Comdirect Depot für ETF-Sparplan zu teuer?

    • Comdirect Depot für ETF-Sparplan zu teuer?

      Hallo liebe Community,

      Ich bin ein begeisterter Fan von Finanztip. Schön, dass es so etwas gibt.

      Ich bin 54 und habe letztes Jahr damit angefangen, einen ETF-Sparplan bei comdirect anzulegen.

      Nachdem ich Jahrelang in eine Pensionskasse mit Gehaltsumwandlung eingezahlt und nun die Nachteile dieser Gehaltsumwandlung „erlesen“ habe, möchte ich nun einen anderen Weg beschreiten.
      Ich wollte erst einmal Erfahrungen sammeln und bin letztes Jahr mit 100 Euro monatlich angefangen.
      Die Laufzeit soll so ca. 13-15 Jahre betragen.
      Zur Zeit bespare ich den iShare MSCI World, thesaurierend. Meine Überlegung war, nach Ende der Laufzeit den Betrag nur Teilweise auszahlen zu lassen, also Teilbeträge einmal im Jahr. Das geht doch, oder? Wenn ich den Freibetrag von 801 Euro Jährlich abziehe, dann fallen nicht mehr so viele Steuern an. So meine Überlegung.

      Oder sollte ich lieber doch einen ausschüttenden besparen?
      Wie gesagt, den Freibetrag habe ich noch nicht ausgeschöpft.
      Der sollte aber die Ausschüttung wieder in den ETF reinvestieren. Lohnt sich das, auch wenn ich die Summe später einmal Jährlich in Teilbeträgen auszahlen möchte?
      Habt Ihr dazu einen Rat?

      Ich denke da auch an einen MSCI All Country World. Damit ich wenigstens etwas Schwellenländer mitnehme. Einen zusätzlichen Emerging möchte ich aber nicht im Portfolio haben.
      Ich muss jetzt nur noch den passenden finden, oder habt Ihr da Empfehlungen?

      Ich möchte diesen dann ab nächtes Jahr mit mindestens 200 Euro monatlich besparen und auch einige Einmalzahlungen im Laufe der Jahre vornehmen.

      Nun zum eigentlichen Thema:
      Die Kosten für den Sparplan im Comdirect Depot
      Die 200 Euro kosten bei 1,5% dann 3 Euro pro Sparplan.
      Im Jahr sind das 36 Euro, in 13 Jahren dann 468 Euro
      Bei einem Vergleich habe ich gesehen, das das Wüstenrot Investmentdepot (Ebase-Depot) pro Sparplan 0,20% kostet.
      Die 200 Euro kosten dann 0,40 Euro pro Sparplan.
      Im Jahr sind das 4,80 Euro, in 13 Jahren 62,40 Euro
      In 13 Jahren ist es eine Ersparnis von 405,60 Euro. Wenn die Gebühren so bleiben sollten.
      Außerdem werden die Ausschüttungen automatisch angelegt, was natürlich auch von Vorteil ist. Falls ich einen Ausschüttenden nehmen sollte.
      Denke ich da zu „Kleinkariert“?

      Was ist Eure Meinung dazu? Habt Ihr Erfahrungen mit Ebase?

      Herzliche Grüße aus dem Norden
      H.P.
    • Hallo @Peterpan555,

      Ich nutze auch den Comdirect Sparplan und nutze die Kostenlosaktion für den Lyxor Msci World (Stichwort Toppreis ETF auf der Comdirectseite). Die wechseln aber immer wieder. Mich stört ein langfristiges Sammelsurium an Etfs auf den identischen Index nicht, ich will ja auch nicht alles auf einmal verkaufen.

      Ich denke langfristig werden die Preise eher weiter steigen als sinken. Du kannst nie wissen, was deine Bank nächstes Jahr entscheidet. Ein ständiger Depotwechsel wäre mir zu aufwändig. Wenn du jetzt einen Top Preis ETF wählst sind deine Kosten erstmal null. Und wenn du dann mit Comdirect langfristig zufrieden bist (Stichwort Fusion mit Commerzbank, da weiß man nicht was kommt) ist sie dir vielleicht auch die 1,5% wert.

      Hier auch noch ein schöner Artikel vom Finanzwesir
      finanzwesir.com/blog/etf-sparplan-kosten
    • Peterpan555 schrieb:

      Zur Zeit bespare ich den iShare MSCI World, thesaurierend. Meine Überlegung war, nach Ende der Laufzeit den Betrag nur Teilweise auszahlen zu lassen, also Teilbeträge einmal im Jahr. Das geht doch, oder? Wenn ich den Freibetrag von 801 Euro Jährlich abziehe, dann fallen nicht mehr so viele Steuern an. So meine Überlegung.
      Es gibt keine Laufzeit beim ETF-Sparplan. Du kannst zu jeder Zeit jeden beliebigen Betrag entnehmen. Bei der Steuer das FIFO-(First In First Out)Prinzip beachten, d.h. es werden am Anfang die ältesten Fonds verkauft, bei denen tendenziell die meisten Gewinne aufgelaufen sind. Insofern hat das von @chris2702 genannte Sammelsurium auch Vorteile, da man das damit steuern kann so man das will.

      Peterpan555 schrieb:

      Oder sollte ich lieber doch einen ausschüttenden besparen?
      Wie gesagt, den Freibetrag habe ich noch nicht ausgeschöpft.
      Der sollte aber die Ausschüttung wieder in den ETF reinvestieren. Lohnt sich das, auch wenn ich die Summe später einmal Jährlich in Teilbeträgen auszahlen möchte?
      Habt Ihr dazu einen Rat?
      Im Grundsatz ist es bei nicht ausgeschöpftem Freibetrag bei kleinem Vermögen steuergünstiger einen Ausschütter zu nehmen. Wenn man von 2% Ausschüttung p.a. ausgeht würde ich die Sparrate über Zeit so erhöhen, dass diese 2% über die Sparplanraten wieder eingezahlt werden bzw. man erhöht die Sparplanrate über Zeit sowieso um die Gehaltssteigerungen etc. anzulegen. Dann hat man insofern keine Transaktionskosten für die Wiederanlage.

      Alternativ kann man auch zweimonatlich oder quartärlich sparen.

      Peterpan555 schrieb:

      ch denke da auch an einen MSCI All Country World. Damit ich wenigstens etwas Schwellenländer mitnehme. Einen zusätzlichen Emerging möchte ich aber nicht im Portfolio haben.
      Ich muss jetzt nur noch den passenden finden, oder habt Ihr da Empfehlungen?
      s. finanztip.de/indexfonds-etf/#c20534

      Peterpan555 schrieb:

      Habt Ihr Erfahrungen mit Ebase?
      Ich bin mit der ebase sehr zufrieden. Sofern die Gebühren dort steigen sollten kannst Du die Bestände immer noch woanders hin übertragen. Das ist i.d.R. kostenlos. Bruchteile kann man nicht übertragen, die müsstest Du dann eben verkaufen.
    • Hallo @Peterpan555,
      willkommen hier. Ich habe auch mein Depot bei ebase. Allerdings kaufe ich über einen Fondsvermittler. Bei einen Mindestdepotbestand von 25 000 € bezahlt dieser das jährliche Depotentgeld für mich.
      Bei ebase gab es lediglich mal das Problem, dass alte hystorische Daten nicht verarbeitet wurden. Das hat sich aber zum Guten geändert.
      Wenn Du wegen Steuern Fonds verkaufen möchtest, im Rentenalter sind Deine Einkünfte sicher geringer. Damit sind auch die Steuern geringer.
      Ich bin ein ganzes Stück älter, und ich denke nicht daran meine Fonds zu verkaufen. Dazu muß ich aber sagen, dass ich reichlich Nachkommen habe.
      Gruß

      Altsachse
    • Wenn ich in Zukunft Kinder habe, möchte ich denen was hinterlassen, um ihnen zum Beispiel eine Immobilienfinanzierung oder was auch immer zu erleichtern.

      Wie schon gesagt, warum sollte ich Geld auf Biegen und Brechen ausgeben, für Dinge die mich nicht glücklicher machen, um damit meinen Nachkommen ein Erbe gewollt und bewusst zu verweigern?
      Dabei ist doch erst einmal zweitrangig was mit dem Geld dann tatsächlich gemacht wird. Idealerweise schaffe ich es sogar meinen Kindern so viel finanzielle Bildung mit auf den Lebensweg zu geben, dass das Geld sinnvoll verwendet wird. Zumindest ist das mein festes Ziel.

      Das Geld einfach zu verprassen, ohne an die Nachkommen zu denken, finde ich persönlich einfach nur ignorant.
    • Ich denke hier gibt es kein Richtig oder Falsch. Meine Großeltern wollten meinen Eltern was hinterlassen, meine Eltern wollen mir was hinterlassen und ich werde meinen Kindern und Enkeln was hinterlassen. Klingt nach heiler Welt, ist es aber auch nur im weiteren Sinne ;)

      Wenn man kein gutes innerfamiliäres Verhältnis hat oder einfach keine gemeinsamen Interessen, kann das aber auch ganz anders aussehen. Und das ist auch völlig in Ordnung.
    • ETF2018 schrieb:

      Warum soll ich auf meine Nachkommen bei der Geldanlage schauen, wenn ich irgendwann nicht mehr da bin? Was die Nachkommen dann mit dem Geld machen, wirst du eh nicht mehr erfahren, deswegen weiss ich nicht, warum man sich solche Gedanken macht!!
      Na-Ja, das Prinzip das dabei zur Anwendung kommt ist Verantwortung für die folgenden Generationen (v.a. für die eigenen Kinder) zu übernehmen,. bestehende nachhaltige Werte zu hinterlassen und weil die vorangegangenen Generationen uns im Großen-und-Ganzen einen funktionierenden demokratischen Staat, ein gutes Sozialsystem inkl. guter Ausbildungsmöglichkeiten, gute Infrastruktur, intakte Umwelt aufgebaut und hinterlassen haben ...