Neuerungen in der gesetzlichen Krankenversicherung

  • Wenn das stimmt, dann wird es teurer.


    https://www.spiegel.de/politik…a1-468d-bc00-e975d0051810

    Ich finde es zwar nach wie vor Fragwürdig das man "Kinderlose" pauschalisiert, denn es gibt genug verheiratete Paare die für Kinderlosigkeit nichts können, sich aber Kinder wünschen und auch oft einen nicht so leichten weg gehen müssen. Wenn dieser überhaupt jemals zum Erfolg führen sollte.


    Aber ich für meinen Teil sage: Solange auch wirklich was davon bei den Pflegekräften ankommt, so lange sollen sie meine 3-5 € im Monat zusätzlich gerne haben.

  • Nun ja, damals hatte eine Familie dagegen geklagt, dass sich die Erziehungsleistung in der Pflegeversicherung nicht (genug) in der Beitragsbemessung widerspiegelt. Das Verfassungsgericht sah es ähnlich und hat dem Gesetzgeber auferlegt, Erziehende besser zu stellen. Dies hat er dadurch erreicht, dass Kinderlose mehr zahlen müssen.


    Über den Ansatz müssen wir uns wohl nicht weiter unterhalten. :rolleyes:

  • Ich finde es zwar nach wie vor Fragwürdig das man "Kinderlose" pauschalisiert, denn es gibt genug verheiratete Paare die für Kinderlosigkeit nichts können, sich aber Kinder wünschen und auch oft einen nicht so leichten weg gehen müssen. Wenn dieser überhaupt jemals zum Erfolg führen sollte.

    Ei... dann haben die eben Pech! Es gibt ja auch kinderlose Singles, die sich Kinder wünschen...


    Wo willst du denn bei "Minderheiten" anfangen und wo aufhören? Kinderlose kriegen ja auch nicht die Steuervorteile der Nicht-Kinderlosen... und keine kostenlosen Windelsäcke...


    Das mit den "Kinderlosen" bringt mich gerade auf eine - wie so oft - blöde Idee. Ich werde am Montag mal bei der örtlichen Lotto-Annahmestelle - ohne zu grinsen - nach zwei Kinderlosen fragen ;-)

  • Die Regelung hat natürlich ihre Schwächen. Den Beginn des erhöhten Beitrages auf 23 zu setzen, in Anlehnung an die Familienversicherung, wirkt auch eher inspirationslos. Wenn die Aufnahme des fast 18-jährigen Stiefkindes im Haushalt denselben Effekt hat, wie vier Kinder zu erziehen, dann ist die Frage nach der Verhältnismäßigkeit nicht weit. :/

  • Ei... dann haben die eben Pech! Es gibt ja auch kinderlose Singles, die sich Kinder wünschen...


    Wo willst du denn bei "Minderheiten" anfangen und wo aufhören?

    Also das mit "Pech" zu bezeichnen ist schon... Puhh.

    Ich würde mal ein Gespräch mit solchen Paaren vorschlagen und dann könne wir uns noch mal über den Begriff "Pech" unterhalten ;)

    Das ist bei vielen ein ernstes Problem, vor allem bei der Psyche.


    Und Minderheit, naja. Was bedeutet den Minderheit.
    In Deutschland kann fast jedes 10. Paar kein Kind bekommen, wohlgemerkt Paare, nicht Einzelpersonen.

    BMFSFJ

    Reden wir da noch von Minderheiten ?

    Da gibt es ganz andere Minderheiten für die deutlich mehr gemacht wird oder die zumindest anders wahrgenommen werden. Für mich wird das Thema leider zu oft kleiner gemacht als es für viele Betroffene ist.


    Und wie schon gesagt, um das finanzielle geht es mir überhaupt nicht. Lediglich um das pauschalisieren der Kinderlosen.

    Für uns ist der Zug mit Kinder inzwischen abgefahren und inzwischen hat man sich damit arrangiert. Aber einfach war der Weg nicht wirklich, vor allem für die Frauen ist das oft ein wirkliches Problem das ich niemanden wünsche.

  • Wenn wir das Pech wirklich nur auf die Summe beziehen, die man ggf. im Leben "zuviel" an Beitrag zahlt (bei Durchschnittswerten etwa 6.000 Euro in den Jahren von 23 bis 92) und nicht auf die menschlichen Verwerfungen aufgrund ungewollter Kinderlosigkeit, dann will ich es gelten lassen.


    In den Begleittexten und Kommentaren zum Kinderberücksichtigungsgesetz stand allerlei an Schwurbelei zu "Motivausforschung findet nicht statt" und "weitere Rechtsprechung bleibt abzuwarten". :rolleyes:

  • Man sollte diesen Extrabeitrag für Kinderlose nicht als "Bestrafung" für deren Kinderlosigkeit sehen, sondern vielmehr als Beitrag, der die durch Eltern übernommene Mehrbelastung (zumindest zum kleinen Teil - wir sprechen hier von zusätzlichen 0.1 % des Bruttoeinkommens, also um weniger als 4 € pro Monat im Schnitt!). Es geht also um die Wiederspiegelung der unterschiedlichen Lebenssituation, nicht um Sanktionierung derselben.


    Abgesehen davon sehe ich auf alle, kinderlose und kinder"besitzende", künftig noch erheblich höhere Beiträge zur Pflegeversicherung zukommen, wenn man aktuell hört, dass man die finanzielle Belastung langjährig gepflegter Menschen künftig von der Politik deckeln möchte.

  • Hier eine aktuelle Neuerung in der GKV von heute:


    Nach einer DAK-Studie drohen das größte Defizit in der GKV-Geschichte und ein Zusatzbeitragssatz von 2,87 Prozent. Der durchschnittliche Beitragssatz läge damit 1,6 Prozentpunkte über dem aktuellen Wert und hätte sich mehr als verdoppelt.


    Als Gründe werden die Bekämpfung der Corona-Pandemie, der medizinisch-technische Fortschritt und die demographische Entwicklung genannt. Hinzu käme „die preistreibende Gesetzgebung der Bundesregierung in den vergangenen Jahren“, heißt es in einer Pressemitteilung. Hauptursächlich aber sei, dass die Ausgaben im Trend stärker zunehmen würden als die Finanzierungsbasis. „Die Entwicklung der Ausgaben der GKV hat sich von der Entwicklung der Einnahmen entkoppelt und die Finanzreserven der Krankenkassen können dies nicht mehr ausgleichen“.


    Siehe https://www.versicherungsjourn…42172.php?vc=nl&vk=142172.


    Nur mal so zur Info für alle die meinen, die GKV wäre der Hort der Stabilität und die PKV im Alter zu teuer. :)

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH & Co. KG - Spezialisten für Private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit, Altersvorsorge, Geldanlage. Angaben gem. § 11 VersVermV, § 12 FinVermV: schlemann.com/erstinformationen. Beiträge in der Finanztip Community erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt, jedoch ohne Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen, deren Nutzung auf eigene Gefahr erfolgt.

  • Ich habe mich vor vielen Jahren gegen einen Wechsel in die PKV entschieden. Allerdings hätte ich aufgrund Vorerkrankung auch nur von einer Anwartschaft der Debeka aus Jugendzeiten Gebrauch machen können. Ich habe damals verschiedene Annahmen getroffen. Eine Annahme war, dass abzusehen war, dass mein Einkommen immer ein paar Euro über der Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung liegen würde. Ich nehme auch heute noch an, dass die BBG nicht betriebswirtschaftlich kostendeckend festgelegt wird, sondern es auch eine soziale Komponente gibt nach dem Motto "was ist einem Beitragszahler mit 58.050 Euro Jahreseinkommen zumutbar". Wenn ich dann 70k, 80k, 100k verdiene, ist das ein komfortables Polster, um gefühlt günstig unterwegs zu sein, so meine Annahme. Da die Beiträge wohl aus politischem Kalkül entstehen, vermute ich, dass ich sie mir immer werde leisten können, gerade auch im Alter. Bei den PKV Beiträgen schien mir das unsicherer. Zumal ich eben (weitere Annahme) an die Debeka völlig gebunden gewesen wäre und nicht nach 5 Jahren hätte wechseln können. Fakt ist, dass ich zum Zeitpunkt der Entscheidung keine Honorarberatung in Anspruch genommen hätte, das kannte ich vor 10 Jahren nicht. Weitere Annahme ist, dass meine Vorerkrankung in der GKV nach meinem Bedarf gut abgedeckt ist und sich dies durch PKV nicht verbessern lässt, weil mein Arzt fix ist und seine Leistung mit GKV oder PKV identisch ist.


    Jetzt ist der Zug längst abgefahren. Damals wäre die Debeka 100euro günstiger pro Monat als der Höchstsatz der GKV. Ein Betrag, der mir seitdem keine Luxuseskapaden ermöglicht hätte, dazu ist er zu klein. Insofern kann es nicht um die Ersparnis gehen


    Trotzdem interessiert mich Ihre Meinung dazu Dr. Schlemann , ob ich mich vor 10 Jahren mit Beratung vermutlich anders entschieden hätte.


    Vielen Dank.

  • Kurzer Kommentar in der Fußball-Pause: Debeka ist kein Premium Tarif und hat einige Lücken, würde ich von der Beitragsentwicklung her aber langfristig unter der Beitragsentwicklung der GKV sehen. Insofern sollte sich das Delta seither sogar noch ein Stück zugunsten PKV vergrößert haben. Die Informationen sind nicht vollständig (Familienverhältnisse, Einkünfte im Alter, etc ), aber bei "normalen" Rahmenbedingungen hätte ich damals vermutlich zur Nutzung der Anwartschaft bei der Debeka und zum Wechsel in die PKV geraten (ganz provisionsungetrieben :)). Wenn ich mir anschaue, was gut situierte Rentner derzeit bei der Debeka bezahlen vs. GKV, dann sollte das auch langfristig funktionieren. Die Mehrleistungen vs GKV kommen ja nicht nur bei der Vorerkrankung zum Tragen.

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  • Ich nehme auch heute noch an, dass die BBG nicht betriebswirtschaftlich kostendeckend festgelegt wird, sondern es auch eine soziale Komponente gibt nach dem Motto "was ist einem Beitragszahler mit 58.050 Euro Jahreseinkommen zumutbar".


    Es gibt doch immer mal wieder Bestrebungen, die BBG abzuschaffen oder deutlich anzuheben. Wenn ich die Urteile richtig interpretiere, war die Kernaussage, dass bei einer höheren BBG ein sehr deutliches Missverhältnis zwischen Beitrag und Leistung bestehen würde.


  • Nur mal so zur Info für alle die meinen, die GKV wäre der Hort der Stabilität und die PKV im Alter zu teuer. :)

    Wer sich auch nur ansatzweise ernsthaft mit unserem Gesundheitssystem beschäftigt wird nie die Meinung haben, die GKV wäre der "Hort der Stabilität". Andersherum ist natürlich auch die PKV nicht nur mit Vorteilen gesegnet.


    Für jeden Einzelnen gilt es eigentlich, das "kleinere Übel" anhand seiner persönlichen Situation sowie seiner Präferenzen zu wählen (gut, eine echte Wahlmöglichkeit gibt es für die meisten abhängig Beschäftigten natürlich hier nicht sondern erst ab Überschreiten der Beitragsbemessungsgrenze).

  • Stimmt Comandante . Die Gattung "ansatzweise ernsthaft mit unserem Gesundheitssystem beschäftigt" ist nur leider häufig unterrepräsentiert. :)

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  • Zum Thema "Hort der Stabilität": Die BKK24 steht vor der Insolvenz! https://www.t-online.de/finanz…keit-insolvenz-droht.html

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