Negativzins bei der Volksbank Fürstenfeldbruck

    • Negativzins bei der Volksbank Fürstenfeldbruck

      Es ist so weit, wer seit dem 1. Oktober ein Tagesgeldkonto bei der Volksbank Fürstenfeldbruck eröffnet, zahlt ab dem ersten Euro 0,5% Strafzinsen.

      Einen ausführlicheren Artikel zum Thema gibt es hier.

      Wie schätzt ihr das Thema ein, werden andere Banken nachziehen, bzw. wann?

      Sollte es dazu kommen, dass die meisten, oder gar alle Banken nachziehen werden, was gibt es denn dann für Alternativen für den so wichtigen Notgroschen?

      VG
      Muesli
    • Muesli schrieb:

      "Wie lege ich meinen Notgroschen (Tagesgeld/Festgeld) in Zeiten von Negativzinsen für Privatanleger richtig an?"
      Tja, nur wüßte ich hier einen Tip (wenn das Geld sicher und täglich verfügbar sein soll). Klar man kann jetzt von Bank zu Bank gehen und schauen....

      Gibt es für die Bank einen Vorteil, wenn ich das Geld als Festgeld anstatt als Tagesgeld anlege - müssen sie dann keine Strafzinsen zahlen?
    • Altsachse schrieb:

      Bei mir bleibt das verfügbare Geld auf dem Girokonto liegen. Da gibt es zwar keine Zinsen, aber auch noch keine negativen Zinsen.
      Gruß

      Altsachse
      Das sehe ich dahingehend problematisch, als dass der psychologische Effekt der Trennung von "Notgroschen" und "Konsumgeld" fehlt. Für den einzelnen mag das kein Problem sein, aber für die breite Masse wird das kein wirklich gangbarer Weg sein.
      MMn müsste man dann schon zwei Girokonten haben, ein Gehalts- und Konsumkonto und ein weiteres, das wie ein Tagesgeldkonto genutzt wird, nur dass es eben kein Tagesgeldkonto ist.
    • Meine /unsere Empfehlungen ändern sich nicht. Wir empfehlen Tagesgeldkonten, auf denen es keine Negativzinsen gibt. Und selbstverständlich checken wir das laufend.

      Insofern gibt es keine besondere Empfehlung für die Negativzinsen. Aber könnte trotzdem mal ein Video wert sein. ;)

      Und die Aufteilung auf verschiedene Konten ist eine Grundempfehlung von uns. Gibt dazu schon mehrere Videos. Mind. ein tagesgeldkonto muss sein.
    • @Sirrow0

      Flatex bietet Lastschrift für Sparpläne, das heißt mein Geld liegt woanders und der Sparplan zieht sich das Geld. Dies ist für Orders nicht möglich, dann muss das Geld aufs Verrechnungskonto.

      Wenn man Beträge um die 10 Euro bei Flatex auf dem Verrechungskonto hat, kostet das keine Zinsen, weil es im Monatsabschluss weniger als 1 Cent wäre und die werden nicht an den Kunden kumuliert weiter gereicht. Zumindestens habe ich auf meine 9,31 Euro keine Strafzinsen zahlen müssen.
    • Saidi schrieb:

      Meine /unsere Empfehlungen ändern sich nicht. Wir empfehlen Tagesgeldkonten, auf denen es keine Negativzinsen gibt. Und selbstverständlich checken wir das laufend.

      Insofern gibt es keine besondere Empfehlung für die Negativzinsen. Aber könnte trotzdem mal ein Video wert sein. ;)

      Und die Aufteilung auf verschiedene Konten ist eine Grundempfehlung von uns. Gibt dazu schon mehrere Videos. Mind. ein tagesgeldkonto muss sein.

      Ja schon, nur genau das ist doch der Knackpunkt der Fragestellung, welche Richtung "sollte" eingeschlagen werden, wenn alle Banken gezwungen sind die Negativzinsen weiterzugeben (so in der Größenordnung -0,2 bis -0,75%). Berücksichtigt man die Inflation dann ist das eine Realverzinsung von zumindest -2,0%.

      Ich persönlich sehe derzeit zwei Möglichkeiten:
      * Festgeldleiter mit Laufzeiten von 3 - 10 Jahre aufbauen, so dass zumindest für die nächsten 2 - 3 Jahre halbjährlich das Geld frei wird und dann wieder ein entsprechender Festgeldvertrag mit der notwendigen Laufzeit abgeschlossen wird.
      --> So weit, so bekannt: nur dieses Modell wird aber glaube ich leider auch noch maximal 2 Jahre funktionieren und dann auslaufen.

      * Die andere Alternative die mich derzeit beschäftigt ist die, ob es nicht doch wieder interessant wird entsprechende Bond - ETFs (investment grade) sich baldigst als Festgelderstatz ins Depot zu holen, so dass zumindest die Realverzinsung nicht unter 0% sinkt oder anders formuliert, der Spread von Festgeld und (sehr) sicherem Renten-ETF sollte etwas größer als die Inflationsrate betragen.

      ==> Eure Meinung zu diesem Diskussionspunkt würde mich sehr interessieren.
    • Ben42 schrieb:

      Ja schon, nur genau das ist doch der Knackpunkt der Fragestellung, welche Richtung "sollte" eingeschlagen werden, wenn alle Banken gezwungen sind die Negativzinsen weiterzugeben (so in der Größenordnung -0,2 bis -0,75%). Berücksichtigt man die Inflation dann ist das eine Realverzinsung von zumindest -2,0%.
      Genau darauf hat meine Frage abgezielt, danke fürs Aufgreifen und Klarstellen :thumbsup:

      Ben42 schrieb:

      Ich persönlich sehe derzeit zwei Möglichkeiten:
      * Festgeldleiter mit Laufzeiten von 3 - 10 Jahre aufbauen, so dass zumindest für die nächsten 2 - 3 Jahre halbjährlich das Geld frei wird und dann wieder ein entsprechender Festgeldvertrag mit der notwendigen Laufzeit abgeschlossen wird.
      --> So weit, so bekannt: nur dieses Modell wird aber glaube ich leider auch noch maximal 2 Jahre funktionieren und dann auslaufen.

      * Die andere Alternative die mich derzeit beschäftigt ist die, ob es nicht doch wieder interessant wird entsprechende Bond - ETFs (investment grade) sich baldigst als Festgelderstatz ins Depot zu holen, so dass zumindest die Realverzinsung nicht unter 0% sinkt oder anders formuliert, der Spread von Festgeld und (sehr) sicherem Renten-ETF sollte etwas größer als die Inflationsrate betragen.

      Deine beiden Alternativen finde ich sehr interessant. Das Thema Festgeld wollte ich demnächst ohnehin angehen.

      Mit Bond - ETFs (investment grade) und sicheren Renten-ETFs habe ich mich bisher noch nicht beschäftigt. Kommt aber hiermit auf die Liste der Dinge, in die ich mich bei Zeiten einlesen werde.
    • Ben42 schrieb:

      * Die andere Alternative die mich derzeit beschäftigt ist die, ob es nicht doch wieder interessant wird entsprechende Bond - ETFs (investment grade) sich baldigst als Festgelderstatz ins Depot zu holen, so dass zumindest die Realverzinsung nicht unter 0% sinkt oder anders formuliert, der Spread von Festgeld und (sehr) sicherem Renten-ETF sollte etwas größer als die Inflationsrate betragen.
      Bringen diese sehr sichere Renten-ETF (auch mit den Kauf und Verkaufskosten) noch Zinsen? Laß uns mal an Deinen @Ben42 Rechnungen teilhaben.

      Ben42 schrieb:

      Festgeldleiter mit Laufzeiten von 3 - 10 Jahre aufbauen
      10 Jahr finde ich viel. Eine Frage für die Glaskugel: Wird der Zinssatz in den nächsten 10 Jahren so bleiben?
    • winter schrieb:

      a) Bringen diese sehr sichere Renten-ETF (auch mit den Kauf und Verkaufskosten) noch Zinsen? Laß uns mal an Deinen @Ben42 Rechnungen teilhaben.
      b) 10 Jahr finde ich viel. Eine Frage für die Glaskugel: Wird der Zinssatz in den nächsten 10 Jahren so bleiben?
      ad a) Nein nicht wirklich! Die hypothetischen Überlegungen für diese Variante gehen in etwa so ...
      • Die Welt ist überschuldet: Staaten, Unternehmen, Banken, Haushalte. Die Notenbanken werden die Zinsen eher weiter nach unten als noch oben drehen.
      • Nach unten wird auch für Spareinlagen zukünftig nicht bei 0% Schluss sein. Es kann leicht sein, dass auch wir Private in 2 - 3 Jahren ggf. -0,5% bis -1,0% zahlen werden müssen um das Geld bei den Banken zu parken. Der "sichere Zins" ist dann also unter Null gerutscht.
      • Die nicht ganz risikolose Variante wäre dann ggf. ein Bond-ETF der nach Kosten so 0,5% bis 1,5% schaffen sollte um den Werterhalt des Geldes sicherzustellen. Neben der Diversifikation und Risikoausgleich zu den Aktien-ETFs ist das dann das Ziel und nicht unbedingt die maximale Rendite (für diese Assetklasse).
      • Die historische Alternative in Form einer deftigen Inflation die schlussendlich auch die Kaufkraft massiv schmälert, ist auch nicht wirklich besser.
      ==> Das sind hypothetische Überlegungen, die diskutiert und zerissen werden sollen.

      ad b) 10 Jahre sind viel und nur die Ausnahme.
      • Ich habe wie geschrieben eine Festgeldleiter eingerichtet die für die nächsten 3 Jahre alle halben Jahre endfällig wird (also insgesamt 6x mit Zinsen von aktuell 0,8% bis 1,3% je nach Abschlusszeitpunkt).
      • Einen einzigen Langläufer habe ich auf 10 Jahre abgeschlossen der auf diese Zeit 2,0% p.a. bringt.
      • Diese Zinsen sind bzw. müssen für diese Laufzeit garantiert sein, da es sich ja um Einzelverträge handelt.
      • Um einen Konnex zu a) herzustellen: Meine ersten Festgeldverträge vor ca. 7 Jahren auf eine Laufzeit von 3 Jahren rendierten noch mit 4,5% (natürlich immer vor Steuer), vor ca. ein-einhalb Jahren mit 1,3% und aktuell mit 0,9%. Man sieht also wo die Reise hingeht.
    • Ben42 schrieb:

      Die nicht ganz risikolose Variante wäre dann ggf. ein Bond-ETF der nach Kosten so 0,5% bis 1,5% schaffen sollte um den Werterhalt des Geldes sicherzustellen. Neben der Diversifikation und Risikoausgleich zu den Aktien-ETFs ist das dann das Ziel und nicht unbedingt die maximale Rendite (für diese Assetklasse).
      Gibt es Bond-ETFs die nach Kosten 0,5% bis 1,5% erzielen?
    • winter schrieb:

      Gibt es Bond-ETFs die nach Kosten 0,5% bis 1,5% erzielen?
      Die ETF können nur soviel bringen wie die enthaltenen Wertpapiere, wenn man die Kurveränderungen außen vor lässt. Da inzwischen die Zinsen bei Staatsanleihen auch bis in den 10-Jahres-Bereich negativ sind muss man da schon in noch höhere Laufzeiten gehen. In allen Fällen zu beachten ist das Zinsänderungsrisiko ausgedrückt durch die Duration, d.h. der erwartete Kursverlust bei 1% Steigerung des Marktzinses.

      Exemplarisch einige ishares-ETF, weil es bei denen so schön ablesbar dargestellt ist

      IE00B1FZS806 Restlaufzeit 8,39 Jahre Effektivverzinsung 0,12% Duration 8,07
      IE00B1FZS913 Restlaufzeit 22,04 Jahre Effektivverzinsung 0,8% Duration 16,82

      Wer daran glaubt dass es mit den Zinsen weiter ins Negative geht (Frau Lagarde lässt grüßen) kann natürlich auch mit kürzerer Laufzeit dran gehen, da dann die Duration für den Anleger arbeitet.

      Anmerkung: das sind europ. Staatsanleihen. Unternehmensanleihen oder High Yields habe ich nicht aufgeführt, da wir hier vom Sicherheitsbaustein sprechen.
    • An der Spekulation, wo die Zinsen noch hingehen, und ob wir demnächst auf allen Konten Negativzinsen haben, will ich mich nicht beteiligen, aber danke @Kater.Ka für den Hinweis, dass ein Renten-ETF mit guter Bonität keinesfalls Verzinsungen bringen wird, die signifikant über Festgeld liegen werden - und dafür entsprechende Risiken mit sich bringt - von Inflationsausgleich mal ganz zu schweigen.