Zur Miete wohnen und zum Vermieten kaufen

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    • Zur Miete wohnen und zum Vermieten kaufen

      Hallo zusammen,

      durch die Videokommentare kam ich auf folgende Frage (alles rein hypothetisch):

      Es gibt die Denkweise: Kaufen zum Wohnen ist unflexibel und man kann die Kosten nicht steuerlich geltend machen. Anders beim Kaufen zum Vermieten. Daher sollte man kaufen und anschließend vermieten, aber selbst zur Miete wohnen.

      Wenn man nun eine Doppelhaushälfte kauft, links vermietet, aber rechts zur Miete einzieht, und der Mieter links zugleich der Vermieter rechts ist, gibt es dann da irgendwelche rechtlichen bzw. steuerliche Probleme? ?(
    • Referat Janders schrieb:

      Wenn man nun eine Doppelhaushälfte kauft, links vermietet, aber rechts zur Miete einzieht, und der Mieter links zugleich der Vermieter rechts ist, gibt es dann da irgendwelche rechtlichen bzw. steuerliche Probleme?
      Ich wüsste nicht, welche steuerlichen oder rechtlichen Probleme hier auftauchen sollten. Auch Gestaltungsmißbrauch ist meines Erachtens nicht herleitbar.

      Grundsätzlich dürfen ja Menschen, die zur Miete wohnen, auch Wohneigentum besitzen und an fremde Menschen vermieten. Wie will man dann abgrenzen, wo Gestaltungsmißbrauch vorliegt? Nur bei Doppelhäusern? Wie ist es mit Häusern in der gleichen Straße? Im gleichen Stadtviertel? usw.

      Ich denke, dass eine objektive Abgrenzung nicht möglich ist.

      Die Probleme liegen eher in der praktischen Durchführbarkeit. Es müssten sich ja zwei Familien zusammentun, die als "Überkreuz-Vermieter-Mieter" auftreten. Die beiden Häuser müssten wirklich gleichwertig sein, damit nicht der eine das Gefühl bekommt, er würde schlechter fahren als sein Mieter usw.

      Deshalb sehe ich für dieses Modell nur im Ausnahmefall eine Chance auf Realisierung.
    • Alle die dieses tolle Konzept fahren können aufgrund der aktuellen Corona-Lage und ähnlichen Ausnahmezuständen in einen finanziellen Ruin gelangen. Ein Freund von mir hat auf diese Weise 4 Wohnungen finanziert und fleißig vermietet...er meldet sich seit 2 Wochen nicht mehr bei mir....auch wenn ich ihn vor diesem "Schein" gewarnt habe. Vermutlich können die Mieter für die Miete nicht aufkommen = finanzieller Ruin, bzw. Enteignung durch Bank.
    • liki90 schrieb:

      Alle die dieses tolle Konzept fahren können aufgrund der aktuellen Corona-Lage und ähnlichen Ausnahmezuständen in einen finanziellen Ruin gelangen. Ein Freund von mir hat auf diese Weise 4 Wohnungen finanziert und fleißig vermietet...er meldet sich seit 2 Wochen nicht mehr bei mir....auch wenn ich ihn vor diesem "Schein" gewarnt habe. Vermutlich können die Mieter für die Miete nicht aufkommen = finanzieller Ruin, bzw. Enteignung durch Bank.
      In aller Regel muss sehr viel passieren bevor die Bank den Kredit wirklich platzen lässt. Die hat nämlich kein Interesse daran Immobilenbesitzer zu werden.
    • Malapascua schrieb:

      liki90 schrieb:

      Alle die dieses tolle Konzept fahren können aufgrund der aktuellen Corona-Lage und ähnlichen Ausnahmezuständen in einen finanziellen Ruin gelangen. Ein Freund von mir hat auf diese Weise 4 Wohnungen finanziert und fleißig vermietet...er meldet sich seit 2 Wochen nicht mehr bei mir....auch wenn ich ihn vor diesem "Schein" gewarnt habe. Vermutlich können die Mieter für die Miete nicht aufkommen = finanzieller Ruin, bzw. Enteignung durch Bank.
      In aller Regel muss sehr viel passieren bevor die Bank den Kredit wirklich platzen lässt. Die hat nämlich kein Interesse daran Immobilenbesitzer zu werden.

      Das ist eine spannende Auffassung. Eine Bank hat kein Interesse daran Immobilienbesitzer zu werden? :D Also ehrlich noch nie gehört. Deshalb werden vermutlich Immoblienkredite an Familien mit 2k Netto vergeben...


      Die Leute zahlen fleißig ein (1-2, vlt auch 5-10 jahre), dann können sie nicht mehr zahlen. Der Kredit platzt, Immobilie gehört der Bank und die Bank kann diese für teuer Geld weiterverkaufen. Und du meinst tatsächlich, dass Banken darauf verzichten? Vor allem in Ballungszentren?

      P.S. Bis man einen Mietnomaden aus der Wohnung bekommt kann schon mal locker ein halbes Jahr vergehen. Spätestens dann ist die Geduld jeder Bank am Ende.
    • liki90 schrieb:

      Eine Bank hat kein Interesse daran Immobilienbesitzer zu werden? Also ehrlich noch nie gehört. Deshalb werden vermutlich Immoblienkredite an Familien mit 2k Netto vergeben...


      Die Leute zahlen fleißig ein (1-2, vlt auch 5-10 jahre), dann können sie nicht mehr zahlen. Der Kredit platzt, Immobilie gehört der Bank und die Bank kann diese für teuer Geld weiterverkaufen. Und du meinst tatsächlich, dass Banken darauf verzichten? Vor allem in Ballungszentren?
      So stellt sich der kleine Moritz das vor...

      In der Realität ist es für Banken extrem unangenehm, wenn sie bei geplatzten Immobilienfinanzierungen die Grundschuld verwerten müssen.

      Sie unterliegen ferner einem Irrtum, wenn sie schreiben, "die Immobilie gehört der Bank und diese kann sie für teuer Geld weiterverkaufen". So ist es gerade nicht!

      Die Immobilie gehört weiterhin dem Eigentümer, auch wenn er die Finanzierung nicht mehr aufbringen kann. Die Bank hat in diesem Fall nur das Recht, die Zwangsversteigerung zu betreiben und der Immobilieneigentümer muss diese dulden.

      Ein solches Zwangsversteigerungsverfahren ist sehr langwierig, arbeits- und kostenintensiv. Ob am Ende der Zwangsversteigerung überhaupt die offene Restforderung erreicht wird, steht auch noch auf einem anderen Blatt.

      Deswegen versuchen Banken erst einmal alles andere, bevor sie die Zwangsversteigerung angehen. Banken verdienen an reibungslos laufenden Darlehen. Nicht an geplatzten Finanzierungen!
    • Zwangsversteigerung ging mir auch durch den Kopf, nachdem ich den Beitrag geschrieben habe. Ich frage mich trotzdem, ob eine Bank bspw. 6 Monate Zahlungsausfall dulden wird.

      @Pumphut ich habe nicht gesagt, dass Banken böse sind. Böse sind die Vertriebssteuerer und Leute die sich „Busparwochen“ überlegen. Das Bankengeschäft an und für sich ist sogar sehr gut - ohne Banken hätten wir den heutigen Wohlstand wahrscheinlich nicht.
    • Wenn ich mir überlege, was für einen Ärger (und da nehme ich nur den aus der Zeitung ersichtlichen Teil) die Banken hier in meiner Gegend (eher ländlich) mit der Zwangsversteigerung von Gewerbeimmobilien (z. B. Gasthöfe) haben, dann kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Banken in der Breite die Zwangsvollstreckung der regulären Bedienung des Darlehens vorziehen.
      In Ballungsräumen oder bei besonderen Immobilien kann das auch punktuell anders sein. Ich meine im Zuge der Finanzkrise eine Dokumentation gesehen zu haben, die das thematisiert hat.