Wie am besten auf Dividendentitel setzen?

  • Wie schön, dass Amazon gerade Quartalszahlen veröffentlicht hat, die ein paar meiner Punkte belegen:


    • 84% des Gewinns von Amazon kommen von Amazon Web Services - der Teil mit den Unternehmenskunden
    • Die Aggregation schreitet voran. Amazon hat anscheinend in den USA die marktbeherrschende Stellung erreicht - der legendäre Circle of Growth von Jeff Bezos schein langsam aber sicher in Richtung von Gewinn-Generierung zu schwenken (hier eine interessante Analyse dazu)
    • Amazon beschäftigt inzwischen über 300.000 Menschen - mehr als Daimler (http://www.geekwire.com/2016/a…r/?kurator=netzwirtschaft)
  • elijah2807:
    Es stimmt zwar, dass man im Fernverkehr theoretisch die Auswahl hätte zwischen Bahn, Zug, Auto und sogar noch Flugzeug, Moped und Fahrrad. Praktisch aber sieht es anders aus: Menschen unter 18Jahren und mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen (z.B. an den Augen) haben keine Chance auf einen Führerschein, also auch nicht, selbst einen PKW zu benutzen. Andere haben zu wenig Geld zum Kauf. Mir wäre ein PKW nicht lohnend, da ich höchstens etwa 2000-3000km im Jahr fahren würde. Ehe ich mir aber einen PKW miete, ist doch ein Ticket für Bus/Bahn viel schneller und preiswerter gekauft dank Internet. Wenn man sich die Mio Fahrgäste in den Bussen anschaut: Eine Mehrheit von Ihnen ist durchaus im Führerschein-Alter! Aber bei vielen jüngeren Leuten ist der PKW kein Statussymbol mehr, Und das finde ich gut! Deswegen verengt sich für geschätzte 20-30 Mio Deutsche doch der Fernreisemarkt auf Bus/Bahn! Und allein schon bei Betrachtung der Kosten fürs Schienennetz samt Sicherungsanlagen sowie die Bahnhöfe scheint logisch: Busse haben enorme Kostenvorteile. Ohne das gesetzliche Bahnprivileg bis 2013 sowie die massiven Stützungen für den Regionalverkehr wäre die Bahn im Wettbewerb vermutlich schon untergegangen. Es handelt sich also schon lange an einem Ende um einen stark regulierten Markt!
    Ein Wettbewerb, welcher sich nur zwischen 2 Konkurrenten, nämlich DB (mit dem Staat als Eigentümer) und Flixbus abspielt, ist doch ziemlich asymmetrisch. Ich fürchte, dass dies auf Dauer nicht im Interesse der Kunden und Bürger ausgeht. Denn bei der Bahn ist vermutlich fast nur noch der ICE kostendeckend, Dem rennen aber die Fahrgäste in Massen weg, wenn man sie nicht mit Spartickets lockt, Die decken aber die Kosten nicht!
    Irgendwann muss dann zu Recht die Frage gestellt werden: Müssen wir uns die Personenfernbahn auf Steuerzahlerkosten leisten, wenn die Fernbusse den Bedarf völlig decken, und dies vermutlich mit geringerem Energieverbrauch? Man schaue sich mal die Geschichte der Amtrak(USA) an: Die haben einen noch schlechteren Ruf als DB, standen kurz vorm Bankrott und mehrere Präsidenten wollten sie abschaffen. Das könnte auch in Deutschland passieren! Daher würde ich auch heute schon für eine kluge Regulierung auf diesem Markt stimmen.

  • sorry, ja das sind alles beklagenswerte Binsenweisheiten, aber es war halt immer schon so in unserem System, der Markt regelt alles von selbst,und der Verbraucher macht mit. die die das Sagen haben sind an Veränderungen nicht interessiert .
    also wat nu,revolution.....sozialismus...... es ist aber auch zum Mäuse melken ;-)

  • elijah2807:
    Es stimmt zwar, dass man im Fernverkehr theoretisch die Auswahl hätte zwischen Bahn, Zug, Auto und sogar noch Flugzeug, Moped und Fahrrad. Praktisch aber sieht es anders aus: Menschen unter 18Jahren und mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen (z.B. an den Augen) haben keine Chance auf einen Führerschein, also auch nicht, selbst einen PKW zu benutzen. Andere haben zu wenig Geld zum Kauf. Mir wäre ein PKW nicht lohnend, da ich höchstens etwa 2000-3000km im Jahr fahren würde. Ehe ich mir aber einen PKW miete, ist doch ein Ticket für Bus/Bahn viel schneller und preiswerter gekauft dank Internet. Wenn man sich die Mio Fahrgäste in den Bussen anschaut: Eine Mehrheit von Ihnen ist durchaus im Führerschein-Alter! Aber bei vielen jüngeren Leuten ist der PKW kein Statussymbol mehr, Und das finde ich gut! Deswegen verengt sich für geschätzte 20-30 Mio Deutsche doch der Fernreisemarkt auf Bus/Bahn! Und allein schon bei Betrachtung der Kosten fürs Schienennetz samt Sicherungsanlagen sowie die Bahnhöfe scheint logisch: Busse haben enorme Kostenvorteile. Ohne das gesetzliche Bahnprivileg bis 2013 sowie die massiven Stützungen für den Regionalverkehr wäre die Bahn im Wettbewerb vermutlich schon untergegangen. Es handelt sich also schon lange an einem Ende um einen stark regulierten Markt!
    Ein Wettbewerb, welcher sich nur zwischen 2 Konkurrenten, nämlich DB (mit dem Staat als Eigentümer) und Flixbus abspielt, ist doch ziemlich asymmetrisch. Ich fürchte, dass dies auf Dauer nicht im Interesse der Kunden und Bürger ausgeht. Denn bei der Bahn ist vermutlich fast nur noch der ICE kostendeckend, Dem rennen aber die Fahrgäste in Massen weg, wenn man sie nicht mit Spartickets lockt, Die decken aber die Kosten nicht!
    Irgendwann muss dann zu Recht die Frage gestellt werden: Müssen wir uns die Personenfernbahn auf Steuerzahlerkosten leisten, wenn die Fernbusse den Bedarf völlig decken, und dies vermutlich mit geringerem Energieverbrauch? Man schaue sich mal die Geschichte der Amtrak(USA) an: Die haben einen noch schlechteren Ruf als DB, standen kurz vorm Bankrott und mehrere Präsidenten wollten sie abschaffen. Das könnte auch in Deutschland passieren! Daher würde ich auch heute schon für eine kluge Regulierung auf diesem Markt stimmen.

    Zufällig habe ich in grauer Vorzeit meine Diplomarbeit über die Regulierung von Netzwerkmärkten geschrieben. Insofern kenne ich mich da ein bißchen aus.


    Die genannten Beispiel sind alle richtg (ein Blinder kann nicht Auto fahren, und auch mein kleiner Sohn noch nicht - da arbeiten wir aber dran). Nichtsdestotrotz ist es nicht AUfgabe des BNetzA oder des Bundeskartellamts zu versuchen, jeden Eventualfall optimal zu lösen, sondern eine gesamtwirtschaftlich tragfähige Lösung herzustellen. Und die betrachtet nun mal keine "Randgruppen", sondern den Gesamtmarkt.


    Und alle kostenseitigen Argumente, die Sie bringen, zeigen ja genau meinen Punkt: Momentan ist der Bus die günstigste Variante, schön für die Busanbieter. Wenn jetzt aber der einzig verbliebene Busanbieter, wie sich das für einen bösen Monopolisten gehört die Preise anhabt, dann ist auf einmal der Zug, das Flugzeig, das gemietete Auto doch günstiger und die Kunden laufen ihm in Scharen davon. Satz mit X, war wohl nix mit der Preiserhöhung. Ganz abgesehen davon, dass ja auch niemand ein anderes Unternehmen daran hindern kann einen neuen Konkurrenten aufzumachen, der den Busunternehmern fairere Deals anbietet und dem Kuden günstigere Preise.


    Es liegt bei Fernbussen kein einziges Merkmal dafür vor, welches eine Regulierung des Market induzieren würde:

    • Es gibt kein Unternehmen mit einer marktbeherrschenden Stellung (Gesamtmarkt Personenverkehr, nicht ein Teilmarkt)
    • Es liegt kein monopolistischer Bottleneck vor (zum Konzept: hier)
    • Es gibt einen funktionierenden Infrastruktur / Technologie-Wettbewerb
    • Es gibt keine künstlich aufgebauten Markteintrittsbarrieren


    In Deutschland ist man immer schnell dabei, nach staatlicher Regulierung zu rufen. Es hat sich aber gezeigt, dass gerade die De-Regulierung der Netzindustrien (Telekom, Post, Energie, Luftfahrt, ... ) in Summe zu gewaltigen Fortschritten für die Konsumenten geführt haben. Ohne eine Verschlechterung der Versorgungsqualität.

  • elijah2807:


    Es geht nicht um ein paar Blinde und Kleinkinder, welche noch keinen Führerschein bekommen können! Selbst Menschen mit bester Gesundheit und 2 PKWs vor der Haustür wollten mich vor 4 Wochen nicht mit PKW in der Berliner Innenstadt besuchen, allein schon wg. der enormen Parkgebühren an Werktagen. Schätzungsweise 30-40% der Bevölkerung kann oder will keinen PKW, egal ob eigener oder gemietet, auf Fernstrecken benutzen! Das sind also ca. 25 Mio Menschen. Ich möchte mich mit diesen Menschen zusammen nicht als unerheblichen Teilmarkt abqualifizieren lassen, auch nicht von einem diplomierten Anhänger des Neoliberalismus. Nur für einen geringen Teil der Strecken käme Fliegen in Frage: Wie kommen meine Freunde z.B. von einem Dorf bei Nauen und von Potsdam nach Schmannewitz/Sachsen (realer Fall im Mai diesen Jahres)? Faktisch haben wir jetzt nur noch 2 große Anbieter: Bahn und Flixbus. Zwischen denen wird der Verdrängungswettwerb noch härter. Aber keineswegs haben es die Kunden so einfach, dass sie schnell zu jenem wechseln können mit den niedrigsten Preis. Denn schon mit Fahrrad ist im Fernbus schwer unterzukommen. Ebenso fahren die Busse selten spätabends oder nachts. Viele Kleinstädte werden gar nicht bedient. Umgekehrt findet sich auch nicht zu jeder Busverbindung ein Ersatz bei der Bahn. Daher wird vermutlich jeder Anbieter dort, wo er ein Monopol vorfindet, dies bald auch preislich ausnutzen. Die Bahn machts ja schon länger mit den horrenden ICE-Preisen. Aber die sind so lange OK, so lange es parallel alternatve Angebote gibt, Wie man an vielen Beispielen (Interconnex, Gigabus, Postbus,...) sieht: die Barrieren, sich am Markt zu halten, sind enorm! De-Regulierung: OK, wenn es genug Anbieter gibt wie bei Telefonie, Luftfahrt. Aber beim Strom läufts doch pervers: An der Börse wird der Strom immer billiger, nur die Kunden kommen ja da nicht direkt ran. Die Netzbetreiber kassieren einerseits ab, anderseits wird der staatliche Anteil des Endpreises immer höher.

  • Nach der Rüge von @fitom komme ich mal aufs eigentliche Thema zurück: Wie am besten auf Divdendentitel setzen?
    In erster Näherung funktioniert ja vermutlich die Empfehlung des finanztip-Chefs Tennhagen ganz gut, einfach Anteile an börsengehandelten Fonds auf einen Aktienindex zu kaufen. Er meint dann noch: je breiter die Streuung, desto besser.
    Daher kommt er dann auf den Index MSCI World.
    Nur: In vielen der Indizes sind Firmen enthalten, von denen wir genau wissen, dass ihre mittelfristigen Gewinnaussichten aus oft selbst verschuldeten Gründen schlecht sind, sei es die Deutsche Bank, RWE oder Eon. Warum sollte man indirekt über die Indizes Anteile an solchen Unternehmen erwerben?
    Anderseits kann man mit Tabak, Waffen oder Ölsanden auch gute Gewinne machen. Nur möchte ich mich daran nicht beteiligen.
    Daher kaufe ich in Nachahmung von Warren Buffett nur Aktien von Einzel-Unternehmen, von deren Produkten und/oder Entwicklung, auch des Gewinns, ich mittelfristig überzeugt bin: Mir ist auch eine Dividendenrendite über 2% wichtig.


    Zeitweilig gefiel mir auch Berkshire Hathaway, die eigene Firma von Warren Buffett. Der Kurs von 130€ erschien mir dann übetrieben und ich nahm den Gewinn mit. Wegen der ausbleibenden Dividende kaufe vorerst nicht wieder.


    Erfahrene Börsenhasen geben daneben immer die wichtige Emfehlung, an schwachen Tagen zu kaufen.
    Das ist natürlich schwierig, denn man soll anderseits nicht kaufen, wenn der Kurs noch heftig weiter fallen könnte.
    Wenn man aber einige wenige Wunschaktien identifiziert hat, kann man die in ein von manchen Banken angebotenes Musterdepot kostenlos einbringen. Dann sieht man auf einen Blick die Entwicklung über die Zeit und bei einer kleinen Delle nach unten während einer generellen Aufwärtsentwicklung klappts dann eher mit einem günstigen Kauf.


    Auch wenn ein Großteil der Menschen es so nicht sieht: Der Umgang mit Aktien könnte auch ein demokratisches Element sein in der Wirtschaft. Denn immerhin ist man als Aktionär ein, wenn auch oft kleiner, Miteigentümer.
    Was aber den Einfluß von Aktionären vergrößert, ist eine Bündelung ihrer Stimmrechte, wie in Aktionärsvereinigungen.
    In dieser Hinsicht unterstütze ich z.B. aufgrund meines Lebensweges den Verein der Belegschaftsaktionäre von Siemens. Dieser Verein bündelt inzwischen ca. 1 Mio Stimmrechte. Kein Wunder, denn seit Beginn der Ausgabe von Belegschaftsaktien wurde etwa 30% des Bestandes so zugeteilt. Daher bekommen sie Rederecht auf den HV, und diese Beiträge bekommen von der Presse teilweise mehr Aufmerksamkeit als die Reden des Vorstandes. Und die Leute vom Verein werden vom Vorstand zu Gesprächen eingeladen. Ein Hauptziel des Zusammenwirkens sehe ich darin, dass man sich gemeinsam um Entwicklung guter Produkte und Dienstleistungen bemüht. Gut bezahlte Arbeitsplätze auf der Basis guter Produkte bekommt man am besten mit gut motivierten Mitarbeitern, deren Meinung von den Chefs auch angehört wird.
    Um aber die Relationen zu klären: Die Belegschaftsaktien sind nicht mehr komplett in Mitarbeiterhand. Meist gibts nur ca. 7 Jahre Haltepflicht. Danach werden diese Papiere, oft mit guten Gründen, verkauft.

  • Hallo Zusammen,


    die Studien vom Dividendenadel sind schonmal ein guter Ansatzpunkt. Aber eines wird dort nur unzureichend beleuchtet. Nämlich das Dividendenwachstum! Alleine eine (hohe) Dividendenzahlung ohne Steigerung der Dividende bringt einen nicht wirklich viel.
    Gerade wer mit Dividenden, z.B. weil er laufende Ausschüttungen haben will, plant sollte da genau hinsehen. So können Dividendentitel die ein Dividendenwachstum von über 10 % haben und heute eine Dividendenrendite von 3% aufweisen in 10 oder 15 Jahren euch eine jährliche Dividende von über 10 % einbringen. --> Stichwort Dividendenaristokraten.
    Es lohnt sich also genau hinzusehen und sich die Mühe zu machen das Wachstum herauszufinden.
    Für alle die am Anfang stehen, da hilft es wirklich auf ETF´s zu setzen, bis 10.000 Euro zusammen sind, so spart Ihr Kosten und habt eine gute Streuung im Depot. Später machen Einzeltitel sinn, aber da sollten je Titel mind. 1500 Euro investiert werden...
    Zu guter letzt: Fangt sofort mit dem investieren an, wie die Vorredner schon gesagt haben, es gibt nicht den Einstiegszeitpunkt. Viel entscheidender ist der Zinseszinseffekt, der sich ab dem 7. Jahr signifikant aufbaut.

    Auf meiner Webseite helfe ich dir beim selbstständigen und erfolgreichen Geld anlegen. Du erhältst außerdem kostenlose Tipps zur Vermögensbildung mit Dividenden-Aktien und ETFs.


    Dein Thomas von DIVDepot

  • Mir scheint, du hast dir die Dividendenadel-Studie gar nicht richtig angeschaut.
    Dort wird ja gerade eben deine Forderung umgesetzt, nicht nur auf die Dividendenrendite zu schauen, sondern auch auf das Dividendenwachstum. Diese beiden sind zwei von vier Kriterien, die bei Dividendenadel angewandt werden.