• Meine Erfahrung ist folgendes:
    1) Ein günstig gekauftes (d.h. gut ausgesuchtes/verhandeltes) Auto ist billiger als ein geleastes Auto, egal ob Neuwagenkauf vs. Neuwagenleasing oder Gebrauchtwagenkauf vs Gebrauchtwagenleasing. Von irgendwas muss der Leasinggeber halt auch leben.
    2) Leasing führt oft dazu, dass sich Leasingnehmer mehr "leisten", als sie gekauft hätten, nach dem Motto "ach, nur 500 Euro Leasing im Monat, die hab ich doch noch", während niemals ein großer Fünfstelliger Betrag ausgegeben worden wäre.
    3) Leasing lohnt sich, wenn man ein Geschäftsfahrzeug von der Steuer absetzen kann. Als Arbeitnehmer ist dies ausgeschlossen, daher ist Leasing als Arbeitnehmer immer teurer als Kauf.
    4) Ist man bereit, viel Geld für sein Auto auszugeben, ist Leasing praktisch, da von vornherein klar ist, dass man nach x Monaten das Auto zum festgelegten Preis zurück gibt und ein neues leasen wird. Teuer ist es trotzdem.
    5) Restwert Leasing verschiebt das Risiko des Restwertes auf den Leasingnehmer. Kilometerleasing ist die einzige Verbraucherfreundliche Variante.
    6) Ich würde niemals leasen.


    Prinzipiell suche ich nach Gründen, doch zu leasen. Insofern freue ich mich über eine Falsifikation meiner Statements.

  • Obwohl ich selber ein geleastes Auto fahre, stimme ich @chris2702 in den meisten Punkten zu (Punkt 6 natürlich offensichtlich nicht).


    Was hat mich dann zum Leasing eines Neuwagens bewegt?
    Schlicht und einfach der Liquiditätsvorteil. Als ich dieses Auto geleast habe, kam grad einiges zusammen - Wohnungskauf, Umzug, Baby, Einstieg in die Selbständigkeit - da kann man gar nicht schauen, wie schnell das Konto leerer wird. Unser voriges Auto war ein Firmenwagen, der mit dem Wechsel wegfiel.


    Da stand ich nun vor der Entscheidung: Auch noch die letzten Tagesgeldreserven in einen Auto stecken, oder die Reserven schonen und dafür um einen erträglichen Betrag höhere laufende Kosten in Kauf nehmen?


    Ich habe mich da für das Leasing eines "Vernunftautos" entschiede, und es bisher nicht bereut.


    PS: Wenn der Vertrag jetzt ausläuft werde ich das Auto wohl übernehmen. Bin extrem zufrieden, der Angebot der Leasinggesellschaft ist fair und ich weiß zu 100% in welchem Zustand das Auto ist. Und krass ist: Wenn ich meine Anzahlung, alle Leasingraten und den von der Leasinggesellschaft angebotenen Kaufpreis zusammenrechne, bin ich immer noch leicht unter dem Listen-Neupreis! Natürlich hätte ich vermutlich noch ein paar Prozent mehr bei einem Kauf verhandeln können - aber es ist zumindest nicht so, dass ich wirklich draufzahle...

  • Mein vorletztes Auto habe ich über Neuwagenleasing gekauft. Der Grund war folgender: Mein altes Auto ging kaputt, und ich brauchte ein neues. Ich hatte zu dem Zeitpunkt nicht genügend Geld flüssig. Der Vorschlag vom Autohaus war so verlockend, und ich brauchte nicht auf meine damals gut rentierliche Geldanlage zugreifen. Später habe ich das Auto zum Zeitwert gekauft.
    Ohne den Liquiditätsengpass hätte ich als Privatmann kein Leasing gemacht. So aber, hat sich die Sache für mich gerechnet.
    Gruß


    Altsachse

  • Ich habe bislang erst zwei Autos besessen: Einen gut erhaltenen Golf IV als Diesel, den ich mit 80.000 Kilometern gekauft und mit 190.000 km verkauft habe. Das ganze habe ich 7 Jahre lang gefahren und einen Wertverlust von 7.000 Euro hingenommen. Machte so etwa 1000 Euro pro Jahr. Bis auf die üblichen Wartungskosten bei einem Auto mit diesem Alter ist nichts passiert. (Obligatorischer Zahnriemenwechsel und einmal neue Bremsen). Ich bin mit dem Auto weg vom Vertragshändler und zu einer freien Werkstatt gegangen. Ich würde mal schätzen, dass ich zusätzlich für dieses Auto etwa 2.000 Euro an Wartungskosten hingelegt habe. Also mit Wertverlust etwa 9.000 Euro, macht auf 7 Jahre ~1300 Euro im Jahr. Das habe ich als recht günstig empfunden.


    Ich habe mir danach einen EU-Neuwagen gekauft und mir privat ein wenig Geld geliehen. Der EU-Neuwagen war auch ein Neuwagen (ich als erster Halter) und keine Tageszulassung und ich habe etwa 23% unter Listenpreis gekauft (inkl. Überführungskosten). Durch diesen hohen Rabatt hält sich der Wertverlust jetzt, nach drei Jahren, noch in Grenzen. Das Auto hatte etwa 27.000 Euro neu gekostet (Listenpreis entsprechend gut 33000 Euro). Aktuell geschätzter Verkehrswert mit gut 80.000 km wahrscheinlich bei 17000-18000 Euro (gut erhalten, etc.). Macht ein Wertverlust von etwa 15000 Euro nach Liste bzw. 9000 Euro nach tatsächlichem Preis, also einen Verlust von gut 3000-5000 Euro pro Jahr.


    - Ein Neuwagen, egal ob für EU oder DE bestimmt, ist i.d.R. im Wertverlust teurer, als ein gebrauchtes Auto, welches 3-4 Jahre alt ist, da auch jeder weiß, dass der Wertverlust zu Beginn des Autolebens am größten ist.
    - Man darf beim Kauf nie vom Listenpreis ausgehen, da den niemand bezahlt (mir ist keiner bekannt, der sein Auto zum Listenpreis erworben hat). Das wird bei Jahreswagen manchmal unter den Tisch gekehrt. Die Differenz bei meinem EU-Wagen zum Jahreswagen waren etwa 1000 Euro ...
    - Es wird gerne das Argument ins Feld geführt, dass man bei einem Neuwagen ja keine Wartungskosten hat und man ja Garantie des Herstellers hat. Das ist zwar anfänglich sicher nicht ganz falsch, ich kenne nun einige, die einen Neuwagen gekauft / geleast haben und dennoch den nächsten Satz Reifen nach 50.000km aufziehen oder die Bremsen wechseln lassen. Und Garantie gibt es auf viele Teile am Auto auch nicht.
    - Wir treffen beim Autokauf häufig keine rationalen Entscheidungen, vielmehr geht es um "das neue Auto", "das neue Modell", "dann habe ich mehr PS als der Nachbar".
    - Vielleicht geht es einigen auch um den Status, ein Auto zu fahren, welches deutlich über dem liegt, was man sich leisten könnte.
    - Kaufe ich ein Auto und führe es in mein Eigentum über, ist klar, was mit Kratzern und Unfällen passiert. Mir ist nicht klar, wie das bei Leasingautos aussieht. Geht man mit einem geleasten Auto genauso pfleglich um, wie mit seinem eigenen?


    Die Autoindustrie mit ihrem Vertrieb hat uns ganz gut im Griff.
    Ich kann aber euch verstehen, wenn es auf Grund der Liquidität dazu führt, zu leasen oder wenn man Selbstständig ist und ein Auto benötigt.

  • Bei diesem ganzen "als Selbstständiger lohnt sich leasen" möchte ich nur dazu einwerfen, dass es sich nur dann steuerlich überhaupt vernünftig auswirkt, wenn man ein Fahrtenbuch führt um den betrieblichen Anteil der Fahrten nachweisen zu können.


    Mit der 1% Regel ist das steuerlich für die Katz. Das verschweigen Autoverkäufer gerne :D


    Und vom Grundsatz her ist Leasing immer teurere als Kauf.
    Leasen würde ich nur dann, wenn 1. kein Cash vorhanden ist aber man ein Auto braucht oder wenn man wirklich alle 3 Jahre das neue Modell fahren will, weil man viel zum Kunden fährt und das je nach Branche eben nicht mit einer "alten Mühle" (nach 3 Jahren naja...) kann!! Denn ein Auto zu kaufen und nach 3 Jahren wieder zu verkaufen ist m.E. günstiger als es gleich zu leasen (Stichwort Wertverlust). Das gilt zumindest so lange wie man im Anschluss wieder beim gleichen Hersteller least oder kauft. Denn ansonsten wird einem jeder Kratzer und jede Beule auf die Goldwage gelegt...