Rückkehr in die GKV

  • Lückenlos wird es m.E. nicht gehen, da 50+ und "Unterschrift" vorliegen. Zwei Bremsen.


    Die Gesetzeslücke ist bekanntlich die Familienversicherung. Also einen Monat ohne Einkommen (auch kein ALG, Mieteeinahmen, Unternehmensbeteiligungen oder Photovoltaik) dann geht es in die GKV der Ehefrau. Ohne Vorhandensein einer GKV-Ehefrau, ist natürlich Essig.


    Dann noch ein Krankenkassenwechsel und die Spuren sind verwischt.

    Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenig Leute damit beschäftigen. Henry Ford

  • Guten Tag,


    heute flattert erneut eine Erhöhung meiner PKV herein, satte 12% Erhöhung. Dort bin ich seit 2012 versichert. Vorher war ich ca. 24 Jahre in der GKV versichert. Seit 2009 bin ich selbständig (Einzelunternehmer). Gestartet bin ich bei der PKV mit ca. 590 Euro Beitrag und bin jetzt bei 900 Euro. Ich frage mich, wo das hinführen soll.


    Ich bin 52 Jahre jung. Nachdem was ich hier gelesen habe, ist es ja ausgeschlossen, in die GKV zurückzukommen, es sei denn ich gebe meine Selbständigkeit auf, was natürlich nicht geht.


    Meine Frau ist in der GKV versichert. Wäre eine Möglichkeit, die Selbständigkeit mit meinem 66. Lebensjahr zu beenden ( 1 Jahr vor Renteneintritt) und mir noch einen Minijob bis zum Renteneintritt zu suchen, so dass ich dann in die Familienversicherung meiner Frau wechseln kann?! ( Einen Anspruch auf ALG habe ich nicht, da ich dort nicht einzahle).


    Wenn ja -würde ich dann in der Familienversicherung verbleiben können bis ans Ende meines Lebens oder würde dies immer aufs neue geprüft ob ich bleiben kann?! Und falls immer wieder geprüft würde, welche Voraussetzung müssen erfüllt sein, um dort zu bleiben?


    Vielen Dank für euer Feedback!



    Sunnox

  • Meiner Meinung nach nein.

    Seine Selbständigkeit kann man schon so weit einschränken, dass die Einkünfte als Angestellter höher sind. Dann wäre es noch möglich bis 55 zu wechseln.

    Ansonsten:

    Man muss in der privaten Krankenversicherung bleiben, es fallen ja ab dem 66 Lebensjahr auch Einkünfte an, sei es durch Kapitaleinkünfte oder Vermietung & Verpachtung.

  • Meiner Meinung nach nein.

    Seine Selbständigkeit kann man schon so weit einschränken, dass die Einkünfte als Angestellter höher sind. Dann wäre es noch möglich bis 55 zu wechseln.

    Ansonsten:

    Man muss in der privaten Krankenversicherung bleiben, es fallen ja ab dem 66 Lebensjahr auch Einkünfte an, sei es durch Kapitaleinkünfte oder Vermietung & Verpachtung.

    Kapitaleinkünfte habe ich nicht, woher denn, ich vermiete und verpachte auch nichts.

  • Kapitaleinkünfte habe ich nicht, woher denn, ich vermiete und verpachte auch nichts.

    ... du hast ja noch einige Jährchen bis zur Rente. In 14 Jahren kannst du das doch noch auf die Reihe bringen, oder?


    Ich habe denn thread jetzt nicht ganz gelesen; weiß also nicht, ob die Thematik des Tarifwechsels in der PKV schon angerissen wurde. Wäre das nicht eine Möglichkeit die Beitragszahlung jetzt schon zu reduzieren?

  • Ab 55 hast du praktisch keine Chance mehr. Also wenn raus aus der PKV, dann jetzt. Die Möglichkeiten stehen in unserem Ratgeber beschrieben, aber sind alle nicht wirklich attraktiv für einen Selbstständigen.


    Ich kenne Dein Einkommen ja nicht, aber nicht übersehen, dass der Höchstbeitrag in der GKV immerhin auch schon bei 736€ (2020) liegt

  • ...ich hätte grundsätzlich kein Problem in die GKV jetzt auch einen höheren Beitrag zu zahlen. Ich kann nur dafür nicht meine Selbständigkeit aufgeben.


    Ich mache mir nur große Sorgen um die Rentenzeit. Sollten die Beiträge weiterhin in dieser Regelmäßigkeit und Höhe steigen in den nächsten 15 Jahren wäre ich rein rechnerisch bei einem Beitrag von 15oo Euro /Monat.


    Die Ausstiegsmöglichkeiten kenne ich unter 55 Jahren, danke nochmal für den Hinweis👍!

  • Ab 55 hast du praktisch keine Chance mehr. Also wenn raus aus der PKV, dann jetzt. Die Möglichkeiten stehen in unserem Ratgeber beschrieben, aber sind alle nicht wirklich attraktiv für einen Selbstständigen.


    Ich kenne Dein Einkommen ja nicht, aber nicht übersehen, dass der Höchstbeitrag in der GKV immerhin auch schon bei 736€ (2020) liegt

    Kleine Klarstellung: Der Höchstbeitrag in der GKV (inkl. Krankengeld und Pflegepflichtversicherung) liegt bei durchschnittlichem Zusatzbeitrag im Jahr 2020 bei rund 891 EUR und ab 2021 bei rund 919 EUR! Das ist die relevante Vergleichsgröße, im PKV Beitrag ist die Pflege ja auch einkalkuliert und vermutlich auch ein Krankentagegeld.

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH & Co. KG - Spezialisten für Private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit, Altersvorsorge, Geldanlage. Angaben gem. § 11 VersVermV, § 12 FinVermV: schlemann.com/erstinformationen. Beiträge in der Finanztip Community erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt, jedoch ohne Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen, deren Nutzung auf eigene Gefahr erfolgt.

  • Kleine Klarstellung: Der Höchstbeitrag in der GKV (inkl. Krankengeld und Pflegepflichtversicherung) liegt bei durchschnittlichem Zusatzbeitrag im Jahr 2020 bei rund 891 EUR und ab 2021 bei rund 919 EUR! Das ist die relevante Vergleichsgröße, im PKV Beitrag ist die Pflege ja auch einkalkuliert und vermutlich auch ein Krankentagegeld.

    ... und womöglich noch andere Bausteine wie zusätzliche Beitragsentlastungtarife i.H. von x € ab Renteneintritt.


    Um den Vergleich dann vollständig zu machen muss man m.E. dann fiktiv zu der GKV neben dem Krankentagegeld auch kalkulieren, was die Zusatzversicherung Chefarzt und Ein- oder Zweibettzimmer kosten würde (das Gros der PKV-Versicherten wird vermutlich stationär nicht GKV-Niveau haben). Möglicherweise auch ein Krankenhaustagegeld-Zusatzversicherung (macht bei Ein- oder Zweibettzimmer ggf. wieder nicht so viel Sinn, ja ich weiß...)


    Ich habe es für mich einmal kalkuliert und die Differenz ist ein fast mittlerer 4-stelliger Betrag p.a., und das gerechnet mit der ordentlichen Beitragssteigerung in meiner PKV ab 2021!


    Klar, wenn man ausschließlich die Grundleistung haben möchte in der GKV ist die Differenz nicht mehr so riesig.

  • Danke - ein sehr weises Statement Comandante ! Die Kosten für Zusatzversicherungen, um die Defizite der GKV etwas zu reduzieren (nicht nur stationär - das ist aber der wichtigste Teil), belaufen sich für einen Erwachsenen locker auf 100 EUR im Monat, pro Kind dann um die 50 EUR. Nur so wird ein Vergleich etwas realistischer.

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH & Co. KG - Spezialisten für Private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit, Altersvorsorge, Geldanlage. Angaben gem. § 11 VersVermV, § 12 FinVermV: schlemann.com/erstinformationen. Beiträge in der Finanztip Community erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt, jedoch ohne Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen, deren Nutzung auf eigene Gefahr erfolgt.

  • Hallo zusammen,

    leider schlage ich mich mit der gleichen Frage herum: Soll ich in die GKV wechseln oder lieber nicht. Was wäre die Empfehlung?

    Die Fakten: ich bin 45 Jahre alt und alleinerziehend (ledig), ein Kind (auch privat versichert über mich) und bislang 23 Jahre berufstätig. Ich verdiene über der Beitragsbemessungsgrenze und habe die Chance über Teilzeit in Elternzeit in die GKV zurückzukehren und uns beide in der GKV zu versichern.

    Ich zahle 600€ für mich und 170€ für meine 4-jährige Tochter inkl. Pflegeversicherung. Die GKV wäre für uns inkl. Zusatzversicherung aktuell teurer.

    Sorge bereitet mir die Situation ggf. vor der Rente - wenn man ggf. nur Teilzeit arbeitet und entsprechend weniger verdient und die Rente. Mein Ziel wäre es auch in die GKV für Rentner zu kommen, da ein großer Teil meiner Altersvorsorge Mieteinnahmen sein werden. Mit dem jetzigen Wechsel hoffe ich es zu schaffen in die Pflichtversicherung der Rentner zu kommen.


    Was wäre die Empfehlung für mich? Wird der Beitrag der PKV im Alter unbezahlbar? Und sich ggf. sogar verdoppeln? Soll ich die Chance jetzt nutzen und erstmal 10 Jahre ggf. mehr fur die GKV bezahlen? Ich freue mich über Empfehlungen und Ratschläge, weil ich mich gerade komplett verliere. Leider kenne ich keine Privatversicherer Person in Rente und die Beiträge...

    herzlichen Dank im Voraus

    Ps: ich gehe davon aus, dass meine Tochter und ich auch wirklich in die gkv wechseln können (beide die pkv kündigen)

  • Hallo.


    Bei ersten Lesen scheint es tatsächlich so, dass bei einem zeitnahen Wechsel in die gKV die Voraussetzungen für die KVdR später erfüllt wären.


    Ob der Wechsel tatsächlich die beste Alternative darstellt, müsste sich jemand vom Fach genauer anschauen, pauschalisieren sollte man nicht.

  • Hallo nochmal,

    ich finde es so schwer zu kalkulieren, ob die PKV Beiträge im Rentenalter wirklich so exorbitant hoch sind.

    Was muss ich da einplanen? Eine Verdoppelung zu heute - statt 600€ dann 1.200€? Für nächstes Jahr war ich positiv überrascht, dass meine PKV in 2021 die Beiträge nicht anhebt. Wenn es mit Inflationsausgleich bei dem Niveau bleibt, würde ich in der PKV bleiben. die GKV wird auch jedes Jahr teurer.

    Doch alle raten einem irgendwie in die GKV zu wechseln - genauso wie vor 20 Jahren alle einem die PKV geraten haben.

    Gibt es Erfahrungswerte mit den Beiträgen im Alter? Oder ist das 20 Jahre Blindflug und heute die Glaskugel?

    Gibt es noch weitere Ideen/ Meinungen dazu? Und wer kann überhaupt hier beraten?

    Lieben Gruß an die Community

    Barbara

  • Persönliche Meinung: Der GKV-Beitrag steigt auch jedes Jahr - "still und heimlich" und nicht so offensichtlich wie der PKV-Beitrag.


    Der Knall, den die PKV ab 2021 erreicht hat wird die GKV wohl erst nach der Bundestagswahl erreichen - entweder durch Kürzung der Leistungen oder Erhöhung der Kassenbeiträge oder beides (Stichwort auch: Zusatzbeitrag).


    Daher ist das Ganze m.E. sehr differenziert zu sehen.

  • Guten Abend,

    Mir behagt es auch nicht, dass ich zu der kleinen Gruppe von 8M PKV Mitgliedern gehöre, von denen 4M Beamte sind und in der Gothaer (wo ich bin) gerade mal 150T PKV Mitglieder. Wenn ich meinen Beitrag zu 4-5% pro Jahr für 30 Jahre hochrechne bin ich bei >2000€ Beitrag pro Monat...