• Da gibt es keine einfache Antwort. Ich würde mir bei meiner Depotbank den günstigsten Handelsplatz suchen, das ist i.d.R. ein außerbörslicher, und dort einen limitierten Verkaufsauftrag einstellen.


    Beispiel: Der ETF001 (=DAX) liegt gerade bei 95,36 pendelt zwischen 95,00 und 95,50, Wenn es schnell gehen soll, den aktuellen Kurs bzw. einige Cent darunter als Limit einstellen, wenn Du auf einen guten amerikanischen Markt heute Nachmittag hoffst z,B, auf 95,60 oder 95,80.


    Gerne noch nachfragen, wenn ich die Frage nicht richtig verstanden habe.

  • Da ergiebt sich für mich die Frage, warum über die Börse verkaufen?
    Ist es nicht einfacher, und eventuell auch billiger, die Fondsanteile an die Fonsgesellschaft zurückzugeben?
    Bei anderen Fonds, keine ETFs, war das bei mir teurer. Altsachse

  • Da ergiebt sich für mich die Frage, warum über die Börse verkaufen?
    Ist es nicht einfacher, und eventuell auch billiger, die Fondsanteile an die Fonsgesellschaft zurückzugeben?

    Einen ETF kannst du natürlich auch an die KAG direkt zurückgeben. Hat aber zwei Nachteile:


    1) Manche erheben dafür eine Rücknahmeabschlag von bis zu einem Prozent (zB Deka).


    2) Der Rücknahmepreis wird nur einmal täglich festgelegt - und den kennst du nicht vorab. Bei stark schwankenden Kursen kann dir also passieren, dass die Kurse bei Preisfestsetzung (oft 12.30 Uhr) deutlich niedriger sind als ein paar Stunden später. Beim Verkauf über die Börse kennst du den aktuellen Kurs und kannst innerhalb weniger Sekunden den Verkauf ausführen.


    Die Rückgabe an die KAG macht daher in meinen Augen nur Sinn, wenn es sich um einen sehr geringen Wert der Order handelt, so dass die Börsen- und/oder Bankspesen überproportional hoch sind. Also wenn du zB einen Anteil im Wert von 100 Euro los werden willst, ist der Verkauf über die Börse (oder auch außerbörslich) idR keine gute Wahl.


    Bei anderen Fonds, keine ETFs, war das bei mir teurer.

    Hier kommt es extrem darauf an, um welche Fonds es sich handelt. Oft ist die Geld-Brief-Spanne sehr hoch, so dass ein Kauf / Verkauf über die Börse nicht immer ratsam ist. Das kommt oft vor, bei Fonds, die man über die KAG nicht (mehr) direkt kaufen kann (Institutionelle Tranche oder wenn die Ausgabe von Anteilen vorübergehend eingestellt wurde) oder wenn es kaum Umsätze bei dem Fonds gibt.

  • Hallo @Oekonom,
    Danke für die Info. Man kann sich also den Rücknamepreis aussuchen, indem man den aktuellen Fondspreis verfolgt. Habe ich das so richtig verstanden?
    Wo verfolgst Du den aktuellen Fondspreis?
    Das geht doch dann sicher auch bei ebase?
    Ich hatte in der Vergangenheit selbst nur an die KAG verkauft, der Verkauf über die Börse war vor langer Zeit, da hatte das mein damaliger Berater gemacht. Ich hatte mich damals geärgert, weil eine Rückgabe an die KAG kostenlos gewesen währe. Ich hatte meine Verkaufsorder nicht präziese genug formuliert.
    Wieder was dazugelernt, danke Dir!


    Altsachse

  • @Altsachse


    Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob ich deine Frage richtig verstehe:


    Man kann sich also den Rücknamepreis aussuchen, indem man den aktuellen Fondspreis verfolgt. Habe ich das so richtig verstanden?

    Wenn du über die Börse verkaufst, gibt es keinen Rücknahmepreis, weil du die Anteile ja nicht an die KAG zurückgibst, sondern an der Börse verkaufst. Die Anteile kauft dann irgendwer, der bereit ist, den aktuellen Kurs zu zahlen. Der ganze Deal läuft also ohne Beteiligung der KAG. Den aktuellen Kurs verfolge ich bei meiner "Hausbank", der comdirect. Wenn du dort die WKN des Fonds eingibst, gibt es einen Button "Realtime", dann wird dir der aktuelle Kurs, zu dem du genau in diesem Moment kaufen kannst, angezeigt. Das funktioniert sicher bei jeder anderen Bank, die Onlinebanking anbietet genauso.


    Bei ebase kannst du allerdings nur an die KAG zurückgeben, den Zugang über die Börse bietet ebase (derzeit) noch nicht an. Das "derzeit" gilt aber leider schon seit Jahren.


    Die Quintessenz des Geschilderten ist:


    - Fonds die ich langfristig halten will, kaufe ich über eine Fondsbank wie ebase. Die kann ich zwar bei Bedarf nur an die KAG zurückgeben, in normalen Börsenzeiten - also bei überschaubaren Kursschwankungen - ist das in meinen Augen kein Nachteil.


    - ETF, mit denen ich auch mal kurzfristiger in einen Markt investiere, kaufe ich bei einer Online-Bank /-Broker, weil ich hier im Extremfall sekündlich agieren kann. Das lässt sich ganz gut mit dem DAX-ETF mit der WKN ETF001 und dessen Wertentwicklung am 24.06.2016 (Tag 1 nach Brexit) sehr gut veranschaulichen:


    Ich habe darauf spekuliert, dass die Börse mit den ersten Kursen massiv nachgibt und sich danach wieder etwas erholt. Die ersten Kurse des ETF lagen zwischen 8.30 und 9.00 Uhr in der Größenordung von 91,50 Euro. Am Nachmittag lag der Kurs bereits wieder bei rund 95 Euro. Wenn du an diesem Tag über die KAG gekauft hast, wird genau ein Kurs gestellt und zu diesem Kurs werden alle Orders außerbörslich von der KAG bedient. Am 24.06.2016 hat die KAG alle Orders mit 94,019 Euro abgerechnet.


    Mit anderen Worten:
    Wer an diesem Tag kaufen wollte, konnte dies am Vormittag an der Börse zu besseren Kursen tun, als wenn er bei der KAG geordert hätte. Wer an diesem Tag verkaufen wollte, konnte das am Nachmittag an der Börse zu besseren Kursen tun, als wenn er bei der KAG geordert hätte. Du bist also an der Börse deutlich flexibler. Ob man deshalb immer den richtigen Zeitpunkt triffst, ist natürlich eine ganz andere Frage.

  • Hallo @Oekonom,
    So wird die Sache nun klarer. Ich habe nämlich bei ebase geschaut, aber nichts über den Verkauf über die Börse gefunden. Da kann ich nun getrost das Thema Börse erst einmal ad acta legen. Zumal ich bisher mit ebase recht zufrieden binn, werde ich deshalb die Bank nicht wechseln.
    Gruß und Dank nochmal


    Altsachse