aktueller Finanztip Newsletter

  • Nun, im neues Newsletter heißt es, der MSCI World steigt und steigt. Im Durchschnitt per anno um 7%.


    Das merke ich deutlich. Habe ich dort auf Empfehlung von Finanztip seit dem 1.4.17 inzwischen einen ruhenden und einen aktiven ETF Sparplan auf einen MSCI World. Und seither sehe ich nur rote Zahlen. Da müssen die sich aber bis April 1018 gewaltig anstrengen, wenn die 7% Marke erreicht werden soll.


    Ja, ich weiß, ich muss ein "Jahrzehntedenken" an den Tag legen. Aber wirklich Spaß macht mir meine neue Anlage auch nicht. Klar, habe ich noch Geduld, aber irgendwie irgendwann möchte ich doch mal eine Rendite sehen. X(:)

  • Ich bin ja wahrlich kein Freund der "man muss ich Jahrzehnten denken" Argumentation, weil sie in meinen Augen für den ganz überwiegenden Teil der Anleger schlicht nicht zutreffend ist - entweder es fehlt an Durchhaltevermögen, es kommt zu irrationales Verhalten (Panikverkäufe) oder es kommt ein echter Notfall dazwischen. Faktisch hält kaum ein Anleger durch. Nicht unbedingt vergleichbar, aber eine ähnliche Tendenz kann man bei den Zahlen vorzeitiger Kündigungen von Lebensversicherungen erkennen. Und ein Ratschlag, der empirische Erfahrungen / Verhalten vernachlässigt, naja, das ist halt mehr Schlag als Rat.


    Aber wenn du nun nach drei Monaten schon ungeduldig wirst, dann hast du vielleicht die Grundidee der Finanztip-Strategie nicht so ganz verstanden. Hinzu kommt, dass deine "Verluste" wohl ganz überwiegend mit dem Anstieg des US-Dollar zu tun haben - mit anderen Worten, die Währungsverluste in Euro gerechnet haben dir deine Performance verhagelt.


    https://www.comdirect.de/inf/w…ON=1390634#timeSpan=3M&e&

  • Letztlich gibst du dir die Antwort selbst. Es kommt nicht auf die Jahresrendite von April 2017 bis April 2018 an.


    Wenn (!) sich die Börsen in den nächsten 10 Jahren so entwickeln wie in den letzten 100, sollte die Durchschnittsrendite 7% betragen. Aber abrechnen solltest du im April 2027.


    Und wenn dann minus 100% im Depot steht, wird dir niemand auf der Welt deinen Schaden ersetzen. Denn die Entscheidung Risiken am Finanzmarkt einzugehen, hast du selbst getroffen.


    Deswegen sollte man auch nur Gelder investieren, die man mindestens 10 Jahre nicht braucht. Und ich investiere nur Geld, das mich auch bei dessen Totalverlust nicht unter der Brücke enden lässt.

  • Der MSCI Worlt ist seit Jahresanfang um rund 200 Punkte auf Basis 1750 Punkte gestiegen, also um 11,4 % gestiegen. Gleiches gilt dann für den ETF, z.B. weist der iShares ETF 10,7 % dieses Jahr aus.


    Haken: Da der Index und der ETF in Dollar notieren und derselbige auch ca. 10% abgewertet hat bleiben davon auf Eurobasis nur rund 2% übrig, je nach Kaufzeitpunkt auch < 0.


    Dieser Wechselkurseffekt hat die letzten Jahre positiv gewirkt, jetzt eben negativ. Wenn man das nicht möchte kann man die gegen EUR gehedgte Variante kaufen, das ist dieses Jahr gut, die vergangenen Jahre war es schlecht.


    https://www.comdirect.de/inf/e…electedBenchmarks=true&e&


    In der maximal möglichen Auswertung ab September 2010 hätte die gehedgte Variante rund 90% gebracht, die normale 120%. Ich möchte zu Geduld raten.

  • Wenn (!) sich die Börsen in den nächsten 10 Jahren so entwickeln wie in den letzten 100, sollte die Durchschnittsrendite 7% betragen.

    Dein Wort in Gottes Gehörgang ;) . Warum ich nicht daran glaube:


    - Wenn du dir die Entwicklung zB vom Dow Jones ansiehst, dann war da nur wirklich in den letzten 30 Jahren Musik drin, genauer gesagt so etwa ab 1980:
    [Blockierte Grafik: http://c.finanzen.net/cst/FinanzenDe/chart.aspx?instruments=300018,3,,&style=snapshot_mountain_big_onehundredyears&period=var&from=19280101&to=20171231&hash=3c76057cec11742f34b41a863b3fdb48]
    Und wenn du dir jetzt die Zinsentwicklung ansiehst, dann kann man unschwer erkennen, woran das im Wesenlichen lag. Die Zinsen sind in den USA von 14 Prozent auf nahezu Null gesunken:
    [Blockierte Grafik: https://www.wellenreiter-invest.de/sites/default/files/ChartderWoche/20111126.30jahre.PNG]


    Also woher soll die Phantasie für eine vergleichbare Entwicklung in den nächsten zehn oder mehr Jahre kommen? Nach unten geht nicht mehr viel mit den Zinsen, nach oben ist alles offen. Letztlich bewahren eben die Notenbank die Märkte vor einer Anpassung an die Wirklichkeit und dass kann tatsächlich noch länger so gehen. Daher muss man einen Rat im Auge behalten, den ich auch lange ignoriert habe: Spekuliere nie gegen die Notenbank bzw. so lange die Notenbanken noch so weitermachen, kann man natürlich auch am Aktienmarkt noch fröhlich mitspielen. Frau Merkel würde aber sagen, nur auf Sicht fahren ;)

  • @Oekonom


    Ich werde demnächst ein Produkt auf den Markt bringen, dank dem Dieselautos Bioeier produzieren.


    Anschließend geht meine zweite Firma an den Start, die Uranbrennstäbe in Diamanten umwandelt.


    Als drittes wird ein vollen Windeln Filetsteak wachsen.


    Willst du stiller Teilhaber werden? Dann werden wir den Msci World garantiert outperformen. :thumbsup:

  • - Wenn du dir die Entwicklung zB vom Dow Jones ansiehst, dann war da nur wirklich in den letzten 30 Jahren Musik drin, genauer gesagt so etwa ab 1980:


    Die Grafik ist irreführend, weil sie den Anstieg der Kurse vor 1980 verzerrt. Optisch sieht es so aus, als ob der Anstieg erst Anfang der achtziger Jahre begonnen hat. Das hängt aber von der Darstellung ab. Die Kurse werden hier linear dargestellt.


    Im Langzeitvergleich sind sog. "logarithmische" Charts aussagekräftiger.


    Bei der linearen Darstellung zeigt die vertikale Kursskala gleiche Abstände zwischen den Einteilungen an, die Darstellung erfolgt in Punkten. Der Abstand zwischen den Werten zehn und zwanzig ist genauso groß wie zwischen 90 und 100. Der Nachteil dabei: Es wird übersehen, dass die erste Kursbewegung eine Steigung von hundert Prozent ist, während die zweite nur eine Veränderung von elf Prozent bedeutet.


    Bei der logarithmischen Darstellung sieht die Sache anders aus. Hier zeigen die Kurse gleiche vertikale Abstände für identische, prozentuale Veränderungen an. Eine Kursbewegung von zehn auf zwanzig entspricht der gleichen Wegstrecke wie für den Anstieg zwischen 50 und 100.



    Damit ergibt sich dann optisch ein ganz anderes Bild:




    Man sieht hier den starken Rückgang nach der Weltwirtschaftskrise 1929.
    Da hat es dann schon mehr als zwanzig Jahre gedauert, bis das Kursniveau vor der Krise wieder erreicht wurde.
    Aber dazwischen hat auch eben mal der zweite Weltkrieg stattgefunden...


    Und seitdem geht es mit dem Dow Jones kontinuierlich nach oben. Rücksetzer alle paar Jahre eingeschlossen.


    Insoweit gehe ich auch davon aus, dass man mit ausgewählten Aktien internationaler Großkonzerne nichts falsch machen kann. Banken und Autowerte sollte man meiden. Aber das kann man ja selbst steuern, soweit man nicht die Indizes blind kauft, sondern sich ein eigenes Portfolio zulegt.

  • Von 1950 bis 1980 stieg der DJ von etwa 200 auf 800, sind also 4,5 Prozent p.a.


    Von 1980 bis heute stieg der DJ von den 800 auf 21.800 sind also etwa neun Prozent p.a.


    Wenn man da keinen Unterschied und als einen wesentlichen Aspekt dabei die Zinsen erkennen mag, dann ists auch gut.


    Sorry, aber den Zusammenhang mit meinem Post und der Frage einer Outperformance, die ich nie gestellt habe - selbst unter Berücksichtigung von Augenzwickern und Spott - kann ich hier nicht erkennen. :thumbdown:


    Nachtrag für die Jahrhundert-Theoretiker:


    Der DJ startete am 01.01.1923 mit 100 Punkten. Es dauerte also 27 Jahre, bis er sich verdoppelt hat. Bis zum Jahr 1980 hat er sich verachtfacht, was aber auch nur einer Rendite von 3,7 Prozent p.a. entspricht. Und große Dividenden gab es damals nicht. Mit anderen Worten, erst die letzten 30 Jahre haben die Gesamtrendite nach oben gehebelt. Und wer glaubt, dass diese tatsächliche repäsentativ sind, good luck!

  • Leider ist die Zeit abgelaufen, daher ein neuer Post für das P.S.


    Man kann natürlich jetzt noch trefflich darüber streiten, ob das Wirtschaftswunder samt industrieller Revolution ab 1950 die Rückschläge von zwei Weltkriegen über- oder nur unterproportional ausgleichen konnte....


    @chris2702:
    Wenn du mit 7 Prozent p.a. langfristig zufrieden bist und wir rechnen das mal ab 1980 hoch, dann würde der DJ bei einem Start von 800 Punkten (s.o.) heute bei etwa 10.000 Punkten stehen. Wer damals eingestiegen ist, wird damit sicher zufrieden sein, wer nach dem Motto investiert "Jeder Tag ist ein Kauftag" und blind in den letzten zwei Jahren investiert hat, wird wohl weniger glücklich sein, wenn der DJ sich mal wieder auf einem neutralen - also eher angemessenen - Bewertungsniveau einpendelt, oder?

  • Sorry, aber den Zusammenhang mit meinem Post und der Frage einer Outperformance, die ich nie gestellt habe - selbst unter Berücksichtigung von Augenzwickern und Spott - kann ich hier nicht erkennen. :thumbdown:

    das bezog sich mit einem Augenzwinkern und ohne jeden Spott dir gegenüber auf den folgenden Satz:


    Oekonom: "Also woher soll die Phantasie für eine vergleichbare Entwicklung in den nächsten zehn oder mehr Jahre kommen? "


    Du hast meine Phantasie angeregt ;)


    Sorry, war unsachlich, aber nicht böse gemeint.

  • Von 1950 bis 1980 stieg der DJ von etwa 200 auf 800, sind also 4,5 Prozent p.a.


    Von 1980 bis heute stieg der DJ von den 800 auf 21.800 sind also etwa neun Prozent p.a.


    Wenn man da keinen Unterschied und als einen wesentlichen Aspekt dabei die Zinsen erkennen mag, dann ists auch gut.
    ...

    Hach... dann nehme ich eben die 4,5%. Andere müssen das ja nicht tun. :P


    1979 betrug die Inflationsrate in den USA 14%. Was sagt Dir das?

  • Hallo @iKKe
    ich bedaure, aber irgend Einer muß meine Rendite ja bezahlen. Das war natürlich nur ein Scherz.
    Aber man soll auf verschiedene Pferde setzen. Dann findet man auch die Möglichkeit, die zu einem passt.
    Auch ich finde nicht alles gut, was Finanztip schreibt. Aber als Basis für den Anfänger ist es schon ok.
    Gute Anlageerfolge wünscht


    Altsachse

  • Wenn ich geahnt hätte, was für eine Debatte ich auslösen würde! Nun, natürlich habe auch ich mehrere Pferdchen laufen. Und ich weiß auch, auf was ich mich da eingelassen habe. Aber man möge mir verzeichen, dass auch ich nur ein "Mensch" bin und auch wahrscheinlich nicht so ganz anders gestrickt bin als die Meisten.
    Das heißt, natürlich werfe ich nicht so schnell die Flinte ins Korn, aber ein paar schwarze Zahlen, und mögen die noch so klein sein, erhoffe ich mir dann doch. Und ich denke, damit stehe ich auch nicht so ganz alleine da.

  • Was erhoffst Du Dir jetzt durch diesen Thread?

    Ich erhoffe mir gar nichts. Ich erhoffe mir auch durch dieses Forum gar nichts mehr. Wenn man hier nicht mal eine Meinung oder Bemerkung äußern darf, dann ist das für mich ein Armutszeugnis. Und bevor ich hier noch mehr von mir gebe spreche ich lieber vorher mit meinem Anwalt. ;)


    Ich denke dann mal, das war's dann. Weiterhin viel Glück an alle mit dieser Community.

  • Ich sehe es genau so wie @winter.


    Abgesehen davon, dass @Oekonom sich in diesem Thread von mir angegriffen gefühlt hat, was ich bedaure und hoffentlich richtig stellen konnte, kann ich hier nichts entdecken, was abendländischer Streitkultur zuwiderlaufen würde.


    Ich habe sehr klare Vorstellungen, wie ich meine Finanzentscheidungen treffe. Umso mehr hilft es mir dann, wenn die kritischen Geister hier im Forum anderer Meinung sind, mich auf neue Ideen bringen oder ich mich um so mehr in meiner Meinung bestärkt fühle.


    Das Forum zeichnet sich durch seinen kollegialen Umgangston aus. Dennoch muss eine lebhafte Debatte möglich sein.