehmen Aktien sollte ich nehmen ? Weil Tagfes bzw. Festgeld - das weiß ich ja und kann ich ja auch.

    Hallo @Moses


    ich bin zwar kein Finanztip-Redakteur, aber ich kann trotzdem versuchen, mal ein bissel Struktur in Ihre Entscheidung reinzubringen:


    • Jeder der einschlägigen ETFs ist prinzipiell problemlos für große Einmalzahlungen geeignet. Auch die Aktien der "Blue Chips", die Sie anpeilen sind liquide genug, um auch größere Orders problemlos abwickeln zu können. Auch jeder der gängigen Depotanbieter kann damit problemlos umgehen. Insofern brauchen Sie sich an der Front keinen Sorgen machen.
    • Trotzdem (ich wiederhole mich): Sie haben keinen Zeitdruck. Insofern macht es aus meiner Sicht Sinn, erstmal einen Zeh ins Wasser zu halten. Investieren Sie mal 10.000€ in einen ETF auf den MSCI World oder zwei oder drei Einzelaktien und schauen, wie Sie sich mit dem täglichen Auf und Ab fühlen.
      Wenn Sie sich dabei ertappen, dass Sie jeden Morgen und jeden Abend auf Ihr Depot schauen und bei jedem roten Minus darüber nachdenken, ob das wirklich eine gute Idee war, dann ist es ein gutes Indiz dafür, dass eine Aktienquote von 80% nix für Sie ist. Wenn Sie ganz entspannt mal einen Monat nicht in Ihr Depot schauen können, dann sind sie rein psychlogisch schon eher dafür gerüstet.
    • Wenn Sie sich (nach dem Zeh im Wasser oder direkt) entscheiden, einen größeren Batzen Geld zu investieren, dann macht es sicherlich trotzdem Sinn, statt einer großen Einmalzahlung das Ganze in ein paar Zahlungen aufzuteilen, wie auch @Altsachse vorgeschlagen hat. So verringert man das Risiko, gerade an einem "teuren" Tag eingestiegen zu sein. So könnten Sie z.B. jeden Monat 10.000€ investieren, bis ihr gewünschter Betrag erreicht ist.
    • Was die Einzelaktien angeht: Um ein halbwegs vernünftig diversifiziertes Protfolio zu haben, sollten Sie, wie @muc schon schrieb in mindestens 10, noch besser 20 oder 30 Unternehmen investieren. Damit die Kosten nicht allzu hoch werden sollten Sie aber keine Einzelpositionen kleiner als ca. 3.000€ aufbauen. Das heißt, bei 20 Unternehmen reden wir von einem Depotvolumen von mindestens 60.000€. Siehe Punkt 2.


    Wenn Sie meine persönliche Meinung hören wollen:
    Mein Bauchgefühl (ohne Sie persönlich zu kennen) sagt mir, dass eine Aktienquote von 80% zu hoch für Sie ist. @muc hat vollkommen Recht, dass rein auf Basis der "Fundamentaldaten" eine solche Quote bei Ihnen durchaus machbar wäre. Aber @muc ist was das angeht auch sehr abgebrüht. Ich schätze Sie da als etwas weniger "hard-nosed" ein, wie die Amerikaner sagen würden.


    Wie Sie selber schreiben

    Es geht hier um mein Leben?

    Wenn Sie das Ganze wirklich als grundlegende Lebensentscheidung sehen, dann sollten Sie sich auch entsprechend Zeit dafür lassen und nichts überstürzen. Auch Ihrer Frau haben Sie vermutlich nicht an Tag 1 einen Heiratsantrag gemacht.


    Ich würde Ihnen daher vorschlagen, sich langsam an der Thema heranzutasten. Lieber Sie drehen die Aktienquote Schritt für Schritt hoch und fühlen sich wohl damit, als dass sie mit einer für Sie viel zu hohen Quote einsteigen und dann schlecht schlafen und versuchen müssen, ohne allzuviel Schaden aus der Sache wieder raus zu kommen.


    Hope that helps,
    Elias

  • Es gibt verschiedene Studien, die alle bestätigen, dass bei einem Anlagehorizont von mehr als 15 Jahren noch nie eine negative Rendite erzielt wurde - mit Aktien.

    Natürlich, aber alle diese Studien haben genau einen Zweck und zwar die Vorteilhaftigkeit von Aktien zu belegen. Man muss halt nur den richtigen Zeitraum wählen. Für Moses zwei Beispiele, damit er weiter an seinem "Gefühl" für Verluste arbeiten kann:


    1) Entwicklung des deutschen Aktienindex (DAX) vom Jahr 2000 bis 2015: In dieser Zeit hat ein Anleger eine jährliche Rendite von 2,4 Prozent vor Steuern erzielt. Gleichzeitig musste er zweimal massive Verluste aushalten. Einmal rund 75 Prozent (2001 - 2003) und einmal rund 50 Prozent (2008 - 2009). Hier zur Veranschaulichung der Chart:


    https://www.comdirect.de/inf/i…2000&toDate=02.03.2015&e&


    2) Entwicklung des amerikanischen Aktienindex (Dow Jones) vom Jahr 1998 bis 2009: In dieser Zeit hat ein Anleger überhaupt keine Rendite erzielt. Gleichzeitig musste er ebenfalls zweimal massive Verluste aushalten. Hier zur Veranschaulichung der Chart:


    https://www.comdirect.de/inf/i…1998&toDate=01.01.2009&e&


    Und diese 15 Jahresmärchen gelten eben nur für das, was in den letzten 25 Jahren an den Börsen passiert ist. Betrachtet man zum Beispiel die Entwicklung des DJ seit seiner erstmaligen Berechnung (01.01.1923: 100 Punkte), dann sieht das ganze schon wieder völlig anders aus:


    1) Im Zeitraum von 1965 bis 1985 war der Wertzuwachs annäherend NULL


    2) Das Kursniveau von 1930 wurde erst wieder Ende der 1950er Jahre erreicht


    3) Der DJ hat seit seiner ersten Berechnung eine Wertsteigerung von rund sechs Prozent jährlich hingelegt. Klingt ganz gut. Die Ursache hierfür sind aber vor allem die letzten 25 Jahre. Berechnet man die Wertentwicklung des DJ von 1923 bis 1980 dann kommt man nicht einmal auf vier Prozent jährlich.


    Lange Rede kurzer Sinn: Ich will niemanden Aktien madig machen, aber vor allem unerfahrene Anleger sollten Aktien - nicht zuletzt auf dem aktuellen Niveau - nicht als Allheilmittel ansehen! Gerade in Zeiten wie diesen ist Diversifikation das Mittel der Wahl.

  • @Oekonom an der Stelle muss ich doch widersprechen.

    • Es ist tatsächlich so, dass man jeden beliebigen 15-Jahreszeitraum seit dem 2. Weltkrieg nehmen kann, und man hat mit den großen Indizes (Dow Jones, S&P 500, FTSE100, DAX) keine negativen Renditen - also kein Geld verloren.
    • Man sollte bei der Betrachtung - insbesondere des Dow Jones - die gezahlten Dividenden nicht vergessen, die gerade bei US-Unternehmen einen sehr ordentlichen Teil der Rendite ausmachen. Beim DAX sind diese eingerechnet.
    • Die Tatsache, dass es zwischendrin mal 50, 75 oder sogar 99% bergab ging ist irrelevant - wenn man das aushält. Wenn man 15 Jahre durchhält, kann man relativ sicher sein, dass man kein Geld verliert, auch wenn es zwischendrin mal düster aussah.
    • "Auf dem aktuellen Niveau" - kein Mensch kann sagen, ob Aktien heute "zu teuer" sind. Vieles spricht dafür, dass sie es eher nicht sind. Das Zinsniveau wird auf absehrbare Zeit niedrig bleiben, die Zentralbanken fluten die Märkte weiterhin mit Geld, welches vor allem in Aktien und Immobilien wandert, die niedrigen Energiepreise führen über kurz oder lang zu einer Nachfrageausweitung, und die gängigen Kennzahlen (KGV etc.) sind jetzt auch nicht in astronomische Höhen geschnellt. Insofern kann man an den westlichen Aktienmärkten kaum von einer Blase sprechen. Wenn man sich - wie @muc ja propagiert - einzelne Unternehmen anschaut, kann mandas je Unternehmen noch viel differenzierter sehen. Manche sind sicherlich sehr sportlich bewertet (z.B. Tesla), andere machen eher den Eindruck fundamental unterbewertet zu sein (Henkel ist da so ein Kandidat)

    Es stimmt vollkommen, dass Aktien kein Allheilmittel sind. Aber sie sind wie Sport - den allermeisten täte mehr davon gut!


    Ob Aktien für @Moses das Richtige sind, insbesondere in der Höhe, steht auf einem anderen Blatt. Aber @muc hat insofern Recht, als dass man mit den entsprechenden Cojones über die letzten 70 Jahre oder so mit Aktien sehr gut gefahren ist, und es sehr wenig abseits der Aluhüte gibt,was dagagen spricht, dass man auch die nächsten Jahre gut damit fahren kann.

  • @elijah2807:


    wir könnten das jetzt sicher bis ins Details weiter diskutieren, das wird Moses aber nicht weiterbringen. Grundsätzlich aber zu deinen Ausführungen:


    ad1) Der Maßstab kann ja nicht sein, dass man mit Aktien kein Geld verloren hat. Vor allem dann nicht, wenn hier Renditen von 13 bis 15 Prozent jährlich propagiert werden. Vor allem muss man dann auch sehen, was in diesen Zeiten mit anderen Assets verdient worden ist.


    ad2) stimmt, der DJ ist "nur" ein Kursindex. Das ändert aber nichts an meiner Grundaussage. Und die Dividenden waren vor 20 bis 30 Jahren keineswegs so hoch, wie sie heute den Anlegern in Aussicht gestellt werden.


    ad3) das ist absolut falsch hinsichtlich der Frage, wie viel Risiko jemand und hier Moses aushalten kann. Es ist sogar die entscheidende Frage, wenn man das typische Verhalten von Anlegern berücksichtigt. Wie viele haben in den Jahren 1998 bis 2000 in Aktien investiert und dann panisch im Jahr 2002 bis 2004 wieder verkauft. Man muss eben die Verluste auch aushalten können und Moses hat diesbezüglich keine Erfahrung - somit ist er gefährdet, genau diesen Fehler zu machen, insb wenn er jetzt tatsächlich kurzfristig den größten Teil seines Geldes investiert und dann kein Pulver mehr im Trockenen hat, um antizyklisch nachzukaufen!


    ad4) Hier widersprichst du dir zum Teil selbst. Einerseits sagst du, die Notenbanken fluten die Märkte, andererseits magst du keine Blasen erkennen. Die aktuellen Kursanstiege sind aber nun ganz überwiegend EZB gesteuert und keineswegs immer fundamental zu rechtfertigen. Das ist und war schon immer der Nährboden für Blasen. Und die Hoffung auf Nachfrageeffekte durch verantwortungslose Notenbank-Politik gibt es in Japan nun schon seit vielen Jahren - ohne irgendeine Wirkung.

  • @Moses:


    Ich lehne mich jetzt mal mit einem Vorschlag aus dem Fenster. Meiner Meinung nach bist du für den Anfang mit Mischfonds ganz gut beraten. Die nachfolgenden Fonds unterscheiden sich deutlich von der Strategie, so dass du nicht nur über verschiedene Fondsmanager, sondern auch über verschiedene Herangehensweisen dein Geld streuen kannst. Investiere in jeden Fonds z.B. 10.000 Euro bei einer Fondsbank (zB ebase) mit Hilfe eines Vermittler (zB AAV, fondsvermittlung.de), damit du keinen Ausgabeaufschlag zahlen musst:


    (1) SPSW Global Multi Asset Selection A – ein offensiver Mischfonds


    http://spsw-capital.com/downloads/factsheet-spsa16.pdf


    (2) Flossbach von Storch – Stiftung – ein defensiver Mischfonds mit kleiner Goldallokation


    https://www.fvs-fonds.com/docu….pdf?ln=de&useFixedDate=Y


    (3) Nordea Stable Return – ein Fonds der Kategorie „Alternative Investments“


    http://www.nordea.de/sitemod/u…rtrait/FP_SRF_ger_INT.pdf


    (4) Fidelity Zins & Dividende


    https://www.fidelity.de/static…dividende-fondsprofil.pdf


    Nach sechs Monaten schaust du mal, wie es dir damit geht und dann kannst du deine Strategie ggf anpassen und / oder weitere Investments tätigen. In der Zeit kannst du auch mal den Stuttgarter Aktienbrief lesen – nimm einfach das Probeabo und kuck, ob du damit was anfangen kannst.

  • Mhhh, ???


    Finanztip schreibt, dass man auf langer Sicht (Anlage, Zeit) nicht um Aktien rumkommt um als Normalo mittels MSCI World- thesausierende ETF's ein Vermögen zu bilden.


    ETF+ Festgeld+ Tagesgeld


    Der Aktuelle-Gefühlsstand sieht bei mir so aus, dass Aktien doch nicht sooo tolle sind??


    Aber was soll ich dann machen können??


    - Einfach liegen lassen 0,05% bzw. 0, irgerndwas sichere Zinsen nehmen und warten bis es wieder Zinsen gibt?? , weil kein Profi, you know.

  • .. das mit dem Chef - Redakteur war nur um EUCH zu vermitteln, dass ich den als Allwissende Hilfe bräuchte er aber nicht helfen darf.


    Einmal richtig geführt, angelegt und dann 20 Jahre nicht mehr anschauen, da könnte ich super schlafen.

  • tja, irgendeinen Tod musst du sterben :)


    Mir persönlich gefallen Mischfonds, weil mir der Fondsmanager die Entscheidung abnimmt, ob grad eher viel oder wenig Aktien sinnvoll sind. Und über mehrere Fonds gestreut, die im Idealfall wenig miteinander korrelieren, fühle ich mich ganz wohl. Vor allem, wenn ich aufgrund der mittel- bis langfristigen Vergangenheitsentwicklung des Fonds sehen kann, was der Manager im Stande ist zu leisten.


    Natürlich ist die Finanztip Empfehlung auch eine gute Alternative. Du kannst dein ETF Portfolio über mehrere Tranchen aufbauen und den Rest auf Tagesgeldkonto legen. Dann musst du nur noch entscheiden, welche Quote die ETF am Gesamtvolumen haben sollen und über welchen Zeitraum du die Quote erreichen willst. Also mit einer Einmalanlage oder eben wie von mir bevorzugt, über mehrere zB vierteljährliche Tranchen.


    Ein Honorarberater kann, muss aber keine gute Wahl sein. Ich hatte dir ja schon weiter oben mal die (Erst-)Beratung durch die Verbraucherschutzzentrale empfohlen. Ein Honorarberater ist zwar nicht provisionsgetrieben, aber auch nicht frei von finanziellen Interessen. Ich kenne Certified Financial Planner, die nehmen 200 Euro die Stunde und verbraten dann diverse Stunden für einen Vorschlag, der das Papier nicht wert ist, auf dem er steht. Was hast du in so einem Fall gewonnen?


    Und:

    Einmal richtig geführt, angelegt und dann 20 Jahre nicht mehr anschauen, da könnte ich super schlafen.

    tja, das ist die Kostolany-Strategie, die aber möglicherweise in der Zukunft nicht mehr ganz so gut funktioniert wie in der Vergangenheit. Die Märkte sind einfach viel volatiler, unberechenbarer und nicht zuletzt durch die EZB manipuliert. Daher wirst du um die Empfehlung / Aufforderung von muc nicht ganz herumkommen:


    Sie müssen einfach Geldanlage lernen.
    Jetzt sind Sie vermögend - und da müssen Sie sich mit diesen Themen auseinandersetzen.

    good luck

  • Hallo @Moses


    nicht zu sehr verunsichern lassen!


    Sowohl @muc, @Oekonom als auch Finanztip und meine Wenigkeit sind der Meinung, dass Aktien super sind und ein wichtiger Baustein eines langfristigen Vermögensaufbaus sind.


    Wir streiten uns nur über die Menge (viel oder doch nicht ganz so viel) und das wie (Einzelaktien wie @muc propagiert, ETF auf den MSCI World wie Finanztip und ich vorschlagen oder doch Mischfonds, wie von @Oekonom empfohlen). Aber jeder von uns würde vermutlich sagen, lieber auf eine der drei Arten in Aktien gehen, als gar nicht in Aktien investieren.


    Um meine Sport Metapher von oben nochmal aufzugreifen:
    Aktien sind wie Sport - kein Allheilmittel, aber den meisten täte mehr davon gut. Und ob man dann schwimmen geht oder joggen, ist fast egal. Nur vielleicht nicht direkt mit Freeclimbing anfangen.


    Also, nicht den Wald vor lauter Finanztip-Foristen-Bäumen nicht mehr sehen!


    Viele Grüße,
    Elias

  • wobei sich die unterschiedlichen Prioritäten / Vorlieben ja nicht zwingend gegenseitig ausschließen, sondern bei entsprechender eigener Überzeugung auch in verschiedenen Varianten kombinieren lassen.