Tech-Giganten - Snapchat Börsengang

  • Guten Morgen liebe Community,


    ich schon wieder :D Mir brennt mal wieder eine Frage/Diskussion unterm Nagel. Es geht um den bevorstehenden Börsengang der erfolgreichen App "Snapchat".
    Snapchat will im März 2017 an die Börse gehen und wird bis zu einem Wert von 25 Mrd. Dollar bewertet.


    Kurz zu Snapchat:

    Snapchat ist eine kostenlose Handy Applikation vom Entwickler Snap Ink. Das Erscheinungsjahr von Snapchat ist September 2011. Sie ist für die Betriebssysteme iOS und Android erhältlich. Durch die App kann man Bilder und Videos versenden, die sich nach mindestens 24 Stunden selber löschen. Die aktiven Nutzer beliefen sich im Juni 2016 auf 150 Millionen. Der Umsatz belief sich im Jahr 2015 auf ca. 60 Mio. US Dollar. Im Jahr 2016 wird ein Umsatz zwischen 250 Mio. US Dollar und 350 Mio. US Dollar. 2017 ist ein Umsatz von 1 Mrd. US Dollar angestrebt.



    Facebook und Twitter:

    Ich habe hier mal zwei Beispiele für Tech-Giganten die an die Börse gegangen sind.


    Facebook ist am 18. Mai an die Börse gegangen. Der ausgabewert der Facebook Aktie betrug 38 US Dollar. Sie verlor sehr schnell an Wert und notierte im August 2012 nurnoch 19 US Dollar. Wer dennoch bei der Aktie geblieben ist, hat heute eine dicke Brieftasche. ^^


    Das gegenteil ist Twitter. Wer in Twitter investiert hat und nicht rechtzeitig abgesprungen ist, hat heute fast die Hälfte seines investierten Betrages verloren.



    Fragen:


    Was haltet ihr von diesem Börsengang ?

    Könnte auch ein normaler Privatanleger in soetwas investieren (Risiko ist bewusst, nur würde soetwas überhaupt gehen oder nur für groß Investoren?)



    Ich freue mich auf Antworten :)


    Beste Grüße,
    Shifty

  • Könnte auch ein normaler Privatanleger in soetwas investieren (Risiko ist bewusst, nur würde soetwas überhaupt gehen oder nur für groß Investoren?)

    Technisch geht das, jeder kann an einer amerikanischen Börse kaufen sofern der Depotanbieter das unterstützt. s. anbei Ordermaske Flatex für Facebook an der NASDAQ
    .

  • Was haltet ihr von diesem Börsengang ?

    Grundsätzlich sind Börsengänge mit hohen Chancen aber auch Risiken verbunden. Aus eigener schlechter Erfahrung würde ich nicht am Ausgabetatag kaufen. Zum Dienst selbst kann ich nichts sagen, da ich ihn nicht nutze und auch sonst sozialen Medien nicht zugewandt bin. Ich verbleibe daher mit zwei Börsenweisheiten:


    Nur weil man denkt man hat etwas in der Vergangenheit verpasst sollte man nicht blind etwas ähnliches kaufen.
    Wenn man so etwas spekulatives kaufen will sollte das nur einen kleinen Teil des Vermögens ausmachen (1-2%)

  • Hallo @Shifty


    klasse Frage, mit dem Snapchat IPO beschäftige ich mich auch schon ein bißchen.


    Es gibt hier zwei Dinge, die man getrennt voneinander betrachten sollte:

    • Snap Inc. (ex Snapchat) als Unternehmen
    • IPO als Ereignis


    Zu Snap als Unternehmen kann man sagen, dass die derzeit sehr, sehr vieles richtig machen - sie sind eindeutig Trendsetter, z.B. was das Thema "Vergänglichkeit"von Posts angeht. Einige Analysten sehen Snap als Unternehmen am besten positioniert ist, mal tatsächlich richtig was vom Brand Advertising Kuchen des Fernsehens abzuknabbern (im Prinzip das was Google und später Facebook mit den Classifieds Umsätzen der Zeitungen gemacht haben). Eine ganze Reihe Produktlaunches, insbesondere "Stories" geht in diese Richtung.


    Auch die Tatsache, dass Facebook mit Instagram innerhalb von kürzester Zeit Features von Snap kopiert (more on that in a minute...) zeigt, dass FB die Bedrohung durch Snap sehr ernst nimmt.


    Mit Evan Spiegel hat Snap auch einen CEO, der von vielen im Valley mit Steve Jobs vergleichen wird. Und da scheint durchaus was dranzu sein. Der Produktlaunch der Spectacles ist schon ein Meisterstück des Produktdesign und der Vermarktung. Ob auch finanziell erfolgreich, wird man sehen...



    Wenn das alles so toll ist, wo sind dann die Risiken?


    Snap kann durchaus das Schicksal von Twitter ereilen - dass die, die es nutzen es toll finden, und auch die Leute in der Tech / Medien Filterblase das Ganze als das nächste große Ding sehen - aber der Service nie über 100, 200 oder 400 Mio Early Adopter hinauskommt. Und das ist dann (auf einer globalen Skala) einfach nicht genug im Vergleich zu FB oder Google.


    Außerdem zeigt die Tatsache, dass FB gewaltige Ressourcen in das "Nachziehen" der Features von Snap in Instagrsm steckt UND ihr Produkt in einer Kundenbasis von 1,7 Mrd. Menschen vermarkten kann UND Instagram schon tief in die Werbebuchung für Werbetreibende intergriert hat UND wesentliche mehr Daten für das Targeting von Werbung (ab das für Brand Advertising so wichtig ist sei mal dahingestellt) hat, dass das durchaus ein harter und damit teurer Kampf werden wird.


    Snap sitzt übrigens in Venice bei LA und nicht im Valley. Das mag heute ein Vorteil sein, was Mindset und "Andersartigkeit" angeht - wenn man aber irgendwann Techies zu Hunderten oder gar Tausenden einstellen muss, kann das ganz schnell ein Standortnachteil werden.


    Dazu kommen noch die ganzen üblichen Risiken: Ein Daten-Supergau, irgendwelche Hacks der Spectacles etc. Auch Spiegel als CEO hat durchaus ein bißchen "Baggage", auch aus der Ecke kann durchaus was kommen, auch wenn ich das inzwischen für recht unwahrscheinlich halte und er mit den bisherigen "Skandalen" (die eher Skandälchen waren) gut umgegangen ist.


    Für mich läuft die Analyse von Snap letztendlich auf zwei Punkte hinaus:

    • Schafft Snap es, den Brand Advertising Jackpot, der nach wie vor zu >90% beim TV liegt, zu knacken?
    • Ist Snap als Produkt "generational" oder "Age-related"? Was meine ich damit? "Generational" sind Dinge, die von einer Generation besonders wertgeschätzt werden. Klassiker sind hier Bands aus der eigenen Jugend - man denke an 60-Jährige beim Rolling Stones Konzert. "Age-related" sind Dinge, die man in einem bestimmten Alter tut - und dann halt irgendwann nicht mehr...
      Macht einen fundamentalen Unterschied für die Langlebigkeit eines Produktes...



    So viel zum Thema Snap als Unterehmen. Zum Thema IPO als Ereignis zitiere ich einfach mal ausführlich Stratechery (FETT von mir) im nächsten Post:


  • Coupa IPOs — and Pops

    There was another successful tech IPO last Thursday. From the Wall Street Journal:

    Shares of Coupa Software Inc. more than doubled in their stock market debut, lifting the company’s market capitalization to more than $1.5 billion and marking the latest billion-dollar tech company to make a splash going public.


    Last week data-center infrastructure company Nutanix Inc. also pulled off an IPO with a market cap twice as rich as investors made it in its last private valuation. Together, the Nutanix and Coupa deals gives late-stage investors confidence that high valuations can still be profitable if those gains hold.


    [...]. Coupa Software, whose software tools help businesses manage spending, had priced its shares at $18 apiece on Wednesday night, at the high end of its expected range of $16 to $18. Shares opened on the Nasdaq at $35, then rose as high as $41.61 in the first hour of trading, eventually closing at $33.28.


    [...].


    Anyhow, like Nutanix, Coupa's stock popped in a big way, leading to the usual outrage on Twitter that banks were unfairly enriching themselves and their clients at the startups' expense and demands that the system change. That, though, is quite unlikely to happen — and it's not clear that startups would be better off if it did.

    Why (Most) IPOs are Under-Priced

    First off, there has been a lot of (inconclusive) academic research into IPO underpricing, which is usefully summarized in this New York Times DealBook column. The theory with the most empirical support is basically "lemon theory":

    The information asymmetry theory assumes that the I.P.O. pricing is a product of information disparities. This theory takes a variety of forms, but the most influential one was put forth by Kevin Rock almost a quarter-century ago. He theorized that uninformed investors bid without regard to the quality of the I.P.O. Informed investors bid only on the offerings they think will gain superior returns. But with weak I.P.O.’s only uninformed investors will bid and lose money. The losses are so great that the uninformed investors will eventually leave the I.P.O. market…The underwriters, however, need the uninformed investors to bid since informed investors do not exist in sufficient number. To solve this problem, the underwriter reprices the I.P.O. to bring in these investors and ensure that uninformed investors bid. The consequence is underpricing.


    The whole article is worth a read, but what I am more interested in is why there is very little movement to change matters and, as long time Stratechery members might suspect, this leads me to incentives.


    Under the current IPO system there are four relevant actors when it comes to IPO pricing: the company's managers, the company's shareholders (which obviously overlap with the managers), the investment bank, and institutional investors who are invited to bid on shares in what's known as the "book-building" process. Looking at the incentives of each of these actors is, I think, pretty illuminating as to why "pops" are the norm:

    • The company's managers receive a massive amount of benefit from a stock "pop": first and foremost, a "pop" builds a very positive narrative about the company's prospects and gives a big cushion for the first several earnings calls. In addition, a "pop" is very good for morale: remember, employees can't sell for 180 days until after the IPO, so they care about the actual stock price, not the IPO offering price. On the flipside, an IPO that is overpriced is disastrous for management: the company is immediately under immense pressure to deliver on quarterly earnings, and it is much more difficult to take advantage of one of the big upsides of being public — using stock for acquisitions (I think this is one reason why Facebook didn't buy Waze; whether that would have been a good move is a separate discussion).
    • Stockholders also benefit from a stock pop. Remember, only a very small portion of stock is made available in an IPO (usually around 10%). Many investors continue to hold stock after the IPO, which means they are in fact the biggest beneficiaries of a "pop". And, on the flip-side, a stock that is flat or under pressure hurts those held shares.
    • It is the investment bank that is arguably most in the middle here: on the one hand, they receive a commission for the IPO, which theoretically incentivizes them to push for higher pricing. Plus, the bank in question wants to earn other IPOs. On the other hand, the institutional investors that buy the IPO are the banks' long-term clients (i.e. long-term moneymakers), which means the banks are incentivized to do good by them as well (i.e. get a lower price). I think most critics of IPO pricing are right that the banks' desire to serve their long-term customers outweighs their desire to do right by a company who is a one-time client, but again, there is at least a semblance of balance here.
    • Institutional investors motivations are very clear cut: they want a pop. Buying a stock that appreciates like Coupa's did is some of the easiest money they will make, and if they truly believe in the company, than the managerial benefits (narrative, cushion) are helpful as well.

    Notice the bias: every single stakeholder is helped by a stock "pop", and everyone is hurt by the opposite. Given that, it comes as absolutely zero surprise that that is exactly what happens.
    Granted, under a "pop" scenarios, that 10% of stock that is sold does not garner nearly the amount of money that it should, and that is a loss for shareholders and the bank's reputation. But the key point is that IPOs are not a static event: they exist in the context of what is hopefully the long life of a company, and from that point of view, missing out on a few dollars that can be raised in follow-on stock offerings at the higher price simply doesn't balance out the incentives of everyone involved. If a mistake on pricing is made, it is in everyone's interest that the price be too low rather than too high, so naturally it always is.




    Das sagt eigentlich alles...

  • Es kommt beim IPO auch darauf an, ob du Aktien zugeteilt bekommst. Wenn die Nachfrage hoch ist, sinkt deine Wahrscheinlichkeit Aktien zu zeichnen. Versuchen kannst du es aber auf jeden Fall. Mit etwas Glück bekommst du auch welche zugeteilt.

  • So, da Snapchat ja einen super Börsengang hingelegt hat (Ironie off), hab ich mal eine weitere Frage dazu.
    Was würde eigentlich passieren, wenn man in Snapchat investiert hätte und Facebook aufeinmal Snapchat aufkauft ?! Was würde dann mit den bereits gekauften Snapchat Aktien passieren ?