Realistisches Szenario für Altersvorsorge entwickeln

  • @Altsachse
    Ich denke durchaus, dass bei dir Planung Sinn macht. Nur eben nicht die Planung des "Sparens" sondern die Planung des "Entsparens". Du scheinst eine Menge Erfahrung bezüglich Geldanlage zu haben. Dann macht es doch total Sinn sich überlegen, wie weit dein Geld mit verschiedenen Szenarien reichen wird.


    Beispiel von mir, mein Vater ist mit 71 einer der ältesten Männer über drei Generationen in seiner Familie. Noch ist er super fit, geht 2 Std joggen und 4 std ins Fitness Studio, aber wenn er, so wie sein Vater, seine Onkel und sein Großvater vor 75 an ner Herzgeschichte stirbt, werde ich mit 60 in Rente gehen und gucken dass ich nochmal 10 Jahre das Leben genieße. Denn dann sind meine Chancen über 80 zu werden minimal.


    Du hast verschiedene Geldanlagen. Also hast du Erfahrungswerte, wieviel Rendite die abwerfen. Auf www.zinsen-berechnen.de kann man mit dem Entnahmeplanrechner wunderbar Szenarien durchspielen, welche Rente man mit und ohne Kapitalverzehr erzielen kann. Ist echt nett gemacht und sehr informativ.

  • Habe gespart was gerade möglich war.


    Das klingt doch schon nach dem, was ich geschrieben habe.
    Vielleicht eher intuitiv und nicht so wilhelminisch wie ich es angedeutet habe, aber das muss ja nicht falsch sein.


    Ich kam nämlich beim Stöbern in YouTube zu einem "frühem" Werbespot zur Riesterrente, in dem eine Reinigungskraft die Riesterrente in schönstem Behördensprech anpreist. :S
    Das brachte mich zu der obigen Frage.

  • Hallo @chris2702
    Das mit dem Entnahmeplan ? Ich halte davon nicht viel davon. Warum sollte ich mir Geld auszahlen lassen, was ich dann doch nicht brauche. Das bleibt dann lieber angelegt. Und wer wie ich in einer Planwirtschaft großgeworden ist, hat ein gespaltenes Verhältnis zu Planungen.
    Und wenn bei meinen Ableben noch was übrig ist, werden meine Nachkommen eine Freude haben.
    Gruß


    Altsachse

  • @Altsachse
    Einen Entnahmeplan würde ich mir auch nicht einrichten. Denn wie du schon sagst, würde ich dann wohl Aktien automatisch verkaufen, deren Wert ich vielleicht gar nicht mehr ausgeben will, wenn das Geld einmal da ist.


    Ich meine eher, mit einem Auge in den Rückspiegel schauen und mit dem anderen in die Ferne. Letztes Jahr x Euro Rendite erwirtschaftet? Dann kann man vielleicht einen Teil zurück legen und einen Teil ausgeben. Die Börse lief letztes Jahr schwach? Dann fährt man vielleicht das alte Auto doch noch ein Jahr. Oder ersetzt die alte Schrottkarre durch einen Gebrauchten, der kleiner ist als man erst wollte. Wieviel Kapitalverbrauch kann man sich leisten, um sicher den Kindern was übrig zu lassen? Die Börse hat die letzten 10 Jahre y % Rendite gebracht. Wieviel kann ich langfristig entnehmen, ohne das Kapital anzugreifen?


    Ich bin da vielleicht auch eher der spielerische Planer. Hab schon zu Schulzeiten überlegt, wieviel Zinsen ich bekomme, wenn ich Omas Geburtstagsgeld zu 5 statt zu 4 Jahren anlege, zu entsprechend höherem Durchschnittszinssatz.

  • Mal ein anderer Gedanke:


    Meine Altersvorsorge habe ich soweit durchgerechnet, mit relativ pessimistischen Annahmen sei dazu gesagt, und ich würde sagen: Läuft!


    Allerdings frage ich mich, wie ich eine eventuelle Pflegebedürftigkeit meiner Eltern in mein Szenario einkalkulieren kann/soll/muss.


    Das ist ja auch nichts, bei dem man völlig emotionslos auf dem Taschenrechner herumtippt.


    Wobei man ja auch noch unterscheiden muss, zwischen dem, was man an Elternunterhalt kraft Gesetzes zahlen muss und dem, was man den Eltern zukommen lassen will (sind ja die Eltern).


    @Saidi, ist das vielleicht ein Thema für ein Video?

  • @Referat Janders


    Meine Großmütter waren beide im selben Altersheim bis zum Tod. Es war ein gutes aber nicht luxuriöses. Bei einer Großmutter reichten Rente und Barvermögen, bei der anderen schoß mein Vater zu. Wenn man nur die Phase Altersheim betrachtet, kommt zu den Heimkosten kaum etwas hinzu, die Bewohner sind ja vollversorgt. Ich würde hier mit 2000 Euro kalkulieren. Ist aber eine sehr grobe Schätzung, insbesondere abhängig von der Pflegebedürftigkeit.


    Was die Phase davor angeht, die Unterstützung des angenehmen Lebensabends bei kleiner Rente, hängt das denke ich völlig vom Kind ab. Würdest du auf Urlaub verzichten? An deiner Kernfamilie zugunsten der Eltern sparen? Fällt mir schwer das zu überdenken.

  • @Referat Janders bzgl Elternunterhalt, gibt es in der nächsten Zeit hoffentlich eine spannende Änderung für alle die unter 100.000 Euro Verdienstgrenze /p.a. liegen.
    Quelle: https://www.vdk.de/deutschland…er_100_000_euro_einkommen


    In einem anderen Forum, was auf die Fachrichtung spezalisiert ist, fiebert man schon sehnsüchtig nach diesem Entwurf, aktueller Stand ist das, dass ein Referentenentwurf erstellt wurde
    Quelle: https://www.bmas.de/DE/Service…en-entlastungsgesetz.html

  • @Referat Janders
    Für mich als 37 jähriger ist das Altersvorsorgeszenario nur eine ganz grobe Peilung. Ich weiß ja noch nicht mal wieviel Kinder ich letztlich großziehen werde ob meine Ehe hält ob ich bis 54 oder 73 arbeite.


    Mir geht es weiterhin um eine Nivellierung des Lebensstandards. Der Unterschied zwischen jetzt und "in 30 Jahren" soll nicht gewaltig sein. Jetzt auf Pump leben kommt nicht in Frage, jetzt eine 50% Sparquote geht auch nicht.


    Ich habe ein Szenario hochgerechnet, was unser aktuelles Familiennetto im Alter für eine Sparleistung verlangt. Da ich auf ETF vertraue kann ich jederzeit zusätzlich beginnen zu sparen oder auch Entsparen, wenn ich mit 61 merke, das ich lieber mit 61 konsumiere.


    Aktuell bin ich ganz zufrieden mit meinem Setting, trotz aller Unwägbarkeiten.

  • Ja, das stimmt schon. Die Information ist eher für denjenigen interessant, der bis 2021 in Rente geht. Viel zu reißen gibt es dann nicht mehr.


    Für meine persönliche Ruhestandsplanung ist wichtig, wie der aktuelle Rentenwert 204X ist, ob er vorher gleichmäßig oder in Sprüngen steigt, ist für mich persönlich dann irrelevant.


    Die Unwägbarkeiten sind bei mir auch noch enorm. Ich habe noch gut 30 Jahre zu überbrücken, meine Frau noch mehr, daher ist es schwierig, da konkret zu planen.


    Ich konnte aber letztens einen Hauch von finanzieller Freiheit verspüren (Soweit das geht mit einer Immobilienfinanzierung im Kreuz und den Unterhaltsansprüchen der Familie.), als ich errechnet habe, dass ich theoretisch bis zur Rente nicht mehr Vollzeit arbeiten muss, sondern meine (geringe) Stundenreduzierung durchziehen kann. (Wenn sich alles so entwickelt, wie ich plane.)

  • Von einer Stundenreduzierung träumen viele. Glücklich, wer sie sich leisten kann. :thumbsup:


    Ich gehe wirklich gerne zur Arbeit und habe in den letzten 10 Jahren gefühlt mehr Unterstunden als Überstunden gemacht. Ich hab zwar manchmal Druck und bin sehr viel erreichbar aber dafür kann ich meinem Chef sagen "ich würd morgen gern nach dem Mittagessen Klettergerüst im Garten bauen, ist es ok wenn ich früher gehe" und er würde nie fragen, wann ich die Stunden nachhole. Oder Homeoffice Tage, an denen eher Privatleben angesagt ist. In dem Setting macht eine Stundenreduzierung nicht so viel Sinn, denn ich würde dieselbe Arbeit in 80% der Zeit erledigen mit 80% Geld.


    Wenn das so bleibt, werde ich bis zur Rente bei 100% bleiben, da freut sich dann auch die Altersvorsorge.