Wirecard bietet nun auch Girokonten - ab 2020 mit 0,75% Zins?

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    • Wirecard bietet nun auch Girokonten - ab 2020 mit 0,75% Zins?

      Hallo zusammen,

      über meine Watchlist habe ich heute eine interessante Meldung gesehen:
      wirecard.com/de/unternehmen/pr…nsung-f%C3%BCr-girokonten

      Anscheinend bietet Wirecard seit kurzem auch ein Girokonto namens "boon Planet" - natürlich nur via App zu eröffnen.
      Für dieses Konto will man laut eigener Aussage ab Anfang 2020 "rund 0,75% Zinsen" anbieten und auch weitere Anlageangebote anbieten - abgesichert über die Einlagensicherung des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. .

      In den AGB steht nirgendwo etwas von Schufa oder Bonitätsprüfung - daher hätte man, außer seinen Daten, wohl nicht viel zu verlieren bei einer Registrierung.
      Ich behalt's auf jeden Fall mal im Auge.
    • Ab dem 1.2.2020 sollen ja die 0,75% Zinsen gelten, aber nur bis zu 10.000 € Guthaben.

      Ich habe mich daher gestern mal bei Boon Planet registriert, das geht auschließlich über die entsprechende App.
      Faszinierend ist wirklich, wie schnell das Konto eröffnet wird. Nach der Identifizierung via Video Chat (dauert ca. fünf Minuten) ist das Konto parat und man kann bekommt auch sofort die virtuelle Kreditkarte, welche z.B. zu ApplePay hinzugefügt werden kann.

      Wenn ich in der App auf "Gebühren und Limits" klicke, dann werden da schon die 0,75 % Zins genannt - als ob die sofort gelten würden.

      Was mir aktuell nicht so gefällt:
      Ich habe heute morgen mal einen kleinen Testbetrag auf das Konto bei boon planet via Überweisung eingezahlt, bisher ist noch kein Eingang zu verzeichnen. Man könnte jedoch auch Geld via Kreditkarte einzahlen

      Den Freistellungsauftrag muss man leider altmodisch ausdrucken und händisch ausfüllen - aber immerhin kann man ihn per E-Mail an das Service-Team schicken.

      Die App macht derzeit auch noch einen recht abgespeckten Eindruck, aber vielleicht täuscht das auch.
    • railjet schrieb:

      Entspricht das Konto den Stabilitätskriterien, ich würde es als Tagesgeldkonto nutzen. :)
      Nein, vermutlich nicht. Das fängt schon damit an, dass es ja im eigentlichen Sinne kein Tagesgeldkonto ist.

      Finanztip hat unter anderem dieses Kriterium:
      "Wir empfehlen nur Banken, die schon seit mindestens zwei Jahren Tages- und/oder Festgeld-Angebote für Kunden in Deutschland machen und gleichzeitig ihren Sitz in einem wirtschaftlich stabilen Land wie Deutschland oder Frankreich haben."

      Da boon.planet erst frisch auf dem Markt ist, kann dieses Kriterium noch nicht erfüllt sein. Wobei Wirecard als Zahlungsabwicklungsdienstleister schon lange im Geschäft ist und die Wirecard Bank auch schon nicht mehr ganz jung ist, Zitat Wikipedia:

      "Seit Januar 2006 ist die Wirecard Bank Teil der Wirecard-Unternehmensgruppe und verfügt über eine deutsche Banklizenz. Die Bank hat Verträge mit mehreren Kartenorganisationen und kann für deren Kredit- und Debitkarten-Marken Kartenakzeptanzverträge (Acquiring) schließen. Die Wirecard Bank ist Mitglied im Bundesverband deutscher Banken sowie dessen Einlagensicherungsfonds."

      Moody's hat die Wirecard AG im Jahr 2019 in Bezug auf die Ausgabe von Anleihen mit einem Rating von Baa3 versehen - das ist nicht gerade gut.
    • Auf den ersten Blicks scheint das Angebot von Wirecard solide zu sein. Doch mich würde es nicht wundern, wenn dieses Angebot der Werbung dient, um neue Kunden zu gewinnen. Daher wird dieses Angebot sicherlich einen Haken haben.

      "lieberjott" hat ja schon die Anmerkung hinterlassen, dass die 0,75% nur bis zu 10.000 € gelten. Und wenn man ernsthaft für die Zukunft sparen möchte, so wird man mehr als 10.000€ benötigen.

      Mir scheint es, dass die alt bekannten Geldanlagen ein Auslaufmodell sind. Sicherlich werden "hier und da" einige Banken mit etwas höheren Zinsen werben. Doch ich habe den Eindruck, dass das wie mit den Stromanbietern enden wird: „Das man von einem Werbe-Angebot zum nächsten Werbe-Angebot springen wird.“

      Bei mir verdichtet sich der Eindruck, dass wohl Aktien und Fonds zu den letzten Anlageprodukten zählen, die noch ordentliche Renditen bieten können. Sicherlich sind Aktien für Einsteiger nur schwer zu händeln. Doch dagegen scheinen Fonds eine einsteigerfreundliche Alternative zu sein.

      Auf jeden Fall scheint dieses Thema ein echtes Nadelöhr zu sein – zumindest ist das mein Eindruck.
    • Was soll denn der Haken sein? Außer dass der Zins halt irgendwann wohl wieder runtergehen könnte - wie bei fast allen Anbietern, wo Neukunden für eine begrenzte Zeit einen besseren Zinssatz bekommen.

      Der Vorteil hier ist halt, dass der Aufwand zur Kontoeröffnung im Vergleich zu anderen Banken ziemlich gering ist, da es keinen Papierkrieg gibt. Am längsten dauert immer noch die Verifizierung des Ausweis über VideoIdent.

      Akten und Fonds mit einem Tagesgeldkonto zu vergleichen ist zudem nicht zielführend. Es geht hier um das Parken von Geld, an das man jeder Zeit rankönnen muss.
    • Richard schrieb:

      Bei mir verdichtet sich der Eindruck, dass wohl Aktien und Fonds zu den letzten Anlageprodukten zählen, die noch ordentliche Renditen bieten können. Sicherlich sind Aktien für Einsteiger nur schwer zu händeln. Doch dagegen scheinen Fonds eine einsteigerfreundliche Alternative zu sein.
      Ich kann deinen Gedanken nachvollziehen, möchte diesen aber gerne ergänzen. Schließlich ist zu beachten, dass die klassischen Fonds und Aktien als Einmalanlage bezeichnet werden können. Schließlich bietet ja Wirecard ein Girokonto mit 0,75% Zinsen an, auf das immer wieder eingezahlt werden kann.

      Daher wäre es treffender, als Alternative einen Fondssparplan vorzuschlagen. Schließlich kann in diesen auch monatlich eingezahlt werden. Wenn ich mich nicht täusche, so geht das schon ab einem Sparbeträgen von 25€ los – zumindest bei Fondssparer24.

      Ansonsten finde ich das Girokonto von Wirecard echt interessant. Vielleicht sollte man dieses Konto, trotz aller bedenken, doch einmal ausprobieren. Mich würde ein Erfahrungsbericht dazu brennend interessieren. Denn ein Zinssatz von 0,75% ist doch schon fast exotisch. Wer weiß. Vielleicht sind ja in einem Jahr 0,4% Zinsen das neue Maximum, für die weit verbreiteten Finanzprodukte.
    • Ich habe heute dazu eine Mail bekommen:

      boon.planet schrieb:

      Liebe/r boon.PLANET NutzerIn,

      sicherlich hast du bereits die aktuellen News zu Wirecard aus den Medien erfahren. Wir können absolut verstehen, wenn du nun Fragen zu deinem boon.PLANET Account hast.
      Daher möchten wir dich informieren, wie dein Guthaben auf deinem boon.PLANET Account abgesichert ist:
      • Deine Einlagen sind über den Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken bis 100.000 Euro abgesichert.
      • Zusätzlich ist die Wirecard Bank AG Mitglied im Einlagensicherungsfonds der privaten Banken, weshalb ein Mindestschutz von 1 Million Euro für dich besteht.
      • Alle weiterführenden Informationen hierzu findest du auf der Website des Prüfungsverbandes deutscher Banken e.V. unter folgendem Link: https://einlagensicherung.de/banks/wirecard-bank-ag/
      • Am Produkt und dessen Leistungsumfang – wie beispielweise dem Guthabenzins oder der Gebührenstruktur – ändert sich für dich nichts. Sollten sich Änderungen ergeben, werden wir dich mindestens zwei Monate im Voraus im Rahmen einer Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen informieren.
      Solltest du weitere Fragen rund um deine boon.PLANET App haben, sind wir für dich da.
      Viele Grüße,
      dein boon.PLANET Team
      Ich habe mein Geld trotzdem vorsichtshalber woanders hintransferiert.
      Auch wenn man, falls für Wirecard der Worst Case eintritt, das Geld wiederbekommt, so könnte das unter Umständen ein bisschen dauern.
    • Wenn die öffentlichen Informationen nur zu 80% stimmen, ist Wirecard schon lange nicht mehr.

      Allein die Story, 1,9 Mrd. EUR als Sicherheit bei philippinischen Mini-Banken hinterlegt zu haben, ist hanebüchen.

      Meine Prognose: Bafin macht nächste Woche die Bude zu.
      Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenig Leute damit beschäftigen. Henry Ford
    • johannesD schrieb:

      Wenn die öffentlichen Informationen nur zu 80% stimmen, ist Wirecard schon lange nicht mehr.

      Allein die Story, 1,9 Mrd. EUR als Sicherheit bei philippinischen Mini-Banken hinterlegt zu haben, ist hanebüchen.

      Meine Prognose: Bafin macht nächste Woche die Bude zu.
      Das hat nicht Wirecard gemacht, sondern Treuhänder für die so genannten Third-Party-Acquirer in Asien.
      Aktuell sieht's (für meine Interpretation) wohl so aus, dass Wirecard einfach von "den Asiaten" beschissen wurde. Scheinumsätze für die dann Provisionen (an die TPA) flossen und das Geld auf den Treuhandkonten wurde evtl. auch gleich noch umgeleitet oder nie angelegt.
      Eben wegen dieser Unsicherheiten (Kreditlinien der Banken, Banklizenz) habe ich das Geld mal gesichert.
      Dass das Geschäft in Deutschland und Europa existiert und so stattgefunden hat steht außer Frage - trotzdem ist die Existenz des Konzerns natürlich in Gefahr. Erst recht wenn ein erheblicher Teil des Gewinns auf Umsätzen basiert, die vielleicht nie stattgefunden haben.

      Bin mal gespannt in wie viel Jahren es dann eine Serie dazu gibt. "Bad Banks" und "The Big Short" lassen grüßen - das kann sich fast kein Drehbuchautor ausdenken.
    • Ich verfolge Wirecard schon länger. Eine Wachstumsgeschichte eines Porno- und Glückspiel-Zahlungsabwicklers. Leider ist dies nicht der erste Vorfall. Braun spekulierte immer darauf, dass die Anleger nicht begreifen, was ein Acquire eigentlich macht. Ohne Ende alle für doof verkaufen, geht nun mal nicht.

      Alternative zur Inso wäre einen Übernahme. Ob sich ein Big-Player die Übernahme leisten kann? Noch ist Wirecard mit 25 EUR pro Aktie viel zu teuer und die Zeit läuft davon. Vielleicht gibt es ja Bundesmittel? Wer sind eigentlich die Gläubiger?

      Erinnert alles ein wenig an Herrn Josten und Teldafax. Auch vom Fach, wie Herr Dr. Braun, aber vor Teldafax schon "lebenserfahrener", da wegen 176-fachen Betrugs vorbestraft. Wäre Herr Dr. Braun politisch und sportlich so vernetzt, wie Herr Josten, hätte er es sicher noch eine Weile weiter treiben können.

      Hier die lange Story:

      handelsblatt.com/unternehmen/t…branche/12390960-all.html
      Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenig Leute damit beschäftigen. Henry Ford
    • Lief gerade durch die Presse:

      ABN Amro
      ING
      Commerzbank
      LBBW je 200 Millionen Euro

      Barclays
      Lloyd’s
      Crédit Agricole
      DZ Bank je 120 Millionen Euro.

      Bank of China
      Citi
      Deutsche Bank
      Mitsubishi Fanancial je 80 Millionen Euro

      Raiffeisen International 70 Millionen Euro

      Raiffeisen Niederösterreich 60 Millionen Euro

      Agricultural Bank of China 55 Millionen Euro

      Raiffeisen Oberösterreich 45 Millionen Euro



      Macht 1,830 Mrd. EUR

      Die Kreditlinie soll zu 90% genutzt sein.

      Wird eine spannende Woche.
      Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenig Leute damit beschäftigen. Henry Ford
    • "25.06.2020 10:40:38
      ASCHHEIM (dpa-AFX) - Dem Zahlungsdienstleister Wirecard droht wegen seines Bilanzskandals die Insolvenz. Der Vorstand habe entschieden, beim Amtsgericht München die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu beantragen, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag in Aschheim bei München mit. Als Gründe nannte er eine drohende Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Es werde geprüft, ob auch Insolvenzanträge für Tochtergesellschaften der Wirecard-Gruppe gestellt werden müssten./stw/stk"

      Die Wirecard-Bank ist also (noch) nicht direkt betroffen - andererseits weiß ich nicht, inwieweit diese mit der Wirecard AG verknüpft ist und damit der letzte Satz aus der Pressemeldung zutreffen könnte.
      Trotzdem ist es - aus persönlicher Sicht, sicher keine schlechte Entscheidung spätestens jetzt das Geld abzuziehen (wenn man es noch nicht getan hat). Andererseits ist klar, dass so ein "Bank Run" die Zukunftsaussichten so eines Unternehmens nicht gerade verbessert.
    • Neu

      Der Wirecard-Skandal zeigt

      - wie das BaFin tickt: es wird ein Leerverkaufsverbot verhängt, anstatt den Laden richtig auseinander zunehmen

      - wie die Wirtschaftsprüferbranche funktioniert: nämlich gar nicht, weil der Auftraggeber die Prüfung bezahlen muss ("Sie wollen doch nächstes Jahr wiederkommen?")

      - wie Analysten so "arbeiten". Im Focus Money Nr. 17/20 v. 15. April 2020 auf S. 33 wird "geballtes Wissen" und "akribisch analysierte Akteintipps zahlreicher Aktienkenner" geboten. Die Senior Analystin der Commerzbank Frau Heike Pauls erwartet mehr als 120% plus bei Wirecard.

      - wie schlecht man doch bei Aktienfonds aufgehoben ist. Da wird schon mal über 10% des Fondsvermögens in Wirecard gehalten, obwohl das eigentlich nicht zulässig ist: finanz-szene.de/banking/das-wa…ekulationen-mit-wirecard/
      Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenig Leute damit beschäftigen. Henry Ford
    • Neu

      "MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der überschuldete Dax-Konzern Wirecard will die konzerneigene Bank vom angekündigten Insolvenzantrag ausnehmen. Die Bank sei "nicht Teil des Insolvenzverfahrens der Wirecard AG", erklärte der Konzernvorstand am Donnerstag. "Die BaFin hat für die Wirecard Bank AG bereits einen Sonderbeauftragten eingesetzt." Demnach wird die Wirecard-Bank organisatorisch und finanziell vom Mutterkonzern abgekoppelt: "Die Freigabeprozesse für alle Zahlungen der Bank werden zukünftig ausschließlich innerhalb der Bank und nicht mehr auf Gruppenebene liegen."
      Die Wirecard AG als Muttergesellschaft hingegen sieht wegen fehlenden Gelds derzeit keine Möglichkeit, den Betrieb nach dem 1. Juli ordnungsgemäß weiterzuführen: "Ohne eine Einigung mit den Kreditgebern bestand die Wahrscheinlichkeit der Kündigung und des Auslaufens von Krediten mit einem Volumen von 800 Millionen Euro zum 30. Juni 2020 und 500 Millionen Euro zum 1. Juli 2020", hieß es in der Mitteilung. Die Fortführbarkeit des Unternehmens sei "nicht sichergestellt"./cho/DP/stk"
    • Neu

      Jetzt meldet sich erstaunlicherweise EY zu Wort. Man wisse, wie betrogen wird. Blitzmerker.

      sueddeutsche.de/wirtschaft/wir…dal-aufklaerung-1.4948506

      Aber die Flucht nach vorne -unter Missachtung der Verschwiegenheitspflicht - wird nicht klappen. Da kommen viele Haftungsprozesse auf EY zu.

      BIG 5 - Enron = BIG 4
      BIG 4 - Wirecard = BIG 3

      Mir war jahrelang klar, dass die Marge, die im Acquiregeschäft zu holen ist, die Bewertung von Wirecard nicht rechtfertigt.
      Der permanente hohe Kreditbedarf von Wirecard war nie plausibel.
      Aber Mathematik wird -gerade bei Finanzen- völlig überbewertet.
      Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenig Leute damit beschäftigen. Henry Ford