Nach Unfall und Ausgleichszahlung / Entschädigung richtig anlegen?

  • Hallo,


    einen Artikel der auf meine Situation passt habe ich nicht finden können und Finanztip laut Kodex nicht direkt hilft, Entschuldigung vorab.


    ....nach einem Unfall und dem daraus folgendem 14 jährigen Rechtsstreit mit der Versicherung, habe ich gewonnen !! und nun mehr als


    100.000 € Ausgleich fürs restliche Leben - aktuell 42 Lebensjahre verheiratet ohne Kinder
    50.000 € Schmerzensgeld
    50.000 € so gespart.
    bekommen - was mich nicht glücklich macht - ist schwer zu erklären weil normales Leben wäre viel besser als das Geld.


    Dieses Geld ist die Entschädigung für mein restliches Leben - was ein normaler Arbeiter erst zur Rente angespart hat.
    Habe Angst weil das ist alles was ich habe.


    Mein Anwalt meinte - in Wertpapiere (Fonds + ETF + Tages-Festgeld anlegen) und von der Dividende 1x im Jahr richtig Urlaub machen??


    Die Seite Finanztip ist der Hammer aber ich bin überfordert und typisch deutsch - was Anlagen mit Depot angeht.


    Mir kann man nicht helfen oder?

  • Hallo @Moses und willkommen hier!


    Über das "Finanztip ist der Hammer" freuen wir uns riesig!


    Schau doch mal im Bereich Geldanlage durch: Geldanlage


    Dort haben die Mitglieder schon sehr viele Anlagemöglichkeiten - auch und gerade für Anfänger - besprochen. Ich selbst habe so einiges an Tipps mitgenommen :D Bei Fragen kannst Du Dich in jeden Thread einklinken, gerne auch ältere. 'Abgelaufene' Diskussionen gibt es so gesehen bei uns nicht.

  • Hallo @Moses


    willkommen hier in der Community.


    Ich bin mir nicht sicher, ob man Ihnen gratulieren soll - aber Gratulation zum ENDLICH gewonnenen Rechtstreit. Wie man ja leider auch hier im Forum immer wieder liest, sind Recht haben und Recht bekommen durchaus zwei sehr unteschiedliche Paar Schuhe.


    Und natürlich ist Ihnen zu helfen. Die Tatsache, dass Sie jetzt mehr als nur ein bißchen Geld auf der hohen Kante haben, ist ja schon einmal etwas mit dem man arbeiten kann.


    Zunächst einmal: Das Thema hat keine Eile - ob Sie sich nun 2 Wochen früher der später für eine Anlage entscheiden, macht auf lange Sicht den Kohl nicht fett. Lassen Sie sich durch niemanden drängen und nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um eine Entscheidung zu treffen, mit der SIE (und Ihre Frau natürlich) sich wirklich wohlfühlen. Es ist auch vollkommen ok, erstmal nur den Zeh ins Wasser zu halten, z.B. erstmal nur 5.000€ in einen ETF zu stecken, um zu sehen, wie gut man mit dem täglichen Auf und Ab des Depotwertes noch schlafen kann.


    Zunächst sollten Sie versuchen, ein bißchen Struktur in die Entscheidung zu bringen, um die Rahmenbedigungen abzustecken. Hierbei sollten Sie mindestens mal folgende Fragen beantworten:


    Wie sieht Ihre persönliche und finanzielle Situation aus?

    • Haben Sie und Ihre Frau regelmäßige, planbare Einkünfte?
      --> Wenn Sie beide einen "sicheren" Job beieinem stabilen Arbeitgeber haben, können Sie vielleicht Ihr Geld ein bissel riskoreicher anlegen, als wenn Sie jeden Mont damit rechnen müssen, dassIhr Arbeitgeber pleite geht oder Sie sich von Zeitvertrag zu Zeitvertrag hangeln...
    • Wie sieht ihre derzeitige Altersvorsorge aus?
      --> Was kommt aus der gesetzlicher Rente? Gibt es eine Betriebsrente oder eine betriebliche Altersvorsorge, die schon bespart wird? Sonstiges?
    • Bleibt bei Ihnen am Ende jeden Monats was hängen oder ist eher am Ende vom Geld noch recht viel Monat übrig?
      --> Wenn jeden Monat eh ein bissel was übrig bleibt könnten Sie einen größeren Betrag langfristig binden (z.B. in einer Immobilie). Wenn es oft sehr kanpp ist, ist es vielleicht ganz beruhigend zu wissen, dass das Tagesgeld schnell verfügbar ist.
    • Haben Sie Schulden?
      --> Wenn ja, Schulden runter bevor sie überhaupt einen Gedanken an Geldanlage verschwenden.
    • Sind die existenzbedrohenden Risiken (Haftpflicht, BU falls nach dem Unfall möglich) abgesichert?
      --> Wenn nein --> machen.
    • Drohen aus den Folgen Ihres Unfalls oder aus sonstigen Gründen größere Ausgaben, z.B. für einen behindertengerechten Umbau der Wohnung?
    • Werden Sie in absehbarer Zeit erben? (Ich weiß, äußerst unromantisch). Oder drohen Ihnen vielleicht Pflegekosten für Ihre Eltern?
    • usw.

    Welches Ziel oder welche Ziele verfolgen Sie mit der Geldanlage?

    • Bildung einer Rücklage für Unvorhergesehenes?
      --> Da sind sie mit 100 T€ ja schon gut vorbereitet
    • Wollen Sie irgendwann ein eigenes Haus haben?
    • Wollen Sie ihre Altersvorsorge absichern?
    • Wollen Sie sich einen Luxus gönnen, einenOldtimer fahren, jedes Jahr in ferne Länder reisen? (auch das ist ein legitimes Ziel, solange man es bewusst tut)

    Wie sieht ihr Zeithorizont aus?

    • Glauben Sie dass Sie auf den Großteil des Geldes bis zur Rente verzichten können?
    • Planen Sie in den nächsten Jahren Kinder und wollen dann in ein Haus im Grünen ziehen?
    • Gehen Sie vielleicht mit der Idee für eine Unternehmensgründung schwanger und hätten das Geld gerne als Startkapital?

    Und zuletzt die wichtigste Frage: Womit können Sie gut schlafen?


    Die letzte Frage ist die entscheidende. Das ausgefuchsteste Portfolio hilft Ihnen nichts, wenn SIE sich nicht damit wohlfühlen.


    Sie haben geschrieben:

    Habe Angst weil das ist alles was ich habe.

    Das klingt für mich eher nicht nach jemandem, der auf der Jagd nach einem Viertelprozent mehr Rendite willens ist, deutlich größere Risiken einzugehen. Und das ist ja auch OK.

  • Oh Mann, ich hatte noch viel mehr geschrieben! Das ist jetzt weg...


    Naja, die Quintessenz steht schon oben...


    Der Prozess, den ich vorschlug:


    • Fragen beantworten, Klarheit über Situation, Ziele und Präferenzen gewinnen.
    • Existentielle Risiken absichern
    • Liquiditätsreserve (ob 10.000 oder 50.000 müssen Sie entscheiden) aufs Tagesgeldkonto
    • Schulden, falls vorhanden, tilgen
    • Nach Geschmack:
      • Geld als Eigenkapital fürs eigene Haus nutzen
      • Geld als Eigenkapital in zwei oder drei kleine Eigentumswohnungen stecken, die sich aus der Miete tragen
      • Geld in Fonds (ETF oder gemanaged) mit Dividendenfokus stecken undmit den Dividenden einmal im Jahr ne tolle Reise machen
      • Geld in wiederanlegende Fonds (ETF oder gemanaged) stecken, um maximalen Vermögensaufbau in Richtung Alter zu betreiben
      • Geld in starke Einzelaktien stecken, nach eigenem Gusto mit Dividenden-Schwerpunkt oder nicht

      Punkte 3, 4 und 5 lassen sich natürlich je nach Risikoneigung mit mehr oder weniger Geld machen. Der Rest (zwischen Tagesgeld und Langfristanlage) kommt auf eine Festgeldleiter.

    Cheers
    Elias

  • Hallo @Moses,
    willkommen im Forum. Ich möchte versuchen Dir oder Ihnen zu helfen. Mit Bedauern ist sicher keinem geholfen. Darum will ich versuchen etwas darzustellen.
    Wenn Sie nun etwas Geld erhalten haben, ist es doch sinnvoll das Geld arbeiten zu lassen. Um damit Erträge zu erwirtschaften. Dividenden gibt es nur auf Aktien und ähnliche Beteiligungen. Doch davon möchte ich abraten, weil das Risiko eines Verlußtes mir zu hoch erscheint.
    Ich bin ein Fan von Fonds, und empfehle, sich damit vertraut zu machen. Bei AAV-Fondvermittlung können Sie ein Infopaket kostenlos anfordern. Mein Fondsdepot habe ich bei der Fondsbank "ebase".
    ETF sind Fonds die einen Index nachbilden, und damit geringen personellen Aufwand haben. Andererseits gibt es ETFs bei AAV nicht kostenlos. Normalerweise bezahlt man bei Fonds einen Ausgabeaufschlag. Bei AAV bekommt man im "Tarif100" fast alle Fonds mit 100% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag. Es fallen noch Depotgebühren an. Bei ebase ca. 40€ /Jahr. Ab einem Dapotvolumen von 25000€ übernimmt AAV für mich die Depotgebühren. Somit habe ich für meine Geldanlage in Fonds nichts zu zahlen. AAV erhält für meine Fondsanlage von der Fondsgesellschaft eine Bestandsprovision.
    Bei Tages- oder Festgeld möchte ich derzeit keine Neuanlage machen, weil mir die Erträge derzeit zu niedrig sind.
    Ein Rest für Unvorhergesehenes sollte aber auf dem Girokonto bleiben. Der Einstiegszeitpunkt für Fonds ist nach meiner Meinung derzeit günstig, weil meine Fonds derzeit, auf jahressicht gesehen, fast alle im Minus sind.
    Ich will hoffen, Ihnen einwenig geholfen zu haben.


    Beste Grüße aus Sachsen


    Altsachse

  • Das Geld ist mir eigentlich scheiss.... mein altes Leben wäre besser.
    Schulden - keine.
    Wünsche - keine
    Luxus - nöööö


    Aber für später im Alter wäre gut, weil die Rente nicht soo hoch ist. - Meine Frau auch.


    Ich bekomme von der
    BG,
    DRV-Erwerbsminderungsrente 100 % MdE/GdB
    Erwerbsminderungsrente von der Bayer Versicherung - Pensionskasse (aus vorherigen Tarifvereinbarung)


    insgesamt ca. 1800€ / im Monat + ca. 200€ Haushaltsführungsschaden


    - Eigentumswohnung ist vorhanden und abbezahlt / Hausgeld ca. 200€


    Wie gesagt, ich habe keinerlei wünsche oder größere Ausgaben - aber keine Ahnung von Geldanlagen

  • Dann kann ich eigentlich nur die Empfehlung von elijah2807 wiederholen:

    Zunächst einmal: Das Thema hat keine Eile - ob Sie sich nun 2 Wochen früher der später für eine Anlage entscheiden, macht auf lange Sicht den Kohl nicht fett. Lassen Sie sich durch niemanden drängen und nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um eine Entscheidung zu treffen, mit der SIE (und Ihre Frau natürlich) sich wirklich wohlfühlen. Es ist auch vollkommen ok, erstmal nur den Zeh ins Wasser zu halten, z.B. erstmal nur 5.000€ in einen ETF zu stecken, um zu sehen, wie gut man mit dem täglichen Auf und Ab des Depotwertes noch schlafen kann.

    Parken Sie das Geld auf einen gut verzinsten Tagesgeldkonto, suchen Sie sich ein Medium, mit dem Sie sich ein bisschen in das Thema "Geldanlage" einlesen können und starten Sie behutsam in die Finanzwelt. Das können sie zum Beispiel mit einer kleinen Einmalanlage, wie von elijah2807 vorgeschlagen, machen, oder mit einem monatlichen Sparplan (zB 1.000 Euro), so dass Sie ihr Geld kontiniuerlich in Wertpapiere investieren. Beginnen Sie mit breit angelegten Fonds / ETF auf einen Index (World, Europa) oder mit einem Mischfonds. Dazu gibt es auch hier viel Informationen. Eine weitere Möglichkeit wären zum Beispiel Dividendenfonds, hier können Sie mit vergleichsweise hohen jährlichen Ausschüttungen rechnen.


    Bei allem nicht den wichtigsten Tipp von elijah2807 vergessen:


    Womit können Sie gut schlafen?

    Also immer das Risiko im Auge behalten. Lieber mit wenig Risiko anfangen und langsam hochfahren, als hoch einsteigen und dann feststellen, dass sie mögliche Verluste um den Schlaf bringen.

  • Ich habe noch eine ergänzende Anmerkung:


    Bei dem von Ihnen genannten Betrag handelt es sich ja doch um ein „kleines“ Vermögen, ich kann Ihnen also nur raten, sich mit dem Thema „Geldanlage“ so intensiv zu beschäftigen, dass Sie auch verstehen und selbst beurteilen können, was Ihnen von wo auch immer empfohlen wird. Dazu gibt es zahllose Möglichkeiten, einige wären:


    - „Geldanlage ganz konkret“ von der Verbraucherschutzzentrale (https://www.ratgeber-verbrauch…Z/geldanlage-ganz-konkret


    - „Geldanlage für Faule“ oder „Geldanlage für Fleißige“ von Stiftung Warentest (https://www.test.de/shop/geldanlage-banken/


    Sie können sich zum Beispiel auch bei einer Verbraucherschutzzentrale (kostenpflichtig) für eine erste Orientierung beraten lassen. Hier können Sie wohl von einer uneigennützigen Motivation ausgehen: https://www.verbraucherzentral…677A&mode=1&leistung=a006


    Oder einfach einmal in einen gut sortieren Zeitschriftenladen gehen und dort quer Beet einkaufen:
    zB
    - Fokus Money
    - Das Investment
    - Capital
    - Finanztest


    Viel Spaß beim Lesen :)

  • Ich erlaube mir eine eine ganz unkonventionalle Lösung,die ich auch selbst anwenden würde:


    -Tagesgeldkonto und sonst nichts,
    -davon würde ich jedes Jahr Schrittchen für Schrittchen und je nach Kursentwicklung(steht in jeder Tageszeitung) Goldmünzen kaufen.


    Alles weitere ist mir zu kompliziert,ich muß aufpassen,kontrollieren etc etc sowie damit rechnen,daß "irgendwo im Kleingedruckten" die Fallen darauf warten,daß ich hineintappe und in Haftung genommen werde.


    Eins ist mir klar geworden:"Einsammler" meines Geldes haben nicht mein Wohl,sonder ihr eigenes Wohl im Auge!

  • Naja, so ganz frei von fremden Interessen ist der Verkauf von Gold auch nicht - und je kleiner die Einheit, desto höher die Spesen. @Altsachse schrieb dazu kürzlich:
    "Ich habe mir mal einen 100g- Barren gekauft, als das Gold billig war. Da habe ich 5% Unkosten gehabt. Als sich der Preis von Gold verdoppelt hatte, habe ich ihn wieder verkauft. Unkosten waren noch einmal 5%."

  • davon würde ich jedes Jahr Schrittchen für Schrittchen und je nach Kursentwicklung(steht in jeder Tageszeitung) Goldmünzen kaufen.

    Sorry, aber diese Empfehlung ist totaler Humbug.


    In so vieler Hinsicht, dass ich überhaupt nicht weiß, wo ich anfangen soll zu widersprechen.


    Zunächst mal ist es ganz großer Schwachsinn seine gesamte Vermögen, wenn auch nur "Schrittchen für Schrittchen" in eine einzige Anlage zu investieren. Noch dazu eine, die so hohe Transaktionskosten hat wie Gold.


    Neben der nicht vorhandenen Diversifizierung kommt hinzu, dass Gold relativ illiquide ist. Wenn man mal schnell Geld braucht, geht die Sucherei nach einem Käufer der einem den besten Preis bietet los.


    Zum Thema Gold gibt es auch einen Artikel von Finanztip: http://www.finanztip.de/gold/


    Meine Meinung: Wer an Gold als beste Strategie für den Vermögensaufbau glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.


    Hier habe ich meine Meinung noch ein bissel weiter ausgeführt.


    Und so sehr ich @IanAnderson2 als aktiven und bei vielen Themen kompetenten Co-Foristen schätze, finde ich ist gerade für Leute, die sich wie @Moses gerade erst in das Thema Geldanlage vorwagen, ein solch esoterischer Vorschlag sicherlich alles andere als hilfreich.

  • Lieber @Moses, Sie müssen ihr Schicksal so annehmen wie es ist, und versuchen das Beste daraus zu machen. Sie haben nun gegen die Versicherung gewonnen. Glückwunsch, aber jetzt ist es an der Zeit einen Schlußstrich unter Ihr bisheriges Leben zu ziehen. Und neu anzufangen. Wenn die Antworten für Sie alles Böhmische Dörfer waren, nicht entmutigen lassen. Wir alle sind sicher gern bereit, Sie an die Hand zu nehmen. Aber Sie müssen auch selbst etwas dazu tun. Wenn dann Fragen offenbleiben- nur hier einstellen. Kopf hoch, wir helfen doch gern.
    Das mit dem Tagesgeld und Goldkauf halte ich übrigens auch für Unsinn für Ihre Situation.


    Gruß


    Altsachse

  • @Moses: Sie müssen sich mit dem Thema Geldanlage befassen, wenn Sie nicht hilflos einem Berater ausgeliefert sein wollen.


    Der Rat von @IanAnderson2 ist so zu interpretieren, dass er selbst keine Ahnung von Geldanlage hat, das Kleingedruckte nicht versteht und deshalb nur Tagesgeldkonto und schrittweisen Goldkauf empfiehlt. Das ist keine vernünftige Alternative.


    Besorgen Sie sich einschlägige Literatur! Lesen Sie!
    Abonnieren Sie den "Stuttgarter Aktienbrief" (erhältlich bei börse aktuell).


    Sie müssen einfach Geldanlage lernen.
    Jetzt sind Sie vermögend - und da müssen Sie sich mit diesen Themen auseinandersetzen.


    Eigentlich ein Luxusproblem.
    Auch wenn Sie sicherlich diesen Schicksalsschlag lieber nicht erlitten hätten.

  • Der Rat von @IanAnderson2 ist so zu interpretieren, dass er selbst keine Ahnung von Geldanlage hat, das Kleingedruckte nicht versteht und deshalb nur Tagesgeldkonto und schrittweisen Goldkauf empfiehlt. Das ist keine vernünftige Alternative.

    Was mich betrifft,hat muc "ins Schwarze getroffen."


    Ob es "vernünftig" ist,sollte doch der Betreffende selbst entscheiden oder etwa nicht?

  • Selbstverständlich kann jeder mit seinem Geld machen, was er will.
    Das ist absolut zu respektieren.


    Für die "Vernunft" gibt es jedoch eine Definition. Das ist der sog. "homo oeconomicus" also der "wirtschaftlich denkende Mensch". Dieses Modell ist freilich oft kritisiert worden, weil es viele Beispiele gibt, wo sich Menschen anders - und in diesem Sinne "unvernünftig" verhalten.


    Aber die Definition der Vernunft in wirtschaftlicher Hinsicht legt nun einmal fest, dass es vernünftig ist, unter den gegebenen Ausgangsbedingungen den maximalen Ertrag bei einem vertretbaren Risiko anzustreben.


    Wenn Sie nur Tagesgeld und Gold als Anlagen kennen, dann nutzen Sie die Ertragsmöglichkeiten, die der gesamte Markt bietet, nur zu einem Bruchteil. Insoweit ist das keine "vernünftige Anlagestrategie".


    Das mag für Sie aber durchaus in Ordnung sein, wenn Sie damit besser schlafen können. Dann ist das halt in Ihrer persönlichen Perspektive so, dass das Sie das Risiko, mit anderen Geldanlagen Verluste zu erleiden, extrem hoch einschätzen. Dann kommt für Sie nur die "unvernünftige Strategie" in Frage.


    Das ist völlig okay. Sollte jedoch nicht für andere eine Handlungsempfehlung sein.

  • Also,


    erstmal sind hier alle voll lieb und schreiben überhaupt etwas für mich, DANKE EUCH.


    So wie ich das im Moment sehe, ist das so.


    1. kaufe kein Gold.
    2. Suche mir ein passendes Depot - möglichst ohne kosten Flatex, Onvista oder DIBA, wegen ETF-Aktion
    3. lege einen Großteil in Thesaurierende ETF an (MSCI World, Europa) und kurz vor der Rente dann einen Auszahlplan
    4. den anderen Teil lege ich einmal in Festgeld für 12- max. 24 Monate und etwas in Tagesgeld bzw. gleich auf dem Giro.


    5. Vielleicht auch Fonds bzw. Aktien, aaaber nur sehr wenige zum Zocken - Probierversuch da würde ich auch lieber wieder den Vorschlag mit monatlichem 500- 1000_€ einzahlen mittel ETF-Sparplan machen.



    Ja ich höre Euch zu wenn ihr schreibt und lese gleichzeitig online die Infos. ,-))

  • @Moses: Im Prinzip haben Sie es richtig zusammengefasst.


    Ich persönlich finde es nur immer schade, wenn jemand Aktien gleich "Zocken" setzt.
    Das ist meines Erachtens die falsche Einstellung.


    Selbstverständlich gibt es Zocker an den Börsen. Manche "Trader" versuchen sich als "Day-Trader", d.h. sie kaufen morgens um 09:00 Uhr eine Aktie in der Erwartung, dass sie diese nachmittags um 15:00 Uhr mit einem Gewinn verkaufen können usw.


    Es gibt auch den computergestützten "Hochfrequenzhandel", bei dem es um Millisekunden geht. Da werden aus Mikro-Kursbewegungen der dritten Nachkommastelle Gewinne generiert, weil Algorithmen einen sich abzeichnenden Trend erkennen und dann in Bruchteilen von Sekunden versuchen, schneller zu sein als "die grosse Masse". Solche Händler mieten sich bevorzugt in der allernächsten Umgebung der Börsen ein, da dann der elektrische Impuls zum Kauf oder Verkauf schneller ist, wenn das Kabel kürzer ist. Das gibt es ernsthaft!


    Mit vernünftiger Kapitalanlage hat das allerdings nichts zu tun.



    Wenn Sie in Ihrer Situation (schuldenfrei, Eigentumswohnung mit geringem Hausgeld, durchaus ansehnliche Rente) in Aktien investieren, sollten Sie das als "Beteiligung an einem internationalem Großunternehmen" verstehen.


    Ich habe hier an anderer Stelle schon das "Depot für Rentner" erläutert. Wenn Sie sich Aktien von Nestlé, Johnson & Johnson, Coca-Cola oder ähnliche Kaliber ins Depot legen, sind Sie an weltweit agierenden Konzernen beteiligt und werden auf Sicht von fünf Jahren oder länger auf eine durchschnittliche Rendite (Kurssteigerung + Dividende) von mindestens 8 % kommen.


    Die Dividenden kommen regelmäßig und automatisch. Die können Sie - wie Ihr Anwalt sagte - für einen Urlaub ausgeben. Oder Sie kaufen davon weitere Aktien nach.


    Eine bessere Anlage gibt es nicht. Natürlich kann es nächste Woche einen "Börsencrash" geben - und Ihr Depot ist plötzlich 30 % weniger wert. Deswegen bricht aber bei Ihnen auch keine Not aus, da Sie einen Teil Ihres Kapitals im Tages- bzw. Festgeld-Bereich investiert haben.


    Wir haben in den vergangenen 100 Jahren schon viele Börsen-Crash-Situationen gehabt. Aber langfristig - und das ist der entscheidende Gesichtspunkt - ging es immer weiter nach oben.


    Lassen Sie sich nicht irre machen: wir leben in einem kapitalistischem System. Daraus folgt, dass es attraktiver ist, selbst ein Unternehmen zu gründen und damit Geld zu verdienen, als einem anderen Geld zu pumpen, damit dieser ein Unternehmen gründet und Geld verdient. Deshalb müssen Aktien als Unternehmensbeteiligungen - allen Kursschwankungen zum Trotz - langfristig besser rentieren, als Anleihen.


    Wer Anleihen kauft oder Festgeld anlegt ist Gläubiger. Er leiht dem Staat, einem Unternehmen oder einer Bank sein Geld.
    Wer Aktien kauft ist (Mit-)Unternehmer. Er ist (Mit-)Eigentümer einer erwerbswirschaftlichen Firma.


    Werden Sie zum Eigentümer!

  • Hallo@Moses,
    einige Hinweise von mir. Es freut mich Sie in die Spur gebracht zu haben.
    zu 1. ok so
    zu 2. hier habe ich persönlich keine Erfahrung, mein Depot ist bei ebase. Ich habe derzeit verschiedene Fonds. Aber Finanztest empfiehlt Flatex oder Onvista. In sofern wird das schon ok sein.
    zu 3. ja, aber mit dem Auszahlplan hat es ja noch viel Zeit. Ich würde es nicht machen. Bei einen Auszahlplan verkaufen Sie monatlich einen bestimmten Betrag Fondsanteile, egal ob die Kurse hoch sind oder niedrig. Günstiger ist es bei hohem Kurs einen größeren Posten zu verkaufen. Aber das hat ja ohnehin noch Zeit.
    zu 4. ok so
    zu 5. In "Aktien direkt", würde ich als Neuling noch nicht investieren. Sie haben ja mit dem ETF auch einen Aktienfonds, da sollten Sie erstmal sehen wie sie sich damit fühlen. Einen Sparplan würde ich an Ihrer Stelle nicht machen, und schon garnicht in so hohen Summen. Sparplan ist was für einen der kein Geld hat, und von seinen monatlichen Einkünften etwas sparen möchte. Sie haben aber das Geld schon, da bietet sich eine Einmalanlage an, oder noch besser in mehreren Einmalanlagen, über mehrere Monate verteilt.


    Gruß Altsachse

  • ok, das mit dem Zocken - dafür möchte ich mich bei muc entschuldigen.


    Habe halt keine Ahnung und da ist für mich eigentlich alles Zocken/Risiko/Nervenkitzel - außerhalb von 0815 eben.

    muc, sehe ich das so richtig?


    ETF World 40% + Großunternehmen 40% + Tages-Festgeld 20 %


    = Summe des Gesamtvermögens