Hilfe der Crash kommt... (bald?)

  • Hallo McProfit ,

    weil Du Herzschrittmacher erwähnst, ich habe den Eindruck meine Kardiologin kann ihre Praxis ohne ausreichende Anzahl von Schrittmacherpatienten nicht rentabel betreiben. Sie hatte mich eigentlich schon vor Jahren auf einen Schrittmacher vorbereitet.

    Ich habe eigentlich keine Herzprobleme, mußte aber vor 10 Jahren mal eine Kardiologin aufsuchen, weil ich im Schlaflabor falsch behandelt wurde. Nun bin ich jedes Jahr zur Kontrolle dran. Dieses Jahr hatte sie mich erschreckt, und hat mich sofort ins Krankenhaus eingewiesen.

    Sie hat mich dort angemeldet. Ich bin sicher sie hat dabei eine Medikamentenempfehlung gegeben. Der junge ausländische Arzt wollte meine Pulsfrequenzliste gar nicht erst sehen, und hat meiner Hausärztin ein Medikament empfohlen, dass die Frequenz verlangsamt.

    Ich habe aber den Braten gerochen, und meine Hausärztin hat daraufhin meine Medikamente nicht geändert. Ich währe zum Schrittmacherpatienten geworden, die ursächliche Medikation dafür währe nicht von meiner Kardiologin gekommen.

    Ich möchte nur darauf hinweisen, auch bei Ärzten sollte man Empfehlungen nicht einfach hinnehmen, kritisch hinterfragen ist sinnvoll.

    Gruß


    Altsachse

  • Während wir in Europa immer noch diskutieren ob wir uns ein Gasembargo leisten können, hilft Russland bei der Entscheidung. Ab jetzt soll das in Rubel bezahlt werden...

    Das finde ich ganz interessant, weil ich immer das Verständnis hatte dass sich der alte Ostblock gerade gerne in Hartwährung bezahlen lassen wollte. Was bringt es Russland, jetzt Rubel statt Euro zu nehmen? :/

  • Was bringt es Russland, jetzt Rubel statt Euro zu nehmen?

    Zunächst mal ist der Rubel nach oben gesprungen, hat sich also etwas erholt.


    Für so viel Gas, wie wir kaufen, gibt es gar nicht genug Rubel in der freien Welt. Also muss der Rubel bei der russischen Zentralbank gekauft werden.

    Damit verletzen wir unsere eigenen Sanktionen gegen die russische Zentralbank!


    Unter dem Strich zahlen wir natürlich trotzdem mit Euro oder USD, aber Putin hat uns mal wieder seine Zunge ausgestreckt.

  • Zum einen die Stützung, zum anderen die Demütigung. Es ist mir auch gerade nicht hunderprozentig klar ob man dank der Sanktionen noch so einfach Dollar/Euro/Franken in Rubel tauschen kann ;)

    Putin kann ja mit $ und € im Moment wenig anfangen. Daher will er den Rubel-Wechselkurs selbst festlegen und so die Preise nach oben jubeln. Er hätte aber vorher mal in die Verträge schauen sollen: laut Robert Habeck steht da drin, dass Deutschland das gelieferte Gas in € bezahlt. Es ist durchaus üblich, die Währung in Rohstofflieferverträgen festzuschreiben...

  • Wobei ich da heute morgen schon eine interessante Juristenmeinung gelesen habe. Die Verträge sind ja nicht zwischen Russland und Deutschland sondern zwischen Firmen. Dem Juristen zufolge könnte es für Gazprom, Rosneft und co sogar legal sein eine Bezahlung in Rubel zu verlangen da deren Regierung die Rechtslage verändert hat und eine Bezahlung in anderen Währungen verbietet...

    Das zeigt wieder einmal, dass internationales Recht eben anders ist und Verträge nur so viel wert sind wie die Macht sie durchzusetzen


    Letztendlich ist die Juristerei auch irrelevant. Wenn die Russen Gas nur gegen Rubel liefern und die Lieferungen einstellen, dann haben wir akut viel weniger Gas. Ob irgendein Gericht in 5 Jahren das für illegal erklärt, ist dann nicht entscheidend.

  • Dem Juristen zufolge könnte es für Gazprom, Rosneft und co sogar legal sein eine Bezahlung in Rubel zu verlangen da deren Regierung die Rechtslage verändert hat und eine Bezahlung in anderen Währungen verbietet...

    Für mich schwer vorstellbar, vor Jahren geschlossene Verträge nachträglich so zu ändern, wie es gerade passt...


    Anyway - meinetwegen kann Putin den Hahn zudrehen. Damit könnte ich leben.

  • Auf Meinungsäußerungen von Politikern würde ich da nicht allzu viel geben. Die wenigsten von ihnen bekommen es hin, zumindest laut Presseberichterstattung, zwischen juristischen Personen zu trennen. Dieses pars-pro-toto (Putin gleich Russland und umgekehrt) mal beiseite gelassen.

  • Für mich schwer vorstellbar, vor Jahren geschlossene Verträge nachträglich so zu ändern, wie es gerade passt...

    Warum?

    Tun wir das nicht auch mit den Sanktionen? Das amerikanische Ölembargo betrifft garantiert bestehende Lieferverträge. Ich bin mir sicher die Banken hatten Verträge zu SWIFT, usw. So ziemlich jede Sanktion dürfte bestehende Verträge einseitig durch die EU annulieren. Das Spiel wird von beiden Seiten gespielt.

  • Tun wir das nicht auch mit den Sanktionen? Das amerikanische Ölembargo betrifft garantiert bestehende Lieferverträge. Ich bin mir sicher die Banken hatten Verträge zu SWIFT, usw. So ziemlich jede Sanktion dürfte bestehende Verträge einseitig durch die EU annulieren.

    Hmm,

    lass mal nochmal ganz kurz darüber nachdenken, warum die Sanktionen erlassen wurden!? :/

    War da nicht was von wegen Angriffskrieg oder so. Und war da nicht auch was wegen der Krim?

    Gab es da nicht sogar Verträge ;): Budapester Memorandum – Wikipedia

  • Hmm,

    lass mal nochmal ganz kurz darüber nachdenken, warum die Sanktionen erlassen wurden!? :/

    War da nicht was von wegen Angriffskrieg oder so. Und war da nicht auch was wegen der Krim?

    Gab es da nicht sogar Verträge ;): Budapester Memorandum – Wikipedia

    Es bestreitet (hoffentlich) keiner, dass wir (Sidenote: wer ist wir?) gute Gründe für unser Tun oder Unterlassen haben, aber Verträge scheinen aktuell insgesamt nicht mehr den Wert zu haben.

  • Ja, natürlich gibt es Gründe. Aber ich finde es einfach nur scheinheilig wenn man jetzt so tut als würden nur die Russen Verträge verletzen.

    Wie ich schon immer sage, internationales Recht ist anders. Es gibt kein Weltgericht das eine Strafe für die Annexion fremder Ländereien verhängt. Es gibt auch kein übergeordnetes Recht bestimmter Länder Sanktionen gegen andere Länder zu verhängen und dadurch bestehende Verträge zu annulieren. Hier sitzen alle im Glashaus und werfen mit Steinen.

  • Ja, natürlich gibt es Gründe. Aber ich finde es einfach nur scheinheilig wenn man jetzt so tut als würden nur die Russen Verträge verletzen.

    Da stimme ich Dir in weiten Teilen zu. Wir Deutschen haben ja auch eine gewisse 'Tradition' uns nicht an Verträge zu halten.:evil:

    Wie ich schon immer sage, internationales Recht ist anders. Es gibt kein Weltgericht das eine Strafe für die Annexion fremder Ländereien verhängt. Es gibt auch kein übergeordnetes Recht bestimmter Länder Sanktionen gegen andere Länder zu verhängen und dadurch bestehende Verträge zu annulieren. Hier sitzen alle im Glashaus und werfen mit Steinen.

    Recht des stärkeren?:/

    Gehen wir doch einfach mal vom 'Idealbild' aus. Demnach verurteilt eine Mehrzahl der Regierungen das Vorgehen von Russland (Putin) in der Ukraine. Also scheint es eine gewisse 'Legimitierung' zu geben.

    Putin steht es ja auch frei eine 'Mehrheit' für Seine Politik bzw. Seine Sichtweise in der Welt zu finden.

  • Ja, internationales Recht war schon immer ein leicht übertünchtes Recht des Stärkeren. Wenn man die Bombe hat, kann man sich fast alles erlauben. Wenn man die Werkbank der Welt ist ebenfalls. Wenn man Hauptexporteur für Erdöl ist und mit den USA gut steht, ebenfalls. Wer soll einen auch zu etwas anderem zwingen?


    Aber zurück zum Thema...der Crash lässt irgendwie immer noch auf sich warten. Mein Depot ist schon wieder auf dem Weg zum Höchststand beim Jahreswechsel...

  • 'Hier gehen die Meinungen der Experten auseinander. Wirtschaftsminister Robert Habeck sieht darin einen "Bruch der Verträge". Auch Jens Südekum, Professor am Institut für Wettbewerbsökonomie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, spricht von einem klaren Vertragsbruch: "Für Gaslieferungen gibt es langfristige Verträge, die auf Dollar lauten. Wenn Putin nun erklärt, er akzeptiere nur noch Rubel, bricht er diese Verträge."


    Doch Fakt ist: Gaslieferverträge sind Verträge zwischen russischen Unternehmen wie Gazprom und EU-Firmen wie OMV, Uniper oder E.ON. Diese Verträge sahen zwar bislang größtenteils die Bezahlung in Dollar oder Euro vor. Doch es sind nicht die russischen Unternehmen, welche plötzlich von sich aus erklären, nur noch Rubel zu akzeptieren. Es sind vielmehr die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Russland, die sich ändern. "Das ist kein Vertragsbruch, sondern die Vertragserfüllung ist objektiv unmöglich geworden", ist daher Commerzbank-Devisenexperte Ulrich Leuchtmann überzeugt.'


    Quelle: https://www.tagesschau.de/wirt…d-putin-gaspreis-101.html

  • Dienstag 29.3.2022

    Guten Morgen Gruss von McProfit aus Stuttgart

    Mit Bewunderung lese ich die zahlreichen Kommentare der letzten Tage hier in diesem Forum.

    Statt der in solchen Foren überwiegenden Spekulationsthemen werden anspruchsvolle wirtschaftliche und politische Thesen diskutiert.

    Ich muss neidlos zugeben, dass ich damit selbst überfordert bin, um die unterschiedlichen Theorien der Börsenfreunde hier zu beurteilen.

    Daher war ich froh, dass heute der "Sparkönig" bzw. "LE- Leben-im-Süden" das das Thema in diesem Forum erinnert hat: "Hilfe der Crash kommt..."

    Ich stimme dem "Sparkönig" zu:

    In Anbetracht der heftigen Krisen ist es erstaunlich, dass sich die Aktienkurse nach dem ersten Schock immer noch so gut halten.

    Natürlich sind die meisten Anleger die in den letzten 1 - 2 Jahren erstmals neu in Aktien investiert haben mehr oder weniger im Minus.

    Dies ändert aber nichts daran, dass wir bei den Aktienkursen längerfristig einen kontinuierlichen Anstieg haben, allen Krisen zum Trotz.

    Ich weise ja immer wieder kokett darauf hin, dass ich als der ältesten aktiven Teilnehmer hier in diesem Forum, schon seit den 80er Jahren an der Börse war. Ich habe daher auch die Erfindung des "DAX" persönlich miterlebt.

    Der DAX ist ja bekanntlich nur dazu da, auf einen Blick die durchschnittliche Wertentwicklung der größten Aktiengesellschaften hierzulande zu zeigen.

    Viele Teilnehmer hier waren bei seiner Erfindung noch gar nicht geboren.

    Daher erinnere ich, dass dieser DAX Ende der 80er Jahre mit 1.000 Punkten erstmals gestartet ist.

    Allen Krisen zum Trotz inclusive der aktuellen Corona- und Ukraine-Krise hat sich der Wert von 1.000 Punkten bis heute auf über 14.000 Punkte erhöht.

    Wer damals umgerechnet mit 10.000 Euro investiert hat und bis heute nur an diesen DAX Werten orientiert hat, der hat heute immerhin ein Guthaben von 140.000 Euro auf dem Konto.

    Daher ist es verständlich, dass alle langjährigen Anleger, auch solche die erst später eingestiegen sind, vor einem sogenannten Crash, also einem Kursrückschlag, viel weniger Sorge haben, als die Jung-Aktionäre der letzten 1 - 2 Jahre.

    Ich vermute dass das Hilferuf daher auch eher von einem Jung-Aktionär ausgestoßen wurde.

    Je länger man in Aktien investiert ist, umso mehr weiß man, dass Kursrückschläge einfach dazugehören und dass nach JEDER Krise die Kurse jedesmal neue Höchststände erreicht haben.

    Daher nochmal vielen Dank an den den "Sparkönig", dass er mal wieder daran erinnert hat.

    Viele Grüße von McProfit.

  • Hallo,


    grundsätzlich möchte ich McProfit schon zustimmen. Allerdings sollte man etwas differenzieren. Der Welt- Aktienmarkt, z.B. im MSCI All Country World abgebildet, dürfte keinen großen Crash erleben, da dort die USA deutlich dominieren. Und die US- Firmen sind eindeutig Kriegsgewinner. Wer sich allerdings bei seinen Anlagen auf den DAX stützt, könnte eine tiefen und langen Einbruch erleben müssen. Die deutschen Firmen dürften am ehesten auf der Seite der Kriegsverlierer stehen. (Über Anlagen in ukrainische oder russische Werte brauchen wir hier sicherlich nicht diskutieren.)


    Was mich persönlich interessieren würde, wie werden denn die Aussichten für die Emerging Markets (mit oder ohne China) eingeschätzt? Da bin ich noch sehr unentschlossen.


    Gruß Pumphut