Fonds-Rendite: überprüfen möglich?

  • Liebe Community,


    Tagesgeld, Festgeld, Sparbuch, Aktien usw.: bei jeder dieser Anlageformen kann ich - mehr oder weniger genau- überprüfen, ob die erwirtschafteten Zinsen bzw. Rendite den Angeboten entsprechen. (Bei Aktien beim Kurs entsprechen nachsehen).


    Wie verhält es ich nun bei den Indexfonds? Dazu 4 W-Fragen:

    Wer legt wie fest, wann welche Volalititäts-Auswirkungen sich auf den Wert nach z.B. einem Jahr niederschlagen?



    Viele Grüße
    enrosaduera

  • Hallo @enrosaduera


    willkommen im Forum.


    Die Frage, die Du da stellst, ist gar nicht so leicht in ein paar Sätzen zu beantworten. Vor allem, da sich die Antwort auch noch für physisch und synthetisch replizierende ETF unterscheidet.


    Ganz generell gilt für alle Indexfonds: ALLE Volatilitätsauswirkungen des Basisindex sollten sich nahezu in Echtzeit im Kurs des Indexfonds niederschlagen. Das beantwortet die letzten beiden Ws. Ich sage sollte, weil es durchaus schon passiert ist, dass das kurzfristig mal nicht so ist.



    Fangen wir mal mit dem leichten Fall an: Ein physisch replizierender Indexfonds auf den DAX.


    Dieser Fonds hält nun alle Aktien, die so im DAX vertreten sind, in exakt dem Verhältnis, wie sie im DAX enthalten sind. Wenn also die Aktien im DAX schwanken, schwankt der Wert dieses Aktienpaketes (! wichtig !) genauso mit.


    Jetzt wirst Du sagen: Aber Moment, ein ETF ist doch frei handelbar, wenn nach diesem eine große Nachfrage besteht, dann muss doch der Preis steigen und sich vim Basisindex abkoppeln!


    Damit genau das nicht passiert werden (vereinfacht gesagt) weitere Fondsanteile durch den Emittenten kreiert, so dass der Preis konstant bleibt. Natürlich muss der Emittent jetzt sein Aktienpaket entsprechend aufstocken, damit der Wert des Aktienpaketes (also Wert aller vom Fonds gehaltenen Aktien) dem jetzt gestiegenen Wert des Fonds (also Anzahl der Fondsanteile x Preis eines Anteils) entspricht.


    Umgekehrt ist es natürlich wenn viele Investoren Fondsanteile verkaufen, dann müssen diese entsprechend eingezogen werden.


    Das alles wird abgewickelt über sogenannte Market Maker (andere Banken etc), die für den Emittenten sicherstellen, dass er jederzeit Anteile kreieren oder einziehen kann.



    Das beantwortet zumindest implizit deine beiden ersten Ws:
    Wer - der Markt aufgrund der Schwankungen des Basisindex
    Wie - über den Prozess der Kreation und des Einzugs von Fondsanteilen


    Alle 4 Ws haben die Market Maker als Schmiermittel, damit dieser doppelte Übersetzungsprozess (Angebot und Nachfrage nach dem Basisindex und Angebot uns Nachfrage nach dem ETF) möglichst schnell und mit minimalen Abweichungen fuktioniert. Ein großer Emittent wie Comstage oder Blackrock hat 50 oder mehr Market Maker um diesen Prozess zu jeder Zeit am Laufen zu halten.



    Wenn Dich das Thema wirklich in der Tiefe finteressiert, findest Du hier ein paar Links, die Dir sicher weiterhelfen:
    http://www.finanzwesir.com/blog/was-ist-ein-etf
    https://www.ici.org/pdf/per20-05.pdf


    http://seekingalpha.com/article/3754876-etf-primer


    Hope that helps,
    Elias


    PS: Dieser simultane Ausgleichsprozess funktioniert zwar inwischen recht gut, ist aber auf keinen Fall perfekt. Es gab durchaus schon gelegentlich Situationen wo ETFs und Basis-Indizes für kurze Zeit weit auseinander gelaufen sind und es zu sogenannten "Flash Crashes" kam. Siehe dazu hier: http://www.etf.com/sections/bl…-flash-crashes?nopaging=1