Nach Anlage in einen Rentenfonds hat sich die Risikoklasse geändert, Rückabwickeln möglich?

  • Wir haben vor einem Jahr im Zuge eines Anlagegesprächs bei der Sparkasse einen Rentenfonds über 32.000€ erworben. In unserem Beraterprotokoll wurde festgehalten, dass wir ein mittleres Risiko (Stufe 3) wünschen. Dies war auch der Fall. Jetzt nach knapp 11 Monaten kommt von der DEKA Investmentgesellschaft ein Schreiben, in dem uns mitgeteilt wird das der Fond angepasst wird und sich vom Risiko her von Mittel auf Hoch ändert. In dem Schreiben heißt es wir könnten jederzeit Kostenfrei verkaufen. Aber ist das denn Rechtens?
    Frage: Können wir den Abschluss Rückabwickeln und alles inkl. Verkaufsgebühren zurückfordern?

    • Offizieller Beitrag

    Meine persönliche Einschätzung:


    - Ich würde die Chancen eher schlecht einschätzen - sie klären Euch ja auf und bieten Euch Tausch an, da würde ich erwarten, dass die rechtlich ihre Hausaufgaben gemacht haben.


    - Ich würde erwarten, dass ein Rentenfonds von der DEKA nicht ganz günstig ist. Insofern denkt bei der Gelegenheit mal darüber nach, auf eine günstigere Alternative umzusteigen.
    https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/


    - Kennt Ihr unsere Einschätzung zu Rentenfonds?
    https://www.finanztip.de/investmentfonds/rentenfonds/
    Durch eine Mischung von Tagesgeld, Festgeld und ETFs könnt ihr auch eine mittlere Risikostufe erreichen.
    https://www.finanztip.de/geldanlage/

  • In ETF's haben wir auch selbstverantwortlich angelegt. Ich verstehe nur nicht, dass ein Fond der in mittlerer Risikoklasse angesiedelt ist einfach so mir nichts dir nichts in Hoch umgewandelt werden kann. Da wir explizit eine lange Anlage wählten, fühlt man sich doch getäuscht. Jetzt bleibt uns nur übrig den Fonds mit Verlust zu verkaufen oder die hohe Risikoklasse zu akzeptieren. Wohl oder Übel werden wir der Sparkasse und den DEKA Fonds den Rücken zukehren.

  • So einfach ist es ja nun auch nicht. Immerhin hat die Bank erhebliche Gebühren dafür verlangt. Verlust oder Gewinn, das Risiko liegt klar bei uns, aber man hat uns einen Fonds in einer bestimmten Risikoklasse verkauft die sich 9 Monate später einfach mal so ändert. Das kann doch nicht Recht sein?

    • Offizieller Beitrag

    In dem Schreiben heißt es wir könnten jederzeit Kostenfrei verkaufen.

    Jetzt muss ich nochmal nachfragen: Haben sie Euch angeboten, kostenfrei (=ohne Ausgabeaufschlag, nehme ich an) einen anderen Fonds zu kaufen?


    Das Argument wäre ja, dass Ihr entweder kostenfrei oder zu geringen Kosten (ETF) in eine andere Geldanlage wechseln könnt.
    Wenn das nicht gegeben ist, dann ist die Lage anders.


    Ich kann übrigens Deinen Ärger total verstehen. Und das ist nur meine persönliche Meinung, dass ich die rechtlichen Aussichten für schlecht halte.

  • Nein, lediglich den Verkauf bzw. Rückgabe haben sie kostenfrei angeboten. Allerdings die Idee ist nicht schlecht. Ich werde mal schriftlich bei der DEKA nachfragen.

  • @Michel0815:


    Gibt uns doch mal die ISIN des Fonds, dann kann man sich den mal ansehen. Oft ist es so, dass von der Kapitalverwaltungsgesellschaft die Anlagebedingungen geändert werden und damit kann sich auch die Risikoklasse ändern. Der Klassiker ist bei Rentenfonds (wegen der geringen Renditen der "sicheren" Staatsanleihen), dass Anlageuniversum auf Unternehmensanleihen und/oder Anleihen aus Emerging Markets zu erweitern, was natürlich Auswirkungen auf die Risikoklasse hat.


    Das "Angebot" die Anteile kostenlos zurückzugeben ist idR wertlos, weil es im Normalfall keine Rücknahmekosten gibt, die Rückgabe also in der Regel immer kostenlos ist.


    Ein kostenloser Tausch wäre in der Tat eine Alternative. Allerdings finde ich nicht so viele Deka-Fonds wirklich toll, vielleicht überlegst du dir mal, ein Fondsdepot bei einer Fondsbank zu eröffnen, dort kannst du fast alle Fonds ohne Ausgabeaufschlag kaufen.


    Hier gibt es eine gute Auswahl: https://www.avl-investmentfonds.de/


    Zu deiner Ausgangsfrage

    Können wir den Abschluss Rückabwickeln und alles inkl. Verkaufsgebühren zurückfordern?

    ist meine Meinung: ziemlich sicher nicht. Möglicherweise gibt es hier irgendeinen juristischen Ansatzpunkt, aber ich vermute mal, du bist nicht in erster Linie auf der Suche nach einem Rechtsstreit, oder?

  • Hallo @Michel0815,
    Auch ich habe am Anfang über die Sparkasse Deka-Fonds über einen Berater gekauft.
    Bei mir war es so, dass ein telefonisch erteilter Auftrag nicht ausgeführt wurde. Die Quittung für den Auftrag habe ich aber schriftlich bekommen. Durch die Nichtausführung ist mir ein hoher Schaden entstanden. Ich dachte mir damals, gegen die Sparkasse vorzugehen, kann ich mir einfach nicht leisten. So habe ich meine Konsequenzen gezogen, und habe nach Alternativen gesucht. Ich hatte damals noch keinen PC mit Finanztip. Habe die Zeitschrift Finanztest abboniert, und habe mich nach und nach in das Thema Geldanlage eingelesen.
    Es hat mich dann trotzdem Überwindung gekostet, zu unterschreiben, dass ich auf Beratung verzichte. Im Nachhinein kann ich feststellen, dass es trotzdem der Richtige Weg war, die Geldanlage in die eigenen Hände zu nehmen. Die Berater die ich kennengelernt habe, waren alle ihr Geld nicht wert, und die Fehler, aus denen man lernen kann, kann man auch selber machen.
    Dann gibt es noch Honorarberater. Die habe ich nicht ausprobiert, weil mir Aufwand und Nutzen nicht in der richtigen Relation erschienen.
    Ich habe das Thema Sparkassenberater unter "Lehrgeld" abgehakt.
    Ob das in Deinen Fall rechtens ist, kann und will ich nicht beurteilen. Ich möchte Dir hiermit nur einen Denkanstoß zum Handeln geben wollen.
    Gute Anlageerfolge wünscht Dir


    Altsachse