Umwandlung PKV Vollversicherung in Private Zusatzversicherung - Anrechnung von bereits gebildeten Beitragsrückstellungen

  • Ein Wechsel aus der PKV ist unter bestimmten Umständen in die Familienversicherung des Ehepartners möglich. Damit die langjährig angesammelten Beitragsrückstellungen nicht verloren gehen, wird die Vollversicherung der PKV in eine private Zusatzversicherung umgewandelt. Soweit so gut.
    Allerdings teilte mir die PKV mit, dass für die Zusatzversicherung nur ein kleiner Teil der individuell angesammelten Beitragsrückstellungen verwandt wird. Der Großteil der individuellen Beitragsrückstellungen verfällt.


    Ist das gesetzlich so geregelt, dass jahrelang individuell angesparte Beitragsrückstellungen aus der Vollversicherung der PKV, nur mit einem sehr geringem Anteil gegen die private Zusatzversicherung verrechnet werden und der hohe Restanteil verfällt?


    Das kann doch keine rechtsgültige Gesetzeslage sein, sondern nur eigenmächtiges Handeln der PKV?


    Mit der Bitte um eine belastbare u. rechtsverbindliche Information verbleibe ich mit BG.

  • jahrelang individuell angesparte Beitragsrückstellungen

    Es ist ein Irrtum, dass Altersrückstellungen individuell gebildet werden.
    Zutreffend ist, dass Altersrückstellungen in der PKV je nach Tarif und Alter kollektiv gebildet werden.


    Deshalb ist das Verhalten Ihrer PKV auch nicht "eigenmächtig", sondern schlicht "branchenüblich".
    Die gesetzliche Grundlage ist § 204 VVG. Dort ist für Verträge, die seit 2009 abgeschlossen wurden, geregelt, dass der Teil der Altersrsückstellung, der dem Basistarif entspricht, an den neuen Versicherer übertragen wird.
    Das ist ein Zugeständnis des Gesetzgebers an die Branche für die Ausserkraftsetzung der üblichen Kalkulationsregeln bei der Einführung des Basistarifs. Mehr gibt es dazu nicht an gesetzlichen Grundlagen.


    Es ist von jeher so, dass die Altersrückstellungen der gekündigten Verträge dem Kollektiv der in den gleichen Tarifen versicherten Kunden zugute kommen. Die AXA, bei der ich versichert bin, hat in dem Begleitschreiben zu der jetzt stattfindenden Beitragsanpassung zum 01.01.2017 unter anderem als Begründung angeführt, dass leider nicht so viele Versicherte wie geplant ihre Verträge gekündigt haben... - Daher muss die Beitragsanpassung leider etwas kräftiger ausfallen.


    Also: jeder, der die PKV nach vielen Jahren verlässt, tut dem verbleibenden Versicherungskollektiv einen Gefallen.
    Auf geht's!

  • Danke für Ihre Information. Daraus ergibt sich die weiterführende Frage:


    Wie stellt sich der Sachverhalt für einen individuellen Beitragsentlastungstarif (Zusatzbaustein: EBE b. Central) dar?


    Werden die in diesem Fall individuell angesparten Entastungsbeiträge auch vergesellschaftet?

  • Wie stellt sich der Sachverhalt für einen individuellen Beitragsentlastungstarif (Zusatzbaustein: EBE b. Central) dar?


    Werden die in diesem Fall individuell angesparten Entastungsbeiträge auch vergesellschaftet?

    Wenn Sie einen separaten Beitragsentlastungstarif abgeschlossen haben, gilt das oben Gesagte nicht.


    Häufig sind solche Entlastungstarife nach Art einer Leibrente gestaltet. Sollte dies der Fall sein, stünde Ihnen ein Rückkaufswert zu. Alternativ könnte die Rente beitragsfrei gestellt werden.


    Irgendeine Regelung muss es geben, da Sie individuell Kapital angespart haben. Das hat mit der kollektiven Bildung einer Alterungsrückstellung nichts zu tun.