In Genossenschaftsanteilen anlegen

  • Aus aktuellem Anlass muss ich mal etwas Erschreckendes zu der PSD Bank Hessen-Thüringen eG mit Sitz in Eschborn berichten:


    Der Vorstand hat auf den Generalversammlungen immer wieder von "Kundenbereinigungen" gesprochen. Jetzt hat es auch mich erwischt und ich weiß jetzt endlich, was das genau bedeutet: nämlich sofortiger Ausschluss aus der Genossenschaft wegen ungenügender Nutzung der Bank- und Verbundprodukte! So etwas habe ich bisher noch NIE gehört, ist aber laut Satzung zulässig! Hierüber ich ich sehr verärgert, aber auch zutiefst verletzt und enttäuscht!!! Natürlich bin ich darüber in Korrespondenz mit der Bank und versuche den Ausschluss abzuwehren...aber wohl aussichtslos, da ich die Mitgliedschaft nicht einklagen kann!


    Diese Bank hat vermutlich starke Probleme und versucht mit allen Mitteln Kosten zu senken: von 5 Filialen in Hessen und Thüringen wurde bereits 1 (Filiale Wiesbaden in der Landeshauptstadt Hessen!) geschlossen, Kontoauszüge und Mitteilungen gibts nur noch online bzw. digital, (BAR)Kassengeschäft wurde komplett eingestellt und unrentable Kunden/Mitglieder werden rausgeworfen...


    Bis 2017 gabs dort noch 5% Dividende auf 3 Anteile a 100 EUR, ältere Mitglieder konnten in Vorzeit noch 7 Anteile zeichnen. für 2018 wurde die Dividende auf 2,25% reduziert und in 2019 ist diese komplett ausgefallen. Gewinn und Bilanzsumme sind rückläufig und natürlich auch die Mitglieder und Kundenanzahl. Alles mehr als bedauerlich. Eine damals diskutierte Fusion mit der PSD Bank RheinNeckarSaar eG ist geplatzt, vermutlich auch weil man sich nicht auf den zukünftigen Hauptsitz (Eschborn oder Stuttgart) einigen konnte und das Geschäftsgebiet nicht zusammenhängend ist, dazwischen liegt noch die PSD Karlsruhe-Neustadt eG.


    Daneben gibts andere Banken , die derzeit noch mehr Dividende zahlen und keinerlei Bedingungen an eine Mitgliedschaft knüpfen und sogar die Ausschüttung auf ein externes Bankkonto vornehmen. Nur schade, dass ich in unmittelbarer Nähe wohne und die Generalversammlung bei mir um die Ecke abgehalten wurde. Das war immer äußerst praktisch. Das ist dann mit dem Ausschluss leider auch vorbei, sowie auch der Kampf am Kuchenbuffet ;-)

  • winter


    Den Banken steht das Wasser bis zum Hals. Ich rechne damit, dass in wenigen Jahrzehnten kaum noch etwas von dem übrig ist, was wir heute Bank nennen, zumindestens wenn man an Sparkassen, Voba, DeuBa, CoBa, PoBa denkt. Ich war das letzte Mal in den 90ern in einer Filiale zur Beratung. Ich brauche das nicht und sonst auch immer weniger Menschen. Natürlich ist die Dividende der Volksbanken geil. Aber vor 10/20 Jahren standen hinter 5% Dividende eine gewaltige Marge. Und heute? Heute werden Kredite mit 0,x bis 5% vergeben. Wie kann man erwarten, wenn man nichts zu einer Genossenschaft beiträgt, dass man dauerhaft ein Recht darauf hat, dort fette Dividende zu kassieren? Jede Volksbank, die Genossen füttert, die keine aktiven Kunden sind, gehört wegen Dämlichkeit dicht gemacht.

  • Ja. ich denke auch, daß es Banken wie bisher in einigen Jahrzehnten nicht mehr geben wird, auch wenn ich den persönlichen Kontakt - per Mail - mag.


    Wir merken die Änderungen jetzt schon - Filialschließungen, Onlineabwicklung von Bankgeschäften.


    Ich denke, daß es schon Banken, aber in einer anderen Form geben wird. Es gibt Banken auch PSD Banken, die sich spezialisieren. Die PSD Berlin-Brandenburg ist in das Immobiliengeschäft eingestiegen - neben Vermittlung von Krediten ist sie auch Vermieter. Ich gebe zu, daß ich eigentlich ein Fan davon bin, daß jeder sein Beruf nachgegen sollten (Bank - Geldgeschäfte; Wohnungsbaugenossenschaften - Wohnungsvermietung).

  • Ich sehe auch eine Erweiterung des Angebots. Die DKB hat ihren Broker verbessert, bietet Versicherungen für alles mögliche (was mich theoretisch interessiert aber hier nicht meinem Bedarf entspricht) und bietet spezielle Produkte für Vermieter. Solange die Leistung artverwandt ist, finde ich eine breiteres Angebot gut.

  • Na ja die Preise sind nicht unbedingt sehr gut.

    Wenn dein Anspruch ist, nichts zu zahlen, hast du Recht. Ich bin mit Giro bei DKB und mit Depot bei Comdirect und finde das PLV in Ordnung. Allerdings habe ich nicht den Anspruch beim billigsten zu sein. Jeder wie er will.


    Tja und was ist nun artverwandt - Vermietung?

    Letztlich ist es mir egal, ich glaube nur dass die Artverwandtschaft die Glaubwürdigkeit erhöht. Ich würde im ersten Moment kein Essen in einer Bankfiliale kaufen. Aber ich finde es legitim, wenn eine Firma ihr Portfolio erweitert. Hab grad mal bei DKB geschaut: Versicherungsmakler, Schufa, Steuererklärung, Strom/Gaswechsel, Prepaidhandy laden, Immobilienmakler, Edelmetalle, Vermieterpaket, Mietausfallschutz.


    Es ist wie ein Marktplatz, einen Großteil führt die DKB selbst nicht durch, sondern macht streng genommen Werbung zb für die Schufa und erhält bestimmt eine Provision.


    Aber warum nicht? Ich schätze den Umsatzanteil der Schufaprovision als äußerst gering, genau wie den von vielem anderen. Aber wenn sie es gar nicht anbieten würden wäre der Umsatz gleich null. Und die Kosten des Angebots dürften auch gering sein, kleine Verhandlung wegen der Modalitäten, Websitepflege, fertig.


    Letztlich ist mir ein großes Angebot lieber als kein Angebot, so mündig bin ich, dass ich weiß was ich brauche. Und wenn es in unserer Sparkasse gute Mettbrötchen gäbe, würde ich da vielleicht auch einfach mal etwas Beratung genießen.

  • Wie man der hier auch bereits geposteten Übersicht bei biallo.de entnehmen kann
    ( https://newsletters.biallo.de/…e191/genossenschaften.pdf ) , zahlt die Frankfurter Volksbank eine konstante Dividende von 6 % bzw. hat diese in der Vergangenheit gezahlt. Ein Vorteil bei der Frankfurter Volksbank ist auch, dass man dort gleich 10.000 € investieren kann. Viele andere VR-Banken mit einer vergleichbaren Rendite sind von vornherein nicht bereit, einen entsprechenden Betrag als Geschäftsguthaben anzunehmen. Nachteil der Frankfurter Volksbank ist, dass man eine aktive Geschäftsverbindung benötigt, damit sie einem die Anteile verkauft. In der Übersicht von Biallo.de heißt es zur Frankfurter Volksbank, dass diese eine Online-Kontoeröffnung anbietet und man auch als Kunde, der nicht im Einzugsgebiet von Frankfurt wohnt, auf diesem Weg ein Konto eröffnen könne. Nach ein paar Wochen könne man versuchen, die Anteile zu erwerben. Meine Frage ist, ob jemand diesen Weg bereits erfolgreich gegangen ist und davon berichten kann. Als ich per E-Mail bei der Frankfurter VB wegen des Kaufs von Anteilen angefragt habe, teilte sie mir mit, dass ich zum Erwerb der Anteile eine aktive Geschäftsverbindung bräuchte. Wie man dieses Erfordernis erfüllt, lasse sich nur in einem persönlichen Beratungsgespräch klären. Auch sei beispielsweise wegen dem Thema Nachhaftung zwingend eine persönliche Beratung vor dem Anteilskauf vonnöten. Da ich weit entfernt von Frankfurt wohne, wollte ich fragen, ob jemand dort wie von Biallo.de beschrieben online ein Konto eröffnet hat und dann tatsächlich die Anteile aus der Ferne kaufen konnte oder ob auch nach Eröffnung des Online-Kontos die Frankfurter VB vor dem Anteilskauf auf einem persönlichen Gespräch besteht. Selbst wenn man dort ein Girokonto eröffnet und dadurch Kontoführungskosten von 50-60 € im Jahr hat, halte ich bei einer Dividende von 6 % und dem Anlegen der vollen 10.000 € die Rendite immer noch für ansehnlich.