Berufsanfänger: Asset-Allokation

  • Liebe Community,


    wie oben geschrieben bin ich Berufsanfänger und würde gerne nebenher immer wieder etwas sparen. Dazu habe ich mich schon umfassend mithilfe finanztip informieren können. Für die Info's schon mal ein herzliches Dankeschön.


    Ich habe mit überlegt monatlich x Euro zu sparen. Wenn ich nach der Asset-Allokation ausgewogen vorgehe, würde dies folgendermaßen aussehen:

    • 30% Tagesgeld (x*.3 Euro p.m.)
    • 30% Festgeld (x*.3 Euro p.m.)
    • 40% ETF's (x*.4 Euro p.m., Sparplan)


    Nun meine Fragen:

    • Würdet Ihr lieber, da die Rendite sich zurzeit relativ schnell ändern kann, anstatt FG und TG monatlich lieber nur 60% in Tagesgeld investieren?
    • Kann ich überhaupt Festgeld in einer Art Sparplan besparen?
    • Nun zum ETF-Anteil als Sparplan monatlich: Würdet Ihr dann ganz konkret die 40% nur in einen ETF investieren, zum Beispiel wie es hier vorgeschlagen wird in einen MSCI-World-ETF? Oder lieber nochmal diversifizieren 20% in einen MSCI-World-ETF und 20% in einen DAX-ETF investieren?

    Herzlichen Dank im Voraus für eure Antworten und Gruß djs

  • Willst du komkrete Eurobeträge nennen? Wieviel Kapital aktuell? Wieviel Netto p.a.? Welche Sparrate? Single, verheiratet, Kinder (in Planung)? Wohnst du in einer teuren oder günstigen Gegend? Wie alt bist du?


    Prozentuale Werte lesen sich sehr generisch. Es macht einen Riesenunterschied, ob du schon 10.000 Tagesgeld hast, ob du 1500 oder 2500 netto verdienst. Ob du 21 jähriger Bachelor bist oder mit 32 über Familienplanung nachdenkst.


    Und alle Szenarien können wir hier nicht abdecken. Insofer würde konkretes dir hier helfen.

  • Lieber Chris,


    ich möchte gerne 1.500 Euro pro Monat investieren, diese benötige ich auch zurzeit nicht zum Leben, bin 30. Ich bin ledig und habe keine Kinder.


    Somit wäre dann folgendes zu überlegen:


    • TG pro Monat: 450 Euro
    • FG pro Monat: 450 Euro
    • ETF' pro Monat: 600 Euro

    Schon mal Danke für Deine Antwort.

  • Mit 30 haben meine Freunde alle binnen 5 Jahren eine Familie gegründet und ein Haus gebaut, sofern sie beides noch nicht hatten. Da ist dann eine anständige Cash-Position hilfreich, während ein Investment in ETF für 5 Jahre eher ein Risiko ist. Wenn du also einen fünfstelligen Cashbetrag besitzt, finde ich den split ok, würde selbst wohl mehr cash bereit halten.


    Festgeld bringt aktuell max 1% mehr als Tagesgeld. Hierauf würde ich verzichten, außer du willst 50.000+x für 3-5 Jahre anlegen. Das bringt dann wenigstens ein bisschen was. Sparpläne auf Festgeld gibt es übrigens nicht, nur Einmalanlage.

  • Hinweis: wurde geschrieben ohne Kenntnis der drei Posts oberhalb


    Hallo @derjungesparer, willkommen in der Community. Hier schreiben Personen, die i.d.R. nicht der Redaktion angehören, sondern am Thema interessiert sind. Ich bin interessierter Laie.


    Zu den Fragen


    Würdet Ihr lieber, da die Rendite sich zurzeit relativ schnell ändern kann, anstatt FG und TG monatlich lieber nur 60% in Tagesgeld investieren?

    Ich würde im Moment nicht in sehr lange FG investieren. Dadurch relativiert sich der Unterschied. Solange Du unter 10.000 EUR bleibst kannst Du zunächst das Tagesgeld des PSD Niederbayern nutzen zu 0,6%. Wenn dann ein Betrag zusammengekommen ist der den Aufwand rechtfertigt kannst Du das dann teilen und ein FG abschließen. Eine gute Idee ist eine Festgeldtreppe, bei der man z.B. alle halbe Jahre ein zwei-Jahres-Festgeld anlegt, damit hat man alle 6 Monate ein Viertel des Anlagebetrags verfügbar. Es gibt auch Anbieter, bei denen eine vorzeitige Verfügung gegen einen Obulus möglich ist, dann kann man auch länger anlegen (meine Meinung).



    Kann ich überhaupt Festgeld in einer Art Sparplan besparen?

    Kenne ich so nicht, nut traditionelle Sparpläne mit Bonus, die liegen mMn aber schlechter. Vielleicht hat ein anderer Schreiber eine Idee.



    Nun zum ETF-Anteil als Sparplan monatlich: Würdet Ihr dann ganz konkret die 40% nur in einen ETF investieren, zum Beispiel wie es hier vorgeschlagen wird in einen MSCI-World-ETF? Oder lieber nochmal diversifizieren 20% in einen MSCI-World-ETF und 20% in einen DAX-ETF investieren?

    Das ist eine hier vieldiskutierte Frage. Der MSCI World hat eine sehr breite Streuung ohne Emerging Markets. Der DAX ist nach hier vorherrschender Meinung nicht geeignet, da die 30 darin enthaltenen Werte ein Klumpenrisiko darstellen und nicht einmal die deutsche Wirtschaft annähernd richtig abbilden. Finanztip hat hier als mögliche Alternative den STOXX Europe, MSCI Europe oder MSCI EMU genannt. s. http://www.finanztip.de/indexfonds-etf/ Durch dessen Beimischung würde man der US- / Dollar-Lastigkeit des MSCI World etwas entgegenwirken. Allerdings ist eben die US-Wirtschaft die stärkste, insofern kann man damit auch etwas falsch machen.

  • Mit 30 haben meine Freunde alle binnen 5 Jahren eine Familie gegründet und ein Haus gebaut, sofern sie beides noch nicht hatten. Da ist dann eine anständige Cash-Position hilfreich, während ein Investment in ETF für 5 Jahre eher ein Risiko ist. Wenn du also einen fünfstelligen Cashbetrag besitzt, finde ich den split ok, würde selbst wohl mehr cash bereit halten.


    Festgeld bringt aktuell max 1% mehr als Tagesgeld. Hierauf würde ich verzichten, außer du willst 50.000+x für 3-5 Jahre anlegen. Das bringt dann wenigstens ein bisschen was. Sparpläne auf Festgeld gibt es übrigens nicht, nur Einmalanlage.

    Lieber Chris,


    ich habe zurzeit schon einen kleinen 5 stelligen Betrag in TG investiert, meinst Du dass dies in Cash reicht?
    Ich würde dann dazu einfach pro Monat für 600 Euro einen MSCI World ETF kaufen als Sparplan und den Rest erstmal in TG anlegen, ist das zu empfehlen, als Strategie für die nächsten 5 Jahre?


    LG und Dank euch allen!!!

  • Hallo Kater.ka,
    ja deswegen würde ich einfach 600 Euro p.m. in den MSCI-ETF investieren. Würdest du aus dem o.g. kleinen fünfstelligen Betrag FG noch dazu für 10.000 Euro für ein Jahr abschließen?


    Danke Dir uns LG

  • Puh, herzlichen Glückwunsch zu Deiner Sparrate :thumbup: Denke bitte daran, dass nur das Geld in Aktien geht, das langfristig (ca. 15-20 Jahre) nicht benötigt wird.

    • Würdet Ihr lieber, da die Rendite sich zurzeit relativ schnell ändern kann, anstatt FG und TG monatlich lieber nur 60% in Tagesgeld investieren?

    Da wird am Anfang wohl so sein müssen. Ich kenne keinen Anbieter, wo man für geringe Summen Festgelder abschließen kann. Der Renditeunterschied zu täglich verfügbarem Geld ist zur Zeit auch nicht besonders hoch.
    Wenn man es macht, würde man wohl auch zeitlich gestaffeltes Festgeld nehmen, so dass jedes Jahre eine Tranche fällig wird. Das minimiert dann das Zinsänderungsrisiko.



    Zitat von derjungesparer

    Kann ich überhaupt Festgeld in einer Art Sparplan besparen?

    Kenne ich nicht! Was Du meinst, sind dann wohl eher Sparpläne.
    Denke aber generell daran, dass Du auch Liquidität benötigst, um ggf. umschichten zu können, wenn die Asset Allocation mal aus dem Ruder läuft.



    Zitat von derjungesparer

    Würdet Ihr dann ganz konkret die 40% nur in einen ETF investieren, zum Beispiel wie es hier vorgeschlagen wird in einen MSCI-World-ETF? Oder lieber nochmal diversifizieren 20% in einen MSCI-World-ETF und 20% in einen DAX-ETF investieren?



    Dax macht zur Diversifizierung des MSCI World keinen Sinn. Schließlich ist der DAX bereits im MSCI World enthalten. Man würde also das Gegenteil von Diversifizierung erreichen, nämlich ein gewisses Maß an Klumpenbildung.
    Wenn man den MSCI World weiter diversifizieren möchte, würde ich zu einem ETF mit Schwellenländern raten. Oder man nimmt gleich den MSCI ACWI oder den FTSE All World.
    Bis 50.000 Euro benötigt man m.E nicht mehr wie zwei ETF, sonst verzettelst Du Dich nur in Kleinkram.

  • Anfang 30 und Berufsanfänger - da liegt die Vermutung eines Studiums nahe.


    Daher weise ich auf eine andere Anlagemöglichkeit hin, auch wenn sie in dem Kontext eher exotisch anmutet.


    Ggf. könnte die Nachzahlung von Beiträgen zur Rentenversicherung interessant sein. Würde eigentlich als Einmalzahlung erfolgen, kann aber auch steueroptimierend gestückelt werden.


    Die Zahlung wäre bis zum 45. Geburtstag zu beantragen.


    Einzahlsumme wäre zwischen ca. 1.000€ und ca. 14.500€, in Abhängigkeit von der Länge des Studiums ggf. mehr.


    Genaueres kann im Internetauftritt der Rentenversicherung nachgelesen oder in den Beratungsstellen erfragt werden.

  • Je klarer dein Plan bezüglich Hochzeit, Kinder und Hausbau ist, desto besser kannst du deinen Cash Bedarf einschätzen. 900 Euro im Monat ins Tagesgeld zu schieben, ist gewaltig, wenn man einen reichen Partner heiratet, von den Eltern ein Haus geschenkt bekommt und keine Kinder will. Wenn mann bei null anfängt ( was du nicht tust) kann es total sinnvoll sein.


    Je unklarer all das ist, desto mehr Cash sollte man haben.

  • wie gesagt, so lange Familienplanung und Hausbau nicht entschieden sind, würde ich so eine Einzahlung von der ich erst in 30 jahren was habe, nicht machen. Da diese Einzahlung bis 45 getätigt werden kann, ist 4x die richtige Zeit zum entscheiden

  • Das sollte klar sein, dass es nicht um Einzahlungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt geht.


    Der Vorschlag meinerseits wäre, sich jetzt die Informationen zu beschaffen und das ganze in 12 Jahren wieder zu betrachten. Also die konkrete Entscheidung Ja/Nein/Vielleicht.


    Für die Entscheidung über einen etwaigen Anlagehorizont könnte es abet interessant sein, eine spätere Einzahlung ins Auge zu fassen oder auch zu verwerfen.


    Bei mir liegt das Thema auch auf Wiedervorlage in 7 bis 8 Jahren. :sleeping:

  • Ich hatte mehrfach gesagt, dass dein Cashbedarf der nächsten 10 Jahren entscheidend von Hochzeit, Kindern, Hausbau abhängen. Hattest du was dazu gesagt?


    Nur mal so:
    Hochzeit hat bei uns 20.000 Euro ohne Hochzeitsreise gekostet.
    Kinder sind ein Thema für sich. Mit 0 Euro Invest kommt aber niemand hin. Hausbau? Ich kenne Leute die sich für 700.000 ein unrenoviertes Reihenhaus aus den 80ern zugelegt haben.


    Ich denke diese Faktoren führen für so ein Forum zu weit, ich will auch nicht in deine Privatsphäre vordringen.


    Spontan sehe ich aber auch keine Anmerkungen von dir dazu. Daher solltest du dir diesbezüglich im stillen Kämmerlein abschließende Gedanken machen. Prinzipiell bist du dabei alles richtig zu machen. :thumbup:

  • Würdest du aus dem o.g. kleinen fünfstelligen Betrag FG noch dazu für 10.000 Euro für ein Jahr abschließen?

    Ja. Allerdings muss man dazu wissen, dass ich aus dem Südwesten stamme wo man den Pfennig ehrt, vier Mal umdreht und dann nicht ausgibt.


    Ich vertrete die gleiche Meinung wie @chris2702 : Primär musst Du Deinen Liquiditätsbedarf kennen und dann Deine Anlagen so strukturieren, dass Du Dich damit wohlfühlst heute und in Zukunft.


    Unabhängig von der hier diskutierten Geldanlage solltest Du ein Liquiditätspolster vorhalten, das von Auto geht kaputt bis aus irgendeinem Grund fließt das Einkommen nicht mehr abdeckt. Hier werden Spannen ab drei Monatsnetto aufwärts gehandelt, gerade höher bezahlte Arbeitsplätze können auch wackelig sein. Dieses Liquiditätspolster gehört auf TG.


    Darüber hinaus würde ich dann einen Mix aus TG und FG machen, das FG gestaffelt z.B. alle sechs Monate ein 18-Monats-Festgeld von einem Drittel des dafür vorgesehenen Betrags. Bringt statt 0,5% (Moneyou Tagesgeld) halt 1,0% (Close Brothers). Sind bei 10.000 EUR nur 50 Euro, aber vielleicht wird es ja mal wieder besser.

  • Ein weiterer Faktor wäre ja der Wohnort und die Frage, ob der aktuelle Wohnort auch in den nächsten 50 bis 60 Jahren Wohnort bleiben soll.


    Ballungsraum oder Wolfserwartungsgebiet?


    Wohneigentum wichtig oder Genossenschaftswohnung auch okay?


    Das sind Fragen für's stille Kämmerlein, losgelöst von der möglichen Planbarkeit.


    Wenn die Liebe zuschlägt, zieht es einen unter Umständen von heute auf morgen von der Binnenalster in die Einöde. ;)

  • Hallo Chris,
    ja du hast recht daher, das ist mir auch klar, daher habe ich mir folgendes überlegt(das möchte ich p.m. sparen):

    • 1.500 Euro pro Monat: 40% ETF, 60% TG und teilweise davon, wie Kater.ka schreibt 18 monatige FG's
    • dazu möchte ich nochmal 100 Euro p.m sparen

    zu 1. dies sind langfristige Anlagen für Hausbau ca. erst in 7-10 Jahren
    zu 2. dies spare ich für größere Anschaffungen, Hochzeit usw.


    was haltet ihr von dieser Idee?
    Wie viel Prozent spart Ihr von eurem Netto-Lohn in langfristige und kurzfristige Anlagen?


    Herzlichen Dank nochmal für eure Antwort, ich finde diese Community richtig toll und freue mich schon anderen später mal hier Tipps zu geben, wenn ich mehr know-how habe.