Das Erbe meiner Mutter anlegen

  • Guten Tag zusammen,


    ich wende mich an euch, da meine Mutter bald Geld erben wird und mich gefragt hat, ob ich dieses Geld für Sie anlegen würde, da Sie davon keine Ahnung hat. Sie war auch schon beim örtlichen Bankberater, der Ihr ein Zertifikat auf den EuroStoxx50 sowie ein Fondspaket empfohlen hat. Beides klingt für mich nicht sonderlich ertragreich, vor allem aufgrund der hohen laufenden Kosten. Ich habe Ihr also zu ETFs geraten, an die sie sich allerdings alleine ohne Bankberater nicht herantraut.


    Nun aber zu meiner eigentlichen Frage, da ich selber kein Finanzexperte bin:
    Macht es einen Unterschied (z.B. steuerlich), ob ich für Sie das Geld anlege (25 Jahre alt, ledig, Berufseinsteiger) oder ob meine Mutter (62 Jahre alt und dementsprechend bald in Rente, verheiratet) ein Depot eröffnet und das Geld selber anlegt?


    Ich hoffe, es ist keine dumme Frage und ihr könnt mir weiterhelfen.
    LG

  • Hallo.


    Nach meinem Verständnis wäre die Aktion "Kind, leg' das Geld für mich an!" wie eine Schenkung zu sehen, was dazu führen würde, dass Freigrenzen zu beachten wären. Unter Umständen ergeben sich da aber auch keine Probleme. (Wie gesagt, laienhaftes Verständnis.)


    Falls Geschwister da sind, könnte die Aktion auch zu Unfrieden führen, das müsste man unter Umständen bedenken.


    Soviel fällt mir spontan ein, aber ich denke die Community hält noch mehr Rat und Tat bereit.

  • Hallo @pelz, willkommen in der Community.


    Steuerlich wäre es eine Schenkung wenn das Geld Deiner Mutter auf Deinem Konto / Depot liegt. Oberhalb des Freibetrags (z.B. 400.000 Euro) wäre dann Schenkungssteuer fällig. s. https://www.finanztip.de/erbschaftsteuer-anzeigepflichten/
    Das kann gewünscht sein, sollte aber gut überlegt werden.


    Wenn das nicht gewünscht ist kann Deine Mutter ein Depot anlegen und Dir eine Vollmacht geben, so dass Du dann tätig werden kannst.

  • Vielen Dank für die schnellen Antworten :)

    Falls Geschwister da sind, könnte die Aktion auch zu Unfrieden führen, das müsste man unter Umständen bedenken.

    Da ich keine Geschwister habe, wird es zu keinem Unfrieden kommen. Ist aber ein guter Hinweis.



    Steuerlich wäre es eine Schenkung wenn das Geld Deiner Mutter auf Deinem Konto / Depot liegt. Oberhalb des Freibetrags (z.B. 400.000 Euro) wäre dann Schenkungssteuer fällig

    Es handelt sich "nur" um etwa 25.000 €, die ich anlegen soll.


    Die steuerliche Belastung der Gewinne ist die gleiche, egal ob ich oder meine Mutter das Geld anlegt, richtig (vorausgesetzt, beide haben den Freibetrag schon vorher ausgeschöpft). Oder ändert sich da irgendwas, wenn man in Rente geht?


    LG

  • Die steuerliche Belastung der Gewinne ist die gleiche,

    Ja, aber wahrscheinlich anders als Du vermutest ;-)


    Neben der Kapitalertragssteuer von 25% gibt es die sog. Günstigerprüfung, d.h. wenn der persönliche Steuersatz geringer ist wird die Differenz über die Steuererklärung erstattet.


    Wenn die Rente niedrig ist käme eine sog. Nichtveranlagungsbescheinigung in Betracht, dann wäre auch oberhalb 801 Euro keine Steuer zu zahlen.
    s. https://www.finanztip.de/sparerpauschbetrag/


    Das ist bei Rentnern genau so wie bei allen anderen auch. Bei Rentnern ist noch zu beachten dass nur ein Teil der Rente steuerpflichtig ist s. https://www.finanztip.de/steuererklaerung/rentenbesteuerung/ . Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass in Deinem Fall der Steuersatz für die Kapitalerträge bei Deiner Mutter niedriger als bei Dir ist,


    Wie immer gilt selber rechnen macht schlau ;-)