BAV - Direktversicherung - Behalten oder stilllegen?

  • Hallo in die Runde,


    ich habe in den letzten Tagen einige Artikel und Beiträge zum Thema BAV / Direktversicherungen gelesen und mache mir aktuell Gedanken, ob ich meine weiterhin besparen möchte. Zu einer Entscheidung bzw. einem finalen Bild bin ich noch nicht gekommen.


    Auch hier bei Finanztip ist es teilweise fraglich dargestellt, ob sich diese Form der Absicherung überhaupt lohnt. Da dies aber von Fall zu Fall anders ist, hier mein Hintergrund.


    Ich bespare seit ca. Ende 2011 die Allianz Direktversicherung Klassik (kennt die jemand?). Ich erhalten keinen Zuschuss durch den AG und trage die rund 250€ alleine. Ich liege auch über den Beitragsbemessungsgrenze und damit sollte das auch die gesetzliche Rente m. E. nicht berühren bzw. beeinflussen.


    Hintergrund war damals bei Abschluss, dass man steuerfrei einzahlt, im Alter dann mit geringerer Steuerlast versteuert und damit dann etwas mehr vom Geld bleibt.
    Was ich damals nicht auf dem Schirm hatte (kann auch sein, dass es damals anders war), die rund 18% für die liebe GKV. Da kann man am Ende nur hoffen, dass die Allianz gut angelegt hat und die Rendite entsprechend hoch ist.


    Jetzt überlege ich ob ich das Ding nicht einfach beitragsfrei stelle (wirklich kündigen kann man ja nicht, oder?) und lieber klassisch in einen ETF (o. ä.) investiere.



    Ich weiß, es gibt dazu wahrscheinlich keine klare Aussage oder einen Rat. Aber mich interessieren eure Meinungen und vielleicht gibt es ja jemanden, der eine solche Entscheidung schon einmal getroffen hat.


    Vielen Dank dafür vorab!

  • Hallo.


    Es gibt da zwei Aspekte:



    1. Der Vertrag
    Wenn der Vertrag Mist ist, dann ist er Mist, trotz der anderen Aspekte. Ein guter Vertrag wäre besser.


    Für Frage "Mist oder gut" kann man sich Experten an die Seite holen.



    2. Die Rahmenbedingungen
    Der laufende Vertrag ist ein Altvertrag im Sinne des Betriebsrentenstärkungsgesetzes und somit muss der AG (vorläufig) keinen Zuschuss zahlen. Somit kann sich die Bewertung der Angelegenheiten künftig ändern.


    Bei einem Verdienst oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze (nach Anwendung der Entgeltumwandlung) gibt es keinen Verlust in der gesetzlichen Rentenversicherung. Ansonsten lägen wir bei dem Beitrag pro Jahr Einzahlung bei einer um ca. 2,40 Euro niedrigeren Monatsrente (brutto).


    In Sachen Krankenversicherung ist natürlich die Frage, wie aktuell der Versicherungsschutz besteht. (pKV oder freiwilliges Mitglied in der gKV)
    Denn daran hängt die Frage, wie man zum Zeitpunkt der Auszahlung bzw. danach krankenversichert sein wird.


    Wenn pKV-versichert, dann ist es alles entspannt.


    Wenn gKV-versichert, dann ist die Frage, wann die Versicherung zur Auszahlung kommt. Wenn dann noch die Beitragsbemessungsgrenze der KV überschritten ist, dann ist (zunächst) alles entspannt. Da kommt es also auf die genauen Modalitäten an.


    Wahrscheinlich wird man für die Bewertung verschiedene Szenarien entwickeln müssen, um eine vernünftige Entscheidung treffen zu können.

  • Hey,


    vielen Dank für die Antwort. Ein paar gute Aspekte, über die ich nochmal nachdenken muss.


    Aber kurz hierzu:

    1. Der Vertrag
    Wenn der Vertrag Mist ist, dann ist er Mist, trotz der anderen Aspekte. Ein guter Vertrag wäre besser.


    Für Frage "Mist oder gut" kann man sich Experten an die Seite holen.

    Das ist allerdings total richtig. Offen gestanden weiß ich aber nicht ob es ein guter Vertrag ist. Woran würdest du das fest machen? Ich versuche aktuell herauszufinden, wie die Allianz hier investiert bzw. in was sie investiert. Einen festen Zinssatz gibt es allerdings dazu nicht bzw. es wird im Vertrag nichts genannt.
    Im Jahreskontoauszug steht alledings, dass mit 3,4% verzinst wird. Das ist jetzt nicht super gut, habe aber auch schon schlechteres gesehen :-)


    Tatsächlich würde ich das gerne mal von einem Experten prüfen lassen. Gibt es hier im Forum vielleicht Empfehlungen?


    Danke!

  • Noch ein Hinweis: die 3,4% müssen nicht die eigentliche Nettorendite sein. Wenn du die Wertmitteilungen von zwei drei Jahren nebeneinander legst kannst du die mit etwas Mühe ausrechnen.
    Das ist ein wichtiges aber nicht das einzige Kriterium wie hier schon angesprochen

  • Hallo,


    ich war nicht der der VZ. Terminfindung war schwer und ich hatte Zweifel an der Qualität. Dann habe ich mich für einen unabhängigen Berater entschieden. Kostete etwas mehr, hat sich aber gelohnt.


    Ergebnis: Der Vertrag läuft soweit erstmal weiter und sonst bin ich auch bei ein paar anderen Punkten schlauer :)


    Grüße!

  • Hi,


    Dank dir für die Rückmeldung. Bin überrascht das Du den Vertrag weiter führst aber wird sicher seinen Gründe haben. Ich hab mich sehr an dem Artikel hier zum Thema "Aus dem Bruttogehalt betrieblich Vorsorgen" orientiert. Speziell der Part für Gutverdiener passt sehr gut.
    Ich hab meine bAV heute Beitragsfrei gestellt und werde das selbst in die Hand nehmen.



    Hier noch der Link. https://www.finanztip.de/betri…rsorge/entgeltumwandlung/

  • @Greifswalder


    Es hat diverse Gründe (wenn auch teils nur Psychologische :), aber ich werde es regelmäßig prüfen und wenn es nicht mehr passt, lege ich sie auch still.


    1. Es ist ein weiteres Standbein neben meinen Investments in Aktien oder ETF (mit einem verhältnismäßig geringen Anteil)
    2. Es ist Geld, das mir niemand nehmen kann, weder der Staat noch ich selbst :)
    3. Durch die Bruttoeinzahlung hat man ja auch einen Gewissen Hebel bei der Rendite im Vergleich zu einem Investment dessen, was netto über bleibt (hab ich jetzt aber auch nicht nachgerechnet)


    Sollte ich aber mal den AG wechseln und meinen aktuellen Vertrag nicht mitnehmen können, würde ich auch keinen Neuen mehr starten (wegen der Abschlussgebühren).


    Es gibt einfach nicht den einen Grund und am Ende ist es auch eine Entscheidung des persönlichen Wohlfühlgefühls :)


    Hoffe das hilft zum Verständnis ...


    Grüße!