Robo-Advisor-Test

  • Es gibt einen Robo-Advisor-Test aus Dezember 2018 durch Fondsconsult. Leider ist der Test kostenpflichtig. Eine Kurzversion gibt es kostenlos hier http://www.fondsconsult.de/adm…Advisor%20Studie_kurz.pdf , ein wenig mehr kann man aus diesem Artikel herausholen https://www.gruenderszene.de/fintech/robo-advisor-studie .


    Im eingebundenen Artikel ist auch ein Link auf einen Test von Finanztest aus dem Heft 08/18, der aufgrund anderer Parameter zu anderen Ergebnissen führt.

  • Zum Thema RoboAdvisor erschienen kürzlich auch 2 hilfreiche Artikel bei Morningstar.de:


    robo-advisors kontra etf-mischfonds


    und


    robo-advisors-kontra-aktiv-verwaltete-mischfonds


    Ein weiterer Artikel mit reger Diskussion ist nach wie vor aktuell:


    Finanzwesir: RoboAdvisor


    Der Kostenfaktor entscheidet. Ob aktiv oder passiv ist dabei gar nicht so entscheidend.
    Aus heutiger Sicht hätte ich mir das Selbermachen mit ETF (v.a. unnötig kleinteilig) ersparen können und gleich zum ARERO greifen können. Mit guter Diversifikation über verschiedene Anlageklassen eine preislich kaum zu unterbietende Gesamtlösung.
    Aber auch ein konkurrenzfähiger aktiv verwalteter - mir persönlich aber etwas zu defensiver - Siemens Balanced ist eine gute Alternative zum Eigenmanagement und Rebalancing.
    Der Mischfondsmantel bietet gegenüber den Robo-Advisor Lösungen auch steuerliche Vorteile, da für die Einzelveräußerungen von Portfolioteilen keine Steuer fällig wird, sondern erst bei Veräußerung bzw. die für den Mischfonds jährlich anfallende Gesamtbesteuerung.

  • Zu Scalable Capital und Whitebox, die beide ein Value at Risk Modell fahren, lese man bitte im Buch „Eiszeit für die Weltwirtschaft“ oder im Blog von Herrn Dr. Stelter nach:


    https://think-beyondtheobvious…dem-geld-5-selber-denken/


    Banken und Investoren versuchen, Risiko und Ertrag mit ausgeklügelten Modellen zu steuern. Ein wichtiges Konzept dabei ist das sogenannte „Value at Risk“. Dabei wird unter Annahme von bestimmten Wahrscheinlichkeitsverteilungen ausgerechnet, wie hoch der potenzielle Verlust eines Investments innerhalb eines bestimmten Zeitraumes maximal sein wird. Als Input dienen dabei vor allem die Daten der Vergangenheit. Übersetzt bedeutet dies, die Investoren gehen davon aus, dass die Zukunft sich analog zur Vergangenheit entwickelt. Strukturbrüche werden so nicht vorhergesehen. Lange Phasen der Stabilität und Ruhe an den Finanzmärkten, gemessen an der Volatilität, führen dann wiederum zu einem geringeren erwarteten Risiko und damit geringeren Verlustwahrscheinlichkeiten. Die Investoren können dann höhere Risiken als zuvor eingehen, weil diese ja nicht mehr so riskant sind.
    Wenn es dann zu einem Bruch der Entwicklung kommt, sind es gleich deutliche Abweichungen von dem, was die Modelle erwarten. Schnell wird dann von „schwarzen Schwänen“ gesprochen, also Dingen, die außerhalb des Erwartbaren waren. Dieser Begriff wurde von Nassim Taleb eingeführt und beschreibt Ereignisse, „die extrem unwahrscheinlich sind, völlig überraschend eintreffen und sich im Nachhinein einfach erklären lassen“.


    Goldman Sachs ist sicherlich eine der professionellsten Adressen in der Finanzwelt. Wie die Financial Times berichtet, jedoch auch nicht frei von den Tücken der Modelle. Im Jahre 2007 bei Ausbruch der Finanzkrise (wir erinnern uns: angeblich risikofreie AAA-Papiere wurden über Nacht zu Ramsch) vermeldete die Firma 25 „Verletzungen der Standardabweichung mehrere Tage in Folge“ (25-Sigma-Ereignis). Dies bedeutet, die Verluste waren größer, als sie nach den Annahmen des Modells hätten sein dürfen. Und dies mehrere Tage in Folge, was noch unwahrscheinlicher ist.


    Um es greifbarer zu machen, haben Kevin Dowd, John Cotter, Chris Humphrey and Margaret Woods von der Nottingham Business School mal nachgerechnet: How Unlucky is 25-Sigma?


    Ein 3-Sigma-Ereignis kommt alle 741 Tage vor, also ungefähr einmal in drei Jahren.
    Ein 4-Sigma-Ereignis kommt alle 31.560 Tage vor, also einmal in 126 Jahren.
    Ein 5-Sigma-Ereignis kommt alle 2.483.046 Tage vor, entspricht allen 13.932 Jahren. So lange ist die Eiszeit her.
    Ein 6-Sigma-Ereignis kommt alle 1.009.976.678 Tage vor – also einmal in 4.039.906 Jahren – so lange gibt es den heutigen Menschen.
    Ein 7-Sigma-Ereignis einmal in 3.105.395.365 Tagen. – fünfmal länger als es Leben auf der Erde gibt. Wow.
    Die Wahrscheinlichkeit für eine derartige Abweichung vom Erwartungswert um 25 Sigma ist so hoch, wie der Gewinn beim Lotto 21 bis 22 Mal in Folge! Das aber hat Goldman nicht nur einmal, sondern mehrfach hintereinander erlebt. „Oskar Wild hätte es wohl so umschrieben: Einmal ein 25-Sigma Ereignis zu erleben, kann man als Pech ansehen. Es mehr als einmal zu erleben, sieht nach Schlamperei aus.“


    Ich würde es einfach ausdrücken: Die Fortschreibung der Vergangenheit ist keine Garantie für eine risikofreie Zukunft.


    - Zitat Ende -


    Ich habe Ende 2016 auch bei Scalable angelegt. Das investierte Kapital aber mittlerweile wieder abgezogen, da die Kosten für die Scheinsicherheit VaR zu hoch sind. Nach obiger Lektüre war ich nicht mehr dazu bereit, mich auf ein solches Modell zu verlassen. Als Marketingtool ist VaR natürlich genial gewählt.
    Wer eher Filme mag: der schaue mal „Margin Call“, der die Risikobewertung von Banken hinterfragt.



  • Noch einmal zum Thema Risiko:
    Die beste Möglichkeit das Risiko einer Anlage nachzuvollziehen, haben die Autoren Menzel und Rodenwald in ihren Büchern „Asset Allocation“ und „Mehr Mut für Privatanleger“ dargestellt.


    Sie nehmen die Volatilität (einfache Standardabweichung), die von Banken und Fonds angegeben wird und multiplizieren sie mit 2, um von einer Sicherheitswahrscheinlichkeit von 69,3% auf 95,4% zu erhöhen.
    fiktives Beispiel DAX: 20% Standardabweichung, wie sie in Unterlagen von Banken zu ersehen wäre, liegt bei einem Konfidenzniveau von 95,4% dann schon bei 40%!!!


    Das finde ich wesentlich ehrlicher als eine VaR Ziffer.

  • Hallo,
    wir hatten auch über ein Jahr lang bei 2 Robos Geld angelegt und einfach machen.
    Auf dem ersten Blick sieht es auch gut aus, da immer nur der Vergleich gemacht wurde mit den mehrfach im Jahr veränderten Portfolio. Sprich es wurde verglichen mit dem Einkaufswert der ETFs ff. und dem aktuellen Kurswert.


    Auf dem zweiten Blick, wenn wir uns dran erinnert haben, was wir investiert hatten, aber war es eine negative Bilanz.


    Diesen Aspekt, was haben wir investiert, egal wie oft gewechselt wurde, fehlte in den Übersichten, bzw. war nur mühsam zu finden. Neben den Einkaufswert, müsste auch die jeweils anteilige virtuelle Investitionssumme stehen.

  • Ein Vergleich der verschiedenen Anbieter bleibt schwierig. Eine gute Darstellung im Echtgeldvergleich bietet auch:


    Echtgeldvergleich von Robo-Advisors bei borokervergleich.de



    Hier gilt aber zu bedenken, dass kaum ein Robo länger als 3-4 Jahre existiert. Die Konsolidierung ist im Gange. Die dauerhafte Existenz eines kleinen Anbieters ist nicht sehr wahrscheinlich. Und sie müssten alle noch eine ganze Ecke günstiger werden. Aus meiner Sicht wird es bei Gesamtkosten von maximal 0,4 bis 0,5% (Verwaltung und Kosten der unterliegenden ETFs zusammen gerechnet) überhaupt erst attraktiv mit Robos zu investieren.



    Mit eigener Wertpapierkennnummer (WKN) ist mir nur Easyfolio bekannt. Man kann sie wunderbar für einen Vergleich mit ETF und anderen Fonds heranziehen.
    Hier mal ein Beispiel mit den o.g. ETF Mischfonds und 2 Roboportfolios mit 50 bzw. 70% Aktienquote.


    Fondsweb.de Vergleich Arero, dbx-trackers Portfolio ETF und Easy 50 und Easy 70

  • Habe ich mir letztens mit meinem Bank-Kundenbetreuer angeschaut. Wir sind nicht in die tiefsten Tiefen eingestiegen, aber ich habe es nur als Tool verstanden, das mir eine Auswahl aus dem normalen UnionInvest-Katalog präsentiert. Daher vermag ich derzeit den Mehrwert für mich nicht zu erkennen.


    Vielleicht irre ich mich da auch ganz schrecklich, aber so habe ich es bisher wahrgenommen.

  • Lt. Beschreibung ist es ein Robo, der in aktive Fonds und ETF investiert. Kosten 0,72% p.a., Provisionen werden zurückerstattet. Entwickelt von Visualvest, wenn man es billiger haben möchte dort direkt buchen.Zumindest dort sind die Standard-Portfolios mit ETF, so dass das im Grunde von den Kosten ein günstiges Angebot für einen Robo ist. Hatte mit einem Vertreter auf dem Börsentag in Köln gesprochen, fand aber nix besonderes dabei.