BSQ (Ex - Quelle) Q12 Bonus

  • Ich stimme Dir in allen Punkten vorbehaltlos zu. Natürlich hat das Kalkül, sich so zu verhalten und natürlich sollten alle möglichst alle Rechtsmittel ausschöpfen.


    Aber genau das wird nie passieren, das werden die Bausparkassen auch in Zukunft zu verhindern wissen. Warum sonst kam es kurz vor Urteilsverkündung vor dem BGH zu einem Vergleich als sich abzeichnete, dass die kundenfreundlichen Urteile des OLG Celle Bestand haben würden? Weil die Bausparkassen kein höchstrichterliches Urteile gegen sich haben wollten um ihr schäbiges Spiel weiter treiben zu können. Da macht man dann halt einen Vergleich über den Stillschweigen vereinbart wird und den Kläger ruhig stellt.


    Also muss jeder für sich entscheiden, ob ihm das den ganzen Ärger und Aufwand wert ist, zumal mit ungewissem Ausgang. Denn die Urteile der Gerichte dazu sind, ganz ganz vorsichtig ausgedrückt, nicht immer plausibel.


    Und die Frage von sparfuchs war ja, wie wir uns verhalten würden. Und das hab ich ihm aus meiner Sicht beantwortet, denn ich hätte auch keine Lust auf einen jahrelangen Rechtsstreit.

    Wenn sie mich dazu zwingen und es sich lohnt, ja, wenn ich es aber ohne große Verluste vermeiden kann, nein.


    Ich hatte ja die Hoffnung, dass mit dem neuen Instrument der Sammelklage etwas bewirkt werden könnte. Aber bisher tut sich da ja leider nichts.

  • Ich achte bei meinen und den Bausparverträgen meiner Kinder (alle bei der BHW) darauf, dass bis zum Ablauf der 10 Jahre nach der Zuteilung nur noch insoweit Einzahlungen geleistet werden, dass mit den Normalzinsen (z.B. 2,0 %), den Bausparprämien (z.B. 45,06 €) die Bausparsumme nicht erreicht wird.

    Wird es eng, stelle ich den Freistellungsauftrag auf 0,00 €, so dass die an das Finanzamt abgeführten Steuern (ca. 30 % der Jahreszinsen) nicht auf dem Bausparkonto landen, sondern im darauf folgenden Jahr durch Steuererstattung auf dem Bankkonto.

    Ich gehe davon aus, dass ich nach der Kündigung der Bausparkasse (zumindest bei der BHW) noch innerhalb der Kündigungsfrist die dann vor 10 Jahren und länger ausgesprochene Zuteilung mit dem damals übersandten Formular "Erklärung zur Zuteilung" annehmen kann und kreuze dann an "Ich verzichte endgültig auf mein günstiges Bauspardarlehen" ("günstiges" steht da wirklich!).
    ["endgültig" ist auch albern, denn dann müsste ich ja vorher schon ein paar mal ein 'bischen' verzichtet haben)

    Ich weiß nicht, wie die diesbezüglichen Bedingungen bei der BSQ aussehen,so dass diese z.B. behaupten kann, man müsse - das Darlehen erstmal beantragen oder

    - es wäre (nach Vollbesparung) keins mehr da oder (hab ich irgendwo auch schon gelesen) - es wäre zu klein, es müsse wegen des Verwaltungsaufwands wenigstens 1000 € betragen (sonst würde das Verhalten des Kunden gegen Treu und Glauben verstoßen ^^)

    Zu dem Thema Voll- bzw. Übersparung in einen BSQ-Fall gibt es einen Leserbrief in der Zeitschrift Finanztest Heft 01/2021 S. 7, der sich auf einen Beitrag in Finanztest Heft 7/2020 S. 55 bezieht, der hier auch schon weiter oben erwähnt wurde.

    Der BSQ-Kunde bekam den zunächst wegen Vollbesparung abgelehnten Zinsbonus von 1.123 €, nachdem er nach der Kündigung durch die BSQ selbst 'sofort' gekündigt und einen Diskont von 3 % (ein sog. Vorfälligkeitsentgelt) von 189 € akzeptiert hat.

    Es wird nicht deutlich, ob dies ein Angebot der BSQ war oder ob die AGB das hergeben.

    berghaus 31.12.20





  • Also das mit den 3 % versteh ich nicht, die werden nach den ABB eigentlich nur fällig, wenn man eine vorzeitige Rückzahlung der Bausparsumme wünscht. Bei einer "normalen" Kündigung fallen die nicht an. Vorstellbar wäre eventuell, dass man die vorzeitige Rückzahlung dann beantragt, wenn die Rückzahlung sonst erst nach dem Kündigungstermin der BSQ liegen würde. Richtig Sinn macht das aber für mich auch nicht.


    Und die Geschichte mit der Vollbesparung (kein oder zu geringer Darlehensanspruch) wurde ja bereits unter dem Gesichtpunkt "Vollbesparung unter Hinzurechnung der Bonuszinsen" diskutiert, wo das OLG Celle in mehreren Urteilen dazu feststellte, dass es nur dem Bausparer zustehe zu entscheiden, ob er auch ein wirtschaftlich sinnloses Darlehen unter Verzicht auf die Bonuszinsen beantragen will oder nicht. Den Bausparkassen stehe eine solche Entscheidung nicht zu.

    Das Verfahren ging dann wie ich oben schon erwähnt habe an den BGH, wurde dort aber wegen einem Vergleich kurz vor der Urteilsverkündung nicht entschieden. Ich denke, sonst hätten wir bereits eine höchstrichterliche Entscheidung, dass die Bonuszinsen nicht zur Berechnung der Vollbesparung hinzugerechnet werden dürfen.


    Obwohl dies jetzt leider nicht der Fall ist, erscheint mir eine eigene Kündigung kurz vor Erreichen der Vollbesparung (ohne Bonuszinsen) und/oder kurz vor Erreichen der 10-Jahres-Grenze eine sinnvolle und einigermaßen sichere Variante zu sein.

  • Hallo schwabenzorro,


    heute ist es soweit: Die BSQ hat meinen Vertrag nach meiner Kündigung (gerade rechtzeitig vor Vollbesparung und Ablauf der 10-Jahres-Frist nach Zuteilung) abgerechnet und bereits überwiesen. Der Bonus wurde ungekürzt mit ausgezahlt. Alles ist gut.


    Wäre etwas einbehalten worden, hätte ich geklagt. Nun bin ich froh, dass ich mir diesen Aufwand sparen kann.


    Ich wünsche allen, deren Verträge noch laufen, dass die BSQ bei dieser Verfahrensweise bleibt. Falls noch jemand eine Frage hat, meldet euch bitte gerne.

  • Ich bedanke mich nochmal bei Euch allen für Eure geschätzte Meinung!:)

    Für mich steht nun fest: ich werde im Jan.-21 mit 3 Monaten Kündigungsfrist zum 25.04.21 kündigen (die 10-Jahresfrist der Zuteilung laufen am 30.04.21 aus).

    Ich gehe davon aus, dass damit das Risiko eines nötigen Gerichtsverfahrens bei annähernd 0 ist...und verzichte wohlwissend auf ein paar Hundert EUR...auch wenn´s weh tut!


    Ich wünsche Euch allen ein erfolgreiches, aber vor allem gesundes Neues Jahr!:thumbup: