Honorarberater / Weltportfolio

  • Ich bin gerade dabei meine Finanzplanung (auch inspiriert durch Gerd Kommers Buch "Souverän Investieren" nach dem Prinzip Weltportfolio / Buy-and-hold) aufzustellen. Darüberhinaus habe ich über einen Honorarberater aus Mannheim folgende Empfehlung erhalten, dass Investieren über die Fa. Dimensional Fund Advisors https://eu.dimensional.com/de/individuals , die ihr Welt-Portofolio zusammen mit Eugene Fama erstellt haben, eine optimale Lösung wäre, da ich hierdurch Zugang zum Institutionellen Markt erhalten würde (was als Privatanleger nicht ginge), womit eine deutlich bessere Kostenstruktur einhergehe. Meine Frage dazu: Kann dies möglich sein? Gibt Erfahrungswerte zu Dimensional Fund Advisors? Ein Vorteil soll dabei sein, dass es sich um einen Netto-Tarif handelt.


    Meine 2. Frage zielt zum Honorarmodell des Beraters ab: Der Berater erhält auf die Erstanlage jeder monatlichen Sparrate (in den Fonds) 8% Honorarvergütung. Für mich stehen demgegenüber andere Anbieter wie arero, MSCI World, etc. i.shares etc, was ich dann aber selbst koordinieren müsste. Können Sie mir Ihren fachlichen Rat dazu geben.


    Herzlichen Dank für Eure Einschätzung dazu!

  • Die Firma Dimensional Funds Advisors ist mir nicht bekannt. Ich habe mal einen der Fonds rausgegriffen, den es schon lange gibt, und die Performance ist im Vergleich zu drei anderen wirklich sehr guten Fonds schon überzeugend. Der Dimensonal European Small Companies wird durch die graue Linie dargestellt:


    [Blockierte Grafik: https://charts.comdirect.de/ch…&WITH_EARNINGS=1&SHOWHL=1]


    https://www.comdirect.de/inf/f…N=11931318#timeSpan=SE&e&


    Mir ist allerdings nicht klar, was eine Honorarberatung mit einer 8%-igen Vergütung bezogen auf die Anlagesumme zu tun haben soll. Wo ist da der Unterschied zum sonst fälligen Ausgabeaufschlag von meist 5%? Honorarberatung heißt doch idR ein Stundenhonorar für eine produktunabhängige Beratung???


    Ein Vorteil soll dabei sein, dass es sich um einen Netto-Tarif handelt.

    Die Verwaltungskosten der Fonds (annual management charge) sind in der Tat günstig, also in etwa auf ETF Niveau, das kann man hier entnehmen: https://eu.dimensional.com/de/funds.

  • Hallo @Marcel1,
    ich würde es nicht machen, ich kaufe meine Fonds ohne Ausgabeaufschlag. 8% für den Honorberater, ist mir zu hoch. Bei einer langfristigen Geldanlage fallen Anfangskosten besonders renditeschmählernd ins Gewicht.
    Bei einen ETF auf den MSCI-World gibt es auch für Dich keinen Ausgabeaufschlag.
    Das zu zahlende Transaktionsentgeld ist so gering, dass man es vernachlässigen kann.
    Selbst ist der Mann, da kann man auch immer noch dazulernen.
    Gute Anlageerfolge wünscht


    Altsachse

  • Hallo,
    Die Geschichte von Dimensional begann vor ca. 35 Jahren. Es sind keine ETF Index Fonds. Es wird in Assetklassen investiert. Gerd Kommer hat in seinen Büchern einige Zahlen von Dimensional verwendet. Es wird ein wissenschftlicher Hintergrund für die Anlage verwendet. Mit 4 Investmentfonds bekomme ich ca 12.500 Titel in mein Depot. Meinen Wissens nach die größte Streuung. Bei vielen Vermittlern nich so bekannt, denke das liegt daran das Dimensional keine Provisionen, Kickbacks oder ähnliches bezahlt.

  • Hallo,
    8% für den Honorarberater ist schon sehr sportlich. Dimensionalfonds können von Privatanlegern nicht direkt gekauft werden (zur Zeit) . Als Berater muss man eine spezielle Schulung durchlaufen, dann wird man für den Vertrieb von Dimensional freigeschaltet.
    Der Anlageerfolg eines Anlegers hängt zu 95% von der Aufteilung der Assetklassen(Renten, Immobilien , Aktien) ab.


    Zu ETF Index Fonds gibt es noch folgendes zu sagen. Wenn ich mir den zur Zeit größten Deutschen EFT ( IShare Dax) von Blackrock ansehen und ich festestellen muss das ca.16 Mrd als 1600 Millionen in 30 Aktienwerten investiert sind, dann komme ich ins nachdenken.
    Renditen alles super, klar der Markt ist ja auch super gelaufen, dafür kann Ishare's ja nichts. Jeder Privatanlager kann per Knopfdruck verkaufen und die meisten werden es auch wieder tun wenn die Kurse mal nicht so gut sind (der Zeitpunkt ist klar, wenn die tiefesten Kurse erreicht sind).
    Was passiert mit den Kursen wenn allle verkaufen, ist genug Liqidität im Markt um Anteile zurückzunehmen?


    Es gehört schon etwas mehr dazu, ein passendes Weltportfolio auf zu bauen.


    In diesem Sinne gutes Gelingen
    Stefan Pflugmacher

  • Hallo @Stefan Pflugmacher,
    der Vergleich des von mir genannten ETF MSCI-World, mit einen ETF auf den Dax ist unseriös.
    Wenn eine Anlagemöglichkeit der öffentlichen Zugänglichkeit entzogen wird, ist sie nicht automatisch besser.
    Ich habe meine persönliche Meinung dazu dargestellt. Jeder Leser kann sich nun seine eigene Meinung bilden. Auch wenn ich Ihre Vorlesung nicht besucht habe, bleibe ich bei meiner Meinung. Es gehöhrt nicht viel mehr dazu ein Weltportfolio aufzubauen, man muß nur einen ETF auf den MSCI-World kaufen. Dazu braucht man keine spezielle Schulung durchlaufen.
    Ich sehe diesen Chat als die Möglichkeit sich untereinander auszutauschen. Als Forum für PR ist es nach meiner Meinung nicht gedacht.
    Nichts für Ungut.


    Altsachse

  • Im übrigen ist es bei ETF ja gerade so, dass es *nicht* verschiedene Anlageklassen gibt.
    Das heißt, institutionelle und Privatanleger verwenden hier das selbe transparente Anlageprodukt.
    Damit kann sich jeder ein kostengünstiges Weltportfolio aufbauen, der sich ein wenig damit beschäftigt.

  • Hallo zusammen,


    die Anlage in einen Dimensional Fund bietet auf Basis der Kosten keinen Vorteil zu ETFs. Zu herkömmlichen klassischen Fonds in Bezug auf die laufenden Kosten "ja".


    Ein Weltportfolio kann sich theoretisch jeder zusammenbauen.


    Die einfachste Möglichkeit ist ein MSCI World Tracker oder noch besser ein MSCI ACWI (mehr Titel, mehr Länder)


    8 % für einen Honorarberater finde ich sehr krass. Ich zahle für meinen pro Stunden 180 Euro. Das wars. Egal wie hoch die Anlagesumme ist. Das empfinde ich als fair.


    Zur Frage: Was passiert mit den Kursen wenn allle verkaufen, ist genug Liqidität im Markt um Anteile zurückzunehmen?


    Das kommt darauf an in wie weit die Liquidität der einzelnen Wertpapiere des Indexes gegeben ist.