Wechsel von der PKV in die GKV

  • Sehr geehrte Damen und Herren,


    von 2011 - 2015 war ich beim Finanzamt als Beamtin beschäftigt und privat Krankenversichert. In 2015 wurde ich wegen meiner Erkrankung entlassen und habe seit dem Leistungen vom Jobcenter (Harz4) erhalten (wegen Verbeamtung kein Anspruch auf Arbeitslosengeld). Bis heute hat das Jobcenter die Beiträge für die Krankenversicherung zum teil übernommen. Wegen meiner Erkrankung liegt mein Beitrag jetzt schon (ich bin 25 Jahre alt) bei über 500,- € im Monat. Letztes Jahr bin ich mit meinem Lebensgefährten zusammen gezogen. Das Jobcenter hat ein Probejahr bewilligt und weiter die Kosten übernommen. Dieses Probejahr endet nun Anfang April. Mein Lebensgefährte ist seit einem Jahr Selbständig. Er betreibt eine Fahrzeuglackiererei. Leider ist es uns nicht möglich von dem noch schmalen Gewinn diese hohen Krankenversicherungsbeiträge zu bezahlen. Er selbst ist weiterhin in der Gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Weitere Unterstützung vom Jobcenter könnten wir beantragen was allerdings kaum umsetzbar wäre, da jede noch so kleine Ausgabe erst vom Jobcenter genehmigt werden müsste und dies bei einem Betrieb wie einer Lackiererei kaum zu Händeln ist.


    Des Weiteren bin ich in dem besitz einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung die seit knapp 2 Jahren die Leistungen verweigert und mit der ich nun vor Gericht stehe.


    Jetzt bleibt also die Frage offen was kann ich tun um zurück in die gesetzliche Krankenversicherung zu kommen.


    Wie aus Ihrem Beitrag hervor geht wäre natürlich die Nächstliegende Möglichkeit das ich mich bei meinem Lebensgefährten in der Firma anstellen lasse.


    Das Problem ist nur das ich wegen meiner Krankheit nicht in der Lage wäre mehr als 3 Stunden täglich dort zu Arbeiten und die Sorge das ich meine Position in dem Rechtsstreit mit der Berufsunfähigkeitsversicherung noch schlechter stelle.


    Ebenso stellt sich die Frage wie lange ich Angestellt sein muss damit ich auch in der GKV bleiben kann und nicht wieder in die PKV wechseln muss.


    Für einen Rat wäre ich Ihnen sehr dankbar und verbleibe mit freundlichen Grüßen

  • Hallo Helga1509,


    abseits von der bereits vorgeschlagenen Lösung (Heirat) könnten Sie (für sich) einen Tarifwechsel gemäß § 204 Versicherungsvertragsgesetz prüfen lassen. Natürlich kann man anhand der wenigen Angaben keine Einschätzung zu den Tarifoptionen und Erfolgsaussichten eines Tarifwechsels geben.


    In Bezug auf Ihren Lebensgefährten wäre m.E. eine Beratung mit der Zielrichtung sinnvoll, ob beitragsreduzierende Maßnahmen in der GKV umgesetzt werden können. Ich denke vor allem an den Mindestbeitrag für hauptberuflich Selbstständige (Existenzgründer) mit Gründungszuschuss oder an die Beitragsreduzierung für selbstständige Menschen nach Gewinneinbruch. Hier haben sich auch die Nachweiseregeln zu Gunsten der Verbraucher verändert.


    Hinsichtlich der Rückkehr in die GKV und wahrscheinlich auch wegen der oben genannten Themen kann Ihnen vermutlich kein Rat oder Tipp helfen, sondern nur die Beratung durch einen Experten bzw. einer Expertin. Wenn es finanziell knapp bei Ihnen bestellt ist, können Sie ggf. auch auf Beratungsangebote der Caritas, AWO oder ähnlicher Organisationen zurückgreifen.


    Mit besten Grüßen