Comedirect - Sparplan auf Einzelaktien

  • Guten Tag,


    ich habe gelesen, dass man bei der Comdirect-Bank einen Sparplan auf ausgewählte Einzelaktien tätigen kann. Mich interessiert dass, da ich gerne in einiger Zeit auch gerne mal in Einzelaktien investieren würde. Hat jemand Erfahrung mit diesen Sparplänen auf Einzelaktien ? Ist das genau so wie ein Sparplan auf einen ETF ? Ist das günstiger als eine einmal Investition ?


    Würde mich über einen Erfahrungsaustausch freuen ! :)


    Beste Grüße,
    Shifty

  • Hallo Shifty. Der Sparplan hat den Vorteil, dass du einen monatlichen geringen und fixen Betrag investieren kannst und das zu geringen Kosten, ich glaube 1,5%. Außerdem erwirbst du aufgrund des fixen Betrags Bruchteile.
    Alternativ würdest du Einzelaktien direkt kaufen. Dann musst du mindestens 1 Aktie kaufen, was dir zu viel sein kann bei hohem Wert der Aktie. Außerdem wäre ein regelmäßiges Investment aufwändig und bei kleinen Beträgen und Kosten von min 10 euro auch unwirtschaftlich.

  • Aus meiner Sicht macht das Produkt für einen Kleinsparer keinen Sinn. Wer 25 bis wenige hundert Euro jeden Monat anlegen will, sollte marktbreite ETFs kaufen und nicht sein Glück mit Einzelaktien versuchen.


    Anders sieht es aus, wenn man sich langfristig eingehend mit einzelnen Firmen beschäftigen will und jeweils einen min. vierstelligen Betrag in ein Dutzend Werte investiert.


    Aber auf gut Glück 100 euro im Monat in z.B. Alphabet stecken? Das kann auch schnell daneben gehen.

  • Der Ansatz hat schon etwas.
    Solange wir theoretisch bleiben, ist die Horizonterweiterung kostenlos.


    Ich sehe das wirklich nur als Diskussionsgrundlage, nicht als tatsächliche Anlageform.


    Ein Investment in ein konzentriertes Risiko zeitlich zu strecken macht due die Sache nicht wirklich risikoärmer.

  • Hinzu kommt, dass ein Reiz von Einzelaktien darin liegt, dass sie kostengünstig sind. Abgesehen von Kauf- und Verkaufsprovision kosten Aktien keine Verwaltungsgebühren. Und die Kaufkosten entwickeln sich bei den meisten Depotbanken degressiv. Beispiel Comdirect. Einmalanlage in eine Aktie über 10.000 Euro kostet 29,90 Euro. Im Sparplan sind es 150 Euro. Selbst wenn man einmalig einen beliebig großen Betrag anlegt, endet die Kostenschraube bei 59,90 pro Kauf. Die sind im Sparplan zu 1,5% schon bei einem Anlagebetrag von weniger als 4000 Euro ausgegeben.


    Für mich insgesamt eine teure Spielerei.

  • Letztlich muss man einsehen, dass die buy and hold Strategie, die Finanztip, Stiftung Warentest, Finanzwesir und dutzende andere empfehlen nichts aufregendes, intelligenzbeladenes oder erfindungsreiches ist, sondern einfach ein stures Kaufen eines breit angelegten Aktienindexfonds, komme was wolle. Man bekommt die Rendite des Index den man kauft, nicht mehr und nicht (viel wegen geringer Kosten) weniger.


    Klar kann man versuchen, durch Stock Picking den Index zu schlagen. Wenn man sich intensiv mit Aktiengesellschaften auseinandersetzt mag das auch immer wieder mal gelingen. Letztlich zeigt die Empirie aber, dass selbst hochbezahlte Profis dies langfristig in der Mehrzahl nicht schaffen. Warum sollte es also jemand schaffen, der "nur" ein paar Tausend, Hunderttausend oder etwas mehr anlegen will. Für mich ist das ein Spiel, bei dem man gewinnen oder verlieren kann. Wer glaubt "garantiert nur gewinnen zu können", der wird sicher langfristig anderes erfahren.


    Was sicher immer gut ist, wenn man die Sparquote entsprechend der eigenen Möglichkeiten eher im hohen Bereich ansetzt, denn natürlich wird eine 25-Euro-Sparrate niemals ein Vermögen erreichen, das man mit einer 100-Euro- oder 1000-Euro Sparrate erzielen kann. Aber ab dieser Entscheidung ist es nur noch ein stures Durchhalten.


    Insofern denke ich, der Aktiensparplan ist eine nette aber teure Spielerei. Der "durchschnittliche" deutsche Sparer, egal ob er 25 Euro oder 1000 im Monat spart, ist bei der Finanztip Empfehlung besser aufgehoben, auch wenns nicht spannend ist.

  • Ich habe einfach den Eindruck, dass viele Menschen durch "geschickte" Auswahl iherer ETF in Kombination mit xyz versuchen zu optimieren. Auch ich habe so angefangen. Ein DAX ETF, euro stoxx 600, msci usa, staatsanleihen und natürlich MSCI World. Aber letztlich ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass ich damit signifikant besser fahre als wenn ich einfach nur streue und die Kosten minimiere. So zumindest mein aktueller Standpunkt.


    Sieht das jemand anders?

  • Hallo,
    als absoluter Laie habe ich bei Finanztip gelesen, dass durch den Niedrigzins alle derzeitigen Angebote zur privaten Rentenabsicherung unattraktiv sind und man besser zu ETF's greifen soll. Meine Frage dazu lautet: Wenn ich über 15 Jahre monatlich 100 - 200 Euro in einen Mischfond als ETF-Sparplan anlege kann es dann passieren, dass ich bei einer Wirtschaftskrise alles verliere?
    Ich hoffe ich sprenge jetzt hier nicht das eigentliche Thema aber ich habe keinen anderen Thread gefunden, sorry.

  • Hallo @thotho68


    Willkommen hier im Forum.


    "Alles verlieren" wirst du vermutlich nicht, es sei denn die Apokalypse tritt ein. Dann werden aber auch Arbeitsplätze im großen Stil verloren gehen, die meisten Firmen werden insolvent gehen, es wird Knappheit in jeder Art von Versorgung geben.... das wird dann wohl doch nicht passieren.


    Wenn du zurückblickst, gab es seit hundert Jahren keinen 15 Jahreszeitraum, in dem du an der Börse Verluste gemacht hättest. Selbst in den relativ nah beieinander liegenden Krisen 2000 und 2007 wärst du in 2015 im Plus gewesen. Daher vermuten die meisten Menschen, dass dies so bleiben wird und man langfristig (15 Jahre Investitionszeitraum) in den nächsten Jahrzehnten keine Verluste macht. Ob das wirklich so sein wird, weißt du im Jahr 2032 ;-)


    Einen Fehler hast du in deiner Wortwahl. Mischfonds und ETFs sind unterschiedliche Dinge. Mischfonds investieren in Aktien, Renten, Rohstoffe und ähnliches. Sie sind aktiv gemanagt, dadurch relativ teuer in Kauf und Verwaltungskosten. Aber die Fondsmanager sagen, sie könnten langfristig die Rendite verbessern und gleichzeitig die Risiken begrenzen. Manchen gelingt dies tatsächlich, anderen nicht. ETFs sind passive Indexfonds. Ein Index wird nachgebildet, zum Beispiel der Dax oder der MSCI World, letztlich gibt es tausende Indizes. Solange der Index nicht verändert wird (eine Firma wird im Dax aufgenommen, eine Firma verlässt den Dax), ändert sich auch nicht die Zusammensetzung des ETF. ETF sind außerordentlich kostengünstig, manche kosten weniger als 0,1% pro Jahr. Damit haben sie gegenüber aktiven Fonds einen Vorteil, der langfristig oft dazu führt, dass ETF unterm Strich besser abschneiden als aktiv gemanagte Fonds.


    Du sagst,du bist Anfänger. Stell dir vor, du legst 10.000 Euro im Aktienmarkt an, schaust erst in einem Jahr wieder in dein Depot und stellst fest, dass nur noch 5000 Euro vorhanden sind. Wenn du dann cool bleibst und abwartest, kannst du das Risiko wohl aushalten und ein Investment in Erwägung ziehen. Wenn du dir nen Strick nimmst, oder so wenig anderes Vermögen hast, das deine Existenz bedroht ist, solltest du kein Investment in Erwägung ziehen.

  • Hallo @chris2702


    Das ging aber schnell, vielen herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort, jetzt bin ich auf jeden Fall schlauer und denke, dass ich über meine Bank ein Angebot wahrnehmen werde. Dort wird der sogenannte Comstage ETF (WKN ETF701) als Sparplan angeboten und der Anlageschwerpunkt sind Mischfonds global. Deshalb bin ich durcheinander gekommen in meiner Wortwahl. ;(;)


    Danke auch für die tolle Erklärung mit dem Verlust im Invest über einen bestimmten Zeitraum und das Risiko dabei.