Androhung einer Kündigung

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    • Androhung einer Kündigung

      Hi ich bitte um Rat,

      vor ca. 2 Jahren kam ich aus dem Ausland und wollte mich beruflich in Deutschland neu orientieren. Hatte meiner Schwester bim Umzug geholfen und zufällig war der Chef einer Möbelfirma da und fragte mich ob ich als Monteur aushelfen kann. Schnell sagte ich zu und fing dann bei der Firma als Monteur an. Da ich aus einer komplett anderen Branche komme und in dem Bereich ungelernt bin versprach man mir nach der Probezeit eine Lohnerhöhung. Auf diese warte ich jedoch bis heute. "Der Firma gehts momentan schlecht" heisst es. Nun ja, der Lohn ist nicht katastrophal, sodass ich deswegen unüberlegt kündigen würde. Folglich blieb ich und ließ mir das ganze durch den Kopf gehen. Diese Firma ist relativ neu in Hannover und während der Probzeit hieß es seitens des Chefs "ich bräuchte Hilfe im Büro und du sollst mein Stellvertreter im Logistikbereich werden, dann kann ich eine Lohnerhöhung bei meinem Vogesetzten für dich rechtfertigen, da mehr Arbeit auf dich zukommt". Guten Glaubens habe ich dem zugestimmt und kurze Zeit später saß ich tatsächlich im Büro und wurde angelernt. Paar Monate vergingen und ich übernahm 80-90% seiner Arbeit. Lohnerhöhung? Keine Spur...

      Ich hakte nach und bekam die Antwort, dass ich noch nicht zu 100% angelernt sei und er mir noch die eine oder andere Sache beibringen müsste. Was ich nicht als Ausrede werten konnte, da es tatsächlich noch Dinge gab bei denen mir im Computerprogramm noch die Erfahrung fehlte.
      So verstrich ein halbes Jahr und es kam die Meldung von oben, dass die Stellvertreter Positionen gestrichen werden, da sich die Firma momentan in einer turbulenten Zeit befindet und Sparmaßnahmen ergreifen muss und gucken muss wo man einsparen kann. Das mit der "turbulenten Zeit" kann ich bestätigen. Ich hatte die Email von der Leitung selbst gelesen. Die Streichung des Stellvertreters kann ich auch bestätigen, da ich Rücksprache mit einem anderen Standort gehalten hatte und man mir bestätigte, das es all unsere Standorte betrift.

      Ich hatte dann mit meinem Chef darüber geredet und ihm mitgeteilt, das er verstehen muss, dass ich zwei Jobs für den Lohn nicht mehr weiter machen kann und lieber wieter ausliefern fahren und rein als Monteur arbeiten will.
      Er kann es nachvollziehen und verstehen antwortete er. Er würde Rücksprache mit seinem Vorgesetzten halten und mir dann bescheid geben.

      Heute nach der Auslieferung argumentierte er, dass er Rücksprache gehalten hatte und man mich auf den Vetrag verwies in dem festgahalte wurde, dass ich auch in "anderen Bereichen" tätig werden und aushelfen muss. Somit stellte man mir ein Ultimatum. Entweder ich fungiere weiter als Stellvertreter für den Monteurslohn oder ich kann meine Sachen packen. Unfassbar sagte ich, dass ich diesen Freitag nicht kommen werde, bedankte ich mich für die geile Zeit und ging.

      Diese Anmaßung finde ich absolut dreist, respektlos und würdelos. Gibt es da für mich etwas wie ich gegen so ein Verhalten des Arbeitgebers vorgehen kann ohne mich gleich arbeitslos zu melden?


      Lieben Dank

      Zyto
    • Hallo.

      Das klingt schon arg.

      Der Arbeit fernzubleiben rechtfertigt eine Abmahnung, wahrscheinlich keine fristlose Kündigung, aber im Zweifel wird halt fristgerecht gekündigt.
      Ob eine Kündigungsschutzklage erfolgreich wäre, kann ich nicht beurteilen.

      Besteht eine Rechtsschutzversicherung, die Arbeitsrecht abdeckt, oder zumindest Gewerkschaftsmitgliedschaft?
    • Hallo @zyto

      So wie du dich beschreibst, bist du ein gutmütiger Allrounder, der ne Menge drauf hat und sich noch mehr gefallen lässt. Was spricht dagegen, heute Abend ein paar Jobbörsen zu durchforsten (ich mag Monster und Stepstone) und bis Sonntag min. 10 Bewerbungen rauszuhauen. Was die Gehaltsmöglichkeiten angeht, gehst du auf Google und gibst "was verdient ein..." ein und schaffst dir eine Benchmark. Ich bin sicher, binnen 4 Wochen hast du min 1 brauchbare Option, die besser ist als das was du aktuell hast.

      Was deinen aktuellen Job angeht, mache Frieden mit ihm und hak ihn ab. Du hast dich enorm entwickelt und gezeigt dass du es drauf hast, das machst du jetzt woanders zu Geld. Was das fehlende Zwischenzeugnis angeht, "du willst deinen Arbeitsplatz nicht gefährden", das gefällt nicht jedem, stört aber auch nicht jeden, 1 von 10 wird dein Auftreten mögen, dir ein besseres Angebot machen und dich fairer behandeln.

      Berichte mal.
      Gruß Chris
    • Ich würde vermuten, dass Versicherungen entsprechende Ausschlüsse haben, weil der Rechtsstreit bereits absehbar ist.

      Letztlich würde der Rechtsstreit nur dazu dienen, eine Abfindung oder ähnliches herauszuholen. Den Schilderungen würde ich entnehmen, dass für eine Weiterbeschäftigung keine Basis besteht. Daher würde ich es wie @chris2702 sehen und den Blick nach vorne richten.

      Viel Erfolg!