Altersvorsorge - Neues Depot und neuer ETF Sparplan?

  • Hallo liebe Finanztip Community,


    folgende Situation:


    aktuell bespare ich über mein Depot bei der Ing DiBa monatlich in einen ETF Sparplan. Die Summe beläuft sich auf 211 Euro, der Wert des Depots liegt bei ca. 11.500 Euro (ohne den aktuellen Kurswert einzubeziehen). Der Fond ist der Xtrackers MSCI World Swap UCITS ETF 1C.


    Nun überlege ich meinen Riestervertrag, den ich mit ca. 120 Euro im Monat bespare, still zu legen und mir statt dessen eine Altersvorsorge mit einem weiteren ETF Sparplan aufzubauen. Ich hätte noch ca. 35 Jahre Zeit bis zur Rente.


    Nun meine Gedanken:
    Den vorhandenen Sparplan bespare ich ohne konkretes Ziel. Mir gehts einfach darum, monatlich Geld wegzulegen und ein kleines Vermögen aufzubauen. Ob das nun für späteren Nachwuchs, Investition ins Eigenheim oder sonst irgendwelche Ausgaben benutzt wird, habe ich nicht festgelegt.
    Der neue Sparplan hat einen konkretes Ziel. Deshalb sollte es Sinn ergeben, dafür bei Null anzufangen und auch ein neues Depot zu eröffnen. Aber ist das notwendig? Oder sollte ich einfach auf einen anderen Fond setzen, z.B. einen ACWI?


    Vielleicht noch ein hilfreicher Gedanke:
    Ich möchte bei dem vorhandenen DiBa Sparplan gerne noch in Emerging Markets investieren, am liebsten natürlich auch per monatlichem Sparplan und dann ein 70/30 Verhältnis zwischen MSCI World und EM erreichen. Da sieht die Auswahl bei der DiBa aber eher übersichtlich aus. Das hab ich irgendwo noch im Hinterkopf, wenn ich sowieso ein zweites Depot eröffnen sollte.


    Danke für eure Meinungen!

  • Hallo @dg87, willkommen in der Community.


    Nur mal so am Rande, Riester geht auch mit Fonds / ETF Man kommt an das Geld halt nicht ran. s. https://www.finanztip.de/riester/riestern-mit-fonds/


    ein neues Depot zu eröffnen. Aber ist das notwendig?

    Kommt darauf an. Eigentlich notwendig ist es nicht. Wenn es Dir hilft mach es. Die Nutzung eines anderen Fonds ist auch möglich, da Du damit innerhalb des Depots über die WKN eine Trennung hast, welche Anlage wofür ist. Da das Angebot der ING nicht so umfassend ist wäre vielleicht ein weiteres Depot zu überlegen, wo Du den MSCI World und den EM jeweils günstig besparen kannst..

  • Hi, willkommen!


    Folgende Gedanken:
    - Checken, ob Riester wirklich keinen Sinn mehr macht, oder ob nicht evtl. Wechsel in einen kostengünstigen Riester infrage kommt (evtl. Riester-Fondssparplan mit/ohne ETFs):
    https://www.finanztip.de/riester/riester-kuendigen/


    - Klar kann man mehrere ETFs besparen, um unterschiedliche Sparziele zu realisieren. Im Grunde ist aber alles immer eine Frage von: Wieviel Vermögen habe ich und wieviel brauche ich? Ich bin ein Fan davon, alles gesamt zu betrachten. Die wichtigere Frage ist: Wieviel braucht man eigentlich für die Altersvorsorge?
    https://www.finanztip.de/alter…e/private-altersvorsorge/


    - Wir empfehlen für EM schlicht den MSCI ACWI. Da hast Du ca. 11% EM drin.
    https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/msci-acwi/

  • Hallo, danke euch schonmal für die Rückmeldungen.


    Kurz ein paar Fakten zu meinem Riester:


    - klassische Riesterrentenversicherung bei der Debeka, abgeschlossen 2009, 3 Jahre mit 4% meiner Ausbildungsvergütung bespart, dann ruhen gelassen während Studium, ab 2017 wieder aufgenommen
    - Kapital zum 31.12.2018 2744,00€, garantierte monatlich Rente 218,73€
    - Laufzeit bis 2054


    Nehme ich an, ich werde 92 Jahre alt, würde also 25 Jahre aus dem Vertrag mein Geld bekommen, braucht die Debeka dafür ein Kapital von 65.619 Euro. Das entspricht einem Zinswachstum von ca. 0,6%. Und da glaube ich einfach, das geht besser.
    Fange ich jetzt an meinen aktuellen Eigenanteil der Riesterversicherung von 118,75€ / Monat in einen ETF-Sparplan einzuzahlen, ergeben sich je nach Verzinsung folgende Kapitalsummen (natürlich ohne Kosten für Sparplan, Steuern etc):


    1%: 59.687,46
    2%: 72.013,92
    3%: 87.558,54
    4%: 107.228,43
    5%: 132.192,24
    6%: 163.955,38


    Bei einem Wechsel frage ich mich, wohin. Klassische Riester-Fondsparpläne von DWS etc. geben alle keinen Rentenfaktor an, die Kosten werden zwischen 0-100% angegeben und wie viel Kapital später für den Abschluss der Versicherung drauf gehen sagt einem auch niemand.


    Auf Fairr bin ich natürlich auch gestoßen, da gibt es aber keine Langzeiterfahrung, den Versicherer MyLife kann ich nicht beurteilen, aber das ganze Konzept kommt mir irgendwie nicht ganz richtig vor. Man liest viel positives aber auch viel negatives.


    Natürlich muss man auch erwähnen, dass ich z.B. für 2018 ca. 400€ der Steuerrückerstattung nur doch die Sonderausgabe meines Riesterbeitrages erhalten habe.


    Aber wie rechnet man sowas mit ein in die Performance einer Versicherung?

  • Zum einen:
    Du stehst ja vor der Frage: Riester-Fondssparplan oder reiner ETF-Sparplan.
    Hilft da unser Entscheidungsbaum aus https://www.finanztip.de/altersvorsorge/ weiter?
    (Da sind Effekte wie Steuerrückerstattung und Rentenbesteuerung schon eingerechnet.)


    [Blockierte Grafik: https://www.finanztip.de/fileadmin/images/Altersvorsorge/Ratgeber_Grafiken/Baum_AV_Angestellte_unter_52_final_version_-_800_Px.jpg]
    Zum zweiten:
    Hier kannst Du was lesen, warum wir welchen Riester-Fondssparplan empfehlen. Meine Meinung: Im Endergebnis werden die sich alle nicht so wahnsinnig viel geben.
    https://www.finanztip.de/riester/riestern-mit-fonds/#c40834