Nachhaltiger ETF auf die Welt

  • Würde sagen, es gibt auch "aktive" Indexfonds, wenn man die denn so nennen will.
    Also wenn der Fondsmanager nur Aktien wählt/ in den Fonds reinnehmen darf, die aus dem benannten Index kommen. Aber bei der tatsächlichen Gewichtung er eben "aktiv" sein darf.
    Die werden dann nicht primär an der Börse gehandelt , sondern auch via Fondsgesellschaft mit Ausgabe- und ggf. Rücknahmeaufschlag.

  • Moin moin,


    also ich habe vor Kurzem einen Nachhaltigkeits ETF über meine Münchner Honorarberatung gefunden.


    Dieser setzt laut Prospekt auf:


    1) große Bandbreite an globalen Unternehmen, die auf ihre wirtschaftliche, umweltbezogene und sozialen Merkmale Wert legen und dahingehend überprüft wurden.
    2) Direkter Zugang zu Unternehmenm die im Bereich der Nachhaltigkeit führend sind.
    3) Unternehmen unter Ausschluss (...) von Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Rüstung, Waffen, (..)


    Geht nicht gibts nicht.


    Grüße Mike

  • Grau ist alle Theorie. Hier ein Beispiel aus der Praxis.
    Ich kenne einen Anleger, der hat bei einen aktiv gemanagten Fond, gleiche Beträge in die Tranche US- Dollar und in die Tranche Euro investiert.
    Man müsste annehmen beides hätte sich gleich entwickelt.
    Dem ist aber nicht so, der Fond mit Euro als Fondswährung liegt vorn.
    Eine Begründung kann ich leider nicht liefern.
    Gruß


    Altsachse

  • Hallo,


    habe mal bei (m)einer Genossenschaftsbank angefragt und war verwundert.


    Ich hatte eher mit einer ausweichenden Antwort gerechnet, da ja die Banken daran nichts verdienen (so mein bisheriger Wissensstand), aber mir wurden folgende ETFs empfohlen:


    - iShares Dow Jones Eurozone Sustainability Screened UCITS ETF (DE)
    - iShares MSCI Europe SRI UCITS ETF EUR (Acc)
    - iShares Dow Jones Global Sustainability Screened UCITS ETF USD (Acc)


    Wie schätzt Ihre diese Empfehlungen ein?

  • Grundsätzlich ja schon einmal positiv, dass dir überhaupt ETF´s empfohlen werden! Und dann auch noch welche mit Nachhaltigkeits Schwerpunkt. :thumbsup:


    Fragst du hier 4 Leute, kriegst du 5 Meinungen!


    Nachhaltigkeit (wenn auch sinnvoll) ist halt auch eine Branchenwette. Du spekulierst darauf, dass nachhaltige Unternehmen besser performen als die Gesamtheit. Halte es doch zunächst ganz einfach: 70% MSCI World und 30% MSCI Emerging Markets.

  • Fragst du hier 4 Leute, kriegst du 5 Meinungen!

    Die nehme ich gerne :-)


    Nachhaltigkeit (wenn auch sinnvoll) ist halt auch eine Branchenwette.

    Für mich ist dieses keine Branchenwette, da in den entsprechenden ETFs ja fast alle Branchen enthalten sind.
    Eine Branchenwette wäre es für mich, wenn der ETF sich nur auf eine Branche (z.B. Wasser, Automobile ...) bezieht.

  • Die Frage bei diesen ETF ist doch immer wie Nachhaltigkeit definiert ist.
    Beispielhaft sei Nestle genannt, welche in einem der o.g. ETFs vertreten ist.
    Ich besitze selbst tatsächlich Aktien dieser Firma aber ob diese was mit Nachhaltigkeit zu tun haben kann man je nach Sichtweise kritisch sehen ...
    Finde dann kannst du gleich einen "normalen" MSCI World nehmen

  • Hallo zusammen,


    auch mir stellt sich die Frage nach nachhaltig investierenden ETFs. Verstehe teilweise die komplizierte Diskussion hier nicht ganz, ergeben sich bei Google und den gängigen ETF-Portalen (Just ETF, EXtra-Magazin, etc.) doch einige Treffer. Hierzu auch mal ein Artikel:
    http://www.capital.de/investme…-etf-indexfonds-8368.html


    Knapp ein Dutzend ETFs scheint es zu geben. Für mich ist auch die Frage der Transparenz entscheidend. Ein stinknormaler Aktienindex wie der DAX kann einfach nach Rechenmodellen und Formeln gebildet werden. Aber welche Kennzahl spukt mir denn die Nachhaltigkeit aus? Wie bildet man demnach einen Index für nachhaltige Unternehmen? Man sollte sich hier nichts vormachen, tw. geht es auch hier um nicht wirklich nachhaltige Firmen und Fonds. Man schließt entweder Firmen aus "bösen Branchen" aus (z.B. Tabak, Glücksspiel, etc.) und/oder wählt in jeder Branche den Klassenprimus in Sachen Nachhaltigkeit aus. Der Klassenbeste muss aber nicht immer nachhaltig sein... Hier wird die Sache also vertrackt!


    Insgesamt erscheint es mir daher logischer, als nachhaltiger Investor auf aktive gemanagete Fonds zu setzen. Eine passive, einfache Titelselektion nach transparenten und hieb- und stichfesten Kriterien erscheint mir schwierig.


    Als Beispiel mal ein passiver Nachhaltigkeitsfonds (ETF):
    https://www.ishares.com/de/pri…de_DE&userType=individual


    Größte Positionen sind hier z.B. Samsung, BoA, Citigroup, GE, HSBC, etc. Was bitte zeichnet diese Unternehmen als nachhaltig aus? Meiner Meinung nach nichts wirklich essenzielles, mglw. sind diese etwas besser als die Konkurrenz. Aber für nachhaltig halte ich den Fonds nicht...


    Insgesamt finde ich, ist es sehr schwierig, hier etwas passendes zu finden. Vor ein paar Jahren gabs da auch mal einen Test von Finanztest o.ä., der nachhaltige Fonds getestet hat. Heraus kam dabei, dass die überwiegende Mehrheit kaum wirklich nachhaltig war, größtenteils ging es um Augenwischerei. Daher immer genau informieren, wie der Index aufgebaut ist und ob mir dies als Lösung so ausreicht!


    Gerade gesehen, dass der Artikel wohl gerade überarbeitet wurde:
    https://www.test.de/Ethisch-oe…-Sie-sauber-an-4741500-0/



    Grüße,


    Sherwoodski

  • Hallo @Sherwoodski,
    die Wünsche der Nachhaltigkeitsfanatiker in allen Ehren. Sie möchten ihr Geld nur in bestimmten Richtungen anlegen. Leider beißt sich hier die Katze oft in den Schwanz. Deshalb ist für mich das Thema Nachhaltigkeit oft nachrangig. Wichtiger sind mir Rendite. Wenn sich die Rendite mit Nachhaltigkeit verbinden läßt ist das ok, andernfalls ist mir Rendite wichtiger.
    Gruß


    Altsachse

  • Aus dem Wunsch, mein Geld nachhaltig anzulegen (eigentlich meiner Meinung nach das falsche Wort, es geht eher um ethical investing), habe ich mich vor einiger Zeit umgeschaut was es gibt und schreibe euch gern meine Erkentnisse.


    Es gibt aktive managed nachhaltige Fonds, wie z.B. über die GLS Bank bzw. auch (lustigerweise) über die Securvita Krankenkasse:
    https://www.gls.de/privatkunde…ekovision-classic/fakten/
    https://www.securvita.de/oeko-investment.html


    Vorteil ist, dass tatsächlich aktiv als nachhaltige Werte reingenommen werden, es findet also eine Fall-zu-Fall Bewertung statt. Der Nachteil ist natürlich der Preis, z.B. in einem Fall von 2,5% pro Jahr. Das war mir definitiv zu hoch.


    Bei passiven Fonds bzw. ETFs gibt es grundsätzlich eine Black-List, es werden Kriterien definiert, nach diesen werden dann Unternehmen automatisch vom Fonds ausgeschlossen. Deshalb sind dann da möglicherweise Nestle, Exxon oder andere Unternehmen drinne, wo man sich wundert, was das mit Nachhaltigkeit zu tun hat. Das geht dann nach Branchen, bzw. auch anderen speziellen Kriterien. Die Fonds wurden ja weiter oben schon aufgelistet. Der Vorteil ist hier klar der geringere Preis, und man hat das gröbste an Unternehmen raus, im die man evtl. nicht investieren möchte.


    Es gibt dann auch noch die Überlegung, dass man das alles Ignorieren kann und in einen gewöhnlichen World-Index investiert, da ja die Unternehmen selbst keinen bzw. einen verschwindend kleinen Nutzen von der Anlage selbst haben.


    Es ist also, wie so oft, abwägungssache und man wird immer einen gewissen Kompromiss eingehen.


    Vlt auch noch ein interessantes Kuriosum:
    Ich habe mich als praktizierender Muslim für den iShares World Islamic entschieden (IE00B27YCN58). Dort sind Unternehmen aus bestimmten Branchen auf der Blacklist (Alkohol, Tabak, Finanzbranche, Waffenindustrie, Glücksspiel, etc.), aber ein weiteres Kriterium ist auch, dass die Unternehmen ein gewisses (relativ niedriges Maß) der Überschuldung nicht überschreiten dürfen.



    Ich habe gelesen (aber leider hatte ich keine Gelegenheit/Zeit es selbst nachzuvollziehen), dass dieser Index in der Finanzkrise 2008 besser abgeschnitten hat, weil die Titel dadurch weniger anfällig waren.