Ausländisch thesaurierende Swap ETFs - Steuern, Performance etc?

  • Hallo liebe Community,


    ich habe versucht selbst eine Antwort auf meine Fragen zu finden, bin aber leider nicht endgültig fündig geworden.
    Ich habe einige ausländisch thesaurierende ETFs im Depot (z.B. ETF110, ETF001), die laut meiner Depotbank keine ausschüttungsgleichen Erträge produzieren.

    "ERTRAGSWIEDERANLAGE IM FONDSVERMOEGEN, DAHER KEINE KONTOGUTSCHRIFTAUSLAENDISCHER THESAURIERENDER INVESTMENTFONDSBESTEUERUNG MIT KAPITALERTRAGSTEUER ERFOLGT BEI VERAEUSSERUNGVON DER FONDSGESELLSCHAFT WURDEN ZU ALLEN ERTRAGSMERKMALEN NULLWERTEGEMELDET. KEIN STEUERLICHER ERTRAG IM SINNE DES PARAGRAPHEN 20 ESTG "


    Meine Fragen hierzu:


    - habe ich hier auch die Gefahr der Doppelbesteuerung? Nach meinem Verständnis nicht, da ich ja nur einmal bei Veräusserung Steuern bezahlen muss. Bei diesen ETFs muss ich demzufolge auch nichts in der Steuererklärung angeben, richtig?
    - haben Fonds, die auf dem Papier thesaurierend sind, aber wie in diesem Beispiel keine ausschüttungsgleichen Erträge erzielen eine ähnliche Performance wie wirkliche Thesaurierer? Oder entstehen mir irgendwelche Nachteile durch die Swapper?
    - Ich liege noch weit unter dem Freibetrag von 801€ - muss ich mir dann überhaupt Gedanken über die Besteuerung von Dividenden, Ausschüttungen machen?
    - was haltet ihr allgemein von Swap ETFs. Gibt es bis auf das Kontrahentenrisiko weitere bedeutende Nachteile?


    Ich hoffe ihr könnt mir ein wenig weiterhelfen und bedanke mich schonmal im voraus ;)


    *d

  • Hallo @dietsmoke, willkommen in der Community.


    Zu den ersten beiden Punkten würde ich mit nein antworten.


    Beim dritten Punkt darauf achten, dass beim Verkauf der Wertzuwachs versteuert werden muss. Hier wäre es ggf. sinvoll in verschiedenen Jahren Verkaufserlöse zu erzielen, die zusammen mit den anderen Kapitalerträgen die Freibeträge nicht überschreiten.


    Der vierte Punkt ist mMn weiterhin ein Risiko, wobei Finanztip dies als theoretisch ansieht (s. nachfolgenden Artikel und darin verlinkten weiteren Artikel) http://www.finanztip.de/indexfonds-etf/etf-vergleich/

  • Hallo @dietsmoke,
    willkommen auch von mir. Ich habe auch Swab ETFs, diese sehe ich doch ähnlich als wenn die Fonds die Aktien direkt kaufen.
    Ein Tipp von mir ist die Freigrenzen jedes Jahr auszunutzen. Das muß nicht nur der Sparerfreibetrag sein, sondern kann auch die Steuerfreigrenze sein.
    Ich mache das durch Fondstausch. Beim Fondstausch rechnet das Finanzamt die Anteile des zu tauschenden Fonds als Verkauf. Der Vorteil von Fondstausch ist, man schöpft die Feigrenze aus, bleibt aber weiterhin investiert.
    Gute Anlageerfolge wünscht


    Altsachse

  • Hallo @dietsmoke
    Fondstausch mache ich folgendermaßen : Ich habe in meinen Depot mehrere Fonds. Ich muß noch dazu sagen, dass ich durch die Nutzung eines Fondsvermittlers auf fast alle Fonds keinen Ausgabeaufschlag zahle.
    Aber Du hast ja ETFs, da zahlst Du ja auch keinen Ausgabeaufschlag. Aber bei ETFs entstehen Transaktionskosten. Diese vermindern natürlich den Effekt. Ich mache das mit den Fondstausch bisher nur bei aktiv gemanagten Fonds. Wo ich weder Kauf- noch Verkaufkosten habe.
    Habe ich in einem Jahr noch Platz bis zur Freigrenze, tausche ich bei Fonds die im Plus liegen entsprechende Anzahl von Fondsanteilen, oder Bruchteile davon, untereinander. Das Finanzamt rechnet das bei den zu tauschenden Fonds wie einen Verkauf. Aus den bis dahin angefallenen Buchgewinnen werden reale Gewinne. Bei den Fonds in den ich tausche, passiert steuerlich nichts, da ist das wie ein normaler Kauf. So kann ich Gewinne mitnehmen ohne das ich Fondsanteile tatsächlich verkaufen muß.
    Das ganze mache ich per Internetbanking ohne Kosten.
    Wenn Du bei Deinen Erträgen nicht über die Freigrenze kommst, sehe ich eigentlich keine Gefahr von Doppelbesteuerung. Ab 2018 gilt das neue Investmentsteuergesetz. Dann sollte die Gefahr wohl wegfallen, beziehunsweise ist dann gesetzlich abgesegnet.
    Wenn Du nur ETFs hast, ist das mit den Fondstausch sicher für Dich nicht sinnvoll. Mir war das gerade nur so eingefallen.
    Gruß


    Altsachse

  • @Altsachse
    Bitte vorsichtig mit den Begriffen:


    Die 801 (bzw. 1601) Euro bei der Besteuerung von Kapitalerträgen sind ein Frei*betrag*.
    Das heißt, nur die anteilen Beträge darüber müssen versteuert werden.
    Bei 1000 Euro Ertrag müsste bspw. 199 Euro versteuert werden, da von den 1000 der Freibetrag abgezogen wird.


    Eine Frei*grenze* jedoch ist genaugenommen etwas anderes.
    Sobald eine Freigrenze überschritten wird, ist der komplette Betrag zu versteuern.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Freigrenze

  • Hallo zusammen,


    ich habe eine ähnliche Fragestellung wie der Threadersteller, wollte aber noch einmal nachhaken, da es mir nicht klar genug herauskam:


    Ich habe zwei ETFs LU0274208692 & LU0380865021. Ich bin mir im Nachhinein nicht sicher, ob es klug war in ausländische thesaurierende Fonds zu investieren.
    Mit meinen gesamten Kapitalanlagen komme ich (leider noch ;)) nicht über den Sparerfreibetrag von 1.602 EUR.


    Das Ganze muss ich dann doch auch nicht bei der Steuererklärung angeben, oder?
    Wenn ich die Fonds veräußere (was eigentlich in den nächsten 10-20 Jahren nicht der Fall sein sollte), dann wird das vielleicht ein Thema sein. Wäre es daher klüger auf deutsche ETFs umzusatteln?



    Danke & Grüße
    SODL

  • Hallo @@'SODL', willkommen in der Community

    Das Ganze muss ich dann doch auch nicht bei der Steuererklärung angeben, oder?

    lt. diesem Artikel doch wegen Dokumentation zum Verkaufszeitpunkt http://www.finanztip.de/indexfonds-etf/thesaurierende-fonds/ . In Deinem Fall passiert wegen Freibetrag aber nichts.


    Nach meinem Verständnis relevant aber nur noch für 2017, da dann die Vorabpauschalen mit den VErkaufserlösen verrechnet werden.

  • Hallo @SODL
    willkommen auch von mir im Forum. Ich sehe eigentlich keinen Nachteile gegenüber deutschen Fonds. Ich finde es war gut so zu investieren. Die Wertentwicklung würde ich immer mal, rein interessehalber, kontrollieren. Nach 10-20 Jahren kann man entscheiden, ob man verkauft, dabei muß man Steuern zahlen.
    Oder man läßt es als Altersversorgung stehen, dann hat man eventuell wie ich, keine Steuern auf den Verkauf entsprechender Anzahl von Anteilen zu zahlen.
    Gruß


    Altsachse