Risiken von ETFs,sind keine Investmentfonds....

  • Nein, das ist ein grundsätzliches Problem, da ETF eben auch als Spekulationsobjekt genutzt werden. Da ist dann so ein Flash Crash schon desaströs. In der kurzen Betrachtung für die normal agierenden Finanztip-Leser natürlich nicht relevant.

  • Finanztip könnte ja auch mal was dazu schreiben.

    Ich glaube, im letzten Newsletter hat sich Finanztip mit einigen Kritikpunkten an ETF beschäftigt und versucht, diese zu widerlegen. Leider hat man sich nur auf die schwachen und damit leicht widerlegbaren "Vorwürfe" beschränkt und um die wirklich kritischen Aspekte eine Kurve gemacht.

  • Das ist ein anderes Thema, nämlich Robo mit ETF gegen klassischen Fondsmanager mit Einzeltiteln.

    Das sehe ich nicht ganz so - Flossbach bringt hier genau das Argument, dass in meinen Augen noch nicht nachvollziehbar widerlegt wurde. In dem Artikel wird Flossbach wie folgt zitiert:


    "Diese Fonds (=ETF) legen das Geld der Anleger nun einmal nur in jenen Aktien an, die zu einem Börsenindex wie beispielsweise den S&P 500 gehören, und zwar entsprechend der Gewichtung. Die Folge: Es fließt immer mehr Geld in die gleichen Aktien, was deren Börsenwert in immer neue Höhen treibt."


    Mit anderen Worten: Mit einem ETF investiert man immer zyklisch, nie antizyklisch und das führt dazu, dass die am höchsten bewerteten Aktien von den ETF am stärksten nachgefragt werden.

  • Wie könnte man denn einen Markt antizyklisch abbilden?


    Ein ETF muss doch zwingend zyklisch sein.


    Antizyklisches Vorgehen wäre doch der Versuch, den Markt zu schlagen.


    Man könnte es auch auf die Frage verkürzen, wie groß das Vertrauen in die Fähigkeit des Fondsmanagements ist.


    Die Antwort zeigt, auf welcher Seite man steht.

  • Mit einem ETF investiert man immer zyklisch, nie antizyklisch und das führt dazu, dass die am höchsten bewerteten Aktien von den ETF am stärksten nachgefragt werden.

    Meine Deinen Punkt zu verstehen, dann muss man mMn aber Annahmen machen, speziell hinsichtlich Fondsgröße. Ein großer Fonds wird auch eher in große = liquide Titel investieren. Das sind dann aber genau die, die auch in den gängigen Indizes und damit ETF enthalten sind. Antizyklisch dann eben nur insoweit sich der Fondsmanager traut , einzelne Titel über- bzw. unterzugewichten. Gleiches gilt analog für unterschiedliche Märkte im Kontrast zu "alles auf den MSCI World".

  • Mit einem ETF investiert man immer zyklisch, nie antizyklisch

    Ein ETF bildet einen bestimmten Index nach, und "den Index" man nach meiner (Laien-)Meinung sehr wohl antizyklisch erwerben. Z. B. nach der Zustimmung zum Brexit in GB war ein DAX-ETF recht preiswert zu haben.


    Die einzelne Aktie des Index kann man über einen ETF natürlich nicht antizyklisch erwerben, weil man "den Index" immer als Paket kauft. Aber einzelne Aktien sind bei einem ETF gar nicht das Ziel des Anlegers.


    und das führt dazu, dass die am höchsten bewerteten Aktien von den ETF am stärksten nachgefragt werden.

    Der Effekt der steigenden Nachfrage ist aber auch abhängig von der Replikationsmethode der ETFs (die unbeliebten Swapper...) und der Berechnungsweise des Index, den der ETF abbildet. Beim DAX ist z.B. die maximale Gewichtung begrenzt. Aber das kompensiert den Effekt natürlich nur zu einem kleinen Anteil..


    PS: "Just my two cents" - weder ETF noch klassische aktive Fonds halte ich für ein Allheilmittel. In meinem Depot sind sowohl ETF als auch klassische aktiv gemanagte Fonds zu finden. Und daneben auch einzelne Aktien. :)



    viele Grüße
    erdnuss

  • Ein ETF bildet einen bestimmten Index nach, und "den Index" man nach meiner (Laien-)Meinung sehr wohl antizyklisch erwerben. Z. B. nach der Zustimmung zum Brexit in GB war ein DAX-ETF recht preiswert zu haben.

    Klar, aber das hat dann ja nichts mit dem Index als solchen zu tun und bringt den Sparplan-Anleger auch nicht weiter. Ferner lehnt die überwiegende Mehrheit hier Markttiming ab. Wer zB nach einem Crash günstig und breit in den Markt einsteigen will, für den sind ETF eine wunderbare Sache. Das hat aber auch nichts mit dem grundsätzlichen pro oder contra ETF zu tun. Aber genau dann kriegst du eben auch Amazon & Co. wieder zum "Schnäppchen-Preis", weil gerade die Werte mit den höchsten Bewertungenn im Index dann auch überproportional verkauft werden (müssen).


    PS: "Just my two cents" - weder ETF noch klassische aktive Fonds halte ich für ein Allheilmittel. In meinem Depot sind sowohl ETF als auch klassische aktiv gemanagte Fonds zu finden. Und daneben auch einzelne Aktien.

    Volle Zustimmung! Aber dann wird´s halt nicht mehr so kindgerecht, wie ein ETF-Sparplan, der hier bevorzugt empfohlen wird.

  • Das sehe ich nicht ganz so - Flossbach bringt hier genau das Argument, dass in meinen Augen noch nicht nachvollziehbar widerlegt wurde. In dem Artikel wird Flossbach wie folgt zitiert:
    "Diese Fonds (=ETF) legen das Geld der Anleger nun einmal nur in jenen Aktien an, die zu einem Börsenindex wie beispielsweise den S&P 500 gehören, und zwar entsprechend der Gewichtung. Die Folge: Es fließt immer mehr Geld in die gleichen Aktien, was deren Börsenwert in immer neue Höhen treibt."


    Mit anderen Worten: Mit einem ETF investiert man immer zyklisch, nie antizyklisch und das führt dazu, dass die am höchsten bewerteten Aktien von den ETF am stärksten nachgefragt werden.

    Ich wüsste nicht wofür oder wogegen das ein Argument sein soll. Es ist eine Binse, dass ETFs lediglich das nachvollziehen, was aktive Anleger vorgeben. Das kann man entweder wollen oder nicht wollen.
    Wer antizyklisch investieren möchte, also Aktien kaufen möchte, die kein anderer haben will, kann das ja gern machen. Wie Du darauf kommst, dass das mehr Erfolg bringt, musst Du erst einmal darlegen.