In Genossenschaftsanteilen anlegen

  • ... und im Endeffekt handelt es sich nicht um ein solides Modell zur Geldanlage! Wer eine solche „Spaß-Anlage“ tätigen will, um sich einmal im Jahr „kostenlos“ Bankster in billigen Kaufhausanzügen und Schuhen mit Plastiksohlen bei Kaffee und Kuchen oder Cola und Schnittchen begaffen zu können, darf das natürlich gerne tun 😂

  • Ich kenne das so, dass Du drei Monate vor Geschäftsjahresende kündigen musst, dann die Frist von häufig 2 Jahren (aber bis zu 5 sind möglich, Beispiel ist die GLS-Bank) läuft und es dann noch bis zur nächsten Hauptversammlung dauert, bis ausgezahlt wird. Wenn Dir also rechtzeitig im September einfällt, dass Du kündigen möchtest, kannst Du auf die offizielle Frist noch etwa ein Dreivierteljahr aufschlagen, bis Du das Geld wirklich zurück auf dem Konto hast. Falls Du den Termin verpasst, kannst du noch ein Jahr mehr warten.


    Und: Die Dividende ausgezahlt bekommen in aller Regel nur Genossen, die nicht gekündigt haben.


    Der Sinn einer Genossenschaft ist eigentlich, dass Leute sich zusammentun und etwas gemeinsam aufbauen und betreiben, das einer allein nicht geschafft hätte und das allen nützt. Wenn dafür die Kredite abgezahlt sind und aus dem Betrieb regelmäßig Gewinne bleiben, können die auch als Dividende ausbezahlt werden. Dem Genossenschaftsgedanken folgend, müsste der Vorteil allerdings zuerst in "Naturalien" ausgekehrt werden z.B. in dem die Preise für Dienstleistungen an die eigenen Genossen gesenkt werden.

  • jedenfalls zahlen seit Anfang Oktober die ersten Genossenschaftsbanken so langsam Dividenden aus (sofern diese nicht bereits im Frühjahr/Sommer Ihre Versammlung abgehalten haben und damit auf eine Dividendenzahlung verzichtet haben, COVID-19 kam gerade recht um einen Sündenbock zu finden). Leider muss man aber sagen, dass die Dividenden in den letzten 10 Jahren ebenfalls stark sinken, wen wunderts da diese vom Gewinn abhängen. Aber sinken die Gewinne der Banken tatsächlich? Jedenfalls steigen Kontogebühren und Guthabenzinsen auf Girokonten sind Mangelware während Soll/Überziehungszinsen nahezu unverändert auf hohem Niveau geblieben sind. Zudem reduzieren Banken ihre Filialen und Mitarbeiter und reduzieren somit Ihre eigenen Kosten. Soll man sich mit einer Dividende um die 2% zufrieden geben? Der Bundesdurchschnitt liegt für 2020 bei 3,8% laut BVR.

  • 5551008 ,


    dass Genossenschaftsanteile „Spaßinvestitionen“ sind, haben wir doch schon abgehakt.


    Dass Banken, wie alle anderen Unternehmen auch, Eigenkapitalrenditen von über 15% anvisieren müssen, um zu überleben, dürfte bekannt sein. Saidi hat dies in einem der Videos, auf die im jüngsten Newsletter verwiesen wird, auch angerissen; da geht‘s um Aktien im Allgemeinen und auch um die Anlagen der richtig reichen Leute. Unbedingt mal ansehen!


    Um diese Eigenkapitalrenditen zu erzielen, sind eben Erhöhungen der Gebühren/Kosten, sowie Sparmaßnahmen unumgänglich. It’s that simple!


    Will man sich nicht mit Renditen in dem derart niedrigen Segment zufrieden geben... muss man seine Öcken anderweitig investieren.

  • COVID-19 kam gerade recht um einen Sündenbock zu finden

    .. klar ist es einem Bankvorstand bestimmt nicht unrecht wenn er das Eigenkapital mit einbehaltenen Gewinnen stärken kann - bin da ganz bei dir. Vielleicht lag der Grund aber auch zumindest etwas an der eindringlichen und wiederholten Empfehlung der EZB und BaFin. Letzten Endes entscheiden aber die Vertreter (gewählten Mitglieder) über die Ergebnisverwendung - insoweit selber schuld wenn die sich selbst zu wenig Dividende auszahlen? Oder ist es den Genossen doch unwohl bei der herrschenden Ungewissheit? Ich denke das ist hier eher ein Abwägen/ Grau als reine Renditeorientierung auf 1T€ Geschäftsguthaben? Ist das nicht vielleicht sogar besser/ nachhaltiger?


    https://www.bafin.de/SharedDoc…rus20_EZB_Dividenden.html


    https://www.bafin.de/SharedDoc…uf_dividendenzahlung.html


    Aber sinken die Gewinne der Banken tatsächlich?

    Zumindest hat das Kreditausfallrisiko in den Büchern vermute ich flächendeckend massiv zugenommen. Über Einzelwertberichtigungen und Ausfälle wäre ein sinkender Gewinn durchaus denkbar. Ich würde mal vermuten ob oder was da noch kommt weiß momentan niemand. Solang die Wertpapierkurse stabil bleiben würde ich einigermaßen konstante Gewinne in 2020 erwarten. Vorausgesetzt einer handelsrechtlich gewollten Bilanzstabilität natürlich.

    und Guthabenzinsen auf Girokonten sind Mangelware

    Und warum genau sollte jemand, ein Unternehmen, für etwas zahlen, dass es umsonst bekommen kann? Im Gegenteil noch für das was du ihnen da bringst Strafzinsen bei der Bundesbank zahlen muss und dir auch noch was dafür (Guthabenszinsen) geben? Und das Geld auf deinem Girokonto lässt sich ja auch kaum als langfristiger Kreditausgeben und hierdurch Gewinn erzielen, oder?

    Zudem reduzieren Banken ihre Filialen und Mitarbeiter und reduzieren somit Ihre eigenen Kosten.

    Ja, da bin ich bei Dir und JDS . Ertragsseite und/oder Kostenseite irgendwo muss eine Bank hinlangen wenn die Zinsmarge sinkt. Wir jammern in deren Augen ja jetzt schon das wir keine Zinsen bekommen, was wird da erst, wenn die Gebühren der Bundesbank eins zu eins an den Verbraucher weitergegeben werden - Thema flächendeckender Minuszins. ^^

    Bundesdurchschnitt liegt für 2020 bei 3,8% laut BVR

    Ist das eine aktuelle Zahl? Hab leider nichts gefunden, kommt mir tatsächlich etwas hoch vor. Interessant. Im September waren sich zumindest viele noch nicht sicher ob sie ausschütten. Die Vertreterversammlungen sollten ja jetzt bald alle abgehalten worden sein (bzw. Beschlüsse in anderer Form gefasst worden sein).


    Alles in allem habe ich mich tatsächlich mit genau 2 Prozent auf meinen, bei meiner Genossenschaftsbank, in maximal möglicher Höhe gezeichnetem Geschäftsanteil 100,- Euro zufrieden gegeben und bin vor Abstimmung nicht aufgestanden um einen anderen Vorschlag einzubringen ;-) Beste Grüße!

  • ja, der Durchschnittswert wurde mir vor 2 Wochen vom BVR genannt, aber stimmt dieser trägt den Zusatz "vorläufig", nach meiner Einschätzung müsste er ggf. noch etwas niedriger sein, da ich bereits 3 Banken (Sparda-Bank Südwest, Volksbank RheinAhrEifel und Münchener Hypothekenbank) kenne die eine Nullrunde umgesetzt haben! Die Dunkelziffer liegt bestimmt noch höher. Das sind idR solche die bereits planmäßig Ihre General/Vertreterversammlung im Sommer haben stattfinden lassen. Angeblich darf diese immer nur 1x im Jahr stattfinden und es wäre nicht möglich gewesen nur den TOP "Beschluss der Gewinnverwendung" auf den Herbst zu vertagen. Und auf meinen Vorschlag im nächsten Jahr die doppelte Dividende auszuzahlen (sofern entsprechend Gewinne erwirtschaften wurden) ist man gar nicht eingegangen.


    Viele Sparda-Banken haben nur noch 1,5% beschlossen. Also mit 2% liegt man leider schon richtig gut. Ob es jemals wieder über 6% ansteigen wird? Die Inflationsrate und das Thema Steuern muss man auch immer mitbetrachten. Da gabs auch schon massig Änderungen.

  • winter und 5551008 ,


    zum Glück darf ein/e Jede/r eine eigene Meinung haben und ihre/seine Freiheit ausleben, solange die Freiheit eines anderen Menschen nicht eingeschränkt wird.


    Euch allen eine gute Zeit

    Es geht nicht darum seine eigene Meinung zu haben oder diese durchzusetzen, sondern sich kontrovers auszutauschen. In jeder Meinung liegt mindestens ein Funken Wahrheit. Durch eine kritische Betrachtung der Situation sollen weitere Erkenntnisse veröffentlicht und transaprent gemacht werden, so dass jeder seine eigene Meinung kritisch überdenken kann. Auch ich habe nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen und bin für jeden Denkanstoss sehr dankbar. Und niemand weiß alles - trotz Internet und globaler Vernetzung. Ggf. sind alle Banken Verbrecher - quasi ein Wolf im Schafspelz? Und selbst die Caritias hat Gewinnerzielungsabsicht...

  • Ab und an sollten wir uns daran erinnern, dass wir mit Marktwirtschaft ganz gut gefahren sind und gehört die Gewinnerziehungsabsicht mit dazu. Worüber man immer streiten kann und muss ist die Frage, in weit einzelne Gruppen nicht adäquat bedient werden und deswegen und mit welchen Mitteln eingegriffen werden muss. Deswegen steht in D auch das Wort sozial vor der Marktwirtschaft. Genossenschaften sind genau deswegen mal entstanden, weil seinerzeit kein adäquates Angebot für die ärmere Bevölkerung gab bzw. ein Gegengewicht zu großen Anbietern zu schaffen.


    Insofern sind mit genossenschaftliche und gemeinnützige Angebote im ersten Ansatz sympathisch. Leider mache ich auch die Erfahrung, dass damit nicht automatisch gute Angebote entstehen.