Betriebliche Altersvorsorge - vorzeitige Auszahlung

  • Hallo,
    im Falle von betrieblicher Altersvorsorge gibt es für meinen Vater die Möglichkeit, diese im Falle von seiner eingetretenen Frühverrentung sich vorzeitig auszahlen zu lassen. Es wird Abzüge geben, da diese vorzeitig ausgezahlt wird, ebenfalls wird diese Summe versteuert werden müssen, aufgrund der Geringfügigkeit wird die Summe einmalig ausgezahlt werden. Hier stellt sich ihm die Frage, wieviel der kleine monatlicher Betrag "wert" sein wird (ca. 50,- euro/Monat), bei Eintritt in das reguläre Rentenalter, also mit 65 und ob er nicht jetzt mit der Summe etwas mehr anfangen könnte?
    Er hat Altersvorsorgen aus mehreren Unternehmen, in dem Fall denkt er darüber nach, die "kleinste" der Renten sich in einer Summe auszahlen zu lassen und die anderen bis zum regulären Rentenalter weiter laufen zu lassen.
    Würdet ihr zu der Auszahlung jetzt raten?
    Vielen Dank.
    Dolores

  • Meines Wissens liegt der Betrag für eine Kleinbetragsrente bei 1% der Bezugsgröße (2018 = 30,45 Euro; 2019 = 31,15 Euro).


    Ansonsten müsste man wirklich schauen, was geht und was Sinn macht. Insbesondere bei der zweiten Frage wird es mehr als eine Antwort geben.

  • Das ist richtig, nach allen Kürzungen wg vorzeitiger Auszahlung ist der monatlicher Betrag knapp unter 30,00 E.
    (ohne ca. knapp über 50,- E/Monat ab 65).


    Das Angebot liegt meinem Vater vor, das Unternehmen würde in dem Fall von dem Recht auf Abfindung des Anspruches Gebrauch machen und nach versicherungsmathematischer Methode eine Einmalzahlung leisten.


    Es stellt sich also die Frage:
    Einmalzahlung, versteuert und Auszahlung jetzt
    oder
    ab 65 Regelalter, unversteuert, bis ans Lebensende


    Die Entscheidung fällt ihm nicht leicht. Gibt es hier noch Anregungen?


    Mit beiden Lösungen kann er gut leben, natürlich reizt die Einmalzahlung, die Steuer tut aber weh :-)


    Wird der Betrag monatlich später soviel im Budget ausmachen? (nach seinen Berechnungen nein).
    Gar nicht so einfach..


    Danke...

  • Hm. Mal kurz überschlagsweise gerechnet:
    Nehmen wir an, Dein Vater würde bis 85 die Rente beziehen.


    Dann bekäme er ab 58:
    27 Jahre x 12 Monate x 30€ = 9720€ (vs 7500€ Einmalauszahlung)
    ab 65:
    20 Jahre x 12 Monate x 50€ = 12000€


    Steuer mal komplett aussen vor gelassen. Und ich unterstelle jetzt mal einfach, dass sich Inflation und Neuanlage der Auszahlung ungefähr die Waage halten.


    Spricht für mich einiges für: bis 65 liegen lassen - sofern die 50€ garantiert sind?!

  • Die Firma hatte schon guten Grund, warum das Angebot über die vorzeitige Auszahlung so schnell erstellt wurde (man muß quasi nur noch unterschreiben) ...die Kürzungen bei Frühverrentung und vorzeitiger Auszahlung/Inanspruchnahme sind beträchtlich, der Rückversicherer wäre bestimmt erfreut?


    Auszahlung des Betrages 50 € bei 65 J Renteneintritt ist schriftlich fixiert und garantiert (bei Ausstieg aus dem Unternehmen fixiert, der Betrag bleibt unverändert).


    Mein Vater sagt scherzhaft, dass er halt nicht weiß, ob er überhaupt die 85 Jahre erreicht, daher seine jetzige Überlegung Wie gesagt, die größeren Beträge aus 2 anderen Altersrenten hat er nicht angefragt, bzw. läßt die Zeit bis zur Auszahlung bis 65 verstreichen. Es wäre in den anderen beiden Fällen ein größerer finanzieller Verlust als hier. Bekanntermaßen führt keine vorzeitige Auszahlung von Versicherungen zum Gewinn :-)


    Meine Tendenz immer: alte Verträge nicht vorschnell auflösen... sollte die finanzielle Lage es doch erforderlich machen, kann er doch immer noch erneut eine Anfrage an das Unternehmen starten. Die Neuberechnung würde bei den Kürzungen möglicherweise wieder ein anderes Bild ergeben? (gezahlt wird für 3 Jahre rückwirkend), da kenne ich mich aber nicht gut aus...


    Danke für das Feedback bisher!