Fondsanlagen

  • Und meine Abwarte-Strategie ist für mich schwerer durchzuhalten als gedacht, mir stresst das irgendwie sehr, immer Sorge zu haben, dass ich am Ende Verlust mache.

    Das ist leider bei eher unerfahrenen Anlegern oft so und wird von der "Aktien sind Alternativlos-Fraktion" oft ausgeblendet. Aber ich gehe mal davon aus, dass du nicht dein ganzes Vermögen investiert hast, also kannst du jetzt in den nächsten Jahren dein Stresslevel gut austesten und ggf. weiteres Geld erst mal aufs Tagesgeldkonto legen.


    Das ist kein Wunder, wenn du dir die Entwicklung von DAX und Co. in den letzten Monaten so ansiehst.

    Daher überlege ich doch in gemanagte Fonds zu wechseln, wo ich mir einreden kann, dass noch jemand anderes nach dem rechten sieht

    Ja, aber..... Hier musst du auch darauf achten, dass "dein" Fondsmanager überwiegend alles richtig macht. Die Lieblinge (und Toperformer) der Branche von heute sehen größtenteils ganz anders aus, als die vor zehn Jahren (mit ganz wenigen Ausnahmen, die man aber leider vorher nciht kennt:-)

  • @Oekonom Danke für dein Feedback. Ich habe etwa 60 % meines Vermögens in ETFs die von Finaztip empfholen wurden investiert. Hatte vorher noch in ein paar Einzelaktien investiert, die ich aber mittlerweile wieder verkauft habe, zwar mit Gewinn, aber bin vermutlich auch da zu früh ausgestiegen, wenn ich mir die aktuellen Kurse ansehe. Aber den Rest habe ich in Festgeld und ein paar Tausend noch auf einem Tagesgeldkonto.
    Ja, ich muss es einfach lernen das gelassener zu sehen und einfach am besten nur alle halbe Jahr Mal zu gucken. Aber noch gucke ich jeden Tag :/:S
    Ist eben die Sache, man weiß nie ob die Fondmanager es besser machen, aber ich merke einfach, dass ich noch nicht die nötige Gelassenheit habe. Naja, wir werden sehen.


    Auf jeden Fall einen schönen Tag euch!


    Liebe Grüße :-)

  • ...
    Ist eben die Sache, man weiß nie ob die Fondmanager es besser machen, aber ich merke einfach, dass ich noch nicht die nötige Gelassenheit habe. Naja, wir werden sehen.
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    Doch, man weiß, dass "die Fondsmanager" (in Ihrer Gesamtheit) es schlechter machen. Allenfalls machen es einige wenige besser.


    Just ETF


    Zu dem Thema kann man sich jede Menge Untersuchungen ergoogeln. Oder man macht den Vergleich gleich selbst.


    Man muss die wenigen zukünftig guten Fonds nur finden. Das dumme dabei ist, dass die guten Fonds der Vergangenheit regelmäßig nicht die guten Fonds der Zukunft sind.


    Im Grunde genommen ist es auch leicht zu verstehen, dass ein Aktienfonds, der 2% p.a. kostet einen ETF, der 0,1% p.a. kostet, dauerhaft nur sehr schwer schlagen kann. Es ist einfach eine Frage der Wahrscheinlichkeit, dass die meisten das nicht schaffen. Die 2% Kosten muss der aktive Fonds ja ersteinmal wieder verdienen, bevor er überhaupt mit dem ETF gleichziehen kann.


    Es macht ferner keinen Sinn, wenn Du Dein Aktienvermögen isoliert betrachtest. Entscheidend ist die Entwicklung des Gesamtvermögens. Nichts anders wird bei einem Mischfonds ja auch gemacht.

  • Ja, ich muss es einfach lernen das gelassener zu sehen und einfach am besten nur alle halbe Jahr Mal zu gucken. Aber noch gucke ich jeden Tag

    In deinem Alter ist auch der Anlagehorizont ein wichtiges Kriterium. Wenn du dir (halbwegs) sicher bist, dass du deine ETF Anlagen in den nächsten Jahren nicht brauchst, dann ist die Kostolany Strategie ("kaufen, liegen lassen und erst mal vergessen) sicher ganz hilfreich für dich. Wenn du keinen grundsätzlichen Spaß an dem Thema hast, dann kuck nicht wirklich jeden Tag in dein Depot. Andererseits bin ich der Meinung, dass die Luft derzeit schon ziemlich dünn ist. Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob das richtig oder falsch ist. Nur wenn du natürlich gar nicht mehr kuckst, wo die Aktien stehen, verpasst du vielleicht günstige Einstiegskurse. Insoweit wäre vielleicht ein Sparplan auch eine gute Wahl. Jeden Monat 50 Euro ansparen und (wie @RaphaelP) darauf hoffen und vertrauen, dass es langfristig von links unten nach rechts oben geht:


    [Blockierte Grafik: https://charts.comdirect.de/charts/rebrush/design_big.chart?WIDTH=645&HEIGHT=655&TYPE=MOUNTAIN&TIME_SPAN=SE&TO=1523887200&AXIS_SCALE=lin&DATA_SCALE=abs&LNOTATIONS=3193857&LCOLORS=5F696E&IND0=VOLUME&AVGTYPE=simple&WITH_EARNINGS=1&SHOWHL=1]


    Aus dem MSCI World Chart kannst du gut erkennen, dass das in der Vergangenheit gut funktioniert hat, aber auch entnehmen, wie lange du im Zweifelsfalll mal Geduld haben musst, bis du alte Höhen wiedersiehst. Und stell dir einfach mal vor, was im Jahr 2008 passieren hätte können, wenn die Notenbanken die Spekulanten und Banken nicht gerettet hätten. Nur damit du zumindest theoretisch mal im Auge hast, wo die Reise auch hätte hingehen können.


    Zu den aktiven Fonds: Wahrscheinlich ist es nicht rational, aber ich mag die lieber, auch weil ich zum einen ein regelmäßiges Reporting kriege und ggf. mal direkt mit jemanden über die Entwicklung des Fonds sprechen kann. Du kannst dir zum Beispiel einmal im Monat das aktuelle Factsheet schicken lassen und den Kommentar zur Fondsentwicklung lesen. ist natürlich dann nicht die Kostolany-Strategie ;)


    Zum Beispiel: https://www.flossbachvonstorch…/fonds/LU0323578657/4281/


    Und bei diesem sehr beliebten Fonds kannst du aktuell sehen, dass er in den letzten drei Jahren nicht annähernd die Renditen erzielt hat, die kater.ka oben genannt hat. Wenn man nur auf die Performance schielt, dann ist man enttäuscht, wenn man die Strategie versteht und damit konform geht, dann ist es nicht (ganz) so schlimm....

  • Ein Portfolio sollte zumindest aus Aktien und Zinspapieren bestehen, gerne zur Diversifikation auch Immobilien und Rohstoffe/Edelmetalle. Sinn davon ist dass diese Werte schwächer korreliert sind/sein sollten als Aktien untereinander und damit Schwankungen des Aktienkorbs gedämpft werden (s. u.a. Musterportfolios bei JustETF).

  • Wie genau meinst du das?

    So wie ich es geschrieben habe.
    Du hast 60% Deines Vermögens in Aktienfonds. Der Rest liegt, wie ich annehme, in sicheren Anlagen, damit die Schwankungen des Gesamtportfolios reduziert werden.
    Nun schaust Du aber nur die Entwicklung des Aktienteils an. Dabei wäre aber die Entwicklung Deines Gesamtportfolios von Bedeutung.
    Ansonsten kann man die Aufteilung in riskanten und sicheren Anteil auch gleich lassen.

  • OK, jetzt glaube ich zu verstehen was du meinst. Naja an das Geld auf den Festgeld- und Tagesgeldkonten denke ich zum Glück meistens nicht, mein Vater sagt zwar schon seit Jahren, dass er davon ausgeht, dass Geld bald nichts mehr Wert ist, aber ich bin da etwas optimistischer.

  • Durch die Diskussion der letzten Tage ist mr aufgefallen, dass ich die Kaufliste noch nicht aktualisiert hatte.

    Die Dividendenstrategie fällt von Kaufen auf Halten

    Ich habe meine im Februar angekündigte Reduzierung der Aktienquote dadurch umgesetzt, dass ich mich von zwei Dividendenfonds getrennt habe,


    Bei der Kaufliste der Kinder wurde ein Fonds durch einen Immobilienaktienfonds ersetzt.


    LU0376514351
    DE000A1H72F1
    DE000A1JSWP1
    LU0350239504 gestrichen
    DE000A1WZ2J4
    BE6213828088 neu

  • Insoweit wäre vielleicht ein Sparplan auch eine gute Wahl. Jeden Monat 50 Euro ansparen und (wie RaphaelP) darauf hoffen und vertrauen, dass es langfristig von links unten nach rechts oben geht:

    Das klingt so als wäre ich der Inbegriff des naiven und undifferenzierten Anlegers :D


    Spaß beiseite:
    Ich stehe voll dazu. Ich habe meine Sparpläne (allerdings mehr als 50 €), Tagesgeld- und Riesterdaueraufträge (für meine Frau) am Laufen und kaufe dann immer wieder Einzeltitel nach und oder dazu. Ich habe dabei Sachen, die mir immer viel Freude machten wie McDonalds, Stryker und Danaher (alle trotz Dollar/Euro Misere) aber auch Sachen, die lange nicht so gut liefen wie General Mills oder Procter & Gamble (früher war die super).
    Ich achte dabei eben auf Länder- und Branchenmix und/oder ob ich die Produkte selbst regelmäßig kaufe und habe es bisher von einigen Experimenten am Anfang auch durchgehalten nichts zu verkaufen. Weder als es super war noch als es beschissen war. Manchmal ist es auch einfach Glück, habe letztes Jahr Gott sei Dank die Finger von General Electric und H&M gelassen...


    Ich bin aber von den Unternehmer, "die ich habe" komplett überzeugt und daher ist es mir zu blöd immer auf günstige Kurse, Ausstiegssignale etc. zu schielen. Es macht mir auch einfach keinen Spaß Charttechnik, Marktstatistiken, Linien etc anzuschauen, daher versuche ich es erst gar nicht. Die Gelassenheit habe ich aber auch erst lernen müssen.


    Das liegt aber vielleicht auch daran, dass ich schlicht keine Zeit dafür habe. Ich bin schon froh, wenn ich alle 14 Tage meine Super Illu ( @Oekonom da ist unser Insider ;-) ) komplett lesen kann...


    Ich werde jetzt 37 und mein Anlagehorizont ist entsprechend lange. Der Großteil meines Geldes ist in meinem Unternehmen gebunden und die Börse ist für mich ein interessanter Nebenkriegsschauplatz. Ich informiere mich gerne über Unternehmen und deren Produkte aber ich habe keine Zeit und keine Lust und vor allem keine Freude daran mir jede Linie, Chart oder Option anzuschauen und daher ist diese Strategie für mich die 98% richtige. Ich verschenke damit sicherlich Rendite, aber ich schlafe gut und es ist für mich der entspanntere Weg.


    Mich faszinieren Leute wie @Kater.Ka und @Oekonom , die das gut können und hierzu wirklich kluge Sachen können (keine Ironie). Und die Sachen, die hier geschrieben werden leuchten mir auch alle ein.


    Aber um wieder zum Topic zu kommen:


    Wir hatten hier schon die Threads mit "He, doofes Finanztip, ich habe im Januar ETFs gekauft und im März habe ich ja noch gar nicht die von Euch versprochenen 10% Rendite"...
    Wer da sofort Druck und Unmut bei <5 Jahren verspürt und jeden Tag ins Depot glotzt und sich dadurch selbst in den Wahnsinn treibt der muss beim Tages/Festgeld bleiben oder beim Sparbuch. Es ist für Euch und die Leute die das dann hier lesen müssen das Beste.
    Ansonsten lasst doch bitte jeden seine (wenn auch langweilige und naive) Strategie verfolgen :)


    Over & out

  • vor allem keine Freude daran mir jede Linie, Chart oder Option anzuschauen und daher ist diese Strategie für mich die 98% richtige. Ich verschenke damit sicherlich Rendite,

    Ich glaube nicht, dass du "sicherlich" Rendite verschenkst, im Gegenteil, du machst mit großer Wahrscheinlichkeit nichts falsch oder postitiv formuliert, viel richtig. Wer in deinem Alter ist, schon länger konsequent spart und seinen Anlagehorizont in Jahrzehnten sieht, kann und sollte damit gut schlafen und erfolgreich sein können. Ich habe nur ein Problem damit, wenn man mehr oder weniger unerfahrenen Anlegern auf dem aktuellen Kurs- und Bewertungsniveau nahelegt, dass Aktien jetzt und sofort und für immer alternativlos sind. Dazu habe ich in den Jahren 2000 bis 2003 zuviel Dramen erlebt. Und keinem von denen ist heute geholfen, wenn ich ihnen jetzt sage, hättest du nicht verkauft, dann würdest du heute zumindest +/- Null dastehen.

  • Da ich jetzt bei meinem neuen Depotanbieter eine Aktion habe, überlege ich, ob es sinnvoll ist eine größere Summe (ca. 20 000€) auf einmal in einen ETF zu investieren oder die Summer über mehrere Monate verteilt z. B. als Sparplan. Das Geld ohne Zinsen aber über mehrere Monate einfach nur so rum liegen zu lassen, stört mich und da ich ja jetzt doch versuchen will mein Geld einfach lange liegen zu lassen und nur noch alle halbejahr oder so Mal zu gucken, bzw. falls die Kurse sich stark verändern aktiv zu werden.... ist es ja eigentlich egal ob ich sagen wir 10 kostenlose Einzelkäufe a 2000 Euro mache, oder einmal 20 000. Oder wie seht ihr das?


    Liebe Grüße