Mahnung nach 10 Jahren

  • Moin moin,
    ich habe heute von der Kasse Hamburg eine Mahnung bekommen. Der Hammer war, dass es um eine offene Rechnung von vor 10 Jahren geht. Ich habe nicht gewusst, dass die Rechnung noch offen ist, bin aber auch der Meinung, damals alles beglichen zu haben. Vor allem wie soll ich das jetzt noch nachvollziehen können?.. Und nun kommt eine Mahnung und ich muss über 70 Euro Verzugszinsen bezahlen...
    Wie verhält sich das mit dieser Rechnung, ist das rechtens? Ich habe kein Problem, den offenen Posten zu bezahlen, aber die Verzugszinsen???? Das sehe ich nicht wirklich ein, da hätte ja gerne mal 9 Jahre früher eine Erinnerung kommen können....
    Muss ich die Zinsen zahlen, auch wenn es bisher keine Mahnung gab?
    Und was ist mit Verjährungsfristen von Rechnungen, greift das in so einem Fall nicht?
    Es gab bisher kein Mahnverfahren oder ähnliche Ansprüche Seitens der Stadt...
    https://ibb.co/cMG6ubhttps://ibb.co/kYnqLG

  • Ich denke, Sie werden zahlen müssen - auch die Verzugszinsen.


    Die Verjährungsfrist der öffentlichen Hand beträgt in Hamburg 30 Jahre (§ 53 Abs. 2 Satz 1 HmbVwVfG).
    Die Stadt ist nicht verpflichtet, vor der Mahnverfahren Zahlungserinnerungen zu verschicken.


    Einfach überweisen und gut is.

  • Forderungen des normalen Geschäftsverkehrs verjähren nach BGB nach drei Jahren (was effektiv je nach Entstehung des Anspruchs fast vier Jahre bedeuten kann). Bekommt man eine Mahnung nach der Verjährung muss man die Einrede der Verjährung stellen, also dem Gläubiger mitteilen, dass man sich auf die Verjährung beruft.


    Leider sind manche gleicher. Politiker zum Beispiel. Deshalb ist diese Forderung hier leider nicht verjährt.


    Ein Antrag auf Erlass der Verzugszinsen kann aber sinnvoll sein.