[Savedo / Versobank] Geld muss bei estnischer Einlagensicherung eingefordert werden

  • Jetzt ist es mal passiert - eine ausländische Bank wurde geschlossen und die EU-Einlagensicherung muss greifen. Wichtig: die Anleger müssen sich selbst in Estland drum kümmern. Dazu muss bei der Bank ein Formular heruntergeladen und eingereicht werden. https://www.tf.ee/eng/


    Vielleicht sind Banken mit deutscher Einlagensicherung doch eine bessere Alternative für Leute, die den gewissen Kick nicht brauchen ...

  • und ich habe schon letztes Jahr bei der Versobank ( über Savedo ) eine größere Anlage getätigt.......


    Ich habe gestern die Zusicherung von Savedo erhalten, daß ich die komplette Anlage zurück erhalten werde,
    ABER Zinsen sollen NICHT ausgezahlt werden.


    Ich bin natürlich mit Savedo in Kontakt und versuche natürlich eine nachträgliche Zahlung der Zinsen zu erwirken.


    Mich würde interessieren ob weitere Personen betroffen sind ?


    Falls gewünscht, werde ich Euch über die weitere Vorgehensweise informiert halten.


    Gruß
    Mikel

  • Hallo,


    wann wurde denn die Zahlungsunfähigkeit festgestellt?
    Die Zinsen bis zu diesem Tag müsste die Einlagensicherung eigentlich auch auszahlen, auch wenn die Zinsen noch nicht gutgeschrieben wurden.

    [...]
    Artikel 7
    [...]
    (7) Einlagenzinsen, die bis zu dem Tag, an dem eine einschlägige Verwaltungsbehörde die Feststellung nach Artikel 2 Absatz 1 Nummer 8 Buchstabe a trifft oder ein Gericht die Entscheidung nach Artikel 2 Absatz 1 Nummer 8 Buchstabe b fällt, aufgelaufen, zu diesem Tag aber noch nicht gutgeschrieben sind, werden vom Einlagensicherungssystem erstattet. Die in Artikel 6 Absatz 1 genannte Obergrenze wird nicht überschritten.

    Oder verstehe ich die EU-Richtlinie falsch?
    Das EU-Recht finde ich häufig etwas schwierig zu verstehen.


    viele Grüße
    erdnuss

  • sehr interessante und auch wichtige Info........


    Das Problem, die Einlage beträgt € 100.000 . Die reguläre Auszahlung wäre somit incl Zinsen ca € 101.500 ( Einlagesicherung € 100.000 ! )


    Hätte man 98.000 angelegt läge ja die Gesamtrückzahlung incl Zinsen bei ca. € 99.400 - somit unter der Höchstgrenze der Sicherung.


    Ist jetzt jeder der € 100.00 angelegt hat der Dumme weil er bei dieser Anlage-Summe KEINE Zinsen erhält und somit über der Höhe der Einlagesicherung liegt ?


    Gruß
    Mikel

  • Naja, die gesetzliche Einlagensicherung sichert nur bis zur Grenze von 100.000 € pro Kunde.
    Wenn der Anlagebetrag schon an diese Grenze geht, sind eventuelle Zinsen -meiner laienhaften Meinung nach- nicht mehr in der gesetzlichen Einlagensicherung.


    viele Grüße
    erdnuss

  • Nur zum Verständnis, sofern die Einlagen unter 100 000 € pro Bank sind, werden im Fall eine Pleite der Bank aufgelaufene Zinsen doch auch trotzdem ausgezahlt oder nicht? Also Bei Festgeldkonten doch anteilig? Das würde mich interessieren.
    Darüber habe ich bis jetzt noch nie nachgedacht, bzw. bin davon ausgegangen. Von daher Danke für den Hinweis!
    Ich werde da auf jeden Fall morgen auch noch mal anrufen um mich abzusichern. Ich habe zwar mein Geld nicht bei der Versobank angelegt, aber bei einer anderen Bank ein Festgeldkonto über 12 Monate und da wären ansonsten schon 300 € weg, was ja dann doch schon ein Grund wäre, das Ganz noch einmal zu überdenken.

  • Bei einer Bank innerhalb der EU sollten nach meinem Verständnis die Zinsen von der Einlagensicherung anteilig mit ausgezahlt werden, da die Richtlinie der EU verbindlich ist.
    Die jeweilige Grenze der Einlagensicherung kann man in den "Informationsbogen für Einleger" nachlesen - die 100.000-Euro-Grenze gilt meines Wissens nur in Ländern, in welchen der Euro die Landeswährung ist. Z.B. hat GB andere Grenzen.


    Alleine das Vorhandensein einer Einlagensicherung ist aber auch nicht alles:
    https://www.finanztip.de/sichere-banken/


    Einzelne Artikel zu speziell zu ein paar entsprechenden Anbietern:
    https://www.finanztip.de/festgeld/savedo-festgeld/
    https://www.finanztip.de/festgeld/zinspilot/
    https://www.finanztip.de/festgeld/weltsparen/



    Unser Kenntnisstand und die Aussage von Savedo ist, dass der Betrag inklusive der aufgelaufenen Zinsen erstattet wird.

    Darf ich aus Neugier wissen, ob die Aussage irgendwo im Wortlaut nachzulesen ist @Anika S.? @Mikel hat ja eine gegenteilige Aussage erhalten.
    Bin nicht persönlich betroffen, aber interessiert.


    viele Grüße
    erdnuss

  • @erdnuss


    Klar darfst du das wissen: Die Information kommt vom Fachredakteur aus unserer Redaktion. Er hat es von https://www.savedo.de/festgeld/banken/verso#/collapse_1.


    Dort steht: "Nach Feststellung des amtlich bestellten Verwalters KPMG Baltics wird Ihnen in den kommenden Tagen ein Betrag überwiesen, der sich aus Ihrem Anlagebetrag und dem bis zur Feststellung des Einlagensicherungsfalls angesparten Zinses sowie von den Treuhänder-Banken einbehaltenen Transaktionsgebühren zusammensetzt."

  • Nachdem meine Abwicklung der Rückzahlung noch nicht abgeschlossen ist kann ich momentan noch keine Info meiner endgültigen Auszahlung weitergeben.


    Natürlich sind weitere Stellungnahmen zu diesem Thema sehr willkommen ......über meinen Fall werde ich sicher nach Abschluß der Rückzahlungsmodalitäten berichten.


    Gruß
    Mikel

  • Vielen Dank @Anika S.
    Interessant finde ich diese Frage/Antwort aus den FAQ (vor allem für Mikel) :


    Ich habe einen Betrag von EUR 100.000 angelegt. Inklusive der Zinserträge liegt mein zu kompensierender Betrag damit über dem Maximalbetrag von EUR 100.000. Habe ich also einen Ausfall zu verzeichnen?


    Sollten Sie EUR 100 Tsd. bei der Versobank angelegt haben, so halten wir Sie in Absprache mit KPMG Baltics in Bezug auf eventuelle Forderungsansprüche auf Ihre angesparten Zinsen auf dem Laufenden. Sofern Sie in diesem Rahmen weitere direkte E-Mails und Anfragen von KPMG Baltics in den kommenden Tagen erhalten, stehen wir Ihnen selbstverständlich weiterhin zur Seite.


    Ich verstehe das so: Es gibt 100.000 aus der Einlagensicherung, das geht schnell und innerhalb der gesetzlichen Frist. Der Rest wird aus dem eventuellen übrig bleibenden Liquidationserlös bezahlt.


    Die Bank war scheinbar auch nicht zahlungsunfähig, sie hat aber lange Zeit gegen Gesetze verstoßen und wird deswegen geschlossen (hatte ich zuerst anders verstanden).
    https://www.finanzen.net/nachr…wegen-geldwaesche-6056308
    Damit ist aber noch nicht gesagt, dass noch ausreichende Mittel für die 100%ige Auszahlung vorhanden wären.



    über meinen Fall werde ich sicher nach Abschluß der Rückzahlungsmodalitäten berichten.

    Super, vielen Dank!


    erdnuss

  • mein eingesetzte Kapital INCL der angefallenen Zinsen wurde heute KOMPLETT an mich überwiesen......


    Da hatte ich nochmals Glück gehabt.....meine Erfahrung : die angelegte Summe ist durch die EU-Einlagesicherung scheinbar komplett sicher, ich kenne bis heute keine Verweigerung einer Rückzahlung seiner Anlage.


    Man sollte jedoch seine Anlage so wählen, dass das angelegte Kapital plus der zu erwartenden Zinsen NICHT über der Grenze ( 100.000,- € ) liegt......Meine Anlage wurde ja sofort überwiesen, die Zinsen erhielte ich heute, zum Glück, nach 3 Monaten zurück.


    Gruß Mikel

  • Hallo zusammen,


    kann man in Estland (z.B. BigBank) wieder guten Gewissens Geld anlegen? Die Konditionen dort sind überdurchschnittlich gut und Estland hat sogar ein A-Rating (etwas besser als Malta). warum ist Estland keine Empfehlung von Finanztip?
    LG MIKE

  • Das erwartete Rating bei Finanztip ist mindestens AA s. https://www.finanztip.de/sichere-banken/


    Lt hier hat Estland AA- https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=312&subm=laender


    Auch Finanztest, die etwas offensiver bewertet, hat die Bigbank im aktuellen Heft 5/2020 nicht auf der Liste.


    Streng persönliche Meinung: Das Delta an Zins wäre mir zu gering um in irgendein Risiko zu gehen. Wenn überhaupt würde ich nur mit einem kleinen Teilbetrag anlegen.

  • kann man nicht sagen, dass alles was noch in Kategorie A- bis AAA fällt, als (gleich) sicher gilt?

    Nein, sonst gäbe es ja die Abstufung nicht.


    Wenn es für Dich gleich sicher ist kannst Du ja dort anlegen - das ist ohne jeden Unterton so gemeint. Ich kann Estland nicht einschätzen obwohl ich davon viel Positives gehört habe und lasse deswegen die Finger davon.