Sell in may and go away?

  • Servus @Oekonom,


    also jetzt spreche ich nur für mich privat: Ich habe alle Long-Positionen verkauft und wichtige Aktienindizes "geshortet". Das jedoch abseits davon, ob ich einen Sell-in-May Effekt sehe (im Sinne von Kapitalmarktanomalien). Meine Entscheidung basierte auf meine persönliche Einschätzung zu geopolitischen Risiken.


    Wenn Du also alleine auf die Kapitalmarktanomalien (in etwa: Verkaufe Anfang Mai und steige Anfang Oktober wieder ein) abzielst, lag ich mit meinem Beitrag natürlich daneben.


    Mit besten Grüßen

  • Kapitalmarktanomalien (in etwa: Verkaufe Anfang Mai und steige Anfang Oktober wieder ein)

    Ganz ernst gemeint ist das Thema natürlich nicht - schon gar nicht in diesem Umfeld hier, wo doch ein langfristiges und regelmäßiges Sparen in breite Indices befürwortet wird. Da führt eine solche Herangehensweise - insbesondere bei Sparern, die sich nicht tagtäglich mit der Materie beschäftigen wollen / können - eher zu "Hin und her macht Taschen leer".

    Meine Entscheidung basierte auf meine persönliche Einschätzung zu geopolitischen Risiken.

    Das sehe ich tendenziell ähnlich, nur leider lag ich damit in der Vergangenheit zu oft falsch. Nicht zuletzt weil heute geopolitische oder sonstige ungewöhnliche Bewertungssituationen gerade einmal eine Halbwertszeit von maximal ein paar Tagen haben, wo früher noch die (Börsen-)Welt mehr oder weniger untergegangen ist. Letzlich lief es in meinen Augen meist darauf hinaus: "Spekuliere nicht gegen die Zentralbank", wobei ich das nicht bewußt getan habe, sondern deren Einfluss und Bereitschaft, die Märkte nachhaltig zu manipulieren, unterschätzt habe.


    Die Herren von Mack & Weise haben eine sehr extreme Meinung und Umsetzung in ihren Fonds, die Fakten kann man aber kaum leugnen: http://www.mack-weise.de/marktkommentar/


    Auch die Wortwahl führt wohl schon allein oft zu Ablehnung, aber man daraus ja auch seine eigenen Schlüsse ziehen:


    "Die euphorischen Reaktionen der mehr als ambitioniert bewerteten Aktienmärkte auf vage politische Versprechungen (Anm: Trumpp) zeigt nur eines: die Sorglos-Investoren – der „Angst“-Index VIX notiert auf einem 10-Jahrestief – feiern weiter im Blasenmodus!"

  • Das ist einfach: Nur insoweit Transaktionen durchführen dass insgesamt der Steuerfreibetrag nicht überschritten wird. Mache ich bei meinen Kindern auch so.


    Praktisches Beispiel: Hat man 10.000 Euro angelegt und 10% Wertzuwachs verkauft man knapp 8.000 und kauft sie neu. Damit hat man dann die 800 Euro Freibetrag ausgeschöpft. Den Rest lässt man weiter laufen. Damit verbietet sich ein Sell in May, da dort ggf. Steuern gezahlt werden müssen. Prämisse ist immer dass es langfristig weiter aufwärts geht.

  • Hallo @Schwachzocker,
    bei den Kindern von Kater.Ka sind es nur 800€. Man könnte meinen es handelt sich da um den Sparerfreibetrag. Aber, die Kinder von Kater.Ka haben wie ich auch, eine Nichtveranlagungsbescheinigung. Dieses Jahr bleiben pro Person neben Sparerpauschbetrag und Sonderausgabenpauschale 9657€ steuerfrei. Ich muß darauf achten, dass dieser Betrag nicht überschritten wird, sonst müsste ich die NVB zurückgeben, und dann jedes Jahr eine Steuererklärung machen. Die NVB habe ich nur bekommen, weil meine Rente niedrig ist, und ein großer Teil meiner Rente nicht steuerpflichtig ist. Mit der NVB bekomme ich alle Erträge ohne Steuerabzug voll ausgezahlt.
    Einige Erträge sind von mir nicht beeinflußbar. Diese addiere ich im laufenden Jahr und ziehe den Betrag von den 9657€ ab. Die Differenz wird durch Fondstausch Ende Dezember als Gewinn realisiert. Somit bleibe ich unterhalb des Steuerfreibetrages.
    Gruß


    Altsachse

  • Meine Kinder haben auch eine NV, ich habe den Freibetrag als Beispiel genommen weil dies dann allgemeingültig ist. In der Vergangenheit hatte ich in mehreren Beiträgen dies als "Rollen" der Bestände bezeichnet.


    Hinweis: Nach dem FiFo-Prinzip werden die ältesten Bestände verkauft, das muss man bei der Menge die man rollt beachten.

  • Hallo zusammen,


    ich habe mich mit dem Thema auch mal eingehender beschäftigt. Es gibt einige Studien, die den Effekt rein aus Renditesicht belegen. Das Lustige daran ist, dass keine Studie nachweisen kann, warum das so ist :D


    LG

    Das kann eventuell deshalb so sein, weil es ein lustiger Zufall ist. Das will man aber nicht akzeptieren.
    Was genau sagt denn nun die o.g. Grafik aus?


    Ich müsste doch eine langfristige Buy&Hold-Anlage mit einem Anleger vergleichen, der im Mai verkauft und im September wieder kauft. Da entstehen Handelskosten und vorzeitige Steuerlast.



    Zitat von Oekonom

    Ganz ernst gemeint ist das Thema natürlich nicht - schon gar nicht in diesem Umfeld hier, wo doch ein langfristiges und regelmäßiges Sparen in breite Indices befürwortet wird. Da führt eine solche Herangehensweise - insbesondere bei Sparern, die sich nicht tagtäglich mit der Materie beschäftigen wollen / können - eher zu "Hin und her macht Taschen leer".

    Und bei denen, die sich tagtäglich damit beschäftigen führt es erst recht zu "Hin und her macht Taschen leer".

  • Interessante Frage. Da muss ich doch direkt mal mein Excel fragen. :-)


    Ich habe einen DAX ETF als Sparplan.
    Wenn ich mir die monatlichen Käufe ansehe komme ich zu folgenden Kaufpreisen für einen Anteil:



    2012
    02.05. 66,614
    03.09. 69,574


    2013
    02.05. 78,785
    02.09. 81,10


    2014
    02.05. 94,79
    01.09. 93,60


    2015
    02.05. 113,47
    01.09. 98,58


    2016
    02.05. 99,04
    01.09. 103,84



    In den 5 Jahren habe ich also 3 mal im September mehr bezahlt als im Mai.
    Wenn man das Spielchen macht, sollte man auch noch an die Steuer denken.
    ich bleib dann lieber bei buy and hold.


    Klaus