Widerruf Lebensversicherungen

  • Wobei die 1,1% derzeit aber doch ein recht guter Zins sind - klar, verglichen mit anderen LVen aus 2002 ist es wenig,...

    Ok, die Rendite der KLV wird noch etwas besser werden, da die Abschlusskosten jetzt noch stärker zum tragen kommen. Nehmen wir mal an, die Rendite steigt zum Ende hin sogar auf 2% p.a.

    Das ist auch noch steuerfrei.

    Der Vertrag hat noch eine Restlaufzeit von 30! Jahren. Da wäre es für mich gar keine Frage, was ich machen würde.

    Abwickeln und das Geld in einen weltweiten ETF stecken. Auf 30 Jahre wirst Du damit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit deutlich mehr als 2,5% p.a. machen.


    PS: Aktuell gibt es sogar für 2 jähriges Festgeld höhere Zinsen!

  • Zu dem Schluss bin ich ja letztlich auch gekommen...

    Festgeld würde ich persönlich gerade aber nicht machen, der nächste Zinsschritt ist ja absehbar, dann werden die Konditionen nochmal besser.

  • Erstmal vielen vielen Dank für eure schnellen hilfreichen Rückmeldungen! <3

    Da 2002 abgeschlossen sollte Widerruf geprüft werden.
    https://www.vzhh.de/themen/ver…uefen-geld-zurueckholen-0

    Mit dem hier verlinkten Rechner komme ich auf einen möglichen Rückabwicklungsanspruch in Höhe von 15500€, also 4500€ über dem Rückkaufwert. Dabei sind einige Daten mangels Informationen geschätzt (zB monatlicher Beitrag zum Beginn [50€] und Dynamik [0%]), aber denke in die Richtung wird es gehen. Da würde ich nicht nein sagen :D

    Du solltest dir vom Versicherer Proxalto sämtliche Unterlagen aus der Abschlussphase zur Verfügung stellen lassen. Insbesondere auch das Anschreiben zur Übersendung der Police mit Widerrufsbelehrung. + Antrag + Policekopie + Bedingungen + Jahresschreiben

    Danke, das werde ich machen. Kennt ihr dafür gute Vorlagen oder soll ich selber einen Brief aufsetzen?

    Warst Du zum Vertragsschluss schon 18?

    Nein, zum Zeitpunkt des Abschlusses war ich 5 Jahre alt.

    Auf wessen Ableben wurde das Todesfall abgeschlossen?

    Das weiß ich nicht. Im Vertrag bin ich als "Versicherter" genannt und meine Mutter als "Versicherungsnehmer".



    Danke für die Berechnungen, auch wenn das Ergebnis ja (wie erwartet) mehr als ernüchternd ist! :/ Ich werde versuchen die Versicherung zu widerrufen und das Geld dann in meinen ETF (MSCI ACWI) stecken.

  • Kennt ihr dafür gute Vorlagen oder soll ich selber einen Brief aufsetzen?

    ich habe eine Vorlage der Verbraucherzentrale NRW gefunden und würde mich daran orientieren, wenn eurer Meinung da nichts dagegen spricht.

    https://www.verbraucherzentral…entenversicherungen-24870

    Wenn der Versicherer Wind von der Prüfung im Hinblick auf den Widerspruch / Widerruf / Rücktritt bekommt, wird er in den meisten Fällen dazu neigen, Unterlagen nicht herauszugeben oder die Herausgabe zu verzögern.

    ich fürchte die werden meine Intention erkennen. Immerhin habe ich schon zweimal um die Werte für den Finanztip-Rechner gebeten und wurde abgewimmelt.

  • ich habe eine Vorlage der Verbraucherzentrale NRW gefunden und würde mich daran orientieren, wenn eurer Meinung da nichts dagegen spricht.

    https://www.verbraucherzentral…entenversicherungen-24870

    ich fürchte die werden meine Intention erkennen. Immerhin habe ich schon zweimal um die Werte für den Finanztip-Rechner gebeten und wurde abgewimmelt.

    Im Zweifelsfall gibt (oder gab?) es hier auch eine Liste von Anwälten, die Widerrufe prüfen und durchführen. Eine erste Einschätzung war in der Regel kostenfrei.


    Edit: Hier, Punkt 6: https://www.finanztip.de/leben…sversicherung-widerrufen/

  • Mit dem hier verlinkten Rechner komme ich auf einen möglichen Rückabwicklungsanspruch in Höhe von 15500€, also 4500€ über dem Rückkaufwert. Dabei sind einige Daten mangels Informationen geschätzt (zB monatlicher Beitrag zum Beginn [50€] und Dynamik [0%]), aber denke in die Richtung wird es gehen.

    Die Versicherung hatte eine Dynamik. Der von Dir hochgeladene Nachtrag zum Versicherungsschein hatte den Ausfertigungsgrund "Planmäßige Erhöhung". Die Versicherung wurde 2002 wahrscheinlich mit sehr geringen Beiträgen gestartet und mehrmals per Dynamik aufgestockt. Das ist jedesmal wie ein kleiner Neuabschluss, bei dem jeweils Abschlussprovisionen fällig werden. Das gemeine bei den Provisionen ist auch noch, dass die jeweils auf die gesamte restliche Vertragslaufzeit (zu Beginn 50 Jahre!) gerechnet werden. Darum kommt vom tollen Garantiezins auch so wenig an. Es kann sogar passieren, dass nach 20 Jahren eine negative Verzinsung erwirtschaftet wurde.


    Nebenbei: Das Kind als "versicherte Person" anzugeben klingt für Eltern immer naheliegend, führt aber dazu, dass beim Tod des Kindes die Eltern die Versicherungsleistung erhalten. Gedacht ist es allerdings meist andersherum.


    Der Widerspruch scheint finanziell attraktiv. Fragezeichen habe ich allerdings beim Punkt, ob Roxeda den aussprechen kann, wenn sie die Versicherung nur geerbt hat.


    Falls sie damals als Minderjährige doch als Versicherungsnehmerin eingetragen wurde und die Mutter nur als Erziehungsberechtigte unterschrieben hat, wäre die Lage viel günstiger, vor allem wenn die Versicherung die Unterschrift nach Volljährigkeit nicht nachgeholt hat. Dann wäre die ganze Geschichte nämlich bis heute schwebend unwirksam...

  • Dann ist das Ergebnis ja noch schlimmer!

    Eine fondsbasierte Versicherung, die es bisher in 20 Jahren Laufzeit nur zu einer Rendite von 1,x% p.a. gebracht hat. <X

    Vielleicht. Vielleicht auch nicht!

    Der Vertrag ist mit Dynamik, d.h. Du weißt nicht, was in der Vergangenheit einbezahlt wurde und entsprechend wie die bisherige Rendite ist.


    Klar, wir erwarten bei einem DVAG-Vertrag keine geile Rendite, aber ...

  • Hornie

    Dann ist das Ergebnis ja noch schlimmer!

    Eine fondsbasierte Versicherung, die es bisher in 20 Jahren Laufzeit nur zu einer Rendite von 1,x% p.a. gebracht hat. <X

    Das dürfte aber auch an der Konstruktion hängen - 3,25% garantierte Verzinsung bedeuten ja, dass zumindest seit 10, wahrscheinlich eher 15 Jahren nichts in den Aktientopf geflossen ist, sondern nur in sichere Anlagen.

  • 3,25% garantierte Verzinsung bedeuten ja, dass zumindest seit 10, wahrscheinlich eher 15 Jahren nichts in den Aktientopf geflossen ist, sondern nur in sichere Anlagen.

    Diese Folgerung ist nicht ganz richtig. Diese Mindestverzinsung wird ja gerade garantiert aus dem Deckungsstock gezahlt (im Zweifel zu Lasten anderer Versicherungsnehmer) und beeinflusst eben nicht eine Aktienquote, die im Voraus fest kalkuliert ist.

    Ausnahme: Es werden nur Überschüsse in Aktien investiert.


    Auch hier müsste man sich den Tarif erst genauer ansehen, bevor man eine Aussage treffen kann.